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03.06.2007, 21:06
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Gemeinsamkeiten/Unterschiede - Christusbewusstsein und Buddhanatur? Beitrag #1 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Gemeinsamkeiten/Unterschiede - Christusbewusstsein und Buddhanatur?
Wie ähnlich sind sich eigentlich Christusbewusstsein und Buddhanatur?
Gibt es tiefgreifende Unterschiede?
Wo liegen die Gemeinsamkeiten?
Man hört und liest immer wieder von diesen Begriffen und sie ähneln sich in gewisser Weise, aber eine klare Abtrennung wäre wirklich interessant.
Oder gibt es die nicht?
Sind sich die Begriffe ähnlich genug um sie je nach empfinden verwenden zu können?
Was definiert diese Begriffe?
Mein erstes Thema^^
Grüße Shuichi
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03.06.2007, 21:41
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Gemeinsamkeiten/Unterschiede - Christusbewusstsein und Buddhanatur? Beitrag #2 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 01.06.2007
Beiträge: 44
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Zitat:
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Zitat von Shuichi
Wie ähnlich sind sich eigentlich Christusbewusstsein und Buddhanatur?
Gibt es tiefgreifende Unterschiede?
Wo liegen die Gemeinsamkeiten?
Man hört und liest immer wieder von diesen Begriffen und sie ähneln sich in gewisser Weise, aber eine klare Abtrennung wäre wirklich interessant.
Oder gibt es die nicht?
Sind sich die Begriffe ähnlich genug um sie je nach empfinden verwenden zu können?
Was definiert diese Begriffe?
das Christusbewußtsein ist
Mein erstes Thema^^
Grüße Shuichi
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Liebe Shuichi,
das Christusbewußtsein ist der "innere Gott" - das "Ich bin" - die Buddhisten nennen es "Buddhanatur" - die Hindus "Atman"
Sie beziehen sich alle auf die Wahrheit, die ich bin.      
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06.06.2007, 17:40
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Gemeinsamkeiten/Unterschiede - Christusbewusstsein und Buddhanatur? Beitrag #3 (permalink)
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Banned
Sternzeichen:
Registriert seit: 23.02.2007
Ort: Am Ufer vom stillen See
Alter: 26
Beiträge: 140
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Buddha und Jesus haben verschiedene Ansätze. Immer wenn ein Meister in ein bestimmtes Umfeld geboren wird, entwickelt er sich entsprechend zum Umfeld, ebenso nimmt sein Bewusstsein verschiedene Farben an.
Jesus wurde geboren in ein monotheistisches Gesellschaftssystem, dass vom Judentum dominiert wurde. Die "religiösen" Hierarchien waren damals ähnlich dogmatisch und erstarrt, wie die in der heutigen Christenheit, die Jesus quasi jeweils für sich beansprucht. Jesus selbst war Jude. Aus diesen Vorbedingungen heraus hat Jesus zum Beispiel "Gott" als Konzept, allumfassende Person und Quelle gefühlt und entsprechend gelehrt. Der Überbau "Gott" war in seinem Bewusstsein nicht störend sondern nur noch nicht in Wahrheit im Herzen derer, denen er als Meister diente, zur Entfaltung gelangt. Jesu Bewusstsein unterscheidet sich ganz wesentlich von dem, das die heutigen Pächter seines Namens kennen.
Buddha entsteht in einem ganz anderen Kontext. Das religiöse pluralistische Indien und jene Strömungen, die damit in Verbindung stehen, haben ein sehr ausgeprägtes Kollektivbewusstsein. Man könnte sagen, der Inder ist in seinem Empfinden eher eine Ameise im Ameisenhaufen als ein Elefant in einer Herde. Dementsprechend vielgestaltig zeichnet sich auch die Götterwelt des Hinduismus (den es so eigentlich gar nicht gibt), Vishnuismus etc. ab. Es ist bunt, vieleicht überladen aber vor allem in weiten Teilen recht gegenständlich. "Religiöse" Inder leben mit den Göttern wie mit ihren Haustieren ganz selbstverständlich im selben Haus. Buddha empfand die geistlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse und das heuchlerisch, heilige Getue als so überladen, dass er zum Beispiel an den bereits existierenden Göttlichkeiten keinen Gefallen fand und einen eigenen Weg suchte. In seiner Erleuchtung erlebte er, dass der gesamte Überbau eigentlich überflüssig ist. Spätestens dann, wenn er derartig erdrückend ist, wie die indischen spirituellen Strömungen. Also ging er den Weg des Nicht-Benennens. Das Bewusstsein ist mit allem ausgestattet, was es braucht, da muss keiner Worte und Konzepte erfinden. Was dann seine Schüler daraus gemacht haben, ist das, was sie verstanden haben und das, was für sie wichtig war.
Darin liegen die beiden Unterschiede im Bewusstsein. Die Sache ist die: Wenn ich sage: "Gott existiert" ist das genauso stupide und dumm, als wenn ich sage "Gott existiert nicht". Es sind Käfige, in die wir die Dinge sperren. Doch manchmal brauchen wir Käfige, um Kraft für ein Leben in Freiheit zu sammeln. Ebenso ist es unpassend, zu sagen, die beiden wollen doch das Gleiche und ist doch eh alles das gleiche Ziel usw. Das ist eben der gleiche Dogmatismus aus der esoterischen Richtung.
Es sind zwei Wege der Hingabe. Es sind Wege, deren Ziel man nicht kennt, es sind Wege, die man gehen lassen muss und gleichzeitig geht, es sind Angebote an die innerste Existenz oder die innerste Nichtexistenz...
Wenn etwas existiert und ich sage "es existiert", töte ich es...
Wenn etwas existiert und ich sage "es existiert nicht", töte ich es auch...
Ich gebe Buddha und Jesus jeweils eine Zwiebel in die Hand und bedeute ihnen, sie sollen sie schälen. Sie schälen und schälen, die Zwiebelhäute fallen und fallen... Am Ende frage ich sie, was sie in der Hand halten:
Jesus antwortet: "Gott" Buddha antwortet: "Eine Zwiebel"
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17.06.2007, 05:06
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Gemeinsamkeiten/Unterschiede - Christusbewusstsein und Buddhanatur? Beitrag #4 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 17.06.2007
Ort: köln
Beiträge: 2
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Buddhanatur, Jesuserfahrung
Man kann das nicht so einfach vergleichen. Begrifflich sind es aus ihrem jeweiligen Kontext heraus eventuell (je nach individueller Erfahrung) verschiedene Phänomene.
Während man im Christentum ja an eine Schöpferexistens glaubt, also an ein Wesen, welches die Welt erschaffen hat, gibt es so ein Schöpferwesen im Buddhismus nicht.
Im Buddhismus ist alles schon immer da gewesen und das bleibt auch so. Das was wir "normalerweise" Wahrnehmen, ist nach buddhistischer Betrachtung eine stetiger Veränderung unterworfene, in gegenseitiger Abhängigkeit bestehende, Illusion der Wirklichkeit. Das einzige was dem nicht unterworfen ist und auch ewig "unbefleckt" bleibt, ist Buddha, der Erleuchtungszustand, Nirvana!
Die klare Geisteshaltung, die uns allen inne ist, aus der heraus man die Wirklichkeit als das wahrnimmt was sie ist (das stetig veränderliche, leiderfüllte Samsara) und aber genau darin auch den "befreiten" Zustand erkennt (Nirvana), und somit unsere gewohnte dualistische Sicht der Dinge auflöst, ist unsere Buddhanatur!
Es gibt allerdings auch eine Menge unterschiedlicher buddhistischer Richtungen, die sich in den Mitteln unterscheiden!
Für mich ist es aber (fast) dasselbe, da ich Shinbuddhist bin und die dem Christentum etwas ähneln 
Ausserdem, wie gesagt, wenn der Dualismus "verschwindet", gäbe es nichts mehr zu unterscheiden  . Deswegen unterscheidet man auch zwischen relativer "dualistischer" Ebene (die auf welcher wir uns hier begegnen) und absoluter "undualistische" Ebene (auf der es sinnlos wäre, sich rein verbal über solche Dinge auszutauschen) 
Alles klar soweit 
namu amida butsu
Geändert von sugo (17.06.2007 um 05:13 Uhr)
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