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Schamanismus

Schamanismus bedeutet, dass man über einen Schamanen Kontakt zur Welt der Geister oder Götter aufnimmt. Trancezustände und rituelle Handlungen wie tanzen, trommeln, meditieren gehören zum Schamanismus. Kläre hier Deine Schamanismus – Fragen!


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Alt 16.03.2011, 08:10   Wie der Rabe das Licht brachte Beitrag #1 (permalink)
Arys
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Registriert seit: 13.09.2010
Ort: München
Beiträge: 163
Wie der Rabe das Licht brachte

Eine meiner Meinung nach sehr lehrrecihe Sage der Inuit, die auch deutlich macht, warum der Rabe als Sonnenvogel gilt:


In den ersten Tagen spendeten, wie jetzt, Sonne und Mond das Licht. Dann aber wurden Sonne und Mond weggenommen und die Menschen blieben auf Erden lange Zeit ohne jedes andere Licht, als den Schimmer der Sterne. Ohne jeden Erfolg versuchten die Zauberer ihre größten Kunststücke, doch die Finsternis hielt an. In einem Dorf am Yuson lebte ein Waisenknabe, der immer mit den Dienstleuten auf der Bank am Hauseingang saß. Die anderen Leute hielten ihn für närrisch und jedermann verachtete und misshandelte ihn. Nachdem sich die Zauberer furchtbar, aber erfolglos, angestrengt hatten, Sonne und Mond zurückzuschaffen, verspottete sie der Knabe und sagte: “Was für feine Zauberer müsst ihr doch sein, da ihr nicht einmal imstande seid, das Licht wieder herbeizuschaffen, wenn sogar ich das tun kann."

Darauf wurden die Zauberer sehr ärgerlich, prügelten ihn und warfen ihn aus dem Haus. Dieser arme Waisenknabe war nun wie jeder andere Knabe, aber wenn er ein schwarzes Kleid, das er hatte, anzog, wurde er in einen Raben verwandelt und blieb ein solcher, bis er das Kleid wieder ablegte .
Nachdem die Zauberer den Knaben aus dem Haus geworfen hatten, ging er im selben Dorf ins Haus seiner Tante und erzählte ihr, was er ihnen gesagt und wie sie ihn geschlagen und hinausgeworfen. Dann bat er sie, ihm doch zu sagen, wo die Sonne und der Mond hingekommen seien, denn er wolle ihnen nachgehen.
Sie behauptete, nicht zu wissen, wo sie versteckt wären, aber der Knabe sagte: “Nach deinem fein genähten Kleid zu schliessen, weisst du sicher, wo sie sind, denn du hättest nie genug sehen können, es so zu nähen, wenn du nicht wusstest, wo das Licht ist.” Nach Langem überredete er endlich seine Tante und sie sagte zu ihm: “Gut, wenn du das Licht finden willst, musst du deine Schneeschuhe nehmen und weit nach Süden gehen zu einem Platz, den du schon erkennen wirst, wenn du dort bist.” Der Rabenjunge nahm sofort seine Schneeschuhe und brach nach Süden auf. Viele Tage wanderte er und die Finsternis blieb immer gleich. Nachdem er schon einen weiten Weg zurückgelegt hatte, sah er weit vor sich einen Lichtblitz, was ihn sehr ermutigte. Als er weitereilte, leuchtete das Licht wieder heller auf als vorher, und dann verschwand und erschien es abwechselnd. Schliesslich kam er an einen großen Hügel, dessen eine Seite in vollem Licht stand, während die andere in finstere Nacht getaucht schien. Vor sich, direkt am Hügel, bemerkte der Knabe eine Hütte und in ihrer Nähe einen Mann, der von ihrer Vorderseite Schnee wegschaufelte.
Der Mann warf den Schnee hoch in die Luft und so oft er das tat, verdunkelte sich das Licht, so entstand der Wechsel von Licht und Dunkelheit, den der Knabe beim Herannahen gesehen hatte. Dicht hinter dem Haus sah er das Licht, das zu suchen er ausgegangen war, wie einen grossen Feuerball. Dann blieb der Knabe stehen und überlegte, wie er das Licht und des Mannes Schaufel erlangen könnte.
Nach einiger Zeit ging er dann zu dem Mann hin und sagte: “Warum wirfst du den Schnee in die Luft und entziehst unserem Dorf das Licht?” Der Mann hielt inne, sah auf und sagte: “Ich räume nur den Schnee vor meiner Türe weg und ich entziehe kein Licht. Aber wer bist du und von wo kommst du?” “Es ist so finster in unserem Dorf, dass ich dort nicht leben will, und so bin ich gekommen, um bei dir zu bleiben“, sagte der Knabe. “Was? Für immer?” fragte der Mann. “Ja!” antwortete der Knabe. Darauf der Mann: “Also gut; komme mit mir ins Haus.” Und er steckte die Schaufel in den Boden und gebückt ging er durch den unterirdischen Eingang voran ins Haus und ließ, nachdem er hindurchgegangen war, in der Meinung, der Knabe sei hinter ihm, den Vorhang vor der Tür herunterfallen.
Im Augenblick, als hinter dem Mann, der eingetreten war, die Türklappe herunterfiel, packte der Knabe den Feuerball und steckte ihn in die Aussenfalte seines Pelzes; dann nahm er noch die Schaufel in die Hand und lief nach Norden weg und rannte so lange, bis seine Füße müde waren. Dann erinnerte er sich seines Zaubergewandes, verwandelte sich in einen Raben und flog so rasch ihn seine Flügel nur trugen, davon. Hinter sich hörte er das entsetzliche Gekeife und Geschrei des Mannes, der ihm rasch folgte. Als der alte Mann merkte, dass er den Raben nicht einholen konnte, schrie er: “Zum Donnerwetter! Behalte meinetwegen das Licht, aber gib mir meine Schaufel wieder!
Darauf antwortete der Knabe: “Nein, du hast unser Dorf ganz verfinstert und sollst daher auch deine Schaufel nicht haben.” Und der Rabe flog weiter und ließ ihn zurück. Auf seinem Heimweg brach der Rabe ein Stück vom Licht ab und warf es aus, und so wurde es wieder Tag. Dann zog er wieder lange Zeit im Dunkeln weiter, warf dann wieder ein Stück Licht weg, es wurde wieder Tag. So tat er abwechselnd, bis er in seinem Heimatdorf vor dem Haus anlangte, wo er das letzte Stück wegwarf. Dann betrat er das Haus und sagte: “Also, ihr unnützen Zauberer, ihr seht jetzt, dass ich das Licht zurückgebracht habe und es wird von an hell sein und dann wieder dunkel: Tag und Nacht.” Und die Zauberer konnten ihm nichts antworten.
Daraufhin ging er hinauf aufs Eis, denn sein Haus lag an der Küste und ein großer Wind kam auf und trieb ihn mit dem Eis über die See zum Land an der jenseitigen Küste. Dort fand er ein Dorf, nahm aus seiner Bewohnerschaft eine Frau und lebte mit ihren Leuten, bis er drei Töchter und vier Söhne hatte. Mit der Zeit wurde er sehr alt und erzählte seinen Kindern, wie er ins Land gekommen und, nachdem er ihnen aufgetragen, wieder in jenes Land zu ziehen, woher er gekommen, starb er.


Die Kinder des Raben zogen fort, wie er ihnen aufgetragen hatte und gelangten schließlich in ihres Vaters Land. Dort wurden sie in Raben verwandelt und ihre Nachkömmlinge verlernten, wie sie sich in Menschen verwandeln könnten, und so gibt es bis zum heutigen Tag Raben.


Im Dorf des Raben folgen Tag und Nacht einander, wie er gesagt hatte, dass es geschehen werde und die Länge der einzelnen blieb ungleich, da der Rabe manchmal lange Zeit ohne Licht auszuwerfen gewandert war und dann wieder in kürzeren Zwischenräumen das Licht ausgeworfen hatte, so dass die Nächte sehr kurz waren, und so ist es auch geblieben.
Märchen der Inuit (Nordamerika)



Leider war nicht ersichtlich, wer den Text in dieser Fassung geschrieben hat, deshalb kann ich nur unvollständiges Copyright angeben, falls überhaupt eines zu nennen sein sollte.
Also, alle Rechte liegen beim Autor und nicht bei mir.


Liebe Grüße an euch!
Arys
Arys ist offline  
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Alt 16.03.2011, 09:35   Wie der Rabe das Licht brachte Beitrag #2 (permalink)
_Willow_
Auf der Durchreise
 
Benutzerbild von _Willow_
 
Sternzeichen: Stier
Registriert seit: 08.10.2010
Ort: Viersen
Alter: 34
Beiträge: 678
Hallo Arys,

wirklich schön, vielen Dank.

LG Willow
_Willow_ ist offline  
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