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31.03.2006, 11:00
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Das Bibelrätsel Beitrag #1 (permalink)
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bud
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Beautiful Berlin
Beiträge: 532
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Das Bibelrätsel
Freitagnacht/Samstagfrüh (1.4.2006) | ab 00.45 Uhr | PHOENIX Das Bibelrätsel
00.45 Uhr 1. Mythos Moses
Film von Jens-Peter Behrend
Mose - ein Findelkind, das am Hof des mächtigsten Herrschers der damaligen Zeit aufwächst und zum Rebellen und Freiheitskämpfer wird.
01.30 Uhr 2. Jenseits von Eden
Film von Georg Graffe
Adam und Eva, Kain und Abel, das gelobte Land - was verbirgt sich hinter diesen biblischen Geschichten? Archäologen, Rechtshistoriker, Anthropologen und viele andere Wissenschaftler aus aller Welt versuchen, die realen Hintergründe des Alten Testaments aufzudecken.
02.15 Uhr 3. Der Zorn Gottes
Film von Georg Graffe
Die Sintflut, die alles wegspült, was Gott nicht gefällt - gibt es überhaupt eine Geschichte in der Bibel, die sich stärker eingeprägt hat als die Erzählung von Noah und seiner Arche? Die Wissenschaft hat erstaunliche Fakten ans Licht gebracht. Mittlerweile lässt sich die Sintflut historisch ebenso erklären wie der Turmbau zu Babel.
03.00 Uhr 4. Der Mann aus Nazareth
Film von Jens-Peter Behrend
Fast zwei Milliarden Menschen bekennen sich heute zum Glauben an Jesus Christus. Man verehrt ihn als Sohn Gottes. Aber: Sah er sich selbst jemals so? Dieser jüdische Wanderprediger aus dem Provinznest Nazareth?
Quelle: www.phoenix.de
Schalom
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31.03.2006, 11:32
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Das Bibelrätsel Beitrag #2 (permalink)
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Ich bin, der ich bin.
Sternzeichen:
Registriert seit: 26.01.2006
Ort: Mülheim an der Ruhr
Alter: 50
Beiträge: 722
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Dreimal darfst Du raten!
Uiii, da staune ich aber. Das sind sooo interessante Bibelthemen und sooo neu.
Hier `mal ein Beispiel
Zitat:
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Dieser jüdische Wanderprediger aus dem Provinznest Nazareth?
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Jesus hat mit dem Judentum so viel zu tun, wie eine Kuh mit Topflappenstricken.
Das wird jeder Jude bestätigen können. Sie akzeptieren Jesus als Messias nicht.
Der Begriff Nazareth kommt nicht von diesem Ort, sondern vom aramäischen Begriff „Nasi“, was gleichsam bedeutet „Träger des Lichts“ oder sinngemäß „Verkünder Gottes Gesetz. Wie gesagt, es ist ein Begriff, kein Wort, der aufgrund verschiedener sprachlicher Einflüsse in Nassim (der Verkünder – ähnlich wie Hassidim – die Frommen) abgeändert wurde. Siehe auch die Schriftrollen aus Qumran. Menschen, die nach Gottes Gesetz lebten, nannte man Nassärer oder Nazaräer (ähnlich wie Pharisäer oder Saduzäer). So wurde Jesus bald "der Nazaräer" genannt. Die Ortschaft Nazareth gab es zu Jesus Zeiten noch gar nicht.
Darüber gibt es reichlich Literatur und das schon seit vielen Jahren.
In dieser TV-Doku wird wohl nur das gezeigt, was sie Kirche inzwischen zulässt. Da weiß ich besseres mit dieser Nacht anzufangen.
Schöne Grüße, Adam Samuel
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31.03.2006, 12:17
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Das Bibelrätsel Beitrag #3 (permalink)
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bud
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Beautiful Berlin
Beiträge: 532
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Wie der Rabbi von Nazareth zum »Meister« wurde
Wie der Rabbi von Nazareth
zum »Meister« wurde
(von Pinchas Lapide)
»Meister«, »guter Meister« oder »unser Meister« – so sprechen seine Jünger, Freunde und Anhänger den Nazarener an – in allen deutschsprachigen Bibelübersetzungen.
Aber entspricht das der ursprünglichen Anrede zu Jesu Lebzeiten?
Mitnichten!
Den Titel »Meister« assoziiert man auf Deutsch entweder mit einem Handwerk (Bäckermeister), mit sportivem Erfolg (Weltmeister) oder mit den Künsten (ein Meisterwerk). Keineswegs ist er jedoch ein religiöser Würdentitel oder eine theologische Rangbezeichnung.
Wer tiefer schürfen will, findet im Neuen Testament hinter dem deutschen Meister in der lateinischen Vulgata die Anrede Magister, die ihrerseits auf den griechischen Topos Didaskalos zurückgeht – zwei Begriffe aus dem Schulbereich, die mehr oder minder dem heutigen Beruf des »Lehrers« entsprechen.
Hinter dem Didaskalos jedoch strahlt uns, zwar nicht gedruckt, aber zwischen den Worten der Evangelien erkennbar, der Titel Rabbi entgegen. Er, der in allen Synagogen seiner galiläischen Heimat allwöchentlich zu beten, zu lehren und zu predigen pflegte!
Warum sollte Jesus von Nazareth in künftigen, allfälligen Neuauflagen der deutschen Bibelübersetzungen nicht sein altehrwürdiger Titel »Rabbi« restituiert werden? Dürfen wir nicht hoffen, dass die Zeit der Entjudung endlich vorüber ist, sodass er, der nie aus dem Judentum fortgegangen ist, heimfinden darf zu seinem angestammten Sitz im Leben und zu seinem pharisäischen Ehrentitel – ohne die Uhr des Christentums zurückzudrehen!
Quelle: Pinchas Lapide, "Ist die Bibel richtig übersetzt?", Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004 (1986/1994), ISBN 3-579-05460-0 Pinchas Lapide, (1922-1997), jüdischer Theologe und Religionswissenschaftler. Er war Institutslehrer an der Bar-Ilan-Universität (Israel) und hatte Gastprofessuren an theologischen Fakultäten in Deutschland und in der Schweiz inne. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Problemen des neuen Testaments und zum jüdisch-christlichen Dialog.
Schalom
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31.03.2006, 12:27
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Das Bibelrätsel Beitrag #4 (permalink)
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Ich bin, der ich bin.
Sternzeichen:
Registriert seit: 26.01.2006
Ort: Mülheim an der Ruhr
Alter: 50
Beiträge: 722
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Zitat:
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Warum sollte Jesus von Nazareth in künftigen, allfälligen Neuauflagen der deutschen Bibelübersetzungen nicht sein altehrwürdiger Titel »Rabbi« restituiert werden?
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Ganz einfach. Weil der Begriff "Rabbi" erst nach dem 2. jüdischen Aufstand, also nach 135 J. n. Chr. aufkam. Nach der Niederlage der Juden, drohte das Land, das Volk und auch das Judentum von der Welt zu verschwinden. Bis auf wenige Belehrte (und Aufbewahrer der Thora), die wieder kleine Glaubensgemeinden gründeten, wäre dies auch geschehen. Diese Gelehrte nannte man später Rabbi.
(Buch: Das Heilige Land von Michael Grant, Lübbe Verlag, 1985)
Schöne Grüße, Adam Samuel
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31.03.2006, 13:03
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Das Bibelrätsel Beitrag #5 (permalink)
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bud
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Beautiful Berlin
Beiträge: 532
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Das Bekenntnis zum jüdischen Credo
aus Das Bekenntnis zum jüdischen Credo
(von Pinchas Lapide)
[...] Natürlich kann niemand von der Christenheit verlangen, antijüdische Stellen aus ihrer heiligen Schrift zu tilgen. Aber das Gebot der Redlichkeit gebietet uns, solche Texte nicht unkommentiert stehen zu lassen, denn dadurch wird das Gesamtbild des Neuen Testaments grundlegend verfälscht.
[...]
»Höre Israel, der Ewige ist unser Gott; der Ewige ist All-Einig!« Dieses unbestrittene Glaubensfundament aller Juden ist im Grunde der Herzschlag des Lebens Israel, wovon alles durchpulst wird. Es ist der erste Bibelspruch, den Vierjährige auf dem Schoße ihrers Vaters auswendig lernen, dreimal täglich umrahmt es die Synagogenliturgie; als letztes Wort entweicht es den Lippen der Sterbenden. Dem Frommen geht es hier nicht um grosse Aussagen theologischer Natur, sondern um das Schlüsselgeheimnis aller erfahrbahren Wirklichkeit. [...]
Quelle: Pinchas Lapide, Er predigte in ihren Synagogen - Jüdische Evangelienauslegung, Gütersloher Verlagshaus 1980, ISBN 3-579-01400-5
Schalom
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31.03.2006, 13:19
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Das Bibelrätsel Beitrag #6 (permalink)
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Ich bin, der ich bin.
Sternzeichen:
Registriert seit: 26.01.2006
Ort: Mülheim an der Ruhr
Alter: 50
Beiträge: 722
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Zitat:
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»Höre Israel, der Ewige ist unser Gott; der Ewige ist All-Einig!«
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Das bezweifele ich gar nicht, obwohl ich glaube, dass die meisten Menschen diesen Satz gar nicht so richtig verstehen, da er hermetisch ist.
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Das Buch: "Das heilige Land - Geschichte des Alten Israel" ist ein Geschichtsbuch. Soll heißen, es interpretiert die Inhalte der Bibel nicht, sondern zeigt geschichtliche Abläufe und Besonderheiten, sowohl auch Lebensgewohnheiten der damals lebenden Menschen auf, und beschreibt warum die Bibel-Versionen so und nicht anders geschrieben worden sind. So wurden grundsätzlich zwei große Schreibstile festgestellt, die der "Jahwisten" und die der "Elohisten". Und das macht u.a. das Lesen der Bibel so interessant. Nimmt man noch apokryphische Texte und Bücher hinzu, so kann man sich schon ein ordentliches Bild der damaligen Zeit machen.
Schöne Grüße, Adam Samuel
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12.07.2006, 21:47
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Das Bibelrätsel Beitrag #7 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 24.03.2006
Beiträge: 270
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Rabbi ...
Zitat:
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Zitat von Adam Samuel
Ganz einfach. Weil der Begriff "Rabbi" erst nach dem 2. jüdischen Aufstand, also nach 135 J. n. Chr. aufkam.
(Buch: Das Heilige Land von Michael Grant, Lübbe Verlag, 1985)
Schöne Grüße, Adam Samuel
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Hallo Adam Samuel,
wie erklärt sich der Gebrauch der Bezeichnung "Rabbi" in der Zeit bis ca. 132 n.Chr.?
Hagape
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12.07.2006, 21:58
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Das Bibelrätsel Beitrag #8 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 24.03.2006
Beiträge: 270
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Eigenwillige All-Einigkeit ...
Zitat:
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Zitat von Magenta
[...] Natürlich kann niemand von der Christenheit verlangen, antijüdische Stellen aus ihrer heiligen Schrift zu tilgen. Aber das Gebot der Redlichkeit gebietet uns, solche Texte nicht unkommentiert stehen zu lassen, denn dadurch wird das Gesamtbild des Neuen Testaments grundlegend verfälscht.
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Ja, Magenta,
Pinchas Lapide hatte immer schon eine eigene Sicht der Dinge: Nicht ganz jüdisch - nicht christlich!
Er war überhaupt einer der wenigen jüdischenTheologen, die sich mit dem NT auseinandersetzten und für die Beseitungung einiger Missinterpretationen sorgte.
Einige Gedanken jedoch sind nicht nachvollziehbar!
Zitat:
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Zitat von Magenta
[...]
»Höre Israel, der Ewige ist unser Gott; der Ewige ist All-Einig!« [...]
Quelle: Pinchas Lapide, Er predigte in ihren Synagogen - Jüdische Evangelienauslegung, Gütersloher Verlagshaus 1980, ISBN 3-579-01400-5
Schalom 
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Auch diese Übesetzung des "Sch'ma jisrael" ist etwas eigenwillig: "Höre Israel, Jahwe ist unser Gott, Jahwe allein"("... , Jahwe ist einzig" würde ich mir auch noch gefallen lassen). Das "Eigenwillig" bezieht sich dabei weniger auf die Umschreibung "Der Ewige" als vielmehr auf "der Ewige ist All-Einig".
Hagape
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