Hi Twain,
Fragen sind gut... vielleicht sogar wichtiger als Antworten.

Du neigst dazu, das Positive überzubewerten - wenn die Karte auf dem Kopf steht, bewertest Du dann wohl auch das Negative über.
Die Karten enthalten aber immer beides. Positiv ist die ausbalancierte Mitte.
Wird ein Aspekt zu stark oder zu schwach gelebt, zeigt er sich negativ.
Nimm mal zB das Türmchen... das zeigt ja im Rider-
Tarot einen Steinturm, der von einem Blitz zertrümmert wird und von dem Menschen fallen.
Je nach Fragestellung kann das nun ein gewaltsames, abruptes Ende sein - es kann aber auch der Höhepunkt einer Krise sein, eine Wende, nach der es besser wird.
Ausbalancierte Mitte heisst in dem Fall: Ganz bewusst diese "Turm-Situation" im Leben betrachten... wo gibt es solche verknöcherten Strukturen, die aufgebrochen werden müssen, damit sich was im Leben ändern kann? Und dies dann bewusst angehen. Zu schwach leben heisst: Diese Struktur wird verleugnet oder nicht wahrgenommen. Es trifft einen dann wie ein Schicksalsschlag, man fühlt sich ausgeliefert. Zu stark leben heisst: Nicht nur die unerwünschten Verhärtungen aufbrechen, siondern gezielt alle möglichen Strukturen in Frage zu stellen, also relativ zerstörerisch mit Situationen und Mitmenschen umzugehen.
Eine wirklich andere Bedeutung bekommst Du nicht, wenn die Karte auf dem Kopf liegt. Es ist die gleiche Energie. (das Gegenteil impliziert immer den Ursprung, zB Unschuld impliziert immer Schuld, Unheil immer Heil usw.)
Ich denke, das ist ok, wie Du es machst... die Karte an sich ist wichtig, nicht wie sie liegt.
Andererseits gelten auch hier unsere eigene Regeln. Wenn Du für Dich selbst definierst, daß das Aufdemkopfstehen immer negativ ist - dann ist es auch so.
Ich sehe darin halt nur die Gefahr zu vergessen, daß *immer* alle Aspekte im Bild vorhanden sind.
cheers
...und immer weiterlegen!

Don