Neues Testament [Bearbeiten] aus Wikipedia, ich war zu faul es selbst zu schreiben....
Das Motiv einer Jungfrauengeburt Jesu fehlt in den meisten, darunter den ältesten und jüngsten, Schriften des
Neuen Testaments. Die
Paulusbriefe erwähnen es nicht. Nach
Gal 4, 4
EU wurde Jesus „von einer Frau (griechisch
gynaika) geboren“; auch
Offb 12, 1.5
EU spricht von seiner Geburt aus einer „Frau“. Nach
Röm 1, 3
EU stammte er aus dem „Samen Davids“. In
Joh 1, 45
EU nennt ein Jünger Jesus nach Erkenntnis seiner Messianität „Sohn Josefs“,
Joh 7, 42
EU betont, der Messias stamme von David ab.
Das
Markusevangelium nennt Jesus von Beginn an
Sohn Gottes (Mk 1,1), berichtet aber weder von seiner Geburt noch nennt es Maria „Jungfrau“.
Mk 1, 11
EU betont stattdessen die göttliche Erwählung des erwachsenen Jesus bei seiner
Taufe mit Anspielung auf Hos 11,1 und 2Sam 7,14:
Du bist mein geliebter Sohn.... Jesus vertritt demnach das bereits erwählte Volk Israel und verkörpert als designierter Messias Gottes neue Befreiungstat an diesem Volk. Nach Mk 6,3 hatte er leibliche
Geschwister und war in Nazaret als „Sohn der Maria“ bekannt.
Nur
Mt 1, 18-25
EU und
Lk 1, 26-35
EU thematisieren die Jungfrauengeburt Jesu im Kontext von anderen Geburtsgeschichten, darunter zwei
Vorfahrenlisten. Diese väterlichen Stammlinien betonen Jesu Herkunft aus dem erwählten Volk Israel und führen bis zu Josef, umgehen sprachlich jedoch Jesu Zeugung durch diesen:
„Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird.“
– Mt 1, 16 EU
„Man hielt ihn für den Sohn Josefs.“
– Lk 3, 23 EU
Danach versucht Mt zu erklären, dass Jesus der Messias sei, obwohl er nicht leiblich von König
David abstamme. Der Davidnachfahre Josef habe ihn adoptiert, um seine offenbar von einem Anderen geschwängerte Frau nicht zu beschämen und zu verstoßen. In Wahrheit habe Gott seine Zeugung vom Heiligen Geist lange geplant.
Mt 1, 23
EU zitiert als biblische Verheißung dazu Jes 7,14 nach der Septuaginta, jedoch futurisch und mit dem Zusatz der Namenserklärung:
„Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“
Dies habe sich wörtlich erfüllt, da Josef vor Jesu Geburt keinen Geschlechtsverkehr mit Maria geübt habe (Mt 1,25).
Eine im 4. Jahrhundert entstandene NT-Handschrift, der
Codex Syriacus Sinaiticus, bietet zu Mt 1,16.21.25 den abweichenden Wortlaut:
[11] „Joseph, mit welchem die Jungfrau Maria verlobt war, zeugte Jesus, der der Christus genannt wird. [...] Sie wird dir einen Sohn gebären. [...] Sie gebar ihm einen Sohn.“
Aber auch diese Handschrift weist in den Versen Mt 1,18.20.23 auf die Jungfräulichkeit Marias bei Jesu Geburt hin.
In Lk 1,26ff kündigt ein
Engel Maria die Geburt des Messias an. Auf ihre Rückfrage, wie das bei einer sexuell unberührten Frau möglich sei (v.34), weist der Engel auf die Schöpfermacht des Heiligen Geistes hin (v.35). Dies überbietet Gottes analoges Eingreifen in das Leben der Freundinnen Marias (v.36ff.). Im Gegensatz zu
Zacharias (v.18ff.) habe Maria die Engelsbotschaft im gehorsamen Glauben angenommen (v.38). Darauf wird sie selig gepriesen (v.45) und dankt Gott mit einem Lobpsalm für die Gnade der Messiasgeburt (v.46–55).
Beide Geburtsgeschichten enthalten gemeinsame Motive:
- Josef und Maria sind verlobt, nicht verheiratet,
- Josef ist Nachkomme König Davids,
- ein Engel kündigt Jesu Geburt an,
- dieser wird durch den Heiligen Geist empfangen bzw. gezeugt,
- er ist Gottes Sohn mit einem unüberbietbaren, endgültigen Auftrag Gottes für ganz Israel und alle Menschen.
So stellen die Evangelisten Marias Jungfräulichkeit ganz in den Rahmen theologischer Aussagen zu Jesu Identität und Sendung: Er werde sein Volk von seinen Sünden erlösen (Mt 1,21), er sei der einzige und einzigartige Sohn Gottes (Lk 1,35) und Herr (Lk 1,43). Ihre folgenden Berichte über Jesu Wirken spielen jedoch nirgends auf seine Jungfrauengeburt an. Texte wie Mt 12,46–50, Lk 2,22–52 und Joh 2,1–11 sprechen unbefangen von Jesu Eltern und distanzieren ihn zugleich von ihnen.