Ich habe letzte Nacht von meinem verstorbenen Onkel geträumt.. Als Kind hatte ich diesen Traum schonmal.
Also an das was ich mich noch erinnern kann:
- er war in einem Haus (ein fremdes, das in keiner Verbindung zu ihm stand); es gab dort eine Treppe nach unten (allerdings keine nach oben) - ich glaube es war sowas wie eine "selbsterwählte Hölle" dort unten (Dinge, die er immer wieder durchlebt; außerdem ein nicht ganz freiwillig gewählter Rückzugsort, den er nicht verlassen konnte)
- ich glaube ICH wollte den Kontakt zu ihm haben, jedenfalls bin ich zu ihm gegangen; ich war aber auch die einzige, die dort runter konnte.. (ich glaube, das hing von seinem Willen ab, ob jmd da runter kann oder nicht....)
- er hat mich berührt; ich hatte am ganzen Körper tiefe Brandstellen (keine Wunden) - seine Hände waren so unglaublich heiß, es hat so gebrannt auf meiner Haut...
- nachdem wir uns unterhalten haben (kA worüber; es waren mehr Gefühle und Bilder die ich empfangen habe) hat er mich wieder hoch zur Tür gebracht; er konnte aber nicht ganz bis an die Tür rantreten, weil ihn irgendetwas zurückgehalten hat... (ich glaube auch hier wieder selbstauferlegt - vllt Schuldgefühle etc.)
- draußen schien die Sonne, es war sehr hell.. er wurde an der unteren Körperhälfte von der Sonne "getroffen" und wurde an diesen Stellen durchsichtig/unsichtbar - wie ein Geist eben...
- er lächelte mich traurig an, weil er wusste, dass ich gehen muss und er (allein) zurückbleiben würde; ich glaube er war sehr einsam....
- trotz allem hatte ich das Gefühl, dass es so sein muss, dass er sich das so selber ausgesucht hat; dass es für ihn kein Zurück gibt...
- ich hab mich nochmal umgedreht; wir haben uns lange in die Augen gesehn; seine Augen waren so ausdruckslos, leer....
- leider bestand nicht die Möglichkeit, dass jmd anderes zu ihm ins Haus kommen kann - ich hatte das Gefühl, dass ihn kein anderer sehen oder dass er sich nicht zeigen würde, kA.. (ich glaube auch, dass das Haus für jeden normalen Menschen leer sein würde; ein leeres, verlassenes, heruntergekommenes Haus); und ich wusste auch in dem Moment, dass ich nicht wieder dorthin zurückkehren könnte, um ihn zu besuchen.... - auch ich würde nur noch das leere Haus sehen....
- an der Treppe hat er sich dann nochmal zu mir umgedreht, hat mich schweigend (traurig) angesehn und verschwand dann die Treppe runter (ich glaube die Haustür hat sich dann auch geschlossen und ich konnte nicht mehr rein.......)
Jo, das ist das, woran ich mich noch erinnere....
Wow, da macht das Deuten Spaß!
Meine Deutung:
- das Haus steht für ihn selbst
- Treppe nach unten/Keller: stehen für sein Unterbewusstsein; seinen Rückzugsort/er verkriecht sich in sich selbst/in seinen Schuldgefühlen (vielleicht auch im Selbstmitleid)
- deutlich werden Schuldgefühle, vllt sogar Selbsthass, selbstauferlegter Rückzug, gewolltes Leid um zu Büßen, Einsamkeit, absolute Isolierung
- er möchte nicht, dass man ihn so sieht.... (er weiß, dass er das ganz alleine durchstehen muss)
- dass er nicht in die Sonne/ins Tageslicht konnte, könnte dafür stehen "dass er nicht ins Licht kann"
- irgendwie muss ich immer an einen Kreislauf denken, an einen Teufelskreis aus Schuldgefühlen, Angst, Trauer und an ständige Wiederholungen/Durchleben seiner ganz eigenen, persönlichen Hölle
(Anmerkung: Er war zu Lebzeiten schwer drogenabhängig, ist mit 29 an einer Influenza, gepaart mit Lungenentzündung gestorben; er wurde erst nach ca. 1 Woche in seiner Wohnung gefunden; solange ich denken kann, wollte er von den Drogen wegkommen, konnte aber nicht; es war die Hölle für ihn, eine einzige Qual; ich glaube er hätte gern die Zeit zurückgedreht und vieles anders gemacht... der Tod hat ihn dann letztendlich von diesem Leid erlöst.....)
Was sagt ihr dazu?