Hallo Sohana,
Weisst Du, man kann andere Menschen nicht ändern. Aber man an sich und seinem Verhalten arbeiten, und dadurch ändert sich das Verhalten anderer Menschen.
Ich erzählte Dir mal was persönliches von mir, vielleich ist das für Deine Tochter hilfreich.
Menschen, die andere Menschen mobben, haben meist ein sehr geringes Selbstwertgefühl (der Kontrollzwang ist auch ein Zeichen dafür), sie stellen sich über andere, um der Mangel an Selbstwert zu kompensieren. Sie versuchen mit allen Mitteln Macht ausüben zu können, um sich nicht minderwertig zu fühlen. Das geschieht jedoch meistens unbewusst. Diese Menschen wissen nicht, wieso sie so handeln, es ist ihnen nicht bewusst. Sie haben Angst, dass ihr Thron kippt und sie enttarnt werden.
Ich hatte die selben Probleme mit einer früheren Vorgesetzten. Sie sah in mir eine Konkurentin, da ich mehr Fachwissen und Kompetenz besass als sie. Darum mobbte sie mich aufs härteste, ohne das ich etwas dafür konnte, denn ich stellte mich nie über sie.
Wenn man gemobbt wir, kommt der Widerstand und die Wut gegen diese Person. Doch das macht alles nur noch schlimmer. Menschen, bei denen der Selbstwert sehr gering ist, fühlen sich bestätigt, denn sie denken, dass sowieso jeder gegen sie ist, dass sie niemand mag (von solch destruktivem Verhalten ernäht sich der Komplex). Und sie treiben das Spielchen erst recht weiter und gewinnen so an Macht. Macht erzeugt Angst, und wenn Menschen (die Gemobbten) Angst bekommen, macht sie das zum "Opfer" schlechthin.
Was mir schliesslich half war folgendes:
Ich stellte mich auf ihre Seite, ich zeigte ihr, dass ich nicht gegen sie bin, sondern sie akzeptiere. (Das heisst nicht, dass ich ihr Verhalten gut hiess, sondern ich nahm sie einfach an, als Mensch). Ich lobte sie, für die Dinge, die sie gut gemacht hat. Ich war für sie, nicht mehr gegen sie. Und das wichtigste, ich brachte ihr Emphatie entgegen.
Um für jemanden
Empathie aufzubringen, muss keine Sympathie vorhanden sein. Es braucht nur ein bisschen Übung. Man stellt sich vor, wie sich diese Person in gewissen Situation fühlt und versucht, dasselbe zu fühlen. Das kommt beim anderen an, unbewusst. Aber mit der Zeit ändert sich dadurch beim andrern etwas. Weil er sich verstanden fühlt.
Die meisten Menschen möchten nichts anderes, als sich verstanden fühlen. Sie möchten, dass man versteht, wie sie sich fühlen. Dann können sie ihr Verhalten ändern.
Das kannst Du bei Dir oder in Deinem Umfeld sehr gut beobachten.
Wenn Du traurig bist, und Dir einer sagt: "Sei nicht traurig, es wird schon wieder alles gut. Zeit heilt alle Wunden", hilft Dir das nur wenig.
Wenn aber jemand sagt: "Du siehst heute so traurig aus. Ich verstehe, dass Du traurig bist, das ist wahrlich nicht leicht, was du gerade durchmachen musst," dann hast Du vielleicht das Bedürfnis dir die Sorgen von der Seele zu reden und fühlst Dich nachher besser.
Oder Du bist richtig wütend und könntest die ganze Welt verfluchen. Dann kommt einer und sagt: "Jetzt komm mal wieder runter! Das ist doch nicht so schlimm! Meine Güte, dass Du immer so'n Theater machen musst, ich verstehe das wirklich nicht!" das macht Dich noch wütender.
Wenn er aber sagt: "So ein Mist, der dir da wiederfahren ist, das ist wirklich ungerecht. Sowas dürfte einfach nicht passieren!" So fühlst Du Dich in Deiner Wut bestätigt, und beruhigst Dich schneller wieder.
Beobachte das mal eine Zeit lang

Wir alle wollen uns nur verstanden und angenommen fühlen, in unserem Schmerz, in unserer Trauer, in unserer Wut, in unserer Angst. Wir alle sind Menschen, haben z. T. Schlimmes erlebt, möchten einfach nur andere Menschen um uns haben, die uns mit unserer Geschichte, mit unseren Traumatas und unseren Fehlern annehmen und lieben.
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So, das war das Wort zum Sonntag *lach*
Meine Güte, ich wusste gar nicht, dass ich so sentimental sein kann.
Trotzdem, ich nehme kein Wort zurück.
Alles Liebe für Euch beide
kuma