Zitat:
Zitat von Himmelsstürmer
Wie kultiviert man am besten sein Herz??
Ich bekam die Eingebung das dies nun für mich von äußerster Notwendigkeit ist, ansonsten ist kein Weiterkommen möglich.
Hat jemand davon Ahnung?
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Hallo Arkbird,
im Theravada-Buddhismus wird das Ego durch Beobachten und Loslassen ein wenig erzogen. Parallel werden regelmäßig liebende Güte Meditationen gemacht, um edle Gefühle im Herzen zu kultivieren.
Ganz praktisch mache ich das so, dass ich am Anfang meiner
Meditation liebende Güte einbaue. Ayya Khema hat ein paar sehr schöne Texte verfasst, die helfen diese positiven Gefühle zu entwickeln.
Im Herzen sollen selbstlose Liebe und Mitgefühl entwickelt werden. Für den Buddhisten sind dies die edelsten Gefühle.
Im weiteren Verlauf meiner Meditation widme ich mich der Stille, der Beobachtung des Atems, der Körpersignale, Gefühle und Gedanken.
Sobald es ganz still ist lass ich mich in die Vertiefung fallen.
Ich denke, dass es auch außerhalb der Meditation wichtig ist diesen Denkaparat bewußt zu benutzen. Zu oft manifestieren sich negative Gedanken und Gefühle in unserem Körper und bestimmen dann die Handlung.
Es gibt verschiedene Ansichten mit diesem gewaltigem Gedankenstrom umzugehen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sehr viel bewußter mit dem Denken umgehen kann, wenn man sich immer wieder vorstellt, dass das Herz der Boß ist und dem Verstand natürlich gern erlaubt zu denken, wenn es erforderlich ist, z. Bsp. um Probleme zu lösen.
Zusätzlich fülle ich mich auch im Alltag immer wieder mit positiven Gedanken. Ich gehe durch, für was ich alles dankbar sein kann.
Dadurch vermeide ich negative Gedanken und fülle mich bewußt mit positven Gefühlen.
Es geht aber nicht soweit, dass ich Schwierigkeiten verdränge. Sie sind nach wie vor da. Aber ich gehe wesentlich sachlicher mit diesen Herausforderungen um.
Die Kultivierung des Herzens geht meines Erachtens also immer mit der Erziehung des Egos einher.
Für mich ist das richtige Arbeit, in jedem Augenblick.
Aber es lohnt sich.
Liebe Grüße
Stefan
P.S.:
Ein Buchtipp: "Buddha ohne Geheimnis" von Ayya Khema
Dies ist die Metta-Sutta:
"Wem klargeworden,
dass der Frieden des Geistes
das Ziel seines Lebens ist,
der bemühe sich um folgende Gesinnung:
Er sei stark,
aufrecht und gewissenhaft,
freundlich, sanft und ohne Stolz.
Genügsam sei er,
leicht befriedigt,
nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
Die Sinne still, klar der Verstand,
nicht dreist, nicht gierig sei sein Verhalten.
Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
wofür ihn Verständige tadeln könnten.
Mögen alle Wesen glücklich sein
und Frieden finden!
Was es auch an lebenden Wesen gibt:
ob stark oder schwach,
ob groß oder klein,
ob sichbar oder unsichtbar,
fern oder nah,
ob geworden oder werdend -
mögen sie alle glücklich sein!
Niemand betrüge
oder verachte einen anderen.
Aus Ärger oder Übelwollen
wünsche man keinem irgendwelches Unglück.
Wie eine Mutter mit Ihrem Leben
ihr einzig Kind beschützt und behütet,
so möge man für alle Wesen und die ganze Welt
ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken:
ohne Hass, ohne Feindschaft,
ohne Beschränkung nach oben, nach unten
und nach allen Seiten.
Im Gehen oder Stehen,
im Sitzen oder Liegen
entfalte man eifrig diese Gesinnung:
dies nennt man Weilen im Heiligen.
Wer sich nicht an Ansichten verliert,
Tugend und Einsicht gewinnt,
dem Sinnesgenuss nicht verhaftet ist -
für den gibt es keine Geburt mehr."