Hallo Desperado,
glaubst Du nicht auch, es wäre zu einfach einen Traum mit der Auslegung von Urbildern zu ergründen? Natürlich rufen bestimmte Bilder bei vielen Menschen die selben Assoziationen hervor; Diese Bilder haben also eine (manchmal auch kulturübergreifende) Symbolkraft. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Lektionen die uns ein Traum geben kann, von uns selbst angenommen und verstanden werden müssen. Jede Information die für uns wichtig ist liegt bereits in uns. Alles ist in uns enthalten, wir müssen nur den richtigen Schlüssel für die richtige Türe finden.
Ich kann dir, bzw. deiner Mutter eine Technik ans Herz legen, die einen Schlüssel zum Verständniss eines eigenen Traumes darstellen kann und zur Bewusstwerdung von Trauminhalten dienen kann:
Man setzte sich in aller Ruhe und mit viel Zeit für sich selbt, mit einem Blatt Papier und einem Stift hin und notiert ohne Schranken und Wertungsinstanzen all das, was einem zu seinem Traum einfällt. Die Dinge die man da schreibt sollten fließen und nicht durch den Filter des Egos laufen. Einfach loslassen und es schreibt aus einem heraus.
Sehr gut geht das, wenn man diese Technik anwendet, solange der Traum noch frisch ist. Wenn man Schwierigkeiten hat sich an seinen Traum zu erinnern und nur dumpfe aber intensive Emotionen mit hinüber nimmt, ist es möglich den Traum intensiver in das Alltagsbewusstsein zu transportieren, indem man versucht den Traum in einem Mittagsschlaf zu durchleben. Am intensivsten und farbigsten kann man, meiner Erfahrung nach, seinen Träumen begegnen, indem man in der Sonne schläft. Wenn man sich in die Sonne legt und durch die geschlossenen Augen die tanzenden Farben wahrnimmt, die man durch die lichtdurflutenden Lidern erkennen kann und darüber einschläft, erreicht kann man einen hypnagogen, tranceartigen Zustand erreichen, der in seiner Intensität weit über einen vetrauten Traumzustand hinausgeht. In diesem Zustand kann ein immer wiederkehrender Traum in einer ganz neuen Dimension erlebt werden. Ich rate bei dieser Technik aber zur Vorsichtig: Sonnenbrand, Sonnenstich sind das eine, zum anderen sollte ich aber auch von den z.T. sehr intensiven Erfahrungen warnen, die man dabei machen kann. Wir haben ja alle auch unsere dunkle Seite.
Nun noch abschließend zu der Technik des geschriebenen Traumberichts. Was macht man nun mit dem was man da an Traumerfahrungen notiert hat?
Oft ist das Aufschreiben der erste Schritt zur Bewusstwerdungen. Wir müssen ja nicht interpretiern, sondern uns nur den Weg zur Antwort bahnen, die bereits in uns vorhanden ist, denn der Weg zur ihr ist oftmals verschüttet oder von unseren Ängsten versperrt.
Meist ergibt sich durch die Tatsache, dass da in klaren Worten eine innere Erfahrung vor uns liegt, ein neues intuitives Verständniss. Manchmal kommt auch ein regelrechter Fluss der intuitiven Bewusstwerdung in uns in Gang. Nach dem Schreiben oder wärend des Schreibens tauchen vieleicht Fragen in uns auf, die wir dann auch, ohne sie zu filtern, nieder schreiben sollten.
Auf die richtigen Fragen folgen Antworten. Und manchmal ist die richtige Frage bereits die Antwort. Wenn wir in einem gelösten, egofreien, intuitiven Zustand verharren, sind wir in diesem Fluss der Lösung ganz nahe.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Aufschlüsselungen von Träumen nicht erzwingen lassen. Oftmals müssen wir innere Prozesse durchleben die sehr stark an bestimmte Träume gebunden sind und sich in ihnen ausdrücken. Solange wir diese Prozesse durchlaufen, können wir nicht das gesamte Bild sehen, weil wir selbst ein Teil davon sind. Wenn wir aber aus einem unserer Prozesse herausstreten, weil wir ihn erfolgreich durchlaufen haben unsere Erfahrungen gemacht haben, können wir im Rückblick die Bedeutung eines Traumes manchmal kristallklar sehen.
Wenn nicht dann ist das auch nicht schlimm. Wir müssen nichts erzwingen, denn alles was für uns wichtig ist, kommt zu uns, wenn wir darum bitten und Dankbarkeit zeigen.
Alles liebe...Florian.