Hallo ihr Lieben,
das Thema kommt ja immer wieder hoch und trägt oft richtig absurde und wirlichkeitsfremde Blüten, deshalb möchte ich euch heute mal etwas aus meinen Erfahrungen dazu erzählen.
1.) Schamanismus und Geld.
Oft wird erzählt, daß in indigenen Kulturen sich Schamanen für ihre Tätigkeiten nicht entlohnen lassen. Das ist eine reine Behauptung, die in keiner einzigen schamanischen Kultur tatsächlich zu finden ist.
In den Jägerkulturen wird der Schamane vom Stamm mitversorgt, er braucht nicht selbst auf die Jagd zu gehen etc. und bekommt immer seinen Anteil.
Bei den Indianern wird der Schamane für seine Tätigkeit beschenkt, wobei diese Geschenke oft recht wertvoll sind, zB auch mal ein Schaf oder ein Rind.
Heute sind dies auch Geldgeschenke oder Schecks.
In Südostasien bekommen Schamanen *regelmäßig* von ihren Kunden kleinere Geldgeschenke... einfach so, auch wenn sie nicht seine Dienste in Anspruch nehmen.
In Westafrika bringt man dem Schamanen eine Opfergabe... und das ist etwas, was einem selbst sehr wertvoll ist.
Wenn Schamanen Schüler aufnehmen, erwarten sie während der gesamten Zeit, daß die Schüler Kost und Logis für sie übernehmen und auch Geschenke mitbringen.
In der modernen Zivilisation nehmen Schamanen Geld für ihre Dienstleistungen - weil das eben praktischer ist. Was sollen sie in ihrer Stadtwohnung mit Schafen und Kühen anfangen?
Ich finde dies persönlich auch in Ordnung, für das was ich alles lernen durfte, war der Gegenwert, den ich zahlte noch gering. Und schließlich zahle ich auch jedem Handwerker für seine Leistung einen Gegenwert - meinen eigenen Job mache ich auch nicht nur, weils soviel Spaß macht, sondern weil ich Geld verdienen will - um in unserer Gesellschaft leben zu können.
Ein richtiger Schamane wird also *immer* einen Gegenwert für seine Leistung fordern - und das hat auch noch einen anderen Grund:
2.) Balance und Schuld.
Schamanen sind immer bestrebt, die Dinge in Balance zu bringen, dazu gehört nicht nur die körperliche oder spirituelle Balance, sondern auch der energetische Ausgleich. Geld ist auch Energie - das weiß jeder, der es mit der Energie seiner Arbeit verdienen muß.
Wenn ein Schamane jetzt einem Kunden eine Leistung erbringt aber dafür keine Gegenleistung will, dann entsteht ein energetisches Ungleichgewicht.
Der Kunde hat das Gefühl, daß er dem Schamanen etwas *schuldet*.
Damit besteht aber eine energetische Abhängigkeit. Ihr kennt dies sicherlich, wenn jemand des öfteren etwas für euch tut, ihr euch aber dafür nicht "revanchieren" könnt - ihr habt das Gefühl, ihm etwas gutmachen zu müssen.
Um diese Dysbalance zu vermeiden, wird ein Schamane *immer* eine Gegenleistung fordern. Das muß kein Geld sein - das kann auch eine Dienstleistung sein oder etwas Symbolisches - es muß aber dazu geeignet sein, das Schuldgefühl aufzulösen und somit diese Abhängigkeit zu verhindern.
Ein Schamane wird niemanden abweisen, der nicht genug Geld hat, um seine Dienste in Anspruch zu nehmen - er wird alternative Möglichkeiten zur Entgeltung finden.
Ein Schamane, der seine Leistungen stets ohne Gegenleistung anbietet - den würde ich mir sehr kritisch und sehr genau ansehen, denn der verstößt im Prinzip gegen die fundamentalen energetischen Balance-Regeln und kann somit gar kein richtiger Schamane sein.
Die wenigen, die mir bisher begegnet sind und wirklich nichts wollten waren aber auch eher Übende... ihre "Bezahlung" wahr die Erfahrung und die Weiterbildung, die sie durch ihre Kunden erfahren durften.
2 Schamanen durfte ich auch kennenlernen, die sehr vermögend waren und die kein Geld verdienen mußten. Bei beiden hat sich aber tatsächlich so eine Art "Guru"-Bewußtsein entwickelt, sie hatten eine Anhängerschar in energetischer Abhängigkeit. Damit haben sie aber selbst den Pfad der Balance verlassen...
Darüber hinaus gibt es noch ein paar schamanisch Tätige, die aus ideellen Vorstellungen und aus ideologischen Gründen keine Gegenleistung wollen.
Die finden sich häufig im Kreis der "Indianerromantiker", können sehr schöne Zeremonien machen und es ist auch eine Freude, ihren Geschichten zuzuhören. Die haben auch ihren Platz, ich selbst gehe hin und wieder gerne in eine solche Gruppe, um die Seele baumeln zu lassen... da diese Arbeit gruppenbezogen ist und sie selbst Teil dieser Gruppe sind, ist dies auch keine Dsybalance. Der energetische Austausch findet in der Gruppe statt und ist somit ok. Doch auch während der klassischen Lakota-Schwitzhütte werden "Geschenke" erwartet.
Zum Schluß möchte ich noch eine Denkanregung an diejenigen geben, die meinen, alles umsonst bekommen zu müssen:
Überprüfe mal Deine persönliche Energiebalance. Ist Geben und Nehmen bei Dir ausgeglichen? Wie ist es in Deiner Partnerbeziehung? Im Freundeskreis?
Im Job? Warum glaubst Du, daß es eine schamanische Leistung nicht Wert ist, entlohnt zu werden? Warum kannst Du es Dir nicht leisten?
Geh den Fragen mal auf die Spur und Du wirst einige Hinweise finden, wie Du Deine eigene Balance besser erreichen kannst.
herzliche Grüße,
Don