Ich erinnere mich nicht oft an Träume, aber dieser hier blieb hängen und ich würde gerne Eure Meinung dazu hören.
Ich war bei meiner Mutter. Ihre Katze hatte 4 Junges zur Welt gebracht und sie brauchte Unterstützung weil ein Tierpsychologe dort war um zu testen ob sie geeignet wäre die kleinen Kätzchen zu versorgen.
Er saß in der Küche. Draußen war es bereits dunkel und wir beschäftigten uns mit den Kätzchen und der Psychologe schaute dabei zu und stellte hin und wieder Fragen, manchmal auch nicht Themenbezogen.
Ich saß auf dem Küchenboden und beobachtete die kleinen Kätzchen (sie waren alle 4 schwarz wie die Mutter) und versuchte auf Papier die Persönlichkeit festzuhalten (verspielt, scheu, kratzbürstig usw.)
Der Psychologe wollte wissen, was ich dort mache und versuchte es zu erklären, was er wohl nicht verstand und fragte ob wir überhaupt Erfahrungen mit kleinen Kätzchen hätten.
Meine Mutter hatte schon früher kleine Kätzchen aufgezogen und hatte auch noch Fotos von den Kleinen. Sie ging zum Schrank und kramte nach den alten Fotoalben um die Fotos zu suchen, ich half ihr.
Wir hörten Schritte die Treppe herauf gehen, so wie es vor Monaten regelmäßig der Fall war und der Psychologe fragte, ob denn noch Jemand hier wohnen würde.
Wir verneinten. Er glaubte uns nicht und fragte erneut wer das sei.
Wir scherzten und sagten, dass es mein Opa sei der hier manchmal spuke.
Er glaubte uns nicht und rief in den Flur von seinem Sitzplatz aus: "Wer ist da?"
Meine Mutter und ich schauten uns verdutzt an und erklärten ihm, dass er 2003 gestorben sei. Da wäre Niemand, als wir ein Murmeln hörten. Erst total unverständlich und dann klarer. Wir zuckten vor Schreck zusammen. Es war Opa der dort sprach! Etwas "lallend" und teils sehr undeutlich, aber einigermaßen verständlich.
Der Psychologe stellte Fragen und er bekam die richtigen Antworten. Meine Mutter und ich sahen uns verwundert an, mit Tränen in den Augen.
Ich flüsterte: " Das ist Opa! Wie kann das sein? Er spricht!" Meine Mutter drhete sich mit Tränen in den Augen weg und erwiderte: "Ich habe so ein warmes Gefühl im Bauch."
Ich hatte es auch. Angespannt ging ich in den dunklen Flur. Ich sah Licht oben im ersten Stock, aber ich wagte nicht hinauf zu gehen aus Angst nichts zu sehen, also lauschte ich was er mit dem Psychologen sprach.
Es dauerte nicht lange bis der Psycholge meinte:" Kommen sie runter."
Es wurde still, doch dann hörte man die etwas schwerfälligen Schritte die Treppe hinunter kommen.
Innerlich zählte ich die Schritte bis man etwas sehen hätte müssen ob da Jemand kommt. Erst sah ich eine Hand, dann den Rest, leicht umhüllt von einem zarten Lichtschein. Ich starrte mit offenen Mund, ungläubig was ich gerade sah. Mein Opa kam tatsächlich die Treppe herunter. Ganz langsam, als müsse er sich höchst konzentrieren.
Der Psychologe rief aus der Küche:" Warum haben Sie sich nicht eher gezeigt?"
Die Antwort war in etwa so (ganz zitiert bekomme ich sie nicht mehr):" Wissen Sie, ich war 79 Jahre alt. Fast 80 als ich ging. Ich wäre jetzt weit über 80 Jahre alt. Es war nicht immer leicht, aber ich konnte zum Schluss nicht mehr. Vieles war zu schwer geworden und vieles blieb noch unerledigt."
Dann stand er am Ende der Treppe und drehte sich zu mir um.
Ich sah ihn ganz genau. Die
Haare etwas zerzaust, ohne Brille. Der Blick leicht glasig aber unter voller Konzentration. Er stand dort und sagte nichts mehr, hatte die Arme leicht so als wolle er sagen: Siehst Du, hier bin ich.
Mir schossen die Tränen in die Augen, ich machte den ersten Schritt. Schloss die Augen und stürmte auf ihn zu in der Erwartung durch ihn hindurch zu rennen. Aber ich lief ihm tatsächlich in die Arme.
"Mensch Mädchen" Was hast du denn?"
Ich heulte wie verrückt, ich hatte so viel zu sagen aber ich spürte dass der Körper langsam verblasste. Ich heulte nur noch die Worte:" Es tut mir alles so leid!" Und "Hab Dich lieb!" hervor.
Ein gehauchtes "Ich weiß..." vernahm ich noch und er war weg. Ich stand allein im Flur, das Licht oben im ersten Stcok war noch an und ich wachte auf.