Hallo ihr,
wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, lebe ich seit 3 Jahren in einer eigentlich glücklichen Beziehung. Im Sommer gab es beim Rafting einen Unfall, bei dem ich fast ertrunken wäre. Mein Freund konnte damals nicht damit umgehen, zurück im Hotel habe ich fast drei TAge nicht geschlafen und nur geweint und von ihm kam da gar nix.... Später zuhause hat er dann immer noch die Videos vom Rafting Freunden und Familie vorgespielt und hat dabei nicht daran gedacht, wie schwer das für mich ist oder sein könnte. Seit diesem Vorfall habe ich auch das Gefühl, mich richtig ausleben zu müssen und dass ich das in einer Beziehung nicht kann. (ich bin 24). Wir hatten eigentlich geplant, Ende nächsten Jahres mit der Familienplanung zu beginnen. Nun habe ich Panik geschoben und gesagt, dass ich das doch nicht kann, woraufhin er meinte, dass er das eigentlich auch nur für mich mitgemacht hätte. Vor einer Woche dann habe ich auf einer Party einen anderen geküsst, weil ich ihn sehr mochte und einfach machen wollte, was ich wollte ohne Rücksicht. Den Tag darauf habe ich es meinem Freund gebeichtet, er sagte daraufhin nur, "ist doch in Ordnung, wenn es einmalig war.". Daraufhin habe ich diese Woche die ganze Zeit mit mir gehadert, ob die Beziehung so noch was bringt.
Am Samstag Abend dann haben wir beide miteinander geredet. Er sagte, dass er so nicht weitermachen könnte und das ganze letzte Jahr nicht mehr so prickelnd war und er vor einem halben Jahr (also noch vor dem Urlaub) auch schon an Trennung gedacht hat. Wir haben uns dann mehr oder weniger auf die Trennung geeinigt. Er fing direkt an, unsere Sachen aufzuteilen (wohnen zusammen) und meinte dann, "na dann bist du ja nicht mehr "schatz", sondern (mein Name) für mich". Das tat natürlich weh. Ich hab es akzeptiert, weil die Entscheidung als Fremdküsser meiner Meinung nach einfach bei ihm lag, ob er damit leben kann oder nicht.
Ich habe dann am WE angefangen, alles für mich zu arrangieren (neue Wohnung etc.), weil ich so schnell wie möglich alles hinter mich bringen wollte. Trotz Schmerz und Leiden war ich dann gestern Abend so weit, dass ich sagen konnte, ein Neuanfang ist möglich. Als ich dann abends nach Hause kam, ist mein Freund auf einmal zusammengebrochen und meinte, dass das doch keine Trennung war. Dass die letzten drei Jahre schön waren, er nie an Trennung gedacht und das alles nur gesagt hat, weil er sauer war wegen dem Kuss. Dass ich seine Welt bin, die ihm jetzt entrissen wird. Dass er sich selbst dafür hasst, meine Bedürfnisse so ignoriert zu haben. Dass er mich nicht gehen lassen kann ohne eine zweite Chance. Er war so verzweifelt, so habe ich ihn noch nie gesehen. Er war natürlich auch entsetzt, dass ich die Zukunft nun schon weitergeplant hatte.
Ich denke, er wollte mir mit dem Gespräch eine Art Warnschuss geben und hat unterschätzt, dass ich dann wirklich konsequent das Ergebnis (die Trennung) umsetze. Ich glaube ihm, dass er das wirklich nicht wollte und die Trennung nicht geplant war. Ich weiß aber nicht, ob in dem Moment in mir nicht irgendetwas kaputt gegangen ist?!
So sehr ich es versuche, ich kann mich nicht für eine Seite (genereller Neuanfang oder Neuanfang der Beziehung) entscheiden. Eine Trennung auf Zeit ist so nicht möglich. Ich schwanke zwischen mich ausleben, alles machen dürfen/können und der Sicherheit und Geborgenheit einer langen Beziehung.
Gibt es von euch vielleicht einen Rat zum zukünftigen Verlauf? Einen Hinweis, was ich übersehe oder bedenken sollte?
Vielen lieben Dank für eure Zeit und euren Rat,
Kilbae