Eigentlich hatte ich schon nen genauen Plan was ich schreiben wollte, aber dann kam mir irgendwie "hmmm so klar ist das doch nicht".
Es ist mir nämlich jetzt im zweiten Gedankengang gar nicht so klar, was da eigentlich Integriert werden muss.
Aber im Bezug zu deinem Kommentar im "wie geschieht schamanische Heilung" gesehen kann ich es vielleicht so ausdrücken:
Ein "Folkloristischer Schamanismus" ist mir in dem Sinne so überhaupt nicht überliefert worden, noch hatte ich je Kontakt zu jemandem der mit sowas zu tun hat. Schamanismus ist für mich somit immer etwas gewesen, was sich aus und mit meinem Umfeld "zusammengefügt" hat, eben unserer Welt.
Ich habe zwar mal kurz den Ansatz verfolgt germanischen Kram zu integrieren, was sich aber schnell als sinnlos herrausstellte. Es war für mich unsinnig mir eine Mythologie, Tradition und Symbolwelt anzueignen die mir völlig fremd ist. Da ich auch meine Großeltern nie kennengelernt habe und meine Eltern alles andere als konservativ in solchen Dingen sind ist mir zusätzlich auch noch vorhandenes völkisches Brauchtum völlig fremd und bin ohne Religionsbezug aufgewachsen.
Darum brauchte ich auch in dem Sinne nie etwas in eine Welt integrieren, da mein Schamanismus ja aus ihr entspringt.
Um mal ein paar Punkte daraus zu nennen:
Es ist irgendwo alles ziemlich schlicht gehalten, ausführliches zeremonielles Tam-Tam wird nicht vollzogen. Ich würde mir bekloppt vorkommen mich in quetschbunte Indianerkluft zu schmeißen und die Geister der Himmelsrichtungen lauthals herbeizurufen. Nicht als Wertung gemeint, sondern das ist mir einfach fremd.
Spezielle Schamanen-Kleidung habe ich nicht.
Räucherungen sind nicht als "Opfergaben" an irgendwas zu verstehen, sondern als Mittel zum Zweck. Es gefällt der Nase, lockt die Geister an, verändert das Bewusstsein schonmal etwas durch die olfaktorische Konditionierung und reinigt Räume und Körper energetisch.
Ich habe mal bei einem "althippie" Ayahuascazeremonien mitgemacht, da waren elektrische Geräte nicht erlaubt. Ich habe mit Technik aller Art im rituellen Rahmen überhaupt kein Problem, im Gegenteil.
Da gehört es zur Vorbereitung schonmal dazu die Festplatte vom PC aufzuräumen, Virenscanner durchlaufen zu lassen usw.

Genauso keine ich keine scheu vor "Unnatürlichen Materialien". Niemals würde ich mir die "Schamanentrommel, gefertigt in alter Tradition von Raging Cock, spannbar durch Hitze und Wasser" kaufen. Ok, Trommelfelle aus Kunststoff halte ich zwar für ein Sakrileg, das allerdings nur aus klanglichen Gründen. Ich erwarte da ein professionelles Instrument, vernünftig stimmbar mit hervorragenden Klangeigenschaften, womit man auch mehr machen kann als mit nem Stock monoton draufzuhauen.
Für viele ja scheinbar ein Sakrileg, aber ja ich mache mit meinen schamanischen Instrumenten auch noch was anderes als nur den "Harner-Beat", kommt sogar richtig Musik bei raus

obwohl ich da zustimmen muss, die Musik die dabei rauskommt ist definitiv speziell, man kann damit nicht alles spielen, da weigern sich die Instrumente. Aber Musik generell als kreativer, magischer, Akt, am dem man sich auch gerne erfreuen darf steht absolut im Einklang mit den Instrumenten.
"Tock, Tock, Tock" ist btw. nicht der einzige Rhytmus, der Wirkung auf das Bewusstsein hat, sei nur mal so am Rande erwähnt

Ansonsten wird an Material genommen was richtig erscheint, ganz gleich ob das jetzt Holz, Metall oder Plastik ist.
Womit wir bei Musik wären. Das halte ich für immer noch Zeitgemäß, es ist ja nicht so, dass Musik heute etwas den Menschen völlig fremdes wäre. Erlaubt ist da was gefällt, muss aber sagen, dass ich auch ausgedehnte Phasen der Stille in Ritualen für wichtig halte. Vielleicht gerade weil Musik und generell Geräusche in unserer Kultur so allgegenwärtig sind ist Stille ebenso ein wunderbares Mittel.
Bewusstseinsveränderung durch Tanz spielt für mich persönlich keine Rolle.
Heilung von Anderen halte ich nicht für meine Aufgabe, Zentral ist Selbstheilung und die Befreiung des Bewusstsein. Ich sehe mich ganz und gar nicht als jemand, der für irgendeine Gruppe zuständig ist.
Ich nahm mehrfach das Wort Ritual in den Mund, oder besser gesagt auf die Tastatur. Diese spielen zwar eine Rolle, aber keine allzu große. Mein Ziel ist die Möglichkeit einer jederzeitigen Bewusstseinsveränderung. Dann dient das Ritual nur noch speziellen Vorhaben, welche präzise Lenkung verlangen.
Mythologie ist für mich im bezug auf meine schamanische Arbeit irrelevant.
So das waren erstmal alle Punkte die mir eingefallen sind,
es grüßt
Diablero