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Alt 19.11.2010, 21:15   will mir der Hund was sagen? Beitrag #1 (permalink)
muckerl
Schnuffelnase
 
Benutzerbild von muckerl
 
Sternzeichen: Waage
Registriert seit: 02.11.2006
Ort: München
Alter: 39
Beiträge: 34
Unhappy will mir der Hund was sagen?

Hallo zusammen,

gestern musste ich meinen 16 Jahre alten, treuen Weggefährten Chico leider von seinen Leiden erlösen. Seit Samstag abend war er in der Tierklinik und es ging tage- bzw. stundenweise bergauf und bergab.

Jedesmal, wenn ich mit der Ärztin beratschlagt habe, ob wir ihn erlösen oder nicht, hat er das Köpfchen gehoben und mich angeschaut. Ich konnte aber nicht deuten, ob er mir sagen wollte: "Erlöse mich!" oder "Nein, bitte nicht!". Das allein hat mich schon fertig gemacht. Wir hatten die Hoffnung nicht aufgegeben, denn eine Addison-Krise ist zwar lebensbedrohlich für den Hund, aber auch überwindbar. Beim dritten Ultraschall hat man dann "etwas" im Magen festgestellt, tippte auf ein Magengeschwür (was ja auch durchaus heilbar ist) und wir haben für den nächsten Tag eine Endoskopie vereinbart.
Ergebnis: Ein großer Tumor direkt am Mageneingang - unheilbar.

Das war also von Anfang an das Problem und er hatte überhaupt keine Chance. Dennoch hat er immer wieder gekämpft, versucht aufzustehen, wofür er aber leider zu schwach war. Oder wollte er zeigen, dass er zu schwach war und einfach nur gehen wollte? Es tut so weh, das nicht zu wissen und evtl. falsch gehandelt zu haben und ich mache mir solche Vorwürfe und grübel und grübel, ob ich richtig gehandelt habe, ihn im Kampf zu unterstützen, oder ob er eigentlich schon viel früher hätte gehen wollen.

Die Ärztin beruhigte mich, sagte mir, wenn sie keine Chance mehr für ihn gesehen hätte, dann hätten sie ihn nicht weiter behandelt, aber mit der Diagnose Tumor an dieser Stelle hatte er keine Chance mehr und wir mussten ihn erlösen und dies auch als wirkliche Erlösung ansehen.

Dazu kommt nun noch, dass Chico bereits bzw. noch in Narkose (Endoskopie) lag und ich mich nicht bewusst von ihm verabschieden konnte. Das letzte Mal, als ich ihm Mittwoch Abend in die Augen geschaut habe, hatte er wieder die "ich-kämpfe-und-will-aufstehen-Phase" und Donnerstag mittag lag er da in der Narkose und wir mussten ihn für immer einschlummern lassen. Das macht mich wirklich fertig, ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich doch zulange gewartet habe, aber ich hatte immer noch die Hoffnung, dass er wieder wird, weil alle Vitalparameter stabil und o. B. waren, er war nur sehr schwach.

Kann hier vielleicht jemand mit ihm in Kontakt treten und fragen, ob es ihm gut geht und ob er mir noch etwas hätte sagen wollen?

Gestern Nacht bin ich aufgewacht, weil ich glaubte, seine Pfötchen auf dem Parkett trippeln zu hören und es an meiner Seite ganz warm wurde - da, wo er sich normalweise hingedrückt hat. Ich habe es versucht, mit ihm zu kommunizieren, aber entweder komme ich nicht durch oder er nicht oder es ist mir einfach nicht gegeben. Ich habe aber das Gefühl, dass er mir noch was sagen möchte, ich spüre ihn ganz deutlich immer wieder. Mal rieche ich ihn, mal muss ich wieder aufschauen, weil ich das Gefühl habe, er steht vor mir.

Kann mir bitte jemand helfen?
muckerl ist offline  
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Alt 20.11.2010, 16:14   will mir der Hund was sagen? Beitrag #2 (permalink)
Simsalla
Neuer Benutzer
 
Sternzeichen: Zwillinge
Registriert seit: 11.10.2010
Ort: Essen
Alter: 45
Beiträge: 8
Hallo Muckerl....

hoffe dir geholfen zu haben....
mit liebem Gruss
Angie
Simsalla ist offline  
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Alt 20.11.2010, 16:39   will mir der Hund was sagen? Beitrag #3 (permalink)
muckerl
Schnuffelnase
 
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Sternzeichen: Waage
Registriert seit: 02.11.2006
Ort: München
Alter: 39
Beiträge: 34
Zitat:
Zitat von Simsalla Beitrag anzeigen
Hallo Muckerl....

hoffe dir geholfen zu haben....
mit liebem Gruss
Angie
Liebe Angie,
viel mehr als Du Dir jemals vorstellen kannst!
Vielen vielen Dank dafür!
Es beudetet mir wirklich sehr viel

Ich muss nur noch einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen. Es zerfrisst mich.
muckerl ist offline  
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Alt 20.11.2010, 16:41   will mir der Hund was sagen? Beitrag #4 (permalink)
cosmicdance
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Beiträge: 458
Blog-Einträge: 4
Hallo

es tut mir Leid das zu lesen. Ich hatte genau die gleiche Entscheidung zu treffen, da meine Hündin (allerdings 16 Jahre alt) einen extrem schnell wachsenden Tumor am Kiefer bis zu Rachen hatte.
Ich hatte das Glück und das Pech das ich bei der OP dabei sein durfte die gemacht werden sollte, weil wir nicht sicher waren ob bösartig oder gutartig. Der Zustand des Rachens war aber so schlimm das der Tierarzt und ich entschieden sie einzuschläfern. Allerdings ging es mir genauso da ich eigentlich mit dem Wunsch zur OP hingefahren bin, und meine Dame war weder hinfällig noch angeschlagen auf andere Weise. Herz Kreislauf alles tip top. Umso schwieriger viel mir die Entscheidung. Aber ein Tumor im Rachen hin zur Speisröhre ist einfach nur entsetzlich schmerzhaft und mit Schmerzmitteln da noch ein paar Wochen heraus zu holen ist das EGO des Besitzers.
Schlimm war für mich das ich mir wie ein Verräter vorkam, da die Dame auch noch gerne zu diesem TIerarzt ging. (der Tierarzt eigentlich ein ganz harter, hatte selbst ne Träne im Auge)
ja ich komme mir heute noch so vor, obwohl ich mir zu 100% sicher bin --- verdammt jetzt muß ich schon wieder heulen und das ist nun schon fast 5 Jahre her----die richtige Entscheidung in aller Verantwortung getroffen zu haben.
Ich habe irgendwann mal versucht Konakt mit Ihr aufzunehmen, es hat nicht wirklich geklappt. Ich wollte es ihr irgendwie erklären. Es tut noch heute weh, den Moment wo ich sie - noch warm- begraben mußte da in der Nacht starker Frost kam werde ich nicht vergessen. Ich habe diesen Hund wie meinegroße Schwester geliebt weil sie sich wirklich auch um mich gekümmert hat (ich weiß das ist vielleicht etwas übertrieben aber wer Hunde hat weiß das sie wie Familienmitglieder sein können) #

Nun ich muß mit der Entscheidung leben, ebenso wie Du und ich denke das wir mit dem Besitzt eines Tieres auch die Verantwortung für einen würdevollen schmerzfreien Tod haben und nicht aus falsch verstandener egoistischer Liebe die Tiere noch ein bisschen länger und noch ein bisschen länger im Leben halten.
Ich wäre froh wenn ich als Mensch für mich auch so entscheiden könnte.
Deshalb denke ich das Du das richtige getan hast, im vollen Bewusstsein welche Verantwortung Du mit diesem TIer übernommen hast.

So ich habe das noch nie jemanden so erzählt, außer meinem Freund damals, aber es war wohl ganz gut das mal raus zu lassen.

Schön Abend noch
Cosmic Dancer
cosmicdance ist offline  
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Alt 20.11.2010, 16:49   will mir der Hund was sagen? Beitrag #5 (permalink)
muckerl
Schnuffelnase
 
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Ort: München
Alter: 39
Beiträge: 34
Liebe/r Cosmic,

ja, ich kann das gut nachempfinden. Hunde können nicht nur Familienmitglieder sein, sie sind es definitiv.

Einen treueren Freund als einen Hund findet man nicht. Ihm ist es egal, wie Du aussiehst und in welcher Laune Du Dich befindest - er freut sich einfach, dass Du da bist. Welcher Mensch kann das schon von sich behaupten?
Er würde sein Leben für Dich geben, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Von wievielen Menschen kannst Du das glauben?

Ich spüre meinen Chico weiterhin ganz deutlich bei mir und um mich und er hat auch Kontakt zu mir aufgenommen. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Ich hab darin keinerlei Erfahrung, weiß gar nicht, was ich tun oder nicht tun soll. Chico schafft es, den Kontakt aufzubauen und zu halten, nicht ich.

Er war und ist ein ganz besonderer Hund (aber das sagt glaub ich jeder über seinen Hund ;-) )
muckerl ist offline  
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Alt 20.11.2010, 17:10   will mir der Hund was sagen? Beitrag #6 (permalink)
avalon_11
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von avalon_11
 
Registriert seit: 05.03.2009
Beiträge: 921
Ich kann euch so gut verstehen :-(((( Es wird nie den richtigen Zeitpunkt für den Tod eines geliebten Tieres geben - immer wird es uns falsch und nicht richtig vorkommen, egal, wie wir entscheiden. Ich habe auch schon 2 x vor dieser Entscheidung gestanden, kann alle Zweifel und Fragen von euch verstehen.......ich habe immer so lange gewartet, bis ich mir sicher, war dass das Tier einverstanden gewesen ist.......das, was es so schwierig macht ist, dass wir da bewusst die Entscheidung für den Tod des Tieres treffen! Wir Menschen Herr über Leben und Tod :-( Die andere Seite ist die, dass wir ganz klar dem Tier eine große Menge Leid ersparen!!!
Traurige Grüße Avalon
avalon_11 ist offline  
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Alt 20.11.2010, 20:10   will mir der Hund was sagen? Beitrag #7 (permalink)
cosmicdance
Nomade auf Abruf
 
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Ort: Hier und Jetzt
Beiträge: 458
Blog-Einträge: 4
ich habe schon mehr als einmal

diese Entscheidung für ein Tier treffen müssen. Und eigentlich hatte ich immer das Gefühl das es der richtige Zeitpunkt war- für das Tier, nicht für mich, mein Ego zählt da nicht.
Nur bei dieser Hundedame- die eine wirklich außergewöhnliche Hündin war, und von der ich bis heute behaupte sie konnte menschliche Sprache in den Grundzügen verstehen- da hat es mich arg gepackt.
Als ich mein altes Pferd mit einem Darmverschluß einschläfern ließ (36 Jahre alt und ich war mir sicher er hatte die Nase voll ) meine andere Hündin mit (19 Jahren leider total senil) meine 15 Jahre alte Tochter der besagten Hündin (mit Tumor in der Zitze, die schien mir auch froh endlich den Schmerz loszuwerden) usw hat es nie dieses blanke Entsetzen über meine Entscheidung gegeben.
Aber kein anderer Hund stand mir so nahe---das mag wohl der Grund sein und das die Dame eigentlich noch voll im Leben stand---aber wir nicht riskieren wollten das der Tumor aufbrach was im Maul ein Drama gewesen wäre...

Danke für Euren Zuspruch, vielleicht trifft ja einer von Euch meine Hundedame mal---war ein schwarzer kleiner recht kräftiger Windhund!

Schön Abend noch
Cosmic Dancer
cosmicdance ist offline  
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Alt 20.11.2010, 20:56   will mir der Hund was sagen? Beitrag #8 (permalink)
muckerl
Schnuffelnase
 
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Beiträge: 34
so, jetzt habe ich mich wieder von meinem ersten Schock erholt und kann Euch mein Erlebnis von heute mittag erzählen:

Heute nachmittag konnte ich mit Chico sprechen. Richtig sprechen, er hat mit Worten zu mir gesprochen, Also in Gedanken, aber es waren ganze Sätze. Ganz sicher. Ich nahm sein Fell mit in mein Bett und lud ihn ein, er legte sich drauf und fing an zu sprechen. Er sagte mir, ich solle ihn kraulen und auch wo und wie ich seine Beinchen strecken soll und wo ich ihn massieren soll. Er wollte aber über nichts sprechen, ich hätte soviele Fragen gehabt. Er hat immer gesagt: "Streichel mich, das mag ich doch so. Genau so, am Köpfchen und jetzt hinter den Ohren. Das macht immer so *krschkrsch* in meinem Ohr, das mag ich. hmmmmmmmmm ... das tut gut." Ich fragte, ob er mir was erzählen möchte und er antwortete: "wir haben doch noch so viel Zeit, das ist doch jetzt nicht wichtig. Streichel mich lieber." Das war echt ein unglaubliches Erlebnis. Aber ich war auch gleichzeitig so geschockt, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Er sagte mir dann: "wir sprechen heute abend wieder, wenn Du ins Bett gehst." Manchmal glaube ich schon, ich bilde mir das ein.

Plötzlich war da noch ein Wellensittich, ein blau-weißer, mehr weiß als blau, der hatte an der Kloake (das heißt doch bei Vögeln so, oder?) ungefähr 2-Euro-groß keine Federn mehr und sagte plötzlich zu mir, total schnorrig: "mein Hintern juckt, und ich bin einsam. Die blöden Darmparasitzen und Milben." Ich war geschockt und es war mit der Konzentration dahin.

Hat hier jemand einen Wellensittich, der so aussieht und dem die Federn fehlen?

Mir fehlt auf diesem Gebiet völlig die Erfahrung und ich weiß auch nicht, ob ich mir das in der Trauer und in dem Wunsch, mit ihm in Kontakt zu bleiben, alles nur einbilde, oder ob es wirklich geschehen ist. Dass er da war, das habe ich deutlich gespürt. Spricht so ein Hund zu seinem Menschen?

Was sagen die Erfahrenen auf diesem Gebiet?
muckerl ist offline  
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