HEUTE, 16. November 2006 | 20:15 - 23:45 Uhr | VOX
The Green Mile
Drama/Thriller -
USA 1999
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Das Cold Mountain Gefängnis in Louisiana zur Zeit der großen Depression: Paul Edgecomb ist leitender Wärter des Todestrakts. Obwohl er nicht an der Todesstrafe zweifelt und es zu seinen Pflichten gehört, die Verurteilten über den mit blassgrünem Linoleum ausgelegten Korridor zum elektrischen Stuhl zu führen, versucht er zusammen mit seinen Kollegen, den Gefangenen gegenüber gerecht zu handeln. Erniedrigung, Gewalt und Unmenschlichkeit gegenüber seinen Todeskandidaten duldet Paul genauso wenig wie Gefängnisdirektor Hal Moores. Einzige Ausnahme ist der junge Wärter Percy Wetmore. Er ist ein Sadist, der sich daran ergötzt, die Verurteilten zu quälen - und dessen größter Wunsch es ist, selbst eine Hinrichtung zu leiten. Edgecomb und Moores sind die Hände gebunden, denn Percy ist der Neffe des Gouverneurs und nutzt diese Sonderstellung weidlich aus.
Zu den Todeskandidaten in Pauls Trakt gehören der aufsässige Killer William Wharton, der Mörder Arlen Bitterbuck, der als erster den Tod auf dem elektrischen Stuhl findet, und der schmächtige Südstaatler Eduard Delacroix, dessen einzige Freude in der Abgeschiedenheit seiner finsteren Zelle die Maus Mr. Jingles ist und der aufgrund von Wetmores Sadismus' einen unnötig grausamen Tod stirbt. Doch zu keinem der Insassen hat Edgecomb eine solch intensive Beziehung wie zu John Coffey. Das liegt zum einen daran, dass er zu zweifeln beginnt, ob der gutmütige Hüne die Morde an zwei Mädchen wirklich begangen hat, zum anderen daran, dass Coffey übersinnliche Fähigkeiten zu haben scheint: Er kann Leiden lindern und erweckt sogar Mr. Jingles wieder zum Leben, nachdem dieser von Wetmore absichtlich totgetreten wurde. Edgecomb ist tief beeindruckt und bringt Coffey verbotenerweise zu Moores' unheilbar kranker Frau Melinda, die dieser ebenfalls von ihrem Leiden befreien kann. Eines bleibt jedoch trotz Edgecombs Bemühungen unumstößlich: John Coffeys eigener Tod auf dem elektrischen Stuhl. Zuvor hat dieser sanfte Riese allerdings noch etwas zu erledigen. Er verurteilt Percy zu einem seiner sadistischen Taten gemäßen Schicksal und verändert auch Edgecombs Leben auf wundersame Weise...
Die Geschichte von 'The Green Mile' entfaltet sich in einer Rückblende: Sechs Jahrzehnte später erzählt Paul Edgecomb - mittlerweile in einem Seniorenheim - seiner Freundin Elaine von den Ereignissen im Cold Mountain Gefängnis im Jahr 1935. Wie schon Darabonts hochgelobtes Erstlingswerk 'Die Verurteilten' mit Morgan Freeman und Tim Robbins, beruht auch 'The Green Mile' auf einer Vorlage von Stephen King, der mit dem gleichnamigen sechsteiligen Roman einen ganz besonderen Triumph feiern konnte: Nach Veröffentlichung des letzten Bandes standen alle sechs Teile gleichzeitig auf der nationalen Beststellerliste von Publisher's Weekly.
In seiner ergreifenden Studie über moralische Werte und die menschliche Würde stellt Darabont den Todestrakt als eine Symbiose dar, in der beide Seiten - trotz einiger Störenfriede - darauf bedacht sind, miteinander auszukommen, als Alltag, dem weder die Gefangenen noch die Wärter entkommen können. Die Allgegenwart des Todes wird nur unterbrochen durch Coffeys Fähigkeit, Leiden zu heilen. Lange Einstellungen und Kamerafahrten unterstützen das Gefühl, einer gut geölten Maschinerie zuzusehen, an deren Ende zwangsläufig der Tod auf dem elektrischen Stuhl steht. Der Film wurde vier Mal für den Oscar nominiert (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Sound und Bester Nebendarsteller).
Paul Edgecomb wird von Superstar Tom Hanks verkörpert. Der zweifache Oscar-Preisträger wurde von der Zeitschrift 'Entertainment Weekly' zum einzigen Schauspieler ernannt, der 20 Millionen Dollar wert ist. Jeweils diese Summe kassierte er für 'e-m@il für Dich', 'The Green Mile' und 'Verschollen', wogegen er für 'Der Soldat James Ryan' 40 Millionen und für 'Forrest Gump' ganze 70 Millionen Dollar erhielt. Nachdem Hanks zuletzt unter anderem in den Steven Spielberg-Filmen 'Catch Me If You Can' und 'Terminal', in Ethan und Joel Coens Klamauk 'Ladykillers' und in Ron Howards 'The Da Vinci Code - Sakrileg' überzeugte, steht er zurzeit zusammen mit seinem Sohn Colin für Sean McGinleys 'The Great Buck Howard' vor der Kamera.
Die tragende Rolle in 'The Green Mile' spielt jedoch der damals relativ unbekannte Michael Clarke Duncan, der für seine herausragende Leistung mit einer Oscar- und einer Golden Globe-Nominierung belohnt wurde. Zuvor auf Nebenrollen als Bodyguard oder Rausschmeißer festgelegt, schaffte er seinen Durchbruch mit 'Armageddon' und wurde daraufhin von Bruce Willis höchstpersönlich für die Rolle des John Coffey vorgeschlagen. Anschließend konnte sich der massige Hüne vor Angeboten kaum mehr retten. Er beeindruckte neben Bruce Willis in 'Keine halben Sachen', als Colonel Attar in Tim Burtons 'Planet der Affen', zusammen mit Ben Affleck in 'Daredevil', in Robert Rodriguez' Thriller 'Sin City', für dessen Sequels er demnächst vor der Kamera stehen wird, und zuletzt in Michael Bays Sci-Fi-Thriller 'Die Insel'. Außerdem drehte er in Köln an der Seite von Til Schweiger den Thriller 'One Way' (Start am 25.01.07), mit dem der schweizerische Regisseur und Autor Reto Salimbeni sein Spielfilmdebüt gibt.
Schauspieler:
Tom Hanks (Paul Edgecomb)
Michael Clarke Duncan (John Coffey)
David Morse (Brutus 'Brutal' Howell)
Bonnie Hunt (Jan Edgecomb)
James Cromwell (Hal Moores)
Michael Jeter (Eduard Delacroix)
Graham Greene (Arlen Bitterbuck)
Doug Hutchinson (Percy Wetmore)
Jeffrey DeMunn (Harry Terwilliger)
Barry Pepper (Dean Stanton)
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Frank Darabont
Quelle:
www.tvinfo.de
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