Immer wieder werde ich gefragt, was denn der Unterschied zu naturheilkundlichem Heilen oder Geistheilung ist.
Deshalb möchte ich ein wenig drauf eingehen.
Grundlage des schamanischen Heilens ist der holistische Ansatz, daß alles mit allem verbunden ist und daß somit auch alles beseelt ist.
Jedes Ding besteht aus einer Information (Matrix), einer Seele (individuelle Signatur) und einem Körper (Struktur).
Bei höherentwickelten Wesen ist die Seele zu einem Bewußtsein fähig, sie bildet ein Ego aus.
Heilung im schamanischen Sinne bedeutet nun immer, ein Ungleichbewicht dieser 3 Anteile in ein Gleichgewicht zu bringen. Dazu gibt es viele, kulturell unterschiedliche Werzeuge und Methoden.
Ein Schamane diagnostiziert *keine* Krankheit - eine Krankheit existiert nicht, es gibt nur Symptome der Dysbalance.
Folglich werden also auch keine Krankheiten behandelt. Es werden vielmehr Veränderungen initiiert, denn diese Symptome haben ihre Ursache im eigenen Verhalten, Denken oder Fühlen.
Schamanisches Heilen ist also genaugenommen kein Ausüben der Heilkunde nach dem HPG: Es wird weder medizinisch diagnostiziert, noch prognostiziert, noch therapiert. Es ist auch keine Geistheilung (obwohl es der Einfachheit halber in D hier zugeordnet wird), denn ein Schamane arbeitet sehr wohl auch auf der körperlichen und psychologischen Ebene, nicht nur energetisch!
Zu den wichtigsten schamanischen Methoden gehören:
- Arbeiten in Trance /Ekstase
- schamanische Trommelreise (nach Harner, FSS und viele Spielarten davon)
- Seelenrückholung und Extraktion
- Cutting und Einsammeln von Energien (auch Rekapitulation)
- Arbeiten im Weltrad (Medizinrad, Zodiac, a chuíble m'hor ua.)
- schamanische Aufstellungen (systemische Aufstellungen, ähnlich wie V.Satyr oder B.Hellinger)
- schamanische Massagen (Meridianmassagen, zB Nuad Thai oder Lomi-Lomi)
- schamanische Reinigungen (Clearing&Cleansing von Wesen, Häusern und Plätzen, aber auch Rituale wie Schwitzhütte)
- Reintegration (Wiedereingliederung in der Natur, Elementearbeit)
- Empowerment (Krafttiere, Coaching etc.)
- Psychopompos (Begleitung beim Sterben und von Toten)
- Rituale und Zeremonien (für alle gesellschaftliche und religiöse Anlässe)
- Ethnobotanik (Arbeit mit den Meisterpflanzen, Devas, Schwingungsessenzen, Kräutern, Tees, Drogen etc.)
- Orakel (sehr viele unterschiedliche Techniken, zB Schamanensteine oder Bäume)
- große Heilrituale (Gruppenarbeit, zB Ho'oponopono, Voodoo, Bärenritual, Büffelritual, Bagara-Ritual, "weisse Eule", "Charons Raben uva.)
- Initiierungen (I.-Rituale, zB Visionssuche, Walkabout, Spiritqueste, Elementequeste, medicine walk)
- Flüche auflösen und Talismane erstellen (Amulette, Mojos, Medizinbeutel)
- Transformation (Psychologie des Wandels, Kreuzwege, Shapeshifting, uva.)
- Rat der Ahnen (oder Geister oder "Spirits" oder Fairies oder Los Muartas)
Es gibt natürlich noch viele weitere, deren Aufführung hier den Rahmen sprengen würde.
Die heutzutage bekanntesten schamanischen Richtungen dürften folgende sein:
- indigener Schamanismus, Ethnoschamanismus: das ist der Schamanismus, wie er in den heute noch existierenden schamanischen Gesellschaften praktiziert wird.
- Core-Schamanismus: ein eher wissenschaftlich/ethologisch orientierter moderner Schamanismus, wie er von M. Harner, der FSS und deren Schülern wie zB P. Uccusic oder C. Zumstein praktiziert wird. Es besteht hier kein kultureller Kontext, vermittelt wird sozusagen "Technik pur"
- New Age Schamanismus: basiert ursprünglich auf den Büchern von Castaneda, Wurzeln in den 70gern, Hippies und Althippies, bewußtseinserweiternde Drogen wie Peyotl, San Sedro, Fliegenpilz, LSD etc.
- Neoschamanismus: überwiegend indianisch geprägter Hobbyschamanismus für Weiße, die sich selbst als "inkarnierte Indianer" empfinden oder eben eine starke Verbundenheit mit den Menschen in den Tribes haben. Spielt sich bei uns zum Teil auch in der "Country-Szene" ab.
- nordischer Schamanismus, keltischer Schamanismus, gallischer Schamanismus: Versuche der Integration schamanischer Wurzeln aus dem eigenen Kulturgut. Während der nordische (oder germanische) Schamanismus sehr von der germanischen Götterwelt um Odin und Thor, Runen , Edda etc. geprägt ist und eher mystisch/praktisch orientiert in der Gruppierung "Asatru" aber teilweise auch der rechten Szene zugeordnet werden muss, ist der keltische Schamanismus überwiegend von den Überlieferungen der Inselkelten dominiert, wobei hier auch sehr viele romantische Elemente wie "Nebel von Avalon" eine Rolle spielen. Querverbindungen und Anlehnungen zu Wicca sind oft zu finden. Teilweise in Druidenorden organisiert, wobei ein Orden kein schamanisches Element darstellt.
Es finden hier immer auch Versuche statt, regionales Brauchtum zu integrieren.
- Stadtschamanismus: eine Sonderform, die sich aus dem hawaiianischen Schamanismus der Kahuna entwickelt hat. Sehr logisch, sehr praxisorientiert, modern, psychologisch. Elemente von HUNA finden sich auch in anderen Methoden wie zB NLP, Quantenheilung, Matrixtransformation etc. wieder.
so... ich hoffe, ihr seid noch nicht alle eingeschlafen über dem langen Text,
herzliche Grüße,
Don