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Traumdeutung

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Alt 01.10.2008, 00:06   Beobachter der Sioux Beitrag #1 (permalink)
Firebird
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Registriert seit: 30.09.2008
Beiträge: 46
Blog-Einträge: 1
Beobachter der Sioux

Der Traum liegt schon etwas zurück (ungefähr Anfang März diesen Jahres):

Vorweg, ich habe schon öfter von einer Großstadt (ich bin ziemlich sicher, in den USA) geträumt die überflutet wird (anderseits kann ich Träume deren Umgebung ein Unikat darstellt an den Fingern einer Hand abzählen, mein Unterbewusstsein neigt wohl zum recyclen). Ich lebe dort als Punk (mit beachtlichen bunten Iro) und arbeite sinnigerweise für so etwas wie einen Geheimdienst (was es damit GENAU auf sich hat, habe ich noch nicht herausgefunden, jedenfalls kein staatlicher. Ein privater Geheimdienst? Oder von einer Firma betrieben?). Eigentlich arbeite auch nicht im engeren Sinne für den Dienst, sondern laufe nur so nebenbei mit (Ich denke ich bin der Sohn von irgendjemand dort)...

Eines Tages hatten wir einen Indianer im Hauptquartier zu einem Verhör "eingeladen" (er hat gegen "uns" gearbeitet). Am Anfang hat er noch geschwiegen. Nach einigem Druck kam dann "Am zwölften Oktober wird der Beobachter der Sioux zum allerletzten Mal aktiv werden. Enttäuscht ihr ihn wieder, müsst ihr die Konsequnzen tragen."
Wir versuchten dann das Jahr herauszubekommen und den Indianer gleichzeitig zu verhöhnen (O-Ton: "Wann? 1997? Ist schon vorbei!"). Hat logischerweise keinen Erfolg gebracht.

Eiin Agent hat dann die Flutwelle bemerkt die sich hinter der Stadt (also eigentlich auf der Festlandseite, nicht an der Seeseite) aufgetürmt hat (reines Kloakenwasser mit hellrotem Schaum). Der Leiter des Geheimdienstes kramte erst mal ein Boot aus seinem Schreibtisch und ich holte eine arbeitswütige Sekräterin aus einem der Vorzimmer, die sich im Gegensatz zu allen anderen nicht in Sicherheit gebracht hatte (wie auch immer sie das angestellt haben, im Gebäude waren nur noch der Leiter, die Sekräterin, 2 Agenten, der Indianer [den das alles nicht sonderlich interessiert hat] und ich. Alle anderen waren längst in Sicherheit.). Wir (Minus dem Indianer) kletterten aus dem Fenster und liesen das Boot zu Wasser, welches schon vollkommen unbemerkt alles außer die oberen Stockwerke der höchsten Wolkenkratzer überflutete.

Das endet damit, dass wir fünf in Richtung Osten (der aufgehenden Sonne entgegen) rudern und hinter uns die Flutwelle zeitlupenhaft die Stadt überrollt.

Hat jemand einige Gedanken dazu?
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Alt 02.10.2008, 19:34   Beobachter der Sioux Beitrag #2 (permalink)
koana
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Registriert seit: 07.09.2008
Ort: Graz
Beiträge: 36
Spannend...

Hallo Firebird!

Ich gliedere das mal ein bisserl für dich auf mit +++++ unter deinen Zeilen, wenn ich darf. Aber setz dich besser hin beim lesen.

Zitat:
Zitat von Firebird Beitrag anzeigen
Der Traum liegt schon etwas zurück (ungefähr Anfang März diesen Jahres):

Vorweg, ich habe schon öfter von einer Großstadt (ich bin ziemlich sicher, in den USA) geträumt die überflutet wird (anderseits kann ich Träume deren Umgebung ein Unikat darstellt an den Fingern einer Hand abzählen, mein Unterbewusstsein neigt wohl zum recyclen)

+++++Träume wiederholen sich solange, bis sie von deinem Bewusstsein verstanden werden.

. Ich lebe dort als Punk (mit beachtlichen bunten Iro)

+++++ Also siehst du dich selbst als Aussenseiter, als einer der sich zu Randgruppe zugehörig fühlt, einer, der ANDERS ist, als die anderen. Du siehst dich einer Welt ausgesetzt, die dir fremd ist (USA), denn leben tust du ja in Europa, nehme ich an.

und arbeite sinnigerweise für so etwas wie einen Geheimdienst

+++++ Geheim deshalb, weil dir vielleicht vieles nicht klar ist, was du tust, oder du auch andere im Unklaren darüber lässt, warum du manches tust.

(was es damit GENAU auf sich hat, habe ich noch nicht herausgefunden, jedenfalls kein staatlicher. Ein privater Geheimdienst? Oder von einer Firma betrieben?). Eigentlich arbeite auch nicht im engeren Sinne für den Dienst, sondern laufe nur so nebenbei mit

+++++ Das meinte ich damit: du bist ein Mitläufer. Also jemand der etwas tut, ohne sich dessen sicher zu sein, ob es richtig ist, was er tut.

(Ich denke ich bin der Sohn von irgendjemand dort)...

++++Wenn du der Sohn bist, sagt der Traum damit, dass diese innere Haltung "einfach mitzulaufen" von deinen Eltern kommt. Also eine Prägung von dir ist.

Eines Tages hatten wir einen Indianer im Hauptquartier zu einem Verhör "eingeladen" (er hat gegen "uns" gearbeitet).

+++++Das ist ein Persönlichkeitsanteil von dir. Der Traum arbeitet heraus, das etwas in dir ist, was anders und fremd ist. Oder unverständlich für die anderen. Du fühlst dich den "Normalen" nicht zugehörig. Der Traum sagt, dass du gegen dich selbst arbeitest, indem du diesen Teil in dir ablehnst. Du stehst nicht dazu, "anders" zu sein.

Am Anfang hat er noch geschwiegen. Nach einigem Druck kam dann "Am zwölften Oktober wird der Beobachter der Sioux zum allerletzten Mal aktiv werden. Enttäuscht ihr ihn wieder, müsst ihr die Konsequnzen tragen."
Wir versuchten dann das Jahr herauszubekommen und den Indianer gleichzeitig zu verhöhnen (O-Ton: "Wann? 1997? Ist schon vorbei!"). Hat logischerweise keinen Erfolg gebracht.

+++++Den 12. Oktober musst du selbst erforschen. Was hat dieser Tag, oder dieser Monat für eine Bedeutung für dich? Übrigens ist das ja bald... steht eine Entscheidung mit nachfolgenden Konsequenzen an? Wenn nicht im Außen, dann sicher im Innen.
Jedenfalls sieht man hier wieder, dass du nicht an dich selbst glaubst, denn ihr (du) habt versucht den Indianer in dir zu verhöhnen.

Ein Agent hat dann die Flutwelle bemerkt die sich hinter der Stadt (also eigentlich auf der Festlandseite, nicht an der Seeseite) aufgetürmt hat (reines Kloakenwasser mit hellrotem Schaum).

+++++Lecker. Hellroter Schaum frisch aus dem Klo. Was soll denn da weggespült - entfernt werden? Frisches Blut ist auch hellrot. Hat dir jemand weh getan?

Der Leiter des Geheimdienstes kramte erst mal ein Boot aus seinem Schreibtisch und ich holte eine arbeitswütige Sekräterin aus einem der Vorzimmer, die sich im Gegensatz zu allen anderen nicht in Sicherheit gebracht hatte (wie auch immer sie das angestellt haben, im Gebäude waren nur noch der Leiter, die Sekräterin, 2 Agenten, der Indianer [den das alles nicht sonderlich interessiert hat] und ich. Alle anderen waren längst in Sicherheit.). Wir (Minus dem Indianer) kletterten aus dem Fenster und liesen das Boot zu Wasser, welches schon vollkommen unbemerkt alles außer die oberen Stockwerke der höchsten Wolkenkratzer überflutete.

+++++Also die Stadt stellt deine innere Stadt dar. Sagen wir mal deine innere Umwelt (groß und unüberschaubar), eine Strassenwelt, oder die zubetonierten (lebensfeindlichen und unnatürlichen) Wege, welche deine Gedanken und Gefühle gehen. In denen du versuchst dich zurecht zu finden. Das Wasser steht hoch. Steht es dir bis zum Halse?

Das endet damit, dass wir fünf in Richtung Osten (der aufgehenden Sonne entgegen) rudern und hinter uns die Flutwelle zeitlupenhaft die Stadt überrollt.

+++++Ja - und der Indianer in dir, der säuft ab, oder wie? Dein Bewusstsein, dargestellt durch deine leibliche Person im Traum, rettet sich irgendwie. Aber dieser Persönlichkeitsanteil Indianer, der bleibt aussen vor. Du erlebst ihn (dich) als Feind. Deswegen kommt er nicht mit ins Boot. Der Traum sagt, dass du gegen dich selbst kämpfst, dich selbst ausbootest bzw. den Persönlichkeitsanteil in dir, der der Natur am nächsten steht. Nun übertrage diese Dinge auf deinen Alltag, auf deine Familie, auf deine Freunde, deine persönliche Lebenssituation. Wie fühlst du dich in dieser Welt?

Herzliche Grüsse!
Koana

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Alt 05.10.2008, 02:46   Beobachter der Sioux Beitrag #3 (permalink)
Firebird
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Registriert seit: 30.09.2008
Beiträge: 46
Blog-Einträge: 1
Ich danke dir für deine Deutung.

Zitat:
Träume wiederholen sich solange, bis sie von deinem Bewusstsein verstanden werden.
Merkwürdigerweise hörten diese Überschwemmungsträume sofort auf, nachdem ich den Traum in einem anderen Forum beschrieben hatte, obwohl mir die dortigen (prophetischen) Deutungsversuche nichts gebracht haben.

Zitat:
Also siehst du dich selbst als Aussenseiter, als einer der sich zu Randgruppe zugehörig fühlt, einer, der ANDERS ist, als die anderen. Du siehst dich einer Welt ausgesetzt, die dir fremd ist (USA), denn leben tust du ja in Europa, nehme ich an.
Ja und nein. Ja insoweit, dass ich anders als andere bin und sehr lange nach dem warum gesucht habe. Inzwischen habe ich ja eine Erklärung dafür erhalten.
Nein wenn es darum geht in einer fremden Welt zu sein. Wenn ich im Traum irgendwo wohne, fühle ich mich dort heimisch. In diesem Traum war ich Amerikaner...

Zitat:
Geheim deshalb, weil dir vielleicht vieles nicht klar ist, was du tust, oder du auch andere im Unklaren darüber lässt, warum du manches tust.
In gewisser Weise war das damals so...

Zitat:
Das meinte ich damit: du bist ein Mitläufer. Also jemand der etwas tut, ohne sich dessen sicher zu sein, ob es richtig ist, was er tut.
...
Wenn du der Sohn bist, sagt der Traum damit, dass diese innere Haltung "einfach mitzulaufen" von deinen Eltern kommt. Also eine Prägung von dir ist.
Naja, es war (und ist) meinen Eltern sehr wichtig normal zu sein, nicht aufzufallen, so zu leben wie jedermann. Es ist ein Dilemma.

Zitat:
Das ist ein Persönlichkeitsanteil von dir. Der Traum arbeitet heraus, das etwas in dir ist, was anders und fremd ist. Oder unverständlich für die anderen. Du fühlst dich den "Normalen" nicht zugehörig. Der Traum sagt, dass du gegen dich selbst arbeitest, indem du diesen Teil in dir ablehnst. Du stehst nicht dazu, "anders" zu sein.
Das ist der Teil der mich am meisten weitergebracht hat (Danke nochmal), denn wenn ich das weiterdenke:

Punk = bewußt anders sein und das offen zur Schau tragen, es zu zelebrieren = meine Affinität zur schwarzen Szene (Gothic, wer es nicht weiß, was gemeint ist)

Indianer = unfreiwillig anders sein und sich das nicht erklären zu können = Borderline

Der Indianer sagt diesen Satz in sehr eindringlichen Tonfall direkt zum Punk. Vielleicht ist das jetzt zu weit hergeholt ober in gewisser Weise konfrontiert die tatsächliche Andersartigkeit die aufgesetzte Andersartigkeit und die aufgesetzte Andersartigkeit versucht die Echte zu negieren...

Für mich macht das so Sinn.

Zitat:
Den 12. Oktober musst du selbst erforschen. Was hat dieser Tag, oder dieser Monat für eine Bedeutung für dich? Übrigens ist das ja bald... steht eine Entscheidung mit nachfolgenden Konsequenzen an? Wenn nicht im Außen, dann sicher im Innen.
Wenn ich davon ausgehe, dass mein Unterbewußtsein vorausgeahnt hat, dass es mir ein halbes Jahr später richtig schlecht gehen wird (was es im September auch tat, bis ich die Diagnose bekam), war das Datum nur ein Eyecatcher. Einem Traum mit "in etwa einen halben Jahr..." hätte ich nicht soviel Bedeutung beigemessen.
Ansonsten hat der 12. Oktober keine besondere Bedeutung für mich. Weder jetzt noch damals.

Zitat:
Lecker. Hellroter Schaum frisch aus dem Klo. Was soll denn da weggespült - entfernt werden? Frisches Blut ist auch hellrot. Hat dir jemand weh getan?
...
Ja - und der Indianer in dir, der säuft ab, oder wie? Dein Bewusstsein, dargestellt durch deine leibliche Person im Traum, rettet sich irgendwie. Aber dieser Persönlichkeitsanteil Indianer, der bleibt aussen vor. Du erlebst ihn (dich) als Feind. Deswegen kommt er nicht mit ins Boot.
Das wofür er wohl steht, was ich damals nicht wusste. Ich hatte auch immer Angst davor für verrückt gehalten zu werden. Und in gewisser Weise bin ich das ja sozusagen, für Leute die sich nicht mit dem Thema Borderline auseinandersetzen...

Zitat:
Also die Stadt stellt deine innere Stadt dar. Sagen wir mal deine innere Umwelt (groß und unüberschaubar), eine Strassenwelt, oder die zubetonierten (lebensfeindlichen und unnatürlichen) Wege, welche deine Gedanken und Gefühle gehen. In denen du versuchst dich zurecht zu finden. Das Wasser steht hoch. Steht es dir bis zum Halse?
Inzwischen ist diese Welt erschüttert und die Scheuklappen sind den Bach runter...
Firebird ist offline  
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Alt 05.10.2008, 12:15   Beobachter der Sioux Beitrag #4 (permalink)
koana
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Registriert seit: 07.09.2008
Ort: Graz
Beiträge: 36
Super!

Hallo Firebird!

Ich danke dir für deine Antwort und bin erstaunt wie dezidiert du dich mit meinen für dich sicher nicht angenehmen Feedback auseinander gesetzt hast. Das erfordert Courage so offen über sich zu schreiben. Tja, Borderline - ein Thema mit dem ich sehr vertraut bin. Du hast in deinen Antworten an mich, den Traum für dich sehr gut weiter ausgelotet. Wenn du deine Träume weiterhin beobachtest und mit ihnen arbeitest, kann dir das sehr, sehr hilfreich sein. Es kann, wenn man es ernst nimmt auch heilsam sein in Bezug auf Borderline und jegliche sonstige Krankheitsbilder.
Ich möchte hier im Forum deinen Traum nicht weiter besprechen, weil ich finde, dass es zu sehr ans Eingemachte geht. Ich hoffe, du kannst das verstehen.
Wenn noch Fragen sind oder ich was für dich tun kann, schick mir einfach ein PN.

Herzlichst!
Koana
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