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Religion, Glauben & Spiritualität

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Alt 26.02.2007, 10:02   Zur Wiederkunft Christi: 1933 aus anthroposophischer Sicht Beitrag #1 (permalink)
MHA
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Beiträge: 12
Zur Wiederkunft Christi: 1933 aus anthroposophischer Sicht

Zur Wiederkunft Christi: "1933 – aus anthroposophischer Sicht"



1933 trat Adolf Hitler auf den Plan der Weltpolitik ("Machtergreifung"), ein ehemaliger Gefreiter, aus dem 1. Weltkrieg, dem man seinerzeit noch mangelnde Führungseigenschaften attestiert hatte. Die anschließende Wandlung von Hitler vom Gefreiten ohne Führungseigenschaften zum volksverhetzenden, antisemitischen, das deutsche Volk zum Rassenhaß aufstachelnden 'Führer' ist nach anthroposophischer Auffassung nur durch dämonische Besetzung zu erklären. Hitler wurde ein Sorat-Medium. Hitler ist in der Tat als ein dämonisch besessener Mensch anzusehen, als das Auftauchen des "Tiers aus dem Abgrund"; welches Steiner im Priester-Apokalypsekurs (GA 346, Vortrag vom 20.9.1924) für 1933 angekündigt hatte.

Johannes Tautz (Der Eingriff des Widersachers, 1977, S. 14) spricht von dem "Reichstagsbrand"; als der "Ouvertüre zu den zwölf Jahren. Sie enthält in zeichenhafter Einzelerscheinung das Motiv der Feuersbrunst, das im letzten Akt des Dramas den ganzen Horizont des Schauplatzes beherrschen wird. (...) Ein Ventil ist gezogen, und eine ganze Welt lauernder Untergangsgeister bricht herein, bemächtigt sich der getrübten Bewußtseine und wirkt vernichtend in unkontrollierten Triebhandlungen und halb-schizophrenen Zwangstaten."

Das getrübte Bewußtsein bei gleichzeitiger Heilseuphorie ist nach anthroposophischer Auffassung bezeichnend für den Einbruch dämonischer Kräfte. Deutschland, das Volk mit einem schwachen Immunsystem gegen solche Verführungen, wie Rudolf Steiner und andere im Rahmen einer Volksseelenkunde ausführen (Vgl. Literaturhinweis: Amnon Reuveni), war wie geschaffen für den Einbruch des "Tiers aus dem Abgrund", welches Hitler dämonisch besetzt hielt und ihm nach seiner Machtergreifung ermöglichte Deutschland, das Land der Dichter und Denker, kulturell, politisch und kriminell in den Abgrund zu führen, der im Holocaust gipfelte und dem erst die Alliierten ein Ende machen konnten. Denn eigene Versuche aus dem deutschen Volke Hitler unschädlich zu machen, scheiterten auf rätselhafte Weise.

Gerade in der Zeit von 1930 bis 1940 sollte sich nach Rudolf Steiner verstärkt die Möglichkeit ergeben, den ätherischen Christus zu schauen. Der ätherische Christus ist nach anthroposophischer Auffassung der Terminus zur Umschreibung der Wiederkunft Christi. "Die ersten Anzeichen von diesen neuen Seelenfähigkeiten, die werden sich in vereinzelten Seelen schon verhältnismäßig bald bemerkbar machen. Und sie werden sich deutlicher zeigen in der Mitte der dreißiger Jahre unseres Jahrhundert, ungefähr in der Zeit zwischen 1930 und 1940. Die Jahre 1933, 1935 und 1937 werden besonders wichtig sein. Da werden sich am Menschen ganz besondere Fähigkeiten als natürliche Anlagen zeigen" (GA 118, S. 25). Aus anthroposophischer Sicht ist damit ein übersinnliches Schauen des Christus gemeint, entsprechend dem Bibelwort: "Dann wird der Menschensohn den schauenden Seelen erscheinen in den Wolken des Ätherreiches, umkraftet von den bewegenden Weltenmächten, umleuchtet von den Geistern der Offenbarung" (Lukas 21,27 in der Übersetzung von Emil Bock). Der anti-christliche Impuls des Sonnendämons Sorat, sollte aber Hitler inspirieren, dieses Schauen durch die bekannten historischen Ereignisse (1933, 1935, 1937) unmöglich machen. Da haben wir den Impuls des Antichristen, der das Schauen des ätherischen Christus verhindern will. -

Eine andere anthroposophische Anschauung, insbesondere repräsentiert durch den Autor Christoph Lindenberg, ist der Auffassung Nationalsozialismus und Okkultismus hätten nichts miteinander zu tun, der Nationalsozialismus sei vielmehr allein aus der wirtschaftlichen und politischen Misere ("politisches Vakuum") jener Zeit erklärbar.

Als nichtanthroposophische Quelle zu dem Geschehen gilt Albrecht Haushofer (Moabiter Sonette, S. 46). Er war der Sohn von Karl Haushofer, welcher Hitler bei der Ausarbeitung von "Mein Kampf" unterstützte. Albrecht Haushofer schrieb dazu folgendes Gedicht:

DER VATER

Ein tiefes Märchen aus dem Morgenland erzählt uns, daß die Geister böser Macht gefangen sitzen in des Meeres Nacht, versiegelt von besorgter Gotteshand,

bis einmal im Jahrtausend wohl das Glück dem einen Fischer die Entscheidung gönne, der die Gefesselten entsiegeln könne, wirft er den Fund nicht gleich ins Meer zurück.

Für meinen Vater war das Los gesprochen. Es lag einmal in seines Willens Kraft, den Dämon heimzustoßen in die Haft.

Mein Vater hat das Siegel aufgebrochen. Den Hauch des Bösen hat er nicht gesehn. Den Dämon ließ er in die Welt entwehn.


Diese anthroposophische Deutung dieses Ereignisses wird leider vielfach angeweifelt, zumal auch die Übersetzung des Neuen Testaments durch Emil Bock umstritten ist. Allerdings lassen sich auch in anderen Übersetzungen des
NT entsprechende einschlägige Passagen finden.

Literatur:

Rudolf Steiner: Apokalypse und Priesterwirken (GA 346);
Rudolf Steiner: Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt (GA 118);
Johannes Tautz: Der Eingriff des Widersachers, 1977;
Pietro Archiati: Die Weltreligionen, 1997, S. 161 - 164;
Dieter Schäfer: Der Christus-Diener und das Sorat-Medium. In: NOVALIS 12/1 1999/2000, S. 70 - 75;
Karl Heyer: Wesen und Wollen des Nationalsozialismus, 1991;
Michael Kalisch: Das Böse. Polarität und Steigerung, 1998;
"Rudolf Steiner über den Nationalismus. Geisteswissenschaftliche Hinweise", zusammengestellt und kommentiert von Karl Heyer, 1993;
Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette, dtv, 1976, S. 46;
Amnon Reuveni: Im Namen der "Neuen Weltordnung", 1994, S. 127 - 131;
Das Neue Testament, in der Übersetzung durch Emil Bock, Stuttgart 1999;
Hans-Werner Schroeder: Von der Wiederkunft Christi heute. Verheißung und Erfüllung, Stuttgart 1991;
Robert A. Powell: "Das größte Geheimnis unseres Zeitalters". Gedanken zur Wiederkunft des Christus, Stuttgart 1999;
Die Zeit der Wiederkunft. Christus begegnen, Kiel 1988;
Valentin Tomberg: Die vier Christusopfer und das Wiedererscheinen des Christus im Ätherischen, Schönach/Bodensee 1994;
Wolfgang Garvelmann: Ich bin bei euch. Christuserfahrung heute, Dornach/Schweiz 1994;
"Sie erlebten Christus". Berichte aus einer Untersuchung des Religionssoziologischen Instituts Stockholm durch G. Hillerdal und B. Gustafsson, Basel 1980.

Als Gegenmeinung:

Christoph Lindenberg: Die Technik des Bösen. Zur Geschichte und Vorgeschichte des Nationalsozialismus, 1979. "

Weblink:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Haushofer Das Verhängnis Karl Haushofers


(Michael Heinen-Anders).
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