HEUTE, 21. Oktober 2006 | 20:15 - 23:20 Uhr | VOX
Schindlers Liste
Schindler's List,
USA 1993, Spielfilm/Drama
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Krakau, Ende 1939: Die deutsche Armee unter ihrem Oberbefehlshaber Adolf Hitler hat Polen besetzt. Der sudetendeutsche Unternehmer Oskar Schindler hat die Zeichen der Zeit erkannt und ist der Wehrmacht nach Krakau gefolgt. Schindler ist ein Lebemann: charmant, gebildet, höflich, zuvorkommend und ehrgeizig und, aus wirtschaftlichem Kalkül, Mitglied der NSDAP. Im Chaos des Zweiten Weltkriegs will der pragmatische und profitorientierte Glücksritter versuchen, sich als Großunternehmer in Polen zu etablieren. Mit seiner gewinnenden Art kommt der Frauenheld nicht nur bei den Damen der Krakauer Gesellschaft gut an, sondern hat obendrein die besten Verbindungen zu maßgebenden SS-Leuten in der besetzten Stadt. Und das ist bei seinen Plänen durchaus nützlich, denn in der von ihm gegründeten Emaillefabrik zur Herstellung von Feldgeschirr für den Krieg will er ausschließlich jüdische Arbeiter anstellen, die wesentlich günstiger arbeiten als die polnischen Angestellten. Dank ausgeklügelter Taktik, Bestechungsgelder und der Hilfe seines jüdischen Buchhalters Itzhak Stern geht sein Plan auf: Seine Fabrik floriert, und durch seine engen Kontakte zu den Nazi-Größen in der Stadt kann er seine Produkte problemlos verkaufen.
Doch eines Tages werden alle seine jüdischen Arbeiter aus dem Krakauer Ghetto in das Arbeitslager Plaszow deportiert, und Schindler steht unvermittelt ohne Arbeitskräfte da. Um seinen Umsatz nicht zu gefährden, übt Schindler massiven Druck auf den Lagerleiter Amon Goeth, einem Nazi bis ins Mark, aus. Seine Intervention hat Erfolg: Schindler bekommt 'seine' Juden zurück und kann weiter produzieren. Doch der Vorfall hat einen Wandel bei dem materialistischen und egoistischen Industriellen bewirkt: Mehr und mehr wird Schindler bewusst, mit welcher menschenverachtenden Ideologie und welcher unsagbaren, geplanten Brutalität die Nazis gegen die Juden vorgehen. Als Oskar Schindler das ganze Ausmaß der planvollen Judenvernichtung begreift, geht ein Ruck durch ihn, und er beschließt, so viele Menschen wie irgend möglich zu retten. Seine beginnende Freundschaft mit Itzhak Stern tut ein Übriges, Schindler darin zu bestärken, möglichst viele Juden in Sicherheit zu bringen.
Herbst 1944: Die Ostfront ist zusammengebrochen. Amon Goeth benachrichtigt Oskar Schindler, dass das Arbeitslager Plaszow geräumt wird und alle Juden - darunter auch Schindlers Arbeiter - nach Auschwitz ins Vernichtungslager gebracht werden sollen. Nun wächst Schindler über sich hinaus: Durch gezielte Bestechung gelingt es ihm, eine Fabrik im heimischen Sudetenland zu kaufen und seine Produktion auf die Fertigung von Patronenhülsen umzustellen. Doch für die kriegswichtige Produktion braucht Schindler günstige Arbeitskräfte - seine Juden! Sein Hauptbuchhalter Itzhak Stern stellt eine Liste mit den Namen von über 1100 Menschen zusammen, die als 'Schindler-Juden' in seine Fabrik ins Sudetenland gebracht werden sollen und so dem KZ entkommen. Und angewidert von den Nazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie manipuliert Schindler obendrein die Fabrikation in seinem Unternehmen, das plötzlich nur noch unbrauchbare Patronenhülsen liefert. Obwohl er sich bewusst ist, wie gefährlich sein Spiel mit den Machthabern ist, scheut Oskar Schindler nicht davor zurück, sein Leben und sein gesamtes Privatvermögen einzusetzen, um die Menschen auf seiner 'Liste' vor dem sicheren Tod zu retten.
Kaum ein Film der Filmgeschichte war wohl so aufrüttelnd und beeindruckend intensiv wie Steven Spielbergs Drama, das zu einem der meistprämierten Filme aller Zeiten wurde. 'Schindlers Liste' erhielt allein sieben Oscars, unter anderem für den besten Film und den besten Regisseur. Daneben wurde der viel diskutierte Film mit praktisch allen wichtigen Filmpreisen der Welt ausgezeichnet, darunter drei Golden Globes, dem Humanitas Prize und sieben British Academy Film Awards. Allein in Deutschland sahen rund sechs Millionen Zuschauer 'Schindlers Liste' in den Kinos, weltweit etwa 75 Millionen Menschen.
Erstmals wurde Steven Spielberg 1982 auf den Stoff aufmerksam, als Thomas Keneallys Buch 'Schindlers Liste' erschien. Spielberg: 'Ich brauchte zehn Jahre, um die nötige Reife zu entwickeln, bis ich endlich sagen konnte: 'Nun bin ich bereit, 'Schindlers Liste' endlich zu drehen' Die Dreharbeiten zu 'Schindlers Liste' begannen am 1. März 1993 in Krakau. Sie endeten 72 Tage später, am 13. Mai 1993. Gedreht wurde sowohl in Schindlers alter Fabrik sowie in seiner eleganten Wohnung in Krakau; beides sieht heute noch so aus wie vor über 50 Jahren. 1998 wurde Spielberg in Deutschland das Bundesverdienstkreuz verliehen. Damit wurde der Regisseur für seinen sensiblen Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte in 'Schindlers Liste' geehrt. Der Sohn jüdischer Vorfahren aus Österreich beschäftigt sich mit der von ihm gegründeten 'Shoa Foundation' intensiv mit der Aufarbeitung und Dokumentation des Holocaust.
Der reale Oskar Schindler wurde als Sohn eines Fabrikanten 1908 in Zwittau im Sudetenland geboren und studierte Ingenieurwissenschaften. Später arbeitete er als Verkaufsleiter in einer Elektrofirma, bevor er im Oktober 1939 nach Krakau zog, um dort seine Emaillefabrik zu gründen. Nach dem Krieg floh Schindler, der seit 1939 NSDAP-Mitglied war, nach Argentinien, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Doch seine Geschäfte liefen schlecht, so dass Schindler zurück nach Deutschland ging, wo er 1966 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Bereits 1962 gestattete es ihm die israelische Regierung, einen Baum mit seinem Namen in der Gedenkstätte von Yad Vashem zu pflanzen. Oskar Schindler starb - von der Öffentlichkeit vergessen - 1974. Seine Grabstätte befindet sich in Jerusalem auf dem katholischen Friedhof. Seine Frau, Emilie Schindler, die erst im Jahr 2001 nach Deutschland zurückkehrte, starb am 05.10.2001 94-jährig in Strausberg bei Berlin.
Hauptdarsteller Liam Neeson war zuletzt unter anderem in Christopher Nolans Comicverfilmung 'Batman Begins', in Ridley Scotts Epos 'Königreich der Himmel' und in Neil Jordans 'Breakfast On Pluto' zu sehen. Ralph Fiennes, der in 'Schindlers Liste' die Rolle des skrupellosen Lagerkommandanten Amon Goeth spielt, war zuletzt unter anderem als Ober-Bösewicht Lord Voldermort in der Verfilmung von Joanne K. Rowlings 'Harry Potter und der Feuerkelch' und im mehrfach ausgezeichneten Drama 'Der ewige Gärtner' zu sehen. Zurzeit ist er wieder zusammen mit 'Emilie Schindler'-Darstellerin Caroline Godall in dem Satiregespickten Drama 'Glück in kleinen Dosen' auf der Leinwand und steht erneut als Lord Voldemort für 'Harry Potter und der Orden des Phönix' vor der Kamera. Oskar-Gewinner Ben Kingsley ('Gandhi'), hier in der Rolle des jüdischen Sekretärs Itzhak Stern, war zuletzt unter anderem in dem Drama 'Ein Haus aus Sand und Nebel' zu sehen, für das er unter anderem für den Oskar nominiert wurde.
Schauspieler:
Liam Neeson (Oskar Schindler)
Ben Kingsley (Itzhak Stern)
Ralph Fiennes (Amon Goeth)
Caroline Goodall (Emilie Schindler)
Jonathan Sagalle (Poldek Pfefferberg)
Embeth Davidtz (Helen Hirsch)
Malgoscha Gebel (Victoria Klonowska)
Shmulik Levy (Wilek Chilowicz)
Mark Ivanir (Marcel Goldberg)
Beatrice Macola (Ingrid)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Steven Zailian
Original Buch: Thomas Keneally
Quelle:
www.tvinfo.de
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