
HEUTE, Freitag, 1. Dezember 2006 | 19:00 Uhr | ARTE
A Right To Live
Dokumentation, Deutschland 2006, WDR, Erstausstrahlung
Regie: Birgit Schulz
Die Zahl der Aidsinfizierten ist besonders im südlichen Afrika erschreckend hoch. Teure Medikamente westlicher Pharmakonzerne sind für viele unerschwinglich. Krisana Kraisintu, frühere Leiterin der Forschungsabteilung der thailändischen Government Pharmaceutical Organization, hat ein preisgünstiges Medikament entwickelt und ist zu einer Hoffnungsträgerin für die Menschen, aber auch die Länder geworden. ARTE zeigt diese Sendung anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember.
Die 52-jährige Krisana Kraisintu weiß, was sie will: Aidspräparate, wirksam und kostengünstig für Afrika. Die frühere Leiterin der Forschungsabteilung der thailändischen Government Pharmaceutical Organization hat das bisher billigste Aidspräparat der Welt entwickelt. Gleichzeitig hat die Pharmazeutin die Medikamentierung vereinfacht, so dass Infizierte nur noch zwei Mal am Tag eine Tablette schlucken müssen. Zuerst hat die Thailänderin Kraisintu diese Generika 1992 in ihrer Heimat herstellt. Als das gut lief, ging sie nach Afrika. Seitdem hat Krisana Kraisintu in Äthiopien, im Kongo und jetzt in Tansania Fabriken für preiswerte Aidsmedikamente aufgebaut.
In Afrika - in nahezu allen Ländern südlich der Sahara - steigt die Todesrate von Aidsinfizierten weiter dramatisch an. Medikamente können sich nur wenige leisten, und die komplizierte Medikamentierung der aus Europa und den
USA importierten Mittel ist ein zusätzliches Hindernis. Hinzu kommt die weit verbreitete Tabuisierung von HIV/Aids: Die Kranken werden oft aus allen sozialen Zusammenhängen ausgestoßen. Die Dokumentation verfolgt die Arbeit der Asiatin in Tansania. 14 Prozent der Tansanier sind HIV-positiv und der Altersdurchschnitt sank auf 37 Jahre ab. Weil es bisher keine Hoffnung gab, wurde das Problem verdrängt. Heute kauft die Regierung die Medikamente aus der eigenen Landesproduktion und verteilt sie an die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen.
Filmautorin Birgit Schulz zeigt, wie durch die Kraft einer entschlossenen Frau unzählige Menschen wieder an ihr Leben glauben und bereit sind, sich ihrer Krankheit zu stellen. "Pole, pole", rufen die Menschen Krisana Kraisintu in Ostafrika manchmal nach: "Langsam, langsam". Aber die rundliche Frau will nicht langsam sein, sie hat keine Zeit zu verlieren. Sie lebt nicht ungefährlich, seit sie das Monopol großer westlicher Pharmakonzerne auf die Herstellung von Aidsmedikamenten untergräbt. Es gab Zeiten, da hat sie jeden Tag Todesdrohungen am Telefon bekommen. Die Buddhistin lässt sich jedoch nicht einschüchtern, im Gegenteil: Die Zahl der afrikanischen Länder, die sich für Kraisintus Medikamente interessiert, wächst.
Wiederholung:
08.12.2006 um 17:20
Quelle:
www.arte.tv
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