Die Erfahrung von Isaboe finde ich sehr interessant.
Zwar beschäftige ich mich nicht so intensiv mit dem Kartenlegen, aber auch mich würde interessieren, ob am Legen überhaupt etwas dran ist - oder ob die Interpretation der Legungen nicht eine Art "Telepathie" oder intuitives Erspüren der Themen des Klienten ist - was dann aber nichst mit korrekten Vorhersagen, sonder eher etwas mit Verständnis und Einfühlunsvermögen zu tun hat.
Auch ich lege privat das Tarot schon - schon seit einigen Jahren immer wieder. Mir dienen aussagekräftigen Bilder und die Prinzipien, für die einzelnen Karten stehen, meine Situation zu reflektieren. Aber "vorhersehend" habe ich bis jetzt noch nicht gearbeitet.
Ich habe mich bis jetzt auch nicht getraut, anderen die Karten zu legen, weil ich ihnen nichts falsches sagen möchte und dadurch in gewisser Weise ihre Entscheidungsfreiheit einzuschränken oder eine Erwartungshaltung zu schüren. Daher lege ich Karten aus rein privaten Zwecken. Übrigens finde ich das Tarot für mich einfacher als das komplexe Lenormand. Da habe ich einfach keinen Zugang - kreuz und quer zu lesen ;-) Ich arbeite lieber mit Symbolik statt dynamisch.
Zugegeben habe ich auch schon sehr viele Kartenleger und Wahrsager in einer Krise konsultiert und habe dort sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Am besten sind wohl Kartenleger, die zugleich
Hellsehen können - wobei ich eben nicht weiß, ob ihre Aussagen telepathisch übertragen wurden, oder ob sie unabhängig von mir die Wahrheit sehen konnten.
Ich weiß auch, dass Beziehungsprobleme eine der häufigsten Gründe sind, warum man einen Kartenleger konsultiert, würde aber dringend davon abraten. Denn während die Krise passiert, sollte man auf niemand anders hören, als auf seinen eigenen Bauch. Ich selbst stand während meiner Trennung mit einer Kartenlegerin in Kontakt, die mir immer wieder versicherte, dass wir "Seelenpartner" wären und zusammen gehörten.
Tja, die Trennung fand trotzdem statt und ich hätte vielleicht besser loslassen können, wenn ich nicht immer wieder diese "positiven Bestätigungen" bekommen hätte. Vielleicht ist es zu empfehlen, im nachhinein die Trennung aufzuarbeiten, wenn man noch Fragen hat. Aber das kann auch zur Sucht werden - wie ich allgemein den Eindruck habe, dass das esoterische Business boomt - und immer mehr, auch schlecht geschulte Leute - ihren Service als Kartenleger anbieten.
So zum Beispiel, wenn man gesagt bekommt: "Er meldet sich wieder". Das wird zu 80 Prozent aller Fälle nicht passieren, wenn die Trennung schon drei Monate zurück liegt. Never - und in solchen Fällen verlasse ich mich dann auch lieber auf meine menschliche Erfahrung, als auf solche Aussagen. Denn: Dass er es vielleicht gerne möchte und vorhat, sagt ja noch lange nichts darüber aus, dass er es auch in die Tat umsetzt ;-) Genauso kann ich es nicht gelten lassen, wenn man sich zufällig nach längerer Zeit wieder begegnet. Das ist kein "Melden" bei mir.
So sind meine Erfahrungen sehr ambivalent - sicher gibt es sehr gute Leute in dieser Branche, aber immer habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie nur dann richtig gut waren, wenn sie psychologisches Einfühlungsvermögen besaßen. Denn darum geht es meiner Meinung nach gleich an zweiter Stelle. Vom reinen "in die Zukunft blicken" halte ich dagegen nicht viel. Da ist noch nie etwas eingetreten, was ein Kartenleger gesehen hat: Weder Geldgewinn, noch wiederaufleben der Beziehung nocht sonst etwas...