Hallo artemiss,
danke erstmal für Deine Antwort.
Ja, im Nachhinein habe ich auch das Gefühl, dass diese Träume durch meine Schuldgefühle ausgelöst werden.
Ich war in der letzten Phase ihrer Krankheit kaum noch da, weil ich nicht mehr in der selben Stadt arbeitete, sondern 336 km entfernt. Dadurch war ich manchmal nur noch am WE da. Ich glaube nicht, dass meine Ma mir das besonders übel genommen hat, da sie wie schon erwähnt eh keinen mehr sehen wollte.
Ich habe mich etwas zu wörtlich ausgedrückt mit der "Hand auf den Mund legen". Aber diese "Geste" traf sehr gut auf den Inhalt ihrer Worte zu. Vielleicht wollte sie uns wirklich nur schützen oder in ihr Schicksal nicht reinziehen. Aber was ich so hart fand war, dass sie meine Schwestern überhaupt nicht mehr sehen wollte und "fast ausgerastet" ist wenn sie dann doch noch "ungebetenerweise" auftauchten.
Und das eigenartige ist... ich hatte das Gefühl dass das schon "vorher" so war.
Ich will hier jetzt nicht themen-entfremdend in irgendwelchen Selbstmitleids-Phrasen versinken oder so, es ist wirklich nur ein ganz nüchternes Gefühl von mir: Ihre Kinder gingen ihr in Wirklichkeit schon immer voll auf den Keks, weil sie dadurch nie Zeit hatte sich mit sich selbst zu beschäftigen (das Wohl anderer war eh immer wichtiger). Und dann kam ich auch noch zwanzig Jahre nach meinen Schwestern.... das muss für sie eine unglaubliche Last gewesen sein. Manchmal glaube ich es wäre besser für sie gewesen mich wegzugeben. Sie hat alles so gut gemacht wie sie konnte, immer. Aber sie hat ihr Leben dafür gegeben und das finde ich unfair.
Ups, jetzt gehört der Thread wohl doch eher zu "Lebensfragen"?
Obwohl Moment, wenn es so wichtig ist dass es in meinen Träumen auftaucht...
Vielleicht zeigen diese Träume auch, dass ich unterbewusst die ganze Zeit das Gefühl hatte, von ihr nie richtig akzeptiert worden zu sein und dass es da nie genug Nähe gab? Nähe, das war für sie ein Fremdwort.
Ich verrecke, wenn ich dieses Bedürfnis nach Nähe nicht irgendwie erfüllen oder wenigstens kompensieren kann.
Und rate mal, ich verschliesse mich auch immer mehr und werde so wie meine Mutter.
Danke artemiss, Deine Antwort hat einen fruchtbaren Denkanstoss gegeben.

Liebe Grüße,
LittleZombieclaw