Zweiter Teil
So, nachdem ich die drei Hauptillusionen angeschnitten habe kommen nun die 7 anderen Illusionen, die sich aus den ersten drei ergeben.
Mangel
Die Illusion des Mangels resultiert aus der Illusion der Trennung. Da Trennung und Mangel nicht als Illusion erkannt werden ist der Mangel für viele Menschen Realität. Es ist also (wie schonmal gesagt) nicht so, dass die Aussage „Illusion“ sagt, dass etwas nicht real ist. Der Mangel an Nahrung ist für viele Menschen sehr real, aber der Mangel an sich ist künstlich geschaffen, es müsste niemand hungern, aber da einige Denken, sie würde nicht genug bekommen, nehmen sie es anderen weg.
Die Menschen denken sie sind getrennt voneinander und das lässt sie tun, was sie tun. So enthalten wir vielen Menschen auf diesem Planeten die Ressourcen vor, die sie bräuchten um sich ausreichend zu ernähren. Und so wird künstlich Mangel geschaffen, der gar nicht da sein müsste.
Oft schaffen wir uns aber auch selbst Mangel, den wir ganz leicht abschaffen könnten. Und zwar indem wir es durchschauen.
Klar, und das gilt für diese und alle anderen Illusionen gleichermaßen, geht das nicht sofort, sondern ist ein Prozess. (wobei es auch sofort gehen könnte, aber das machen wir meistens nicht)
Wer erkennt, dass er nicht vom Leben getrennt ist, wird sehr schnell auch den Mangel durchschauen und sich dann zunehmend Fülle erschaffen. Fülle bedeutet nicht, dass ich plötzlich ne Million auf dem Konto hab, aber jeder der Fülle kennt, hat immer genug und kennt die glücklichen "Zufälle", die zur rechten Zeit passieren.
Die Illusion des Mangels ermöglicht uns also Fülle zu erfahren.
Ich habe das sehr intensiv während meiner Ausbildung erfahren.
Viele kennen das Phänomen, dass genau im richtigen Moment etwas auftaucht, was man gar nicht erwartet hätte, aber genau das passt grad richtig gut. In der Schule ist das ein freier Tag, der einem noch zusätzliche Lernzeit gibt, manchmal ist es unerwarteter Geldsegen oder liebe Menschen, die einem helfen oder einen guten Rat geben.
Erforderniss
Diese Illusion erwächst aus der Illusion des Mangels. So glauben wir, dass wir etwas bestimmtes tun/glauben oder denken müssten um den Mangel zu beseitigen. Dabei gibt es den richtigen und den falschen Weg. Wer zu viel Geld kommen will muss zum Beispiel rücksichtslos sein, sagt man und oft klappt das auch. Aber es geht auch anders.
Wer ganz gut aufgepasst hat, wird jetzt merken, dass man noch nichtmal die Illusionen kennen und durchschauen muss um Fülle, Einssein usw. zu erfahren. Bei manch einem klappt das automatisch und es gibt tausend andere Wege.
Ich find es aber spannend, das so zu machen und deswegen stelle ich das hier auch vor. Und damit wäre auch gleich klar, wie man diese Illusion nutzen kann. Es geht halt darum sie konstruktiv zu nutzen um so seinen Weg zu erschaffen.
Vielfach werden aber künstlich bestimmte Erfordernisse geschaffen, die dann sehr hinderlich sind. Vielleicht musst du ein bestimmtes Geschlecht oder ein bestimmte Hautfarbe haben usw. Im religiösen muss man an den richtigen Gott glauben um in den Himmel zu kommen ....
Richten
Da es den richtigen und den falschen Weg gibt um das Erforderniss zu erfüllen, was wir erfüllen müssen um den Mangel in unserem Leben zu beheben, müssen wir natürlich erkennen, was richtig und falsch ist. Wir müssen richten.
Das tun wir meistens in dem wir andere Wege und Menschen als falsch ablehnen. Teilweise wird dann aber auch der eigene bisherige Weg abgelehnt und man verurteilt sich selbst, anstatt den Segen zu erkennen, der darin liegt, dass man erkannt hat, dass man einen neuen Weg gehen will.
Die Religionen geben da ein schönes Beispiel. Um in den Himmel zu kommen musst du die 10 Gebote beachten und an Jesus Christus glauben. Tust du das nicht, dann machst du es falsch und kommst nicht in den Himmel. Du bist ein Ungläubiger. Es gibt im Internet irgendwo eine Esoterikkritische Seite, bei der „Aussteiger“ jetzt den esoterischen Weg vollständig ablehnen, alles als Scharlatanerie und Teufelswerk ablehnen und ihren christlichen Weg als einzige Wahrheit ansehen. Ihre Vergangenheit stellen sie dann oft als Fehler und Schwäche dar.
Das sind aber nur Beispiele.
Etwas als gut/richtig oder schlecht/falsch darzustellen macht ja auch Sinn, wenn man seinen eigenen Weg finden will. Aber hier ist der Bezug wichtig. Es ist nicht objektiv richtig oder falsch, sondern es ist richtig oder falsch für mich. Es heißt dann also nicht: "Dieser Weg ist falsch/schlecht/böse." sondern "Dieser Weg funktioniert für mich nicht, ich gehe einen anderen." Ersteres ist ein Pauschalurteil, zweiteres ist eine persönliche Wahl, die jedoch nichts über den nicht-gewählten Weg ansich aussagt.
Richten, kann also genutzt werden um den eigenen Weg zu finden. Wobei es dann kein richten mehr ist, sondern eben ein wählen (sozusagen richten auf höherer Ebene).
Verdammung
Hab ich in der Richten-Illusion schon angesprochen, man verurteilt und verdammt dann ganz leicht, wenn man meint den einzigen richtigen Weg zu kennen.
Auch gibt es diverse Strafen und Konsequenzen. Dazu gehören für mich die Gedanken an Hölle und jenseitiges Karma oder ein strafendes Schicksal.
Bedingtheit
Walsch führt die Illusion auch in der Reihe als Folge der vorherigen auf.
Da tu ich mich aber etwas schwer mit.
Die Grundaussage ist aber, dass es keine Bedingungen gibt und wie wir hier im Forum wissen sollten ist Bedingungslosigkeit das Wesen der Liebe. Liebe ist bedingungslos, sonst ist es keine Liebe. (Das heißt nicht, dass man sich in einer Partnerschaft nicht auf bestimmte Bedingungen einigt – die sind aber stets und ständig verhandelbar, je nachdem, was die Partner und die Liebe(!) wollen).
Gott/das Leben stellt keine Bedinungen an uns.
Exakt das Gegenteil wird aber immer wieder gelehrt.
Auch erfahren wir vielfach Bedingtheit und stellen selber oft Bedingungen. Es geht aber darum das zu durchschauen und auch diese Illusion konstruktiv zu nutzen.
Wir nutzen diese Illusion um zu erfahren, dass wir und das Leben ohne Bedingungen sind.
Ich habe das z.B. im Bereich der Liebe erlebt.
Überlegenheit
Die Illusion der Überlegenheit entsteht aus den vorherigen. Ich denke, dass ich die nicht mehr erläutern muss, da es den meisten offensichtlich sein müsste, dass nichts und niemand irgendjemandem oder irgendetwas anderem wirklich überlegen ist. Es gibt nur Dinge, Wege, Situationen, Menschen, die für eine bestimmte Sache besser geeignet sind als andere. Aber auch hier ist wieder ein relativer Bezug vorhanden.
Wir können durch diese Illusion die Gleichwertigkeit (nicht Gleichheit) erkennen. Kein Kiesel am Strand ist wie der andere und kein Kiesel ist mehr Wert als ein anderer.
Unwissenheit
Diese Illusion ist eine der überzeugendsten Illusionen. Viele Religionen nutzen sie, wenn man zu sehr durchschaut und zu unangenehme Fragen stellt. Es heißt dann, dass das nur Gott oder irgendein Meister weiß usw.
Tatsächlich gibt es nichts, was wir nicht erfahren und wissen können. Wir müssen nur einen Weg finden um uns zu erinnern und ansich ist noch nicht mal der Weg notwendig. Manch einer erinnert sich einfach so.
Der Weg wird aber sehr oft einfach gerne gegangen. Werden ist ein wichtiger Bestandteil im Leben.
So liest man Bücher, lauscht einem Meister, meditiert oder oder oder.
Die Suche führt nach Innen und das Innen ist immer da, so ist das Wissen immer da, wir müssen es nur entdecken bzw. uns erinnern.
Und jeder geht da seinen individuellen Weg.
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Soweit erstmal, ist ziemlich lang geworden, aber aufgrund einiger Erlebnisse in letzter Zeit hier im Forum fand ich es wird Zeit das mal so ausführlich zu beschreiben.
Gerade mit den letzten Illusionen habe ich manchmal so meine Schwierigkeiten, wenn ich sie erklären will, aber naja, ich arbeite ja selbst an dem Thema und es ist auch groß genug um ein ganzes Leben zu füllen. Manches habe ich auch einfach nur Gefühlsmäßig-Intuitiv erfasst und das fällt die Übersetzung in Worte schwer.
So, jetzt darf es zerredet werden, dann kann ich sehen, wo ich schlecht oder ungenau erklärt habe.
Grüße Shuichi