Liebe Emmie,
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Zitat von EmmieM
würde mich freuen, ein paar Gedanken und Assoziationen zum Hirsch zu bekommen. Für was, welche Eigenschaften, steht er, welche Bedeutung in Märchen hat er?
Ich hätte auch noch weitergehende Fragen dazu, weil er nicht "rein" als Tier auftrat, möchte dies jedoch sehr gerne auch per PN besprechen.
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Zitat von EmmieM
Keiner mit Hirschwissen? ...
Was hat Hirsch mit Christus / Christusenergie zu tun?
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der Hirsch ist auch in der Bildersprache des Westens dem zwölfblättrigen Herzchakra (anahata padma) zugeordnet.
Gleichwie Jesus mit den 12 Jüngern, so besitzt das Herzchakra 12 Blütenblätter.
Doch die Symbolik des Hirsches und der ihn umgebenden Erzählungen und Märchen ist viel älter. Sie bezieht sich auf einen archaischen Einweihungsweg / Weg der Erleuchtung.
In der Bibel ist sie nur sehr versteckt dargestellt im Evangelium des Lukas und der Apostelgeschichte, in bestimmten Psalmen von David und in den Erzählungen um David.
Eine wunderschön klare Erzählung (klar jedenfalls jedem Mystiker, der diesen Weg geht) von diesem Einweihungsweg ist übrigens Homers Odyssee.
Odysseus zeigt dabei den Yang-Anteil dieses Weges, während Penelope den Yin-Anteil symbolisiert.
Odysseus kommt in der Kraft des Hirsches und besiegt sämtliche Gefahren, unbeugsam, unerschrocken, unverletzlich, so wie auch das Sanskritwort "anahata" unbeschädigt, unangeschlagen, unverletzt bedeutet. Er stellt symbolisch auch den unerschrockenen Kriegertyp dar, der vom Hirsch sogar zum Pferd werden kann und in Gestalt eines Pferdes listenreich Troja erobert...
Seinen Sieg tritt er an, indem er - noch als Bettler verkleidet - den Bogenwettstreit gewinnt, wo er einen Pfeil durch 12 Ösen von Kriegsäxten hindurchschießt, ohne einen Ton, ohne eine Berührung, im Schweigen...
Dies entspricht dem vedischen Konzept des "anahata nad", des unangeschlagenen Tons..., oder der "Stimme der Stille".
Dieser Moment der Überwindung entspricht übrigens auch dem ersten apokalyptischen Reiter auf einem weißen Pferd, der einen Bogen in der Hand hält (Offenbarung 6, 1-2).
Ich habe es einmal in Gedichtform ausgedrückt:
Ursonne (21-10-2004)
Sonne aller Sonnen
Lichtquell allen Lichtes
Strom kristallnen Feuers
Sehnsuchtsvolle Stimme
Seelenflügel klingen
Ton, im Schweigen schwebend
Goldner Strahl im Herzen
Glut ins Blut gekommen
Auge, milde lächelnd
In Kurzform geben die alten Erzählungen vom "Verbrecher", der an einen Hirsch mit Handschellen angekettet auf seinem Rücken die Wälder durchstreifen muß, eine symbolische Odysseusgeschichte wieder.
Penelope zeigt den Weg der Hinde, also der Hirschkuh, auf, und sitzt im Körper bezogen auf das Chakrasystem im verborgenen Herz-
Chakra, dem Hridaya-Padma mit 8 Blütenblättern. Sehr schön zum Thema der Penelope sind allerdings die Davidspsalmen von 42 (beginnt mit: "Wie eine Hirschkuh lechzt nach frischem Wasser..."!!!) bis 64, die den Yin-Anteil der symbolischen "20 Jahre" zeigen, die Odysseus fern der Heimat ist, und wie die Yin-Kraft durch die gewaltige Sehnsucht entflammt.
Noch eine Ahnung von einem Teil dieses Einweihungswegs vermittelt übrigens auch die Oper von Carl Maria von Weber "Der Freischütz", wenn auch längst nicht so klar.
In der linguistisch esoterischen Sicht der Dinge zeigt sich ein Wandel von methodos (vorchristlich) zu methodeia...
Während methodos (Methode) noch neutral war, und das systematische Verfolgen eines Weges (im tiefsten Sinne die "Nachfolge Christi" im biblischen Sprachgebrauch) darstellt, wurde methodeia zu "List, Ränke" und dem Teufel zugeschrieben.
Wobei die Rolle des Teufels oder Widersachers (Satan - "Hinderer") in der Odyssee der Gott Poseidon übernimmt, während die Rolle des Listenreichen Odysseus selbst übernimmt. Interessanterweise muß Odysseus aber erst in das Reich der Phäaken reisen, die Poseidonkinder sind, und dann kann er nach Hause zurückkehren...
Und auch in der Zeit des Neuen Testaments entkommt man dem Bedarf an odysseushafter List / Klugheit nicht:
"Seid klug wie die Schlangen, aber ohne falsch wie die Tauben."
Nochmal zurückkehrend zu dem Hirsch selbst: Das Geweih ist symbolisch für die Herzensflammen, die in die oberen
Chakren durchschlagen und sie reinigen, gleich den Pfeilen des Odysseus, die die Freier töten.
Aus diesen Gründen sind Träume von Hirschen symbolisch für den Wiedergewinn spiritueller Freiheit. "der mit dem Hirsch läuft" war eine alte druidische Bezeichnung für den Überwinder in der Kraft des vereinigten Herzchakras (im hridaya), wenn also Yin und Yang beide im Herzenspalast anwesend sind.
Nunja, nur so ein paar Anregungen, wem sie auch dienen mögen. Ich hoffe, ich bin nicht zu weit abgeschweift.






