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Religion, Glauben & Spiritualität

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Alt 30.04.2009, 17:36   Lieber Gott Beitrag #1 (permalink)
Sophia-Isis
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Lieber Gott








lieber Gott


ich habe mich dir anvertraut
voller Zartheit und Unschuld
ich weiβ, dass es so wie es ist - genau richtig für mich ist
jede Sekunde, Minute und alle Stunden des Tages

jede meiner Bewegungen geschieht mit Anmut und Leichtigkeit
ich bin getragen von deiner göttlichen Liebe

jeder Tag
jeder Tag ist wie ein Menschenleben
jedes Menschenleben gleicht einem Weltenleben

ein Weltenleben gleicht einem Weltentag für dich, oh Herr

das sind meine Gedanken - sie sind einfach geworden

so wie wir Menschen uns morgens aus der Traumzeit hinausbegeben
in die Dämmerung des anbrechenden Tages
so entlieβest du oh göttlicher Schöpfer
vor langer, langer Zeit uns Menschen in dieses Leben auf der Erde

damals waren wir noch durchdrungen von dem Ur-Vertrauen
die Frage nach dem Sündenfall war noch nicht gestellt
und wir heiligten die Kraft der Göttin, unsere Erdenmutter
wir trugen in uns noch den schwachen Abglanz der Sternenwelten
aber dann ging die Sonne des Bewusstseins in uns auf
von hellem strahlenden Licht, die den inneren Glanz der Sterne in uns endgültig auslöschte

wir versammelten uns um das Feuer und erzählten uns Geschichten von den Ahnen
wir sangen Lieder über die Götter und andere Welten mit ihrem Sternenglanz
wir tanzten den Tanz der Göttin, wo Sexus und Religion als Kraftpotenzial
in einheitlichem Frieden in uns wohnten
aber das waren Erinnerungen
langsam verblassten sie, in den Liedern und Geschichten
bis eines Tages die Sonne so hell, wie am Mittag strahlte
dass wir vergaβen und es in uns dunkel wurde


Zu jener Zeit schicktest du deinen Sohn zu uns
er brachte uns jenes Licht
welches wir seit Jahrtausenden am Himmel verehrten
er brachte es zu uns auf die Erde, er war dieses Licht
viele haben ihn damals nicht verstanden
viele streiten sich seit damals darüber
ob er wirklich dein eingeborener Sohn sei, oh Schöpfer

meine Liebe zu dir ist unendlich und mein Vertrauen auch
viele Jahre brauchte ich um die Zweifel endgültig hinter mir zu lassen
eines Tages nahm ich dich plötzlich wahr
da wusste ich dass du mein himmlischer Vater bist
ich fühlte mich durchdrungen von deiner Liebe und es ward Licht in mir
seitdem bin ich von deiner Wärme beseelt
die Wärme in mir ist deine Liebe, oh Vater
deine Liebe, die aus meinem Herzen herausstrahlt in die Welt

Inzwischen ist es Nachmittag geworden im groβen Weltentag
einige Menschen können es gar nicht erwarten und wollen bereits zurückkehren
ich aber glaube, es ist noch lange nicht soweit
die Sonne wirft bereits lange Schatten
Schatten der Dunkelheit in der sich manche verlieren
groβes Wehklagen hat von vielen angehoben
und Stimmengewirr der Menschen, Geschrei, als wenn sie am ertrinken sind

dabei sollen wir doch nur so tun als ob…
wie anders können wir sonst das ganze Leid ertragen?
nur in dem Wissen, dass es Maya ist
Arjuna zog in eine Schlacht, in der Krishna längst die Krieger getötet hatte
Arjuna tat so als ob, aber er musste es tun und seine Gegner töten!

die Sonne steht aber noch lange über dem Horizont
und färbt das Himmelszelt über uns in goldenes Abendrot
ich fühle bereits das flüsternde Rauschen der herannahenden Nacht
dunkle Nacht, die ihre Flügel schützend über uns ausbreiten wird
mein Herz bebt und lauscht in die Dunkelheit
geheimnisvolle Dunkelheit, wo ich zurückfinde zur Ur-Mutter
erst dann werde ich verbunden sein mit allem was ist
erst dann sind Mann und Frau in Frieden vereint
erst dann bin ich wirklich heimgekehrt
erst dann wird wahrer Frieden in uns und um uns in der Welt sein

und siehe
die ersten Sterne werden aufblitzen
und dann werden es mehr und mehr…




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Alt 30.04.2009, 22:54   Lieber Gott Beitrag #2 (permalink)
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Als ich ein fünfjähriges Kind war
glaubte ich, im Radio befände sich ein kleiner Mann
und der mache die Musik in dem Kasten

Das war die Zeit, als ich auch in einen groβen Handspiegel blickte
und dort drinnen eine neue, fremde und geheimnisvolle Welt entdeckte.


2005 bei der Shamata Meditations
erblickte ich das Antlitz Buddhas
da kamen die Erinnerungen an jenen Spiegel von damals erneut in mein Bewusstsein

Heute entdecke ich
so wie damals einen kleinen Mann
er ist in mir und ich nenne ihn Gott
Manche wird es seltsam anrühren, dass ich Gott so klein sehe.
Er sollte doch riesig groβ sein
aber was ist der Raum wenn es um Sein geht?

Ich meine es ernst mit dem kleinen Mann
er ist immer bei mir und ich bei ihm.
Und es gibt so vieles, was ich mit ihm zu besprechen habe
da brauche ich keine Engel oder Boten

Ich unterhalte mich jeden Tag mit ihm.
Ein Mensch der sich gut auszudrücken vermag, besitzt etwas wertvolles
und ein Mensch, der gut zuhören kann auch
ein Mensch, der beides kann
der wird auch gute Gespräche mit Gott führen können
er fragt und er lauscht in die Stille
in die geheimnisvolle Stille hinein
die Stille in der das ganze All enthalten ist.

Es macht mich glücklich
als ob ich in mir drin ganz geworden bin.
Und es macht mich dankbar
Gott auf so einfache Weise zu finden
Kompliziert, wie ich einmal war
kam ich nie vorher auf so eine Idee.

und dann auf einmal, plötzlich
da war er da, der kleine Mann...


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Alt 02.05.2009, 18:18   Lieber Gott Beitrag #3 (permalink)
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manchmal vergehen die Tage wie im Flug
frühmorgens, wenn ich erwache, gilt mein erster Gedanke dir.
meist schlafe ich dann nochmals ein, es ist ein wunderschönes Gefühl der Geborgenheit
dich in mir zu fühlen, du bist bei mir, bis ans Ende aller Tage

Später stehe ich auf, ein neuer Tag beginnt und ich freue mich darauf.
Durch das offene Fenster, höre ich den Hahn von Dona Carminda oben vom Berg krähen
die Spatzen zwitschern schon vergnügt und begrüβen den Tag
und ich denke, wie die Tiere sich so wunderbar auszudrücken verstehen

manchmal, wenn das Wetter umschlägt und der Wind vom Meer bläst
dann fliegen die Möwen landeinwärts und kreisen über unserem Haus
die Tauben fliehen erschrocken von dannen
wir kommen alle von dir, oh mein Schöpfer!


In den letzten Jahren fand ich heraus, dass auch ich Schöpfer bin
und das erfüllt mich mit besonderer Freude.

Einerseits bin ich Schöpfer und andererseits bist du immer mit mir.
Das war die Brücke, die mich endgültig meine innere Einsamkeit überwinden lies.

Vor vielen, vielen Jahren, kam mich mein Bruder besuchen
wir setzten uns ans Meer und hatten ein sehr tiefsinniges Gespräch
„Ich habe das Gefühl, dass in meinem Haus alles wunderschön geschmückt ist
ein Haus von erlesenen Gedanken und Schätzen angefüllt, aber es fehlt der Gast!“, sagte ich
Mein Bruder antwortete nichts darauf und gab mir Raum, um meine Gedanken weiter fort zu führen.
„Ich habe immer eine groβe Liebe zum Christus gehabt, aber mein Haus ist leer.“
Ich weiβ, dass du das gehört hast, lieber Gott! Mein Bruder schenkte mir ein kleines Büchlein mit den Psalmen, als er abreiste und ich bete seitdem jeden Morgen den 23. Psalm
gleich morgens wenn ich aufwache
und du, oh Gott erfüllst mich und bist bei mir zu Gast in meinem Inneren
und dann fällt mir ein, dass auch König David sich mit den gleichen Worten an dich wandte
Ich denke an den groβen Strom der Zeit und an die vielen Menschen,
die dich anrufen seitdem es die Zeit gibt und der Raum besteht

Meine Gedanken kehren weit in die Jahrtausende zurück
in jene Tage der Karawanen als der kostbare Weihrauch vom Yemen und vom Oman,
nach Palästina gebracht wurden
Weihrauch der seit ewigen Zeiten dir zur Ehren von den Priestern verbrannt wird
der hinaufsteigt zusammen mit den Gebeten, den heiligen Gesängen und Psalmen

Dass wir auch Schöpfer sind, ist ein Quantensprung in unserer Evolution des Bewusstseins Unsere Gedanken sind Gebete und sie steigen wie Weihrauch zum Himmel empor
Endlich können wir uns unsere Welt bewusst erschaffen, als Ausdruck des göttlichen Willens
in völliger Reinheit kommen unsere Wünsche zum Ausdruck, sich selbst zu erkennen.
Du hast uns ermächtigt Verantwortung zu übernehmen und in deinem Willen zu handeln
Wir Menschen sind jetzt zu jenen heiligen Priestern von damals geworden
Unsere Gedanken sind Kräfte, das lebendige Wort
ich höre es aus meinem Herzen hervorquellen
das Wort dass alles erschuf
seit Urbeginn war das Wort
schon vor uns war das Wort
vor den Zeiten der Zeiten war das Wort und wird immer sein!

So mag der neue Tag beginnen
er ist ein Augenblick im Strom der Zeit
aber für mich ist er nicht klein
so wie du auch letztendlich nicht klein bist, lieber Gott
so ist ein Tag in meinem Leben groβ und voller Bedeutsamkeiten
angefüllt mit deinen Gaben und dem Gesang der Vögel
die sich um nichts sorgen, so wie auch ich es tue
denn ich weiβ es: „Der Herr ist mein Hirte!“


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Alt 06.05.2009, 20:42   Lieber Gott Beitrag #4 (permalink)
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lieber Gott,


ich fühle in mir einen unbändigen Stolz
stolz darüber dir zu dienen, oh Schöpfer
ich fühle mich lebendig und voller Tatendrang

andere male aber zweifle ich darob, ob ich das darf
dann lächelst du mir ermunternd zu
diese Unbändigkeit trug ich immer schon in mir
sie half mir auf meinem langen Weg durch Dunkelheit und Einsamkeit
sie ist wie eine feste Burg in meinem Inneren

Es ist das Erahnen meiner Grenzenlosigkeit
und so beuge ich vor nichts mein Haupt
nur vor dir, mein Herr
nicht immer bin ich mir bewusst
dass ich Flügel besitze und nicht durch alle Türen des Kleingeistes hindurchgelange
dass ich frei atmen soll und ohne Angst, die Wände zu sprengen
es ist kein Hochmut, das weiβt du, oh mein Gott, es ist nur Freude
denn ein Teil von mir ist grenzenlos und wohnt im Himmel
morgens nach der Stille der Nacht - kehre ich von dort zurück
höre leise Lieder in mir nachklingen
lausche noch den zarten Melodien meiner Träume
und trage in meinem Herzen den Tanz von Milliarden Sternen


ich erinnere mich dankbar für die Speise meiner Seele
wie könnte ich ohne deine Speise die Kraft für den Tag in mir tragen?
wie könnte ich sonst so Groβes in mir empfinden?
nur weil ich mich erinnern kann
kehre ich freudig zurück und begrüβe den neuen Tag
weil ich mich erinnern kann
vermag ich selbst die Lieder zu singen
und umarme den Tag und das Leben
genauso zärtlich wie ich von deiner Nacht umfangen wurde


meine Sehnsucht, oh Herr
sie ist deine Sehnsucht und dein Wille
dass ich deine Nächte in meine Tage verwandle
dass meine Tage strahlen
nur das ist meine Sehnsucht

Paare von Licht und Schatten
Schatten die verblassen und Licht werden
Licht das zum Schatten eines neuen Lichtes wird

Freiheit die wiederum zur Fessel einer gröβeren Freiheit wird
und ich beginne die Hieroglyphen überall zu lesen und vertraue
durch deine Liebe in mir, die sich in Weisheit verwandelt
durch Weisheit die wiederum zur Liebe wird




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Alt 07.05.2009, 14:04   Lieber Gott Beitrag #5 (permalink)
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lieber Gott,

Es ist Freude, die ich in mir fühle
gewiss, manchmal ist diese Freude zu überschäumend
jedoch Enthusiasmus ist ein Geschenk der Götter.
Du bist es, oh Herr der in mir wohnt und mich manchmal
trunken und ein wenig übermütig macht

bist du es dann nicht, oh mein himmlischer Vater
der mich ermutigt mein Herz noch mehr zu öffnen?
der mich ermutigt tief in mein Herz zu blicken
wer sein Herz öffnet ist schutzlos wie ein Narr
ein Narr lebt meist in der Freude
eine Freude die aus den Tiefen des Seins aufsteigt
wo einmal Leid und Traurigkeit herrschte
Tränen sind in das, was einmal Freude war

ich Narr lächle wie in einem süβen Traum
aber in leiser Ahnung erfasse ich das Spiel von Freude und Leid
es mag Augenblicke geben
aber es sind wirklich nur Augenblicke, wo ich kurz erwache
wo ich die Qintessenz aller Zeiten und Orte bin

der Narr, die letzte Maskerade im groβen Reigen
ein Maskenball, wo mit schlafwandlerischer Sicherheit
sich Magier und Hohepriesterin in einem ausdruckvollen Tanz bewegen
der Kaiser kam um zu herrschen und herrschte um zu dienen
die Liebendenden auf der Suche nach einer noch gröβeren Liebe
und einer Sehnsucht
die in dieser Welt niemals gestillt werden kann, oh Vater
der Tod und der Teufel
Sonne, Mond und Sterne
und das unendliche Universum
sie alle sind Teile von uns und wollen gelebt und gefühlt werden
im wunderschönen Ballett des Lebens

da trifft der Turm auf die Kraft
und die Kunst lächelt zum Eremiten herüber
doch der Eremit geht schweigend weiter
mit seiner Laterne und dreht sich nicht um


da sehe ich den Gehängten
der Wagen fährt vorbei in groβer Eile in Richtung Veränderung
die Gerechtigkeit schreitet würdevoll daher
ganz in ihren Gedanken wiegt sie zusammen mit Anubis
das Herz des Pharao, welches leichter zu sein hat wie eine Feder
bevor dieser sich auf seine Reise hinauf zur Göttin Nut und den Sternenwelten begibt
und der Teufel treibt derweil seine wonnigen Spiele
das Glück schlägt immer wieder Purzelbäume und doppelte Saltos

Wird das ewig so weitergehen, du mein gütiger Vater?
Wiederholen wir pausenlos die Rollen und Masken und Spiele
endlos in der Zeit und im Raum?
Entstehen die Universen und vergehen nur darum?
Verglühen Sterne, die einmal so hell waren wie tausend Sonnen
dreht sich das Kalachakra, das ewige Rad der Zeit
im unendlichen Tanz des Sansara
solange bis wir dieses Spiel beherrschen?
und du lachst über die mannigfaltigen Ideen, aus denen noch mehr Ideen
und erneut Ideen hervorgehen
und du lachst darüber
Ist wirklich alles ohne Ende und ohne Ziel, im groβen Atem der Zeit?
Und doch in einer solch unglaublich kosmischen Harmonie
wie nur du es vermagst, oh Vater!

Baust du mit uns Menschenkindern zusammen die Sandburgen?
die wir voller Hingabe erschaffen und lachend erneut zerstören?

oder machst du dir Sorgen, oh mein Vater im Himmel und auf Erden
dass eine Welle kommt und unsere stolzen Türme im Sand zerstört?

und da lache ich mit dir, oh Vater
und wir lachen
und lachen
lachen
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Alt 07.05.2009, 14:16   Lieber Gott Beitrag #6 (permalink)
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lieber Gott

in den letzten Tagen ist das Leben für mich zu einem Mysterium geworden
es geschah still und unbemerkt

ich denke zurück an meine Reise auf dem groβen
träge dahin flieβenden Strom
eine Metapher für mein Leben?
frühmorgens wenn die Nebel sich langsam über dem Wasser lichteten
und sich im Osten die glutrote Sonne über den Sanddünen erhob
Ra der Sonnengott
so wurdest du seit Jahrtausenden angebetet oh Herr
Ra, der auf seiner Barke den neuen Tag ankündigt
und die Tempel und Pylonen in sein gleiβendes Licht taucht

die Fellachen beginnen ihre Arbeit auf den Feldern
weit in der Ferne der Ruf eines Esels
ein paar Störche fliegen über den Fluss
so ist es seit ewigen Zeiten
hier hatte ich das erste Mal die Gewissheit
nach Hause gekommen zu sein
mir wurde das Gefühl von Ewigkeit bewusst

inzwischen frage ich nicht mehr wo ich zu Hause bin
ich bin in mir selbst zu Hause
oh himmlischer Vater

abends wenn Ra im Westen steht
und die Silhouetten der Türme und Spitzen im Abendlicht vergoldet
bevor er sich auf seine Reise durch die Nacht begibt
so bin ich bei dir auf dieser Reise
oh mein geliebtes Theben, mein Ägypten, wie ich dich liebe

das Mysterium geschieht in der Nacht
dann wenn ich mit dir zu den Sternen reise
selbst zum Stern werde und beginne zu leuchten

denn mein sind die Himmel und die Erde
und du oh Gott selbst bist mein
wozu der Durst meiner Seele?
warum Sehnsucht?
es ist doch alles vorhanden
für dich und mich





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Alt 16.05.2009, 17:28   Lieber Gott Beitrag #7 (permalink)
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Es ist Abend geworden, oh mein Schöpfer
ich blicke hinauf zu den Wolken
rastlos durchwandern sie den Himmel
sie haben keine Heimat
so wie unserer Gedanken
die umherziehen
ohne Anfang ohne Ende
endlos ohne Ziel

die Sonne leuchtet nochmals auf um dann unterzugehen
ich weiβ
dass die kommende Nacht das Licht nicht besiegen wird
das Licht des Geistes, der sich selbst erkannt hat
der Geist betrachtet seelenruhig den Geist
klammert sich an nichts
Wellen im Ozean, die kommen und gehen
vergänglich ist diese Welt
Spiegelungen auf dem Wasser, flimmernde Träume
Chimären der dunklen Nacht

Schöpferkraft mit Ungebundenheit
Freude für das Spiel der Schöpfung
das Spiel des Geistes
zum Wohle aller fühlenden Wesen
frei von Ich Bezogenheit

so wie der Geist des Buddhas

nackt ist der Blick
und frei von Unterscheidungen
wahre, nicht bedingte Freude
ist das Erwachen
Leere breitet sich aus
wie ein unendliches, schweigendes Meer


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Alt 09.08.2009, 19:21   Lieber Gott Beitrag #8 (permalink)
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letzte Nacht flog ich auf den Schwingen des Adlers Wildu
mit der Hilfe des Nordwindes
der mich hinauf bis zum Kreuz des Südens brachte.
Ich lieβ den Skorpion hinter mir und wandte mich der Milchstrasse zu
Yondorrin, die ewig um die Welt tanzt.

Der Adler Wildu flog mit mir in das Herz der Milchstrasse hinein
dort wo alles eins ist
ich traf auf das Volk der Wandjinas.
Zusammen mit den Wandjinas, durchquerte ich ein ödes und leeres Land
nach langer, langer Wanderung war ich erschöpft und schlief ein
ich träumte von Ameisen, vom Grashüpfer
Emus, Krähen, Papageien
Wallabys, Kängurus, Echsen, Schlangen

Und ich träumte von Nahrung und den Pflanzen
träumte, wie die Wandjinas, die Sonne, den Mond und die Sterne
die Menschen, die Stämme und Clans erschufen.
Alles war gleichzeitig da und verwandelte sich unaufhörlich.

Eine Pflanze wurde Tier, dann wieder zu einer Landschaftsform
eine Landschaftsform zu einem Mann oder einer Frau
Ein Ahne konnte zugleich Mensch und Tier sein
Alles war in Bewegung und kam aus einer Quelle.
Es war der Tanz der Schöpfung
ohne Anfang und ohne Ende.
So wie auch die Sterne nie still stehen
auf ihrer endlosen Reise
und ich hörte den Gesang der Sterne
und lauschte ihren Stimmen
Die Sterne sprachen miteinander und darum funkeln sie
Ich begann die Sterne zu zählen
Emu dort und der kleine Fisch da drüben und das groβe rote Känguru
Es waren so viele
ich zählte und zählte bis ich erneut einschlief.
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