Hallo zusammen,
am Montag ist etwas geschehen, wovor ich immer Angst hatte. Meine Katze Kati war fast 15 Jahre lang meine Begleiterin durch dick und dünn. Sie war eine lebhafte Kleine und selten krank. Und selbst wenn, standen wir es immer zusammen durch. Sie hing sehr an mir und umgekehrt. Am vergangenen Freitag entschloss ich mich, mit ihr zum Tierarzt zu fahren (Tierklinik), weil sie über einen kurzen Zeitraum rapide abnahm und kaum noch etwas fraß und trank, und sie Ende der vergangenen Woche vermehrt unter Atemproblemen litt.
Ok, die permanente Hitze macht nicht nur Tieren zu schaffen... Doch Kati war als eingefleischte Wohnungskatze keinen extremen Hitzeschüben ausgesetzt. Am Freitag hatte ich ein ungutes Gefühl; und somit hetzte ich von der Arbeit nach Hause und mit der Kleinen im "Gepäck" in die Tierklinik. Dort wurde ein kräftiger Zahnstein diagnostiziert; sie bekam ein aufbauendes Präparat gespritzt. Die Tierärztin sagte, dass Kati noch einige Jahre vor sich hätte. Für gestern vereinbarten wir einen Check-Termin sowie Zahnsteinentfernung.
Ihr Zustand verschlechterte sich drastisch, so dass ich am Samstag wieder mit ihr in die Tierklinik fuhr. Der Arzt, der Kati jetzt untersuchte, bat mich, sie für einige Stunden dortbehalten zu dürfen; damit ausführliche Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Als ich 3 Stunden später wieder zu meiner Kleinen wollte, rief mich der Tierarzt in den Behandlungsraum, in welchem ich ihre Röntgenbilder sah... Der rechte Lungenflügel war weiss überschattet. Ich fragte sofort, ob es sich um Krebs handeln würde. Er konnte es weder bejahen noch verneinen, aber die Situation, die Überlebensprognose sei schlecht. Er sprach zudem von Erlösung für die Katze...
Ich war völlig perplex, denn damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Wie können zwei derart unterschiedliche Diagnosen erstellt werden?!?!?!
Kati hatte aufbauende Präparate bekommen und eigentlich sollte es ihr bis Montag besser gehen. Das tat es auch von Samstag bis Sonntag nachmittag. Dann wurde sie schwächer und schwächer. Am Montag brachte ich sie erneut in die Klinik; ich mußte zur Arbeit und bat um Rückruf. Bis 11.30 Uhr tat sich nichts, ich atmete schon auf. Doch dann der niederschmetternde Anruf; die Werte hätten sich stark verschlechtert und auch die erneute Lungenaufnahme zeigte selbiges an. Einschläferung wäre die einzige Möglichkeit, ihr den Erstickungstod zu ersparen.
Ich durfte eher von der Arbeit gehen und fuhr sofort in die Klinik. Dort sprach der Arzt mit mir und ich hatte eine Dreiviertelstunde Zeit, mich zu verabschieden. Das ging mir durch Mark und Bein. Meine Kleine freute sich riesig, wir kuschelten, schmusten, so gut wie möglich. Doch dann verstand sie und ließ sich resigniert zurückfallen.
Was danach kam, das könnt Ihr Euch sicher denken; ich werde es nie vergessen, es tut so weh, und doch wollte ich ihr Schlimmeres ersparen... Ich war ihrem "letzten Weg" bei ihr, sprach mit ihr und streichelte sie...
Als kein vermeintliches Leben mehr in ihr war, konnte ich es nicht glauben. Das Personal ließ meinen Stubentiger und mich allein. Ich streichelte sie, und machte mir innerlich massive Vorwürfe: hätte ich nicht doch nach einer anderen Lösung suchen sollen??? Plötzlich hörte ich ein leises Schnurren, welches wie das von Kati klang. Das konnte nicht sein: ich beugte mich über ihren kleinen Körper... Nein, da war nichts. Dieses Schnurren hörte ich insgesamt 3 Mal.
Als ich wieder zu Hause war, versuchte ich früh zu schlafen: ich wachte auf, weil ich glaubte Katzengetappel auf dem Laminatboden gehört zu haben.
Ich suche tatsächlich den Kontakt zu meiner Kleinen, weil ich ihr noch einmal sagen möchte, wie lieb ich sie hatte, und wie leid es mir tut, dass ich ihr nicht anders helfen konnte.
Heute wird Kati eingeäschert und in der kommenden Woche ist "ihre irdische" Hülle wieder zu Hause.
Ich würde mich freuen, wenn mir hier der eine oder andere einen Hinweis geben könnte. Sicher, werde ich sie gehen lassen, in eine Welt, in der sie keine Schmerzen, keine Atemnot mehr erleiden muß...
Danke schon jetzt!!!