ab HEUTE (So, 2.4.06) | 13.05 Uhr | ARTE
Die Geburt des Christentums
Jeden Sonntag um 13.05 Uhr
Nach ihrer Serie CORPUS CHRISTI führen Jérôme Prieur und Gérard Mordillat ihre historische Forschungsreise durch das Neue Testament fort. (Wiederholung vom April 2004)
DIE GEBURT DES CHRISTENTUMS erzählt in zehn Folgen von der Entstehung einer neuen Religion zwischen 30 und 150 n. Chr. In dieser neuen Reihe zeigen Prieur und Mordillat, wie der Tod Jesu, der von den Römern als "König der Juden" gekreuzigt wurde, zum Ausgangspunkt für die unwiderrufliche Trennung zwischen Juden und Christen geworden ist. Mit den größten Experten aus aller Welt, die auf mannigfaltigen Gebieten beheimatet sind - wie der Exegese, der Textkritik, der Theologiegeschichte, der Geschichte des Judentums, der Forschung über Apokryphen und über die ersten Kirchenväter - berufen sich die beiden Filmemacher auf die einzigen Zeitzeugen dieser Geschichte: alle Schriften, die uns heute zur Verfügung stehen, und vor allem die Briefe des Apostels Paulus und die Apostelgeschichte. Gérard Mordillat und Jérôme Prieur geben einen Überblick über die zeitgenössische Forschung zu den Anfängen des Christentums, sie zeigen den Forschungsstand und sie erforschen die überraschendsten Hypothesen, die heute von vielen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt, in Paris wie in Tübingen, in Jerusalem wie in Harvard und in Lausanne wie auch in Cambridge gestützt werden. DIE GEBURT DES CHRISTENTUMS lädt erstmalig zu einer weitgreifenden Auseinandersetzung von Experten ein. Methodisch verfolgt sie Spuren und Indizien und lässt die rätselhafte Zeit der Entstehung des Christentums in einer chronologischen Darstellung wiederaufleben: Wie kann es sein, dass diese Geschichte, die in Jerusalem - inmitten des Judentums mit Israel als einzigem Mittelpunkt - ihren Anfang nahm, dreieinhalb Jahrhunderte später schließlich den Grundstein für die offizielle Religion des Römischen Reiches und der gesamten westlichen Welt bildet?
>> Programm ab 2. April bis 4. Juni
2. April 2006
JESUS NACH JESUS
Etwa im Jahre 30 n. Chr. wird Jesus in Jerusalem von den Römern gekreuzigt. Dreieinhalb Jahrhunderte später wird das Christentum zur offiziellen Religion des Römischen Reiches. Innerhalb welcher Zeit wurde Jesus zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, dem menschgewordenen Gott? War Jesus der Begründer der Kirche? War es nach Jesu Tod der oberste Jünger Petrus, der dessen Nachfolge als Oberhaupt der Gemeinschaft antrat?
9. April 2006
JAKOBUS, DER HERRENBRUDER
Warum schien in den ersten Jahren Jakobus, der "Bruder des Herrn" genannt wurde, der wahre Nachfolger Jesu zu sein? Hatte Jesus Brüder? Aber warum verkünden einige der Evangelien die Jungfräulichkeit Marias, der Mutter Jesu? Warum hält seine Familie Jesus für "verrückt"? Befanden sich seine Mutter und seine Brüder in einem Konflikt mit den zwölf Jüngern?
16. April 2006
EIN REICH, DAS NICHT KOMMT
Anstatt sich zu verstecken oder nach Galiläa zu fliehen, versammeln sich die Jünger Jesu in Jerusalem. Warum nehmen sie dieses Risiko auf sich? Was haben die Jünger zu seinen Lebzeiten von Jesus erwartet? Was erhoffen sie sich auch noch nach seinem Tod von ihm? Handelte es sich bei dem Reich, das Jesus ihnen angekündigt hatte, um ein gegenwärtiges oder um ein zukünftiges? War es das Reich Israel oder ein Himmelreich? Sollte der auferstandene Jesus wiederkommen? Und wann?
23. April 2006
FAMILIENSTREIT
Während die Gemeinschaft in Jerusalem auf das Ende der Zeit wartet, organisiert sie sich. Welcher Konflikt zerreißt die Glaubensgemeinschaft und stellt die Hebräer den Hellenisten gegenüber? Wer war Stephanus, ihr Führer und der erste Märtyrer nach Jesus? Warum hat dessen Hinrichtung einen entscheidenden Bruch innerhalb der Christenbewegung zur Folge? Und warum ihre Ausdehnung über die Grenzen Judäas hinweg?
30. April 2006
PAULUS, DIE UNZEITIGE GEBURT
Paulus soll laut Apostelgeschichte an der Steinigung Stephanus beteiligt gewesen sein, und auch an der Verfolgung der ersten christlichen Juden. Ist Paulus auf dem Weg nach Damaskus konvertiert? Wer war der Apostel Paulus, der einzige aus dem Neuen Testament, der Apostel-briefe unter seinem Namen verfasst hat und gleichzeitig als Held der Apostelgeschichte gilt? Warum nennt er sich selbst den "Geringsten", den Letzten der Letzten?
7. Mai 2006
DAS KONZIL IN JERUSALEM
In den vierziger Jahren n. Chr. dehnt sich die Bewegung der Anhänger Jesu auf die jüdische Diaspora aus. In Antiochien, wie auch an anderen Orten, leben in einer Gemeinschaft Juden und Heiden. Ist ein Zusammenleben möglich? Im Jahre 49 bzw. 50 n. Chr. findet in Jerusalem eine Versammlung statt, mit dem Ziel, die Schlüsselfrage zu beantworten: Muss man jüdischen Glaubens sein, um Christ werden zu können? In anderen Worten: Müssen die Männer beschnitten sein? Warum stellt sich Paulus gegen Petrus - den Wortführer der Jünger - und auch gegen Jakobus, den Bruder Jesu?
14. Mai 2006
TAGE DES ZORNS
Um 50 bzw. 51 n. Chr. sendet Paulus seine Anweisungen von Korinth aus an die christliche Gemeinde von Thessaloniki. Es handelt sich um den ersten Apostelbrief an die Thessalonicher, die älteste Schrift des Neuen Testaments. Warum beschimpft Paulus die Juden als "Feinde der Menschheit"? Ist er der Ursprung des christlichen Antisemitismus? Ist es möglich, dass der Apostel der Autor dieser Sätze war?
21. Mai 2006
DER ROMAN DES URSPRUNGS
Gegen Ende des ersten Jahrhunderts schreibt der Verfasser des Evangeliums nach Lukas ein zweites Buch, die Apostelgeschichte, um von der Entstehung des Christentums zu berichten. Ist die Apostel- geschichte ein Beweisdokument oder eher eine Heldengeschichte über die Anfänge, die von einem geschickten<BR>Theologen überarbeitet und korrigiert wurde? Wen möchte er überzeugen? Die Juden? Die Gottesfürchtigen? Die römische Führungsschicht?
28. Mai 2006
BRUCH MIT DEM JUDENTUM
Als Verkünder des Glaubens an Jesus Christus gilt der Apostel Paulus als der Begründer des Christentums. Hat er Jesus verraten? Hat er den Bruch mit dem Judentum veranlasst? Haben seine Briefe ab den 50er und 60er Jahren n. Chr. schon die Bedeutung, die ihnen später zuteil wird? Warum erinnert die Rolle, die Paulus in der Geschichte des Christentums einnimmt, stark an Marcion, einen Ketzer aus dem zweiten Jahrhundert?
4. Juni 2006
VERUS ISRAEL
Im Jahre 70 n. Chr. wird Jerusalem von römischen Truppen eingenommen und der Tempel wird zerstört. 135 n. Chr. ist das jüdische Volk vollständig entmachtet. Was sind die Konsequenzen des Scheiterns der beiden Judenaufstände? Warum spricht sich das Judentum für den Ausschluss der Christen aus? Warum aber<BR>weigern sich die Christen, eine eigene Religion zu gründen? Warum erklärt sich das Christentum etwa 150 n. Chr. sogar zum Verus Israel, zum "wahren Israel"? Welche Folgen hat dieser Schritt für die Juden?
........................
CORPUS CHRISTI
Von Jérôme Prieur und Gérard Mordillat
Koproduktion ARTE GEIE / Archipel 33
Quelle:
www.arte-tv.com
Schalom