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17.04.2008, 22:15
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #1 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 26.06.2007
Beiträge: 91
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis
Dass sog. negative Gefühle in Religionen übereinstimmend für ungünstig erklärt werden, ist bekannt. Neid, Eifersucht, Hass, Ärger, Wut etc. werden fast schon als verdammenswert gesehen, weshalb die Kirche ja auch nicht müde wird, einem solches auszureden. Man kann sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass die offizielle Religion in gewohnter Manier deshalb davon abrät, weil solche Dinge dem lieben Gott nicht wohlgefällig sind und bringt das Problem damit auf die Ebene von "Das tut man nicht". Deshalb sind solche Erklärungen für mich zunächst wertlos.
Bei Gurdjieff fand ich die bisher ausführlichste Erklärung darüber, was es mit den neg. Gefühlen auf sich hat. Was mich zunächst sehr überraschte und ungläubig staunen ließ war die Aussage, dass neg. Gefühle keinerlei Funktion haben sondern im Gegenteil eine Fehlfunktion sind und zwar eine sehr ernsthafte. Mein Widerstand gegen diesen Gedanken begründete ich wie die meisten: Ich glaubte, dass neg. Gefühle natürliche Reaktionen auf unangenehme Ereignisse sind und dass sie deshalb unverzichtbar seien, um sich abgrenzen zu können.
Aber in dieser Einstellung steckt bereits eine zweifelhafte Voraussetzung: dass es nämlich überhaupt etwas Negatives geben können, was seiner Natur nach negativ sei. Ich lernte, dass diese Sichtweise bereits das Ergebnis des zugrundeliegenden Irrtums ist, der eine viel tiefere Ursache hat. Nämlich das Bestreben, bestimmte Dimge von mir selbst auszuschließen, indem ich sie als negativ beurteile.
Negative Gefühle sind also nicht die Folge davon, dass ich etwas als negativ erkenne, sondern dass ich es eben überhaupt nicht erkenne. Negativität ist Unbewusstheit. Ein Beispiel: Ein Autofahrer nimmt mir die Vorfahrt. Sofort steigt Ärger in mir hoch, mein ganzes Sinnen und Trachten in dem Moment ist im Grunde Angriff auf diesen Idioten. Und ich rechtfertige den Angriff damit dass ich sage, der habe einen Fehler gemacht. Es ist das neg. Gefühl in mir selbst, das ich auf den anderen projiziere, weil es mir selbst zu schmerzhaft ist und ich werfe es dadurch aus mir heraus, indem ich den anderen negativ mache.
Wie dem auch sei, seltsam an negativen Gefühlen ist eines auf jeden Fall. Sie verdunkeln u.U. für Stunden oder Tage meinen Geist. Ein heftiger Ärger, Eifersucht, Wut, Hass sind in sich vollkommen unlogische Empfindungen, die nur negative Ergebnisse haben können und jede Menge Energie fressen. Gurdjieff sagt darüber, dass der seelische Organismus ausrreichend Energie zur Verfügung stelle, um sich spirituell zu entwicklen, dass aber bei den meisten Menschen die neg. Gefühle einen Großteil dieser Energien vernichte und dass deshalb keine Entwicklung möglich sei. Deshalb sei es von größter Wichtigkeit, sich davon zu befreien. Jede Entwicklung müsse damit beginnen.
Aha, das klingt schon anders als "Das darf man nicht". Es erklärt mir einleuchtend, warum Religionen solche Gefühle für ungünstig erklären. Was habt ihr für eine Beziehung zu eurem Ärger, eure Eifersucht, Wut, Neid etc.?
Grüße vom Ulenspygel
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18.04.2008, 08:15
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #2 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 19.12.2006
Beiträge: 3.771
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Zitat:
Zitat von Ulenspygel
Wie dem auch sei, seltsam an negativen Gefühlen ist eines auf jeden Fall. Sie verdunkeln u.U. für Stunden oder Tage meinen Geist. Ein heftiger Ärger, Eifersucht, Wut, Hass sind in sich vollkommen unlogische Empfindungen, die nur negative Ergebnisse haben können und jede Menge Energie fressen. Gurdjieff sagt darüber, dass der seelische Organismus ausrreichend Energie zur Verfügung stelle, um sich spirituell zu entwicklen, dass aber bei den meisten Menschen die neg. Gefühle einen Großteil dieser Energien vernichte und dass deshalb keine Entwicklung möglich sei. Deshalb sei es von größter Wichtigkeit, sich davon zu befreien. Jede Entwicklung müsse damit beginnen.
Grüße vom Ulenspygel 
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Hallo Ulenspygel.
Nur kurz:
machen Dich negative Gefühle glücklich? Wenn ja, dann brauchst Du nichts zu ändern. Dann bleib so, wie Du bist. Machen sie Dich aber unglücklich, dann trenne Dich von ihnen. Man sollte sich im Leben, so denke ich, von allem trennen, was einen verzweifelt unglücklich macht. Negative Gedanken und Gefühle haben die Eigenschaft mich, d.h. mein Bewußtsein, sehr zu binden. Während positive, erhebende und inspirierende Gedanken mich befreien. Sie haben immer die Eigenschaft sich auszudehnen. Auch die Liebe kann mich befreien oder auch sehr binden. Die Frage ist da, woher diese Gefühle der Liebe kommen: aus meinem Herzen oder aus meinem Vitalen. Da beide nahe beieinander liegen, kommt es da oft zu einem, na ja, einem "Mischmasch". Wir unterscheiden nicht richtig.
Ich liebe Gurdjieff auch.
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18.04.2008, 08:17
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 08.06.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 235
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Hi, Ulenspygel!
Was negative Gefühle für mich sind? Dasselbe wie Dreck am Körper: Stelle merken und waschen. Im Ernst, der alte Gurdijeff hat Recht. Negative Gefühle sind Marker für Fehlstellen und ich habe gelernt zu fragen: was läuft da schief? Das kann auf meiner Seite liegen, aber auch auf einer andern und einer dritten, denn zuweilen ist das negative Gefühl Ergebnis einer Verkettung vieler Wege. Was ich aber nie tun würde - das negative Gefühl unterdrücken nur weil es negativ ist. Denn wenn ich es unterdrücke, klärt sich die Fehlstelle nie - so zumindest meine Ansicht.
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18.04.2008, 08:52
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #4 (permalink)
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Finde den Weg zu Dir!
Sternzeichen:
Registriert seit: 14.03.2008
Ort: Bad Berneck
Alter: 34
Beiträge: 190
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Merry Meet,
Negativ und positiv...Worte die mich doch jedes mal wieder verwundern. Wenn ich wütend bin und das Gefühl herauslasse, dann ist das positiv für mich, denn es klärt meine Seele und reinigt mich in dem Augenblick. So kann ich danach eine Situation wieder objektiv ansehen.
Zum Beispiel=
Mit fällt meine Lieblingstasse auf den Boden und splittert in 100 kleine Teile. Im ersten augenblick bin ich vielleicht wütend oder enttäuscht oder einfach böse mit mir, weil ich sie fallen lies.
Danach kann ich dann erkennen was ich verändern muss. Vielleicht ein anderer Standort oder mehr konzentration bei dem was ich tue.
Ist es nun negativ oder positiv es heraus zu lassen? Natürlich sollte man in diesen Gefühlen nicht versinken und innehalten. Tag um Tag und Jahr um Jahr. Aber man sollte sie auch nicht unter einem Lachen vergraben, denn wenn man sich selbst betrügt, dann ist das Lachen nicht ehrlich. Und unehrlichkeit macht uns vielleicht wieder böse. Dieses böse Gefühl wird wieder untergraben und so weiter und so weiter.
Gefühle sind da um zu erkennen wer wir sind und wir sollten uns lieben wie wir sind. Mit unserer Wut oder was auch immer da sein mag.
Ich lebe mit meinen Gefühlen. Wenn ich lache und fröhlich bin, dann ist es ehrlich und wenn ich weine vor Wut dann ist es auch ehrlich.
Blessed be
Dana
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18.04.2008, 09:12
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #5 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 21.12.2007
Beiträge: 12
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis
Guten Morgen,
dieses Thema ist so weitläufig, dass man darüber viele Seiten schreiben könnte. Das Primäre, das mir dazu spontan einfällt ist:
Es gibt in jeder Situation des Lebens vermeintlich Gutes und Ungutes (das Wort negativ vermeide ich möglichst, da es den Körper schwächt). Im näheren Hinsehen gibt es aber nur GUTES, denn jeder Augenblick im Leben ist ein Lehrbeispiel, das wir erhalten um unsere Seele nach dunklen, oder verletzten Stellen zu durchsuchen.
Was Kirche anbelangt möchte ich gerne sagen, dass die Vorgaben stimmen, doch die Worte meistens missverstanden werden. Der Kern davon ist die LIEBE die ohne BEDINGUNG sein sollte.
Wie gesagt, das Thema ist unerschöpflich und ich freue mich dir auf weitere Fragen zu antworten. Das kann auch über ein e-mail sein.
Der Ansatz sich darüber das Thema Gedanken zu machen ist der Beginn für ein glückliches Leben.
Herzlichst
glasikone
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18.04.2008, 11:40
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #7 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
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Lieber Ulenspygel,
Zitat:
Zitat von Ulenspygel
Was habt ihr für eine Beziehung zu eurem Ärger, eure Eifersucht, Wut, Neid etc.?
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die angegebenen Gefühle halte ich in hohen Ehren. Sie waren meine größten Lehrer. Nicht "angenehm", aber das müssen Lehrer auch nicht sein. Und so sind sie, wenn ich sie als Lehrer ehre, auch nicht "negativ". Im Gegenteil, ich war dankbar für sie, lernte aus ihnen und so waren sie höchst "positiv".
Der Schmerz, wenn ich auf eine heiße Herdplatte fasse, wird als unangenehm empfunden. Aber er ist ein erstklassiger Lehrer. Eine einzige Lektion, und ich mache so etwas nicht wieder. Wenn man die anderen "unangenehmen" Zeitgenossen genau ernst nimmt, verwandeln sie sich in die stärksten Motoren.  , eva-maria
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19.04.2008, 01:08
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Negative Gefühle als Entwicklungshemmnis Beitrag #8 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 8
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Ich kann da vielleicht auch etwas zu sagen.
Ich denke viele Leute wissen nicht wie sie sich fühlen sollen, man probiert aus gut gelaunt zu sein und sieht es kommen Probleme auf und man versucht schlecht gelaunt zu sein und fühlt sich dann auch nicht zufrieden, am ende ist man dann noch depressiv und kapert gar nicht mehr wie man sich den nun fühlen soll weil man bei beiden versuchen kein glück hatte, die negtativen gedanken machten einen fertig und die glücklsgefühle ließen einen zu sehr übertreiben und unvorsichtig werden, also weis man gar nicht mehr wie soll man sich nun am besten fühlen um ein gutes leben zu haben und wird depressiv.
die beste lösung ist aber neutralität, wie ein stiller genießer denke ich.
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