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19.08.2008, 00:34
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha
Ich habe mal in New York eine Nebenrolle in einem kleinen, spirituellen Theaterstück gehabt. Es war ein einfaches Stück, aber wunderschön.
Es geht um das Leben des Prinz Siddharta und wie er zum Buddha wurde.
Ich werde es hier über einige Tage hinweg niederschreiben.
Enjoy!
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19.08.2008, 00:39
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #2 (permalink)
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bird of pray
Sternzeichen:
Registriert seit: 13.08.2008
Ort: Köln
Alter: 28
Beiträge: 224
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Oh, sehr schön. Ich liebte schon das gleichnamige Buch Hesses.
Mal im Theater mitzuspielen war auch schon immer so ein kleiner Wunschtraum von mir.
Bin gespannt, was du schreibst.
Levi
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19.08.2008, 01:10
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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1. SZENE
(Prinz Siddharta geht in beschaulicher Stimmung im
Garten spazieren. Ganz plötzlich fällt ein Vogel vor ihm auf den Boden.)
SIDDHARTA: Ah, armer Vogel! Mir blutet das Herz. Wer hat das getan? Wer hat dich verletzt? Wer hat diesen Pfeil auf dich geschossen? Armer, unschuldiger Vogel! Laß mich den Pfeil aus deinem Körper ziehen. (Er entfernt den Pfeil.) So, jetzt will ich versuchen, dich zu heilen.
(Devadatta tritt auf.)
DEVADATTA: Siddharta, das ist mein Vogel. Welches Recht hast du, mir meinen Vogel zu nehmen? Gib ihn mir!
SIDDHARTA: Nein, das ist mein Vogel, Devadatta.
DEVADATTA: Dein Vogel! Ich habe diesen Vogel geschossen. Er gehört mir. Das ist mein Pfeil. Ich habe auf den Vogel geschossen, und er fiel hier zu Boden. Er gehört mir, mir, er ist mein Eigentum, mein Besitz!
SIDDHARTA: Devadatta, wenn ich den Pfeil nicht aus dem Vogel gezogen hätte, wäre er jetzt schon tot.
DEVADATTA: Es geht nicht darum, ob der Vogel jetzt schon tot wäre. Der Vogel lebt und er ist mein Eigentum. Meine Kraft, meine Geschicklichkeit, mein Können haben den Vogel auf die Erde heruntergebracht. Du kannst ihn nicht bekommen. Jeder schätzt und bewundert dich wegen deines Herzens, wegen deiner Liebenswürdigkeit. Aber nun soll die Welt mein Können und meine Geschicklichkeit anerkennen. Sei Du zufrieden mit dem, was du hast: Liebe. Und ich werde zufrieden sein mit dem, was ich habe: Stärke. Meine Stärke und meine Geschicklichkeit im Bogenschießen verdienen diesen Vogel, nicht deine Liebe.
SIDDHARTA: O Devadatta, du hast die Kraft zu töten und ich habe die Kraft zu lieben. Aber da ich nun dieses Tier, diesen armen, unschuldigen Vogel besitze, sollst du ihn nicht zurückbekommen.
DEVADATTA: Siddharta, es gibt eine Zeit, deiner Philosophie zuzuhören, und es gibt Leute, die deiner Philodophie zuhören. Doch jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, und ich bin nicht die richtige Person. Du kannst deine Philosophie anderen gegenüber vertreten, die so wie du sein wollen, die in der Mondwelt leben wollen und keinen Sinn für das Praktische haben. Das Leben muß praktisch sein. Das Leben braucht Stärke, das Leben braucht Kraft. Aber dein Leben ist ein Leben der Faulheit und der falschen Freundlichkeit. Du solltest stark sein. Du bist ein Prinz, und du wirst bald ein Königreich regieren müssen. Diese falsche Haltung wird dir in keiner Weise helfen. Was ich heute getan habe, wirst du noch Millionen Male tun. Ich hätte fast einen Vogel getötet. Du wirst eines Tages Menschen töten. Dann wird sich deine Philosophie ändern.
SIDDHARTA: Nein, Devadatta, meine Philosophie wird immer die gleiche bleiben. Meine Philosophie ist die Philosophie des Mitgefühls, und nicht die Philosophie der Zerstörung.
DEVADATTA: Bleib bei deiner Philosophie und laß mich bei meiner bleiben. Meine Philosophie ist Macht. Deine Philosophie ist Mitgefühl. Schön und gut. Jetzt gib mir meinen Vogel.
SIDDHARTA: Tut mir leid, aber ich werde ihn dir nicht geben.
DEVADATTA: Bist du bereit, vor Gericht um diesen Vogel zu kämpfen?
SIDDHARTA: Ja, ich bin völlig bereit.
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19.08.2008, 01:37
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #4 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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2. SZENE
(Vor Gericht)
RICHTER: Prinz, warum behältst du einen Vogel, der einem anderen gehört? Zugegeben, du hast Mitleid mit dem Vogel und schenkst ihm deine Liebe. Du schenkst allem deine Liebe. Doch das Gesetz sagt, daß der Vogel Devadatta gehört. Er war es, der den Vogel herunter auf die Erde brachte. Er ist sein Eigentum.
SIDDHARTA: Ehrwürdiger Richter, ich weiß nichts über Rechtssprechung, aber mein Herz sagt mir, daß derjenige, der Leben bewahrt, der Besitzer ist, nicht derjenige, der Leben nimmt. Mir blutete das Herz wegen des Vogels, und ich rette ihn. Ich bin bereit, mein eigenes Leben für den Vogel hinzugeben.
DEVADATTA: Siddharta, du verstehst zu reden. Du weißt ganz genau, daß niemand dich anstelle des Vogels töten würde. Komm uns nicht mit deinem falschen Mitleid.
RICHTER: Devadatta, der Richter bin ich. Ich will ihn anhören.
SIDDHARTA: O Herr, ich fühle, daß der Vogel mir gehört, weil ich sein Leben gerettet habe. Devadatta hat ihn beinahe getötet. Bitte sag mir, wer ist bedeutender; derjenige, der Leben bewahrt oder derjenige, der es zerstört?
RICHTER: Prinz, ich stimme dir zu. Derjenige, der Leben bewahrt, ist unendlich viel bedeutender als derjenige, der das Leben nimmt. Du hast dem Vogel das Leben gerettet; deswegen kannst du den Vogel für dich beanspruchen. Der Vogel ist dein. Wer Leben rettet oder neues Leben gibt, ist der wahre Besitzer, und nicht derjenige, der das Leben nimmt und zerstört. Heute warst du bereit, dein Leben für einen Vogel zu geben. Es wird ein Tag kommen, an dem du dein Leben der ganzen Menschheit darbringen wirst; das sehe ich klar voraus. Dein Herz wird danach schreien, den dunklen Verstand der Menschheit zu erleuchten. Deine Seele wird danach schreien, das Bewußtsein der Menschheit zu erheben.
DEVADATTA: Siddharta, heute hat deine Kraft der Liebe den Sieg errungen, doch ein Tag wird kommen, an dem ich dich mit meiner Kraft der Zerstörung bezwingen werde. Du wirst sehen, daß Macht die Liebe besiegt.
SIDDHARTA: Devadatta, du hast unrecht. Die Liebe wird immer siegen, denn Liebe ist die Allmächtige Kraft.
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19.08.2008, 02:00
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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PRINZ SIDDHARTA
VERLÄSST DEN PALAST
1. SZENE
(Channa fährt den Prinzen durch die Straßen)
SIDDHARTA: Channa, heute bin ich so glücklich. Es ist das erste Mal, daß ich aus dem Palast herauskomme. Jetzt nehme ich den wirklichen Duft des Lebens wahr. Sieh diese schöne Aussicht. Mein ganzes Wesen ist völlig hingerissen.
CHANNA: O Prinz, deine Freude ist auch meine Freude. Ich stehe dir immer zur Verfügung.
(Ganz plötzlich sieht Siddharta einen alten Mann vor sich.)
SIDDHARTA: Channa, wer ist dieser Mann? Er kann nicht einmal gehen. Wie seltsam-sein Haar ist weiß. Meine Haare sind schwarz und deine auch. Alle im Palast haben schwarze Haare. Was ist mit dem Haar dieses Mannes los?
CHANNA: Prinz, er ist ein alter Mann, deshalb ist er sehr schwach und kann nicht richtig gehen. Alte Menschen haben weiße Haare. Eines Tages werden wir beide auch alt sein.
SIDDHARTA: Ich? Ich soll alt werden? Unmöglich! Ich bedaure diesen alten Mann. Channa, ich glaube nicht, daß ich jemals alt werden muß.
CHANNA: Prinz, wie sehr wünsche ich, daß du nie alt wirst! Doch leider kann niemand dem Alter entkommen.
SIDDHARTA: Channa, dieser alte Mann, der so mager und schwach ist, tut mir wirklich leid. Laß uns zum Palast zurückkehren. Ich hoffe, daß ich morgen keinen alten Mann sehen muß.
CHANNA: O nein, morgen werde ich dich auf einer anderen Straße ausfahren.
SIDDHARTA: Allein der Gedanke daran, später alt zu werden, macht mich traurig.
CHANNA: Mich auch, Prinz.
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19.08.2008, 02:18
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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2. SZENE
(Am darauffolgenden Tag fährt Channa Siddharta auf
einer Straße aus.)
SIDDHARTA: Das Leben außerhalb des Palastes ist wunderschön, Channa. Hier ist alles frisch, bezaubernd und seelenvoll.
CHANNA: Ich bin froh, daß dir die Fahrt Spaß macht.
SIDDHARTA: Im Palast gibt es nichts als Luxus. Außerhalb des Palastes ist alles Schönheit, die Schönheit der Natur, die Schönheit des Lebens.
(Plötzlich sieht Siddharta einen Mann auf der Straße liegen.)
SIDDHARTA: Channa, wer ist dieser Mann? Er kann nicht einmal richtig sitzen. Er liegt da unten auf der Straße. Er hält sich den Kopf mit der einen Hand und den Bauch mit der anderen. Seine Augen sind tief eingesunken. Er stöhnt und vergießt bittere Tränen. Was ist mit ihm los? Es scheint, daß er sehr schwer atmet.
CHANNA: Prinz, der Mann ist krank. Er hat starke Schmerzen in Kopf und Bauch. Vielleicht hat er auch noch andere Gebrechen. Prinz, jeder wird ab und zu einmal krank.
SIDDHARTA: Nein, ich bin nie krank gewesen. Ich mache mir solche Sorgen um diesen Mann. Kann ich ihm irgendwie helfen?
CHANNA: Nein, du kannst ihm nicht helfen, Prinz. Nur ein Arzt kann ihm helfen. Ich bin sicher, daß einige seiner Freunde ihn bald zu einem Arzt bringen. Prinz, wir sollten diesen Ort verlassen. So wie gestern ist deine Freude auch heute zunichte gemacht. Die Welt ist voller Elend.
SIDDHARTA: Ich verstehe. Ich hatte das gar nicht gewußt. Morgen müssen wir einen anderen Weg nehmen, um durch das Königreich zu fahren.
CHANNA: Gewiß. Morgen fahren wir durch andere Straßen.
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19.08.2008, 02:40
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #7 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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3. SZENE
(Am nächsten Tag. Siddharta und Channa fahren im Wagen,
Channa hat einen neuen Weg eingeschlagen.)
SIDDHARTA: Schönheit, Schönheit! Heute sehe und fühle ich wahre Schönheit auf Erden. Wir haben eine weite Strecke zurückgelegt. Wir sind an einer Reihe schöner Stellen vorbeigefahren.
(Plötzlich erblickt Siddharta einige Leute, die einen
Mann auf ihren Schultern tragen. Tränen laufen von ihren Wangen.)
SIDDHARTA: Channa, was ist mit diesem Mann los? Warum müssen ihn andere tragen? Und warum weinen sie?
CHANNA: Ah, der Mann da ist tot.
SIDDHARTA: Was meinst du damit?
CHANNA: In ihm ist kein Leben mehr, Prinz. Sein Spiel auf Erden ist vorbei. Alle müssen einmal sterben. Alle müssen die Welt verlassen. Alle müssen den Tod erleiden.
SIDDHARTA: Ich nicht! Ich will nicht sterben. Meine geliebte Frau muß auch sterben? Mein Liebling Rahul muß auch sterben? Nein, das kann nicht sein. Ich werde einen solchen Verlust nicht ertragen können.
CHANNA: Prinz, jeder, der auf Erden lebt, muß einmal sterben. Niemand kann für immer leben.
SIDDHARTA: Channa, ich kann das nicht glauben. Ich will es nicht glauben. Ich muß den Tod besiegen, nicht nur für mich, sondern für jeden. Channa, bitte sag mir, ob es irgendetwas gibt, das mächtiger und zerstörerischer ist als der Tod.
CHANNA: Nein, Prinz, es gibt nichts, das mächtiger oder zerstörerischer ist als der Tod. Der Tod bezwingt jeden. Wir sind alle Sklaven des Todes.
SIDDHARTA: Ich nicht!
CHANNA: Wir sind alle in der Gewalt des Todes.
SIDDHARTA: Ich nicht! Channa, jetzt, wo ich einen Alten, einen Kranken und einen Toten gesehen habe, glaube ich alles Übel gesehen zu haben, das mir die Welt zeigen kann. Doch etwas in meinem Inneren sagt mir, daß es Dinge gibt, die ich noch nicht gesehen habe. Ich möchte morgen wieder ausfahren.
CHANNA: Wenn du nocheinmal den Palast verlassen willst, werde ich überglücklich sein, dich zu fahren, Prinz.
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19.08.2008, 02:41
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Der Weg Des Siddharta Zum Buddha Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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