HEUTE, Donnerstag, 4. Januar 2007 | 22:25 Uhr | 3SAT
Zug des Lebens
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren (ab 12 Jahren empfohlen)
(Train de vie)
Spielfilm, Frankreich/Belgien 1998, 99 Minuten
Regie: Radu Mihaileanu
Mit Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari, Michel Muller, Bruno Abraham-Kremer
1941 im von Deutschen besetzten Osteuropa: Ein Dorf beschließt, sich selbst zu deportieren, bevor die Nazis es tun. Der Regisseur Radu Mihaileanu drehte ein "Rail-Movie", das sich ganz in der Tradition von "Der große Diktator" und "Sein oder Nichtsein" über den Nationalsozialismus lustig macht, ohne den Völkermord zu verharmlosen.
1941, in Osteuropa: Die deutschen Nazi-Soldaten verschleppen komplette jüdische Dörfer. Dorfnarr Schlomo begreift als erster, dass seine kleine Gemeinde auch bald an der Reihe sein wird. Der schnell zusammen gerufene Ältestenrat beschließt, den Deutschen zuvorzukommen - mit einem eigenen Deportationszug, der sich natürlich nicht in Richtung Konzentrationslager, sondern vielmehr ins Gelobte Land, Israel, aufmachen soll. Die Bewohner werden unverzüglich in Gefangene und Nazi-Soldaten aufgeteilt. Letztere müssen erst mal richtig Deutsch lernen. Als Lehrer bringt der erfahrene Schmecht den unwilligen Freiwilligen eine korrekte Aussprache und deutsche Zackigkeit bei. Nachdem der "Deportationszug" nach und nach zusammengekauft und mit Hakenkreuzen geschmückt worden ist, geht es endlich auf die große Reise in die Freiheit. Allerdings gibt es auf dem Weg dahin viele Abenteuer zu bestehen: Nicht nur misstrauische Nazi-Soldaten, sondern auch nationale Freiheitskämpfer sorgen für mehr als eine brenzlige Situation. Und dann bricht im Zug auch noch der Kommunismus aus ...
Der rumänische Autorenfilmer Radu Mihaileanu ist mit "Zug des Lebens" das Kunststück gelungen, die schreckliche Thematik der Judenvernichtung in einem intelligenten, sensiblen und dabei komischen "Rail-Movie" zu verarbeiten. Den Vergleich mit Roberto Benignis "Das Leben ist schön" braucht der "Zug des Lebens" nicht zu scheuen. Der außergewöhnliche Film wurde unter anderem mit dem Publikumspreis 1999 beim Sundance Film Festival, dem Preis für das beste Debüt bei den Filmfestspielen Venedig 1998, als bester ausländischer Film bei den Las Vegas Film Critics Society Awards 2000 und dem Publikumspreis auf dem Cottbusser Filmfestival 1998 ausgezeichnet.
Quelle:
www.3sat.de
schalom