HEUTE, 4. Mai 2006 | 21.00 Uhr | 3SAT
delta: Mythos Zeit
Warum wir ticken, wie wir ticken
Denk-Magazin · Moderation: Gert Scobel
Morgenmuffel oder Frühaufsteher: Jeder Mensch besitzt eine innere Uhr und bei jedem tickt sie anders. Sie beeinflusst unsere Leistungsfähigkeit, unser Wohlbefinden und unseren Stoffwechsel. Chronobiologen warnen vor den Folgen des Schulbeginns um acht Uhr. Um diese Uhrzeit seien viele Kinder so leistungsfähig wie um Mitternacht. Internationale Studien zeigen, dass ein späterer Schulbeginn die Leistungen der Schüler verbessert und die Krankheitsanfälligkeit verringert.
Insbesondere Schichtarbeiter leben oftmals gegen ihren inneren Rhythmus. Auf Dauer können Schlafstörungen, Verdauungsprobleme und Herzkreislauferkrankungen die Folge sein. Neue Studien weisen auf ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Schichtarbeiterinnen hin.
Die meisten von uns sind chronobiologisch gesehen eher Eulen als Lerchen, also eher Spät-Ins-Bett-Geher als Frühaufsteher. Eulen bekommen, weil der Wecker morgens zu früh klingelt, oftmals zu wenig Schlaf. Forscher sprechen deshalb auch von einer unausgeschlafenen Gesellschaft. Ein Problem, das sich in Zukunft noch verschärfen kann. Ist das nur bei uns so? Wie gehen andere Kulturen mit der Zeit um? Die biologischen Grundlagen die Zeitwahrnehmung sind bei allen Menschen gleich. Dennoch haben verschiedene Kulturkreise völlig unterschiedliche Zeitbegriffe. Naturvölker haben ein zyklisches Zeitverständnis, das sich an immer Wiederkehrendem orientiert. In westlichen Kulturkreisen hat sich dagegen ein linearer Zeitbegriff durchgesetzt, und das hat weitreichende Folgen.
delta fragt nach, wie die Zeit unsere Existenz beeinflusst.
Die Gäste der Sendung
- Karlheinz A. Geißler, Fakultät für Pädagogik, Universität der Bundeswehr München
- Hede Helfrich-Hölter, Institut für Psychologie, Universität Hildesheim
- Till Roenneberg, Institut für Medizinische Psychologie, LMU München
Wiederholungen:
5. Mai 2006, ca. 3.30 Uhr
12. Mai 2006, 14 Uhr
Quelle:
www.3sat.de/delta
Schalom