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04.01.2009, 20:09
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Zero I Jing Beitrag #17 (permalink)
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Draco-Nomade
Registriert seit: 30.03.2008
Ort: Língdeshìjiè
Beiträge: 2.091
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Wie kann man den jahrtausendalten Dao-Schamanismus aus einigen Worten heraus reflektieren? Und wo steht geschrieben, dass selbiger eine nach innen gerichtete Form der Praxis ist?
Tatsache ist, dass Fu Hi die Grundlagen des I Jing [Buch der Wandlungen] von einer Schildkroete empfangen hat. Die heutigen Schamanen, die in der Natur leben, bilden eine Symbiose mit der Mineral-, Pflanzen- und Tier-Welt.
Vor allen Dingen " Kraft-Tiere" haben in der Dao-Kultur ihre besondere Bedeutung. Ohne die Verbindung von innerer und aeußerer Welt waere die Dao-Kultur gar nicht denkbar.
Außerdem ist es gar nicht moeglich, sich eine Meinung zu bilden, nur weil gerade minimalistische Details vorgestellt werden.
Ein Dao-Schamane ist in seiner bescheidenen Art Schamane, Moench, Krieger und Heiler, waehrend das Orakel seine Wege und Pfade bestimmt. Er ist im klassischen Sinne auch Wanderer und Betrachter und befindet sich in stetiger Begleitung seiner " Kraft-Tiere".
Mit guten Gedanken
Anzeraq
Geändert von Anzeraq (04.01.2009 um 20:12 Uhr)
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04.01.2009, 20:31
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Zero I Jing Beitrag #18 (permalink)
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Draco-Nomade
Registriert seit: 30.03.2008
Ort: Língdeshìjiè
Beiträge: 2.091
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Yin / Yang
.  . .
Yin und Yang sind das Dao des Himmels und der Erde.
Sie sind der Ursprung aller Lebenwesen, Vater und Mutter der Erscheinung und des Verschwindens, Beginn und Ende der Produktion und der Destruktion.
Die Energie Yang sammelt sich oben und bildet den Himmel.
Die Energie Yin sammelt sich unten und bildet die Erde.
Yin ist die Ruhe, Yang ist die Bewegung.
Das Yang erzeugt die Dinge, und das Yin laeßt sie wachsen.
Das Yang zerstoert die Dinge, waehrend das Yin sie erhaelt.
Das Yang produziert die Energie, das Yin entwickelt die Gestalt.
Die maximale Kaelte verwandelt sich in Waerme, die maximale Waerme wieder in Kaelte.
Die Sonne ist durch Bewegung entstanden, die Erde durch Ruhe.
Die Phase des Verschwindens geht der Phase der Erscheinung voraus.
Die Phase der Erscheinung ist das Endstadium des Verschwindens.
So schwindet das Yin, um zum Yang zu werden; so verschwindet das Yang, um zum Yin zu werden.
Das "Dao der Wandlung" wird darum "Vater und Mutter der Metamorphose" genannt.
Das Yang kann ohne Yin nicht erzeugen, und das Yin kann ohne Yang nicht wachsen.
Der Himmel vermehrt mit dem Yang und waechst mit dem Yin.
Die Erde vermindert mit dem Yang und bewahrt mit dem Yin.
Das Yang erzeugt die Energie aller Lebewesen.
Die Energie des Menschen ist daher vom Yang erschaffen.
Das Yin erzeugt die Gestalt aller Lebewesen.
Die Gestalt des Menschen ist daher vom Yin erschaffen.
Durch seine Aktivitaet fließt das Yang auseinander; daher verwandelt es sich in Energie.
Durch seine Ruhe konzentriert sich das Yin; daher nimmt es Gestalt an.
Wird eine Bewegung erzeugt, so bildet sich das Yang.
Befindet sich die Bewegung auf ihrem Hoehepunkt, bildet sich das Yin.
Tritt die Ruhe in Erscheinung, so bildet sich Nachgiebigkeit.
Ist die Ruhe vollstaendig, so bildet sich Erstarrung.
Darum sagen die Alten: "Besser ist es, sein Handeln nicht ganz auf den Hoehepunkt zu treiben, sonst bleibt der Geist in der Medtiation nicht achtsam und verliert in der Bewegung die Kontrolle."
Die Energie der Erde fließt nach oben und verwandelt sich in Wolken; die Energie des Himmels fließt nach unten und verwandelt sich in Regen.
Im Menschen ist die Energie der Erde die Sexual-Kraft.
Auch wenn diese zum Himmel oder Scheitel aufsteigt, verwandelt sie sich in Wolken, und wenn sie in den Menschen verwandelt zurueckkehrt, befruchtet sie seinen gesamten Organismus.
Das I Jing drueckt dies symbolisch mit den Worten aus: "Die Wolken ziehn, der Regen faellt, und alle Wesen stroemen in ihre Gestalt."
Die Kreuzung des Yin und Yang des Himmels und der Erde fuehrt zu Phaenomenen, die "Aufstieg der Wolken" und "Herabfließen des Regens" genannt werden.
Dadurch vermehren sich alle Dinge und Wesen, und es entsteht eine Kraft, welche die Menschen zur Erkenntnis fuehrt.
In diesem Sinne wird ihnen die Wirkung von Erde und Himmel - von Yin und Yang - deutlich, denn was in der aeußeren Natur seinen Lauf nimmt, geschieht auch im Menschen selbst.
Der Mensch ist ein Erzeugnis von Erde und Himmel, von Yin und Yang.
Seine inneren Wandlungen entsprechen den aeußeren Wandlungen.
Wer es versteht, sich den aeußeren Wandlungen anzupassen, wird sich in Harmonie mit sich Selbst befinden. Mit guten Gedanken Anzeraq
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04.01.2009, 20:38
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Zero I Jing Beitrag #19 (permalink)
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Weite Schwingen
Sternzeichen:
Registriert seit: 27.02.2008
Alter: 47
Beiträge: 5.053
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Man beachte :
Zitat:
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So wie ich den DAO-Schamanismus hier gerade auffasse,. . . .
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Da ich aber kurz vorher auch fragte, wie es denn da wirklich aussähe. . . .so war meine Ansicht nicht vollständig und ich bin nun wirklich etwas schlauer !
So gesehen hat es doch sehr viel gemeinsam mit dem, was weltumspannend den Schamanismus ausmacht.
Grüße vom Milan
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04.01.2009, 22:10
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Zero I Jing Beitrag #20 (permalink)
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zwischen den Welten
Registriert seit: 17.10.2007
Ort: Auf'm Land
Beiträge: 2.815
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So hört sich der Dao-Schamanismus doch gleich viel symphatischer an.
Damit lässt sich was anfangen 
Wobei... die Sache mit Yin und Yang ist ja nicht neu.
Wie das mit den ersten Beiträgen zusammenhängt kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Aber sei's darum...
LG kuma
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04.01.2009, 22:36
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Zero I Jing Beitrag #21 (permalink)
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Earthbound
Registriert seit: 01.01.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 1.479
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Hi Anzeraq, unser Treffen hat mich wieder mit dem Tao in Verbindung gebracht. Nachdem ich jetzt auch einen Tao Schamanen kenne wird sich mir der Zugang zum I Ging leichter erschließen. Gibt es eine bessere Bearbeitung des Werkes als die von Richard Willhelm?
Ein Zitat des Tao Te King beschreibt auch sehr schön meine Einstellung zum Wirken des Schamanen: Himmel und Erde währen. Weil sie nicht Eigen leben / darum währen sie. Weil sie Un-Eigen leben / darum währt ihr Eigenstes. Also der Erwachte: Er tritt zurück und ist doch der Führende. Sich verschwendend gewinnt er sich. Nichts zu seinem Eigen erraffend Vollendet sich sein Eigenstes. Mit schamanischen Grüßen, Die Rattelsnake P.S.: Thank's for the song!
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05.01.2009, 05:51
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Zero I Jing Beitrag #22 (permalink)
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Draco-Nomade
Registriert seit: 30.03.2008
Ort: Língdeshìjiè
Beiträge: 2.091
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Zitat:
Zitat von Snake
Gibt es eine bessere Bearbeitung des Werkes als die von Richard Willhelm?
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Im Prinzip kann man keine Uebersetzung des I Jings als besser oder schlechter bezeichnen, denn jeder Autor entwickelt sein eigenes subjektives Verstaendnis.
Das Werk von Richard Wilhelm wird von vielen Menschen als Grundlage benutzt, denn er selbst hat ja bekanntlich den Großteil seines Lebens unter Dao-Meistern gelebt.
Ich selbst komme mit der Wilhelm-Ausgabe ganz gut klar. Als ich sie bekam, gab es in Deutschland keine anderen Werke, die man als Vergleich heranziehen konnte.
Da ich mein halbes Leben in der Dao-Kultur verbracht habe, ist mir inzwischen ein nutzbares Verstaendnis des gigantischen Dao-Kanon moeglich.
Alles waechst mit der Zeit, und man kann nichts erzwingen oder beschleunigen. Ich starte jeden Tag aufs Neue durch und sammel die wenigen Fragmente, die ich fuer den Augenblick benoetige.
Ein altes Sprichwort sagt: " Besser ist es, ein gutes Buch zehnmal zu lesen als zehn herkoemmliche Buecher einmal." Durch Wiederholung wird der Inhalt fuer mich zum geistigen Eigentum.
Mit guten Gedanken
Anzeraq
Geändert von Anzeraq (05.01.2009 um 05:55 Uhr)
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05.01.2009, 08:03
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Zero I Jing Beitrag #23 (permalink)
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Draco-Nomade
Registriert seit: 30.03.2008
Ort: Língdeshìjiè
Beiträge: 2.091
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Man darf das, worueber ich hier berichte, nicht so begrenzt sehen. Das I Jing wurde schon von vielen Menschen studiert und jeder konnte ihm auf seine eigene Art und Weise etwas abgewinnen.
Dazu gehoerten [und gehoeren] Schamanen, Wissenschaftler, Kuenstler, Mediziner, Wahrsager, Politiker sowie Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen.
Es spielt keine wesentliche Rolle, ob andere Menschen verstehen, wie man sich dem Buch der Wandlungen naehert.
Schließlich geht allein darum, zu sich selbst zu finden, und wer dabei das I Jing als Unterstuetzung benutzt, wird sicherlich reichhaltig belohnt.
Eigene Erkenntnisse koennen nur Denkanstoeße sein, nicht mehr und nicht weniger. Durch Akzeptanz anderer Lehren ruecken die Menschen dichter zusammen.
Was mich persoenlich zur Dao-Kultur gebracht hat, ist eine Tiefe in Beziehung zum inneren sowie aeußeren Menschen, wie ich sie in keiner anderen spirituellen Kultur gefunden habe. Doch:
Suum cuique, gell...
Mit guten Gedanken
Anzeraq
Geändert von Anzeraq (05.01.2009 um 08:23 Uhr)
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05.01.2009, 13:52
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Zero I Jing Beitrag #24 (permalink)
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Earthbound
Registriert seit: 01.01.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 1.479
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Hab Dank, mein mitteilungsfreudiger Dao-Schamane. Dein Wissen über das Tao scheint tiefgründig. Schön, dass wir uns hier treffen.
Man kann sich auf nichts verlassen, außer darauf, dass sich immer alles ändert.
Es grüßt die Rattelsnake
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