Danke für den Thread Milan
Ich finde es vorteilhaft, für Nah-und Fernkampf gleichermassen gerüstet zu sein

Soweit ich das beurteilen kann, sind sich die Wege von Krieger (yep, die mit dem Kodex) und Schamanen sehr ähnlich, auch, oder gerade was die Ausbildung anbelangt.
Kampfkunst und der Umgang mit Waffen erlernt man nicht mal eben an einem Wochenende, da braucht es Jahre bis Jahrzehnte dazu. Es geht nicht nur darum, jede Bewegung perfekt zu beherrschen, sondern auch darum, seinen Geist, und seine Sinne zu schulen, wobei der 6.Sinn eine entscheidene Rolle dabei spielt. In den heutigen Kampfschulen werden oftmals nur noch die körperlichen Fähigkeiten gelehrt und trainiert, was den Ausdruck Kampfkunst zu Kampfsport werden lässt. Die Philosophie dahinter geht verloren.
Der Weg des Kriegers ist eine Weltanschauung, eine Lebensschule und ein Lebensweg... wie der des Schamanen auch.
Der Schamane ist zugleich Krieger, und es gab und gibt Krieger, die zugleich Schamanen sind.
Um auf die Waffen zurückzukommen:
Das Katana zum Beispiel:
Es nicht nur eine Waffe. Es wurde von seinem Träger, dem Samurai, mit grosser Ehrfurch und Respekt behandelt. Es galt als "Seele des Samurai". Schon die Herstellung ist eine Kunst und Wissenschaft an sich. Der hochkomplexe Prozess wurde von den Schwertschmieden unter strenger Einhaltung von traditionellen, rituellen und reinigenden Aspekten durchgeführt.
Einige Schwerten waren so berühmt, dass sie mit einem Namen versehen wurden und in die Geschichte Japans eingingen.
Ein Samurai trennte sich nur in aussergewöhnlichen Situationen von seinem Katana, nachts legte er es neben sein Kopfkissen.
Er griff nur dann zur Waffe, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gab, die vorschnelle Benutztung wurde als Dummheit angsesehen und mit Verachtung bestraft.
Im Vermächtnis eines mächtigen Kriegsherrn (Tokugawa Ieyasu) ist zu lesen:
"Die richtige Nutzung eines Schwertes besteht darin, die Barbaren zur Vernunft zu bringen, während es schimmernd in der Scheide ruht. Wenn es seine Scheide verlässt, kann es nicht als richtig eingesetzt gelten."
Im Iaido, der Kunst des Schwertziehens, ist die erste Bewegung, nämlich das Ziehen des Schwertes, schon eine Kampfhandlung, die richtig ausgeführt, tödlich sein kann. Das Ziel ist es, das Schwer so zu führen, dass zwischen Schwert und Schwertkämpfer eine Einheit entsteht.
Iaido ist Zen, wie nahezu alle japanischen Kampfkünste. Beim Zen geht es, kurz gesagt, darum, den Augenblick wahrzunehmen, sich als Einheit des Unsiversums zu erfahren, sich selber zu erkennen/ zu finden und sich weiter zu entwickeln.
Sorry, aber was das Thema japanische Waffen anbelangt, ist es mir kaum möglich, keine Ausschweifungen zu machen. Die gehören untrennbar dazu *g*
LG kuma