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30.12.2005, 13:00
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Versöhnungszeichen Beitrag #1 (permalink)
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bud
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Beautiful Berlin
Beiträge: 532
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Versöhnungszeichen
Versöhnungszeichen
(von Pinchas Lapide)
Ich habe oft über das Kreuz nachgedacht – jenes Kreuz, das einst das sadistischste Marterinstrument der grausamen Römer war; an dem Tausende und Abertausende von frommen Juden, vor Jesus, zusammen mit Jesus und auch nach Jesus verbluten mußten. Dieses Kreuz, das wir seit Makkabäerzeiten tragen; das Kreuz, das später zur Mitte der christlichen Heilslehre wurde, während es für Juden bis heute eine Leidenswirklichkeit geblieben ist. Sollten wir dieses Kreuz nicht endlich umdeuten? Nicht nur als Erinnerung an brutale Unmenschlichkeit und an die Passion Jesu und allzu vieler seiner jüdischen Brüder wäre es zu verstehen, sondern auch zur Verkörperung des Glaubens unserer beider Bibelreligionen könnte es werden.
Gleicht der senkrechte Pfahl des Kreuzes nicht einem Pfeil, der, in der Erde wurzelnd, jäh zum Himmel weist – wie das Gebot der Gottesliebe, das die volle Selbsthingabe fordert? Und gleicht der waagerechte Querbalken, der unparteiisch nach rechts und nach links deutet, nicht jener schrankenlosen Nächstenliebe, die weder reich noch arm, weder schwarz noch weiß, weder Jude noch Christ anerkennt, sondern einzig und allein Menschenbrüder, die im gemeinsamen Vater-Gott die beste Gewähr für Sinn und Hoffnung ihres Lebens finden?
Beide halten einander fest, da sie einander brauchen und zutiefst ergänzen – genau wie das Doppelgebot der erlösenden Liebe, die die Mitte der Gesamtbibel darstellt.
So gedeutet, könnte dieses Kreuz vielleicht zum Zeichen der Versöhnung werden zwischen Jesu Brüdern und seinen Jüngern, die allzu lange Halleluja gegeneinander gesungen haben – nur um kontaktlos aneinander vorbei zu beten und vorbei zu leben.
Noch eine grammatische Merkwürdigkeit fällt beim Gebot der Nächstenliebe auf. Da es im Hebräischen keinen kategorischen Imperativ gibt, sondern nur die Zukunftsform, so heißt es eigentlich nicht: Du sollst deinen Nächsten lieben, sondern du wirst ihn lieben!
»Wann wird das geschehen?« So fragte einst einer der rabbinischen Kommentatoren mit Recht – worauf einer seiner rabbinischen Kollegen antwortete: »Sobald du die Frohbotschaft, die dem Zehngebot vorangeht, wirklich ernst nimmst – nämlich die Worte: Höre Israel, Ich bin der Ewige, dein Gott, Der dich befreit hat aus der Sklaverei in Ägypten.« (Exod 20,2) Sobald du dieser Gott-gegebenen Freiheit als einer Befreiung von jeder Angst, von aller menschlichen Unterjochung innewirst, dann wird es keiner Gebote noch Befehle mehr bedürfen, um die Nächstenliebe als Gottesliebe zur Selbstverständlichkeit zu machen. Denn wie anders könntest du deine Dankbarkeit deinem Schöpfer gegenüber konkret beweisen?
Nicht äußerer Zwang wird dann die Nächstenliebe sein, sondern innerer Drang,– ein Drang zur Hingabe an den Menschenbruder, den dir Gott geschenkt hat und den du brauchst, um reif und mündig in deiner Selbsterkenntnis zu werden.
Daher verwirft das Judentum jedwede weltfremde oder einsiedlerhafte Gottesliebe, die rein egoistisch dem Eigenheil diesen soll – genauso wie es jede Nächstenliebe ablehnt, die rein horizontale Mitmenschlichkeit predigt, wie sie auch in einer atheistischen Genossenschaft praktiziert werden kann. Nur eine Gottesliebe, die spontan und ungezwungen in Nächstenliebe mündet – nicht weil es nützlich oder anständig ist, sondern weil sie den Nachbarn als Menschenbruder unter Gott völlig anerkennt, in all seinem Gottgewollten Anderssein und Andersdenken, nur sie ist es in ihrer Zwei-Einigkeit, die dem Zweifüßler zur Ebenbildlichkeit Gottes verhilft; denn in ihr liegt der Zusammenfassung aller Zehn Gebote vom Sinai, deren Mittelpunkt sich in den Worten Jesu erschöpft: Liebe zu Gott und zum Mitmenschen; Gerechtigkeit, Mitleid und Vergebung der Sünden. Das ist die Summa der biblischen Frohbotschaft; der Rest ist Kommentar.
In unserer heutigen Welt der Selbstzerfleischung und der atomaren Überrüstung besitzt die Menschheit zum erstenmal die effektiven Mittel, um globalen Selbstmord zu begehen. Unter solchen Umständen ist die Nächstenliebe kein frommer Wunsch mehr noch das Thema für platonische Sonntagspredigten, sondern sie ist auch zum Diktat der nüchternen Realpolitik geworden:
Eine Welt – oder keine!
Das ist die Alternative, die sich den Bewohnern unseres Planeten immer eindringlicher aufdrängt. Es ist die Wahl zwischen Gut und Böse; Haß und Liebe; Fluch und Segen, vor die uns auch die Bibel stellt.
Und nun noch ein letzter Blick auf unseren Markustext.
Nicht Feindschaft noch Rechthaberei kennzeichnen hier die Beziehungen Jesu zu seinen jüdischen Zeitgenossen und Lehrkollegen, sondern echte Freundschaft, Sympathie und Brüderlichkeit. So war es einst – vor dem Auseinandergehen der Wege zwischen Kirche und Synagoge.
So kann es wieder werden – wenn wir alle das Gebot der Doppelliebe so ernst nehmen, wie Jesus selbst es tat. Denn dann, aber nur dann, »sind wir nicht fern vom Reiche Gottes«, wie er sagte.
Quelle: Pinchas Lapide, Er predigte in ihren Synagogen - Jüdische Evangelienauslegung, 1980 Gütersloher Verlagshaus, ISBN 3-579-01400-5
Schalom*
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30.12.2005, 13:36
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Versöhnungszeichen Beitrag #2 (permalink)
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* Ehyeh Asher Ehyeh *
Registriert seit: 20.12.2005
Ort: Königreich Hannover
Beiträge: 446
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Das wirkliche Kreuz Jsu, das Primzahlenkreuz, wird bereits in den
anfängen der Genesis beschrieben, wenns Menscherl wenigstens
die Worte wörtlich übersetzen würde, könnte es bereits dort spätestens
unter Nutzung des inneren Wortes bereits erkannt werden.
< -6 -5 -4 -3 -2 -1 -0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ >
Das ganze nun noch nur in der senkrechten von der 0 ausgehend
hier nur nicht so einfach darstellbar ....
... Mehr ist das nicht das Kreuz Jesu und des jeden Menschen perse ...
... doch jedoch eine Menge mehr als das öffentliche Märchen aus dem NT,
... welche Metapher nur verstanden werden will.
Lieben Gruß - elohy -
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21.03.2006, 14:07
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Versöhnungszeichen Beitrag #3 (permalink)
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bud
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Beautiful Berlin
Beiträge: 532
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Zivilisation der Liebe
»[...] Für unsere Ohren klingt dieses „du sollst“ sehr apodiktisch, nach Gebot, nach Vorschrift und wir hören gleich dieses „wehe wenn...“ Im Hebräischen dagegen hat es auch die Bedeutung „du wirst!“ Und dann hören sie sich ganz anders an: Du befreiter Mensch, wenn du deinen Weg mit mir weiter gehst, dann wirst du bestimmt nicht mehr vor anderen in die Knie gehen! Also keinen fremden Göttern nachlaufen. Du wirst nicht mehr wie bisher Tag für Tag schuften und dich und dein Gesinde ausbeuten. Du wirst jetzt jeden siebten Tag umschalten und dir eine kreative Pause gönnen! Du wirst nicht nach dem Eigentum eines anderen schielen, wenn du begriffen hast, was ich mit dir vorhabe. Was wie ein Verbot klingt ist eine Verheißung. Wenn wir beide zusammenhalten im göttlichen Bund, dann wirst du Mensch sehen: es entsteht eine Welt, in der es sich lohnt zu leben. Mord, Neid, Zerstörung und Gewalttat werden ein Ende haben. Die Zivilisation der Liebe bricht auf. [...]«
Pfarrer Thomas Groß
Kath. Gottesdienst aus Bensheim
Predigt am 19.03.2006
Quelle (URL): http://www.fernsehgottesdienst.de/PDF_Bensheim_2006.pdf
Schalom
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21.03.2006, 14:21
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Versöhnungszeichen Beitrag #4 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.06.2005
Ort: Frankreich franz./deutsche Grenze
Beiträge: 1.304
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Zitat:
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Zitat von elohy
 Das wirkliche Kreuz Jsu, das Primzahlenkreuz, wird bereits in denanfängen der Genesis beschrieben, wenns Menscherl wenigstens
die Worte wörtlich übersetzen würde, könnte es bereits dort spätestens
unter Nutzung des inneren Wortes bereits erkannt werden.
< -6 -5 -4 -3 -2 -1 -0+ 1+ 2+ 3+ 4+ 5+ 6+ > 
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und wer übersetzt mir das jetzt?
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21.03.2006, 14:40
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Versöhnungszeichen Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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"das kreuz"
hallo an alle,
also "das kreuz" gibt es nicht...oder besser ausgedrückt: es gibt verschieden kreueze... kalvarienkreuz, mit ungleichen balken. grichsichekreuz 8andreaskreuz) mit gleichen balken...
das kreuz ist allgemein als symbol der sühne bekannt: das eigene "kreuz - tagen"... und das kalvarinekreuz, als totesinstrument ist alssühne durch leiden bekannt. (übrigens, beim kreuzigung sind die emnschen nicht verblutet, sondern förmlich erstickt... nur so benebei...)
das griechische kreuz ist das simbol des "karmischen ausgeleiches" - nicht
durch leiden oder tot, sondern durch wiedergutmachung...
im übrigen ist der davidstern auch ein symbol des auchgleichs. es könnte als "ausgleich-durch-die-zwei-wege" interpretier weren.
liebe grüsse an euch
astrosophie67
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