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Religion, Glauben & Spiritualität

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Alt 19.02.2008, 12:06   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #1 (permalink)
maria45
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Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
Die Feigenbaumgleichnisse

Lieber IchBin,
Zitat:
Zitat von IchBin Beitrag anzeigen
Aber da ich glaube dass du dich sehr intensiv mit der Bibel beschäftigt hast hab ich noch eine persönliche Bitte um deine Auslegung. Ich hab schon immer Probleme mit einer Stelle des NT gehabt, als nämlich Jesus einen Feigenbaum verflucht, so dass er stirbt und der ganze Zauber nur um seinen Jüngern seine Macht zu demonstrieren. Nimmt man das wörtlich muss das ein ziemlicher Aussetzer gewesen sein.
Du meinst die Stelle in Markus 11:12ff? "Und des folgenden Tages, als sie von Bethanien weggegangen waren, hungerte ihn. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er vielleicht etwas an ihm fände; und als er zu ihm kam, fand er nichts als nur Blätter, denn es war nicht die Zeit der Feigen. Und er hob an und sprach zu ihm: Nimmermehr esse jemand Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten es."

wie gesagt, wenn man es wörtlich nimmt, kreuzigt man es. Man sieht es dann aus der Perspektive der 4, der Welt hier. Wenn ein weltlicher Mächtiger hier so etwas macht, klar, dann muß das Motiv eine Machtdemonstration sein.

Ich meine, das ist ja schon echt grotesk. Also da ist jemand, der eigentlich alles weiß. Dann geht er zu einem Feigenbaum hin und sucht nach Feigen, obwohl er weiß daß keine daran hängen. Dann weiß er eigentlich auch noch, daß er da sowieso nichts finden kann, weil es nicht Feigenzeit ist. Und dann verflucht er ihn. Das ist doch schon Dadaismus. Also viel absurder kann man eine Geschichte nicht konstruieren.

Nun ist die Frage, wie man mit Absurdität in Heiligen Schriften umgeht? Man kann sie im Unglauben zum Anlaß nehmen, die Schrift zu verwerfen, sie zu kreuzigen. Man könnte aber auch verstehen, daß der buchstäbliche Schriftsinn hier wohl eindeutig nur Unsinn ergibt, daß er also nicht gemeint sein kann. Viel deutlicher kann man eigentlich nicht werden. Wenn ich autobiografisch erzähle, daß ich im Alter von 97 Jahren geboren bin, im Alter von 81 Jahren erkannte, was das Leben nicht ist, mit 65 Jahren meinen Herrn erkannte, und mit 61 ihm folgte, mit 47 gekreuzigt wurde, mit 34 auferstand und bin nun 26 Jahre jung obwohl ich wie 19 aussehe, ist das genauso absurd (aber spirituell zutreffend).

Jesus Christus ist hier an dieser Stelle auf dem Weg nach Jerusalem. Das Jerusalem, das ihm genau nur drei Sätze vorher zurief: "Hosanna! gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unsres Vaters David! Hosanna in der Höhe!" und nur drei symbolische Tage später kreuzigen wird.

Man muß diese Stelle unbedingt im Kontext der Erzählung sehen. Nur so zeigt sie ihren Sinn. Ich kann das unmöglich alles hier erklären, allein diese Stelle ist genug, um sich damit ein paar Jahre zu beschäftigen. Vom Kontext ist es wichtig, daß hier im 11. Kapitel ein ständiges Wechseln zwischen Bethanien und Jerusalem erfolgt. Jesus kommt nach Jerusalem, reitet auf dem Eselsfüllen (auch das müßte man nun alles erklären, was das wieder heißt), geht dort weg, obwohl er mit Hosanna begrüßt wird nach Bethanien, kommt nächsten Tages wieder, reinigt den Tempel mit Geißeln, geht nach Bethanien, kommt nächsten Tag wieder und dann kommt die weitere Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten. Zwischenrein geschoben ist diese Episode mit der Verfluchung des Feigenbaumes und wie Petrus am nächsten Tag den verdorrten Feigenbaum sieht.

Nur ein paar Anregungen zu ersten Ansätzen von Verständnis. Was sind Blätter an einem Baum? Sie sind wie Seiten eines Buches, einer Heiligen Schrift. Sie können Nahrung bieten, so daß der Baum wachsen und Frucht geben kann. Auch eine Heilige Schrift kann Nahrung bieten, so daß der Mensch wachsen und zur Frucht werden kann.

Man könnte versuchen, an den Blättern eines Baumes seine Art zu bestimmen. Die Blätter sind wie das buchstäbliche Bekenntnis, so wie mancher "Christ" eben einen christlichen Taufschein hat. Der Taufschein sagt aber gar nichts über das wirkliche Leben desjenigen aus. Und bezüglich der Bestimmung der Art eines Baumes wird in esoterischer Hinsicht eben sehr viel mehr Wert auf das gelegt, was jemand tut, also die Früchte, als auf das, was jemand sagt.

"An der Frucht erkennt man den Baum."

Selbst ein bekennender Atheist kann viel mehr von Liebe leben als ein noch so frommer Schriftgelehrter.

Und eigentlich ist das das Bild hier, jedenfalls im Zentrum. Jesus kommt nach Jerusalem, und es werden ihm "Blätter", wunderschöne, scheinheilige Blätter in Form von Lippenbekenntnissen entgegengehalten. "Hosanna!!!!" und vier Tage später kreuzigen sie ihn.

In gleicher Weise hält dieser Feigenbaum ihm seine Blätter entgegen. Natürlich sucht Gott an jedem Menschen "Frucht", wenn der Mensch sagt: "Ich liebe Gott" oder "ich liebe meinen Nächsten". Und obwohl Gott bereits erkennen kann, daß es nicht die "Zeit der Feigen" ist, obwohl Gott eigentlich bereits weiß, daß dort nichts zu holen ist, verbirgt er dieses Wissen vor sich selbst in Gnade, und gibt dem Freien Willen des Menschen eine weitere Möglichkeit zur Entfaltung, vielleicht doch auch wirklich Frucht zu bringen.

Nun, was ist die Feige? Die Feige ist die Frucht des vierten Tages, die Frucht der 4. So wie der Weinstock die Frucht des dritten Tages ist. Der Wein symbolisiert die Freude, die Feige die Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit.

Man muß die ganze Schrift sehen. Die erste Erwähnung von Feigen tritt im Kontext des "Sündenfalles" von Adam und Eva auf. Sie machten sich "Feigenblätter" zum Schurz. Das Feigenblatt ist dann im Negativen ein Symbol der Selbstgerechtigkeit. In ähnlicher Weise hielten sich die Schriftgelehrten und Hohenpriester natürlich auch alle für gerecht.

So wie jede Frucht ein Symbol einer Verwirklichung ist, so ist die Feige in ganz besonderer Weise ein Symbol der Verwirklichung, weil sie eben auf der Ebene der 4, der Verwirklichung selber, arbeitet.

Jesus sucht nicht an irgendeinem Baum eine Frucht, sondern am Baum der 4. Der Baum der 4 ist aber gleichzeitig der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Das Zahlenverhältnis der Worte "Baum des Lebens", 233, und "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse", 932=4*233, ist exakt 1 zu 4.

Jesus Christus ist hungrig und sucht also eine 4 an dem Baum der 4. Gewissermaßen eine 4*4=16. Er findet im Außen keine Frucht und verflucht das Außen. Aber ist Jesus Christus nicht Alles in Allem? Also verflucht er sich selbst an dieser Stelle?

Eigentlich ist er selbst dieser Feigenbaum, dieser Gerechte. Und er sucht Frucht an sich selbst. Kann er in diesem Zustand, zu dieser Zeit, wirklich Frucht bringen? Es ist nicht die Zeit der Feigen. Es ist nicht wirklich die Zeit seines Wiederkommens in Herrlichkeit nach Jerusalem. Obwoh die "Blätter", die Hosannarufe, ihm entgegenschallen, findet er keine wirkliche Frucht.

Das Naturgeborene (hier symbolisch in Form des jüdischen Volkes und des Feigenbaumes) jubelt ihm entgegen. Es spürt instinktiv, daß dort Erlösung naht. Doch das Naturgeborene kann nicht einfach jubelnd ins Reich des Geistes eingehen. Es muß selbst ersterben.

Später, wenn das Naturgeborene, also der Leib, durch das Leid hindurchgeht, wie in Markus 13:26-27, wo die Zeit der Drangsal und der wirklichen Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit beschrieben wird, gibt es genau das andere Bild. Markus 13:28 "Von dem Fiegenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist."

Also auch hier Blätter am Feigenbaum, aber dann wirkliche Frucht. Der Unterschied ist klein: "weiche" Zweige...

Jesus Christus ist als Zahl 2368=16*148. Die 148 ist die 148 des pessach, des Passahlamms, und die 16 ist das Schlachten, das Kreuzigen des Lammes.

Er selbst sieht den "harten Zweig" des buchstäblichen Glaubens, hier des Judentums seiner Zeit, und er selbst verflucht nicht das Judentum, sondern den Feigenbaum, der er selber ist. Er selbst "verdorrt von den Wurzeln an." Kreuzigung ist ein Tod des Verdurstens, des langsam Ausblutens.

Er nimmt diesen Fluch auf sich, auf seinen Körper, um den Körper sterben zu lassen, das "harte" "weich" werden zu lassen.

Jesaja sagt: "Wir aber hielten IHN für bestraft."

Das Äußere muß aussehen wie ein Fluch. Es heißt: "Verflucht ist, wer am Kreuze hängt."

Dies ist aber ein innerlicher Prozeß!!!

Wer selbst zum Fluch geworden ist, wer selbst zum Bösen geworden ist, in der mystischen Nacht der Seele, wo maschiach(Messias)=358=nachasch(Schlange), dem erstrahlt das Licht der Ewigkeit.

Das ist wieder völlig analog zu den anderen Aussagen: "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer es aber verliert um meinetwillen, der wird es zum ewigen Leben gewinnen."

Wer seinen eigenen Feigenbaum, der keine Früchte trägt, retten will, seine eigene Selbstgerechtigkeit, der wird keine Gerechtigkeit gewinnen, sondern auch das was er noch hatte, die Blätter und die "Restlebendigkeit", verlieren.

Ach ja, spannend ist ja auch, daß das, was "Jesus", diese Kraft, im ganzen nicht an dem Feigenbaum findet, also am "jüdischen Volk" (ein Bild des Körpers als Tempel des heiligen Geistes übrigens), das findet er in Johannes im ersten Kapitel ab Vers 45 in einer bestimmten Haltung. Dort kommt die Kraft "Nathanael" und von dieser Haltung sagt "Jesus": Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Trug ist." Und Nathanael ist eben als "Frucht" unter dem Feigenbaum...

"Nathanael" ist also die Kraft, die sich von der Position des "rechten Bekenntnisses", des Seins unter dem Feigenbaum, hin zur lebendigen Begegnung mit dem "Jah ist Hilfe", dem Jehoschua begibt. Und diese Kraft kann tatsächlich erkennen. "Nathanael" ruft aus: "Rabbi, DU bist der Sohn Gottes, DU bist der König Israels".

Naja, so ein paar unsortierte Gedanken dazu. Wie gesagt, man könnte Jahre damit zubringen, das alles ganz genau zu erklären. Aber viel schöner ist es, so ein paar Anregungen zu bekommen und das alles selbst zu erleben - dann erklärt sich das Leben schon selbst.

In Liebe und Wahrheit, Eva-Maria
maria45 ist offline  
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Alt 19.02.2008, 12:45   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #2 (permalink)
Feenstein
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Benutzerbild von Feenstein
 
Registriert seit: 18.10.2007
Beiträge: 997
Liebe Maria ,

bei den vielen christlichen Threads , kommt man nicht umhin darüber nachzudenken.
Mir kam ein Bild bezüglich der Kreuzigung.

Das Kreuz ist doch ein heiliges Symbol (z.B. das Ankh)mit vielen versteckten Bedeutungen.
Dem Abstieg des Geistes in die Materie, der Verhaftung in den Polen und des Aufstiegs.
Das finden des Himmelsreiches in uns.
Den 4 Elementen/Himmelsrichtungen....
Die Erfinder des kreuzigens, wollten aber doch keine spirituelle Tötung an den Menschen vornehmen?
Oder war es das sie "unbewußt" dieses Zeichen setzten?
So hätten sie doch auch nach Gottesplan gehandelt ?
Im Prinzip hätte dann jeder , so gehandelt , das dazu dieses Gleichnis auch erschaffen werden kann ?
So das jeder mit dem anderen zusammen etwas erbaut.

Also es passt jetzt am ehesten hier rein hoffe ich.


Alles Liebe Feenstein
Feenstein ist offline  
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Alt 19.02.2008, 13:12   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #3 (permalink)
maria45
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Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
Liebe Feenstein,
Zitat:
Zitat von Feenstein Beitrag anzeigen
Die Erfinder des kreuzigens, wollten aber doch keine spirituelle Tötung an den Menschen vornehmen?
Oder war es das sie "unbewußt" dieses Zeichen setzten?
So hätten sie doch auch nach Gottesplan gehandelt ?
Im Prinzip hätte dann jeder , so gehandelt , das dazu dieses Gleichnis auch erschaffen werden kann ?
So das jeder mit dem anderen zusammen etwas erbaut.
das ist ja das "Vollkommene" in der Unvollkommenheit - alles Handeln geschieht von der höchsten Sicht aus in Liebe und in Vollkommenheit, wie man es auch denn als die Buddhanatur allen Seins bezeichnet. Die Maya, die Täuschung, besteht nur darin, daß man das als unvollkommen sieht.

"Eva" (wird als Mutter alles Lebendigen bezeichnet) als spirituelle Kraft muß vom Baum der 4 "essen" und "sterben", damit Materie (matter, mater, die buchstäbliche Mutter alles Lebendigen) entstehen kann und damit der Weg zurück überhaupt entsteht.

"Adam" als spirituelle Matrix muß ebenfalls essen, um in der Materie zunächst buchstäblich als Mensch inkarnieren zu können.

"Judas" als Kraft muß verraten und sich selbst töten, um als wahrer Juda (bedeutet Gotteslob) wiederaufzuerstehen.

"Jesus" als Kraft muß in der Materie sterben, damit sie wiederauferstehen kann - Jesus und die Materie zusammen als "spiritueller Adam", als geistiger Mensch.

In Liebe und Wahrheit, Eva-Maria
maria45 ist offline  
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Alt 20.02.2008, 01:58   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #4 (permalink)
cormercy
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Sternzeichen: Fische
Registriert seit: 14.10.2007
Alter: 40
Beiträge: 53
Zitat:
Zitat von maria45 Beitrag anzeigen
Wer selbst zum Fluch geworden ist, wer selbst zum Bösen geworden ist, in der mystischen Nacht der Seele, wo maschiach(Messias)=358=nachasch(Schlange), dem erstrahlt das Licht der Ewigkeit.
Also alles in allem:

Wer sein eigenes Leben hingibt (innerer Prozess = auch äusserlich sichtbarer Fluch, wie innen so aussen), um Gotteswillen, weil also andere diesen Willen nicht tun, und keine Frucht bringen,
wer es in Kauf nimmt, aufgrund dieser Boshaftigkeit selbst zum Bösen zu werden, der erlangt ...
in welcher mystischen Nacht der Seele? .....das ewige Leben?
cormercy ist offline  
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Alt 20.02.2008, 09:52   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #5 (permalink)
Feenstein
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Benutzerbild von Feenstein
 
Registriert seit: 18.10.2007
Beiträge: 997
Liebe Maria ,

danke für Deine Antwort.
So gesehen gilt es eigentlich nur sein Leben zu leben, da wir immer im Einklang mit Gottes Plan sind, und immer unser gerade Bestmöglichstes tun ?
Egal ob wir Bäcker, Rabbi oder Hartz 4 Empfänger sind.
Ob wir an den Koran ,die Bibel ,an Gott in uns glauben,oder gar nicht - da alles sein darf , wie es ist, da alles vollkommen ist , so wie es ist.


Alles Liebe Feenstein
Feenstein ist offline  
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Alt 20.02.2008, 11:47   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #6 (permalink)
Gast6499
Gast
 
Beiträge: n/a
lieber ichbin, liebe maria, liebe feenstein,

ich sitze hier und die tränen des unsagbaren schmerzes laufen mir über die wangen, ich habe die trockenen früchte des feigenbaumes gegessen und ich ahne etwas davon, was das bedeutet ... die alten füllungen aus kunststoff sind herausgebrochen...
die beiden unteren backenzähne wurden mit gold überkront, weil es die einzigen sind, die beißen können .. nun wohl für immer ...
es ist nicht nur der schmerz dieser prozedur, es ist viel viel mehr ... die feigen haben altes entfernt ... eure gedanken sind sehr hilfreich ...
ich weiß maria, ich sollte mich per dia unter einen feigenbaum setzen ... aber es kommt wieder eine sehnsucht hoch die nach meinem geliebten griechenland, nach kreta, nach lentas, nach dem tempel dort ...
ich weiß, das kann ich auch per dia tun ... aber ich bin ein mensch mit bedürfnissen ... das meer in lentas ... einfach reinigend ... und so weit ...
und so kraftvoll ...

ich danke euch für die gedanken dazu ...


alles liebe und gottes segen

chrystal

Geändert von Gast6499 (20.02.2008 um 11:57 Uhr)
 
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Alt 20.02.2008, 16:32   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #7 (permalink)
maria45
Banned
 
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
Liebe Comercy,
Zitat:
Zitat von cormercy Beitrag anzeigen
Wer sein eigenes Leben hingibt (innerer Prozess = auch äusserlich sichtbarer Fluch, wie innen so aussen), um Gotteswillen, weil also andere diesen Willen nicht tun, und keine Frucht bringen,
wer es in Kauf nimmt, aufgrund dieser Boshaftigkeit selbst zum Bösen zu werden, der erlangt ...
in welcher mystischen Nacht der Seele? .....das ewige Leben?
nicht weil andere es nicht tun - es gibt keinen Anderen.
mit dem eigenen "Leben" hingeben, das ist so etwas. Man könnte es buchstäblich auffassen, daß man zum Märtyrer werden muß, aber das ist es nicht. Das Wort "Leben", wie es im deutschen übersetzt wird, ist eigentlich das Wort "psyche" im Griechischen. Die eigene Seele? Das wäre das nächste Mißverständnis, wieder zu buchstäblich.
Der "Psyche" wird der Sitz der Empfindungsfähigkeit zugeschrieben. Und es geht darum, jegliches "eigen"-Empfinden hinzugeben - in vollkommener Liebe. Deshalb: es gibt keinen "anderen", kein "du". Hebe die Grenze auf - und das Empfinden des "ich", wie es als abgegrenztes Etwas sich im Menschen aufgebaut hat, erlischt, und es wird das ewige "ICH" auferstehen.

und um wessentwillen tut man dies? um des willen, des Bewußtseins, das die vollkommene Liebe selbst ist. Es gibt niemanden, der verlangt, daß man irgendetwas aufgeben muß. Kein Gott will ein Opfer. Es geht um ein Angebot. Wer richtigen Kuchen backen möchte, muß seine Sandkastenförmchen hinter sich lassen. Niemand besteht darauf, daß er Kuchen backen muß. Es ist nur ein Angebot, eine Wahl. Möchte man weiter im Sand spielen? kein Problem. Möchte man wirklichen Kuchen backen? auch kein Problem. Nur geht das eben im Sandkasten nicht. Und diese Position des Sandkastens muß man dann eben aufgeben für die Position des am Herd stehens - alles bildlich gesprochen.

die mystische "Nacht der Seele" ist nicht beschreibbar, nur erlebbar. Und wenn man sie erlebt, weiß man schon, was das ist.

Liebe Feenstein,
Zitat:
Zitat von Feenstein Beitrag anzeigen
Egal ob wir Bäcker, Rabbi oder Hartz 4 Empfänger sind.
Ob wir an den Koran ,die Bibel ,an Gott in uns glauben,oder gar nicht - da alles sein darf , wie es ist, da alles vollkommen ist , so wie es ist.
das ist die eine Seite der Medaille, ja. Sie gipfelt in der Formulierung: "vor der Erleuchtung Holz hacken, nach der Erleuchtung Holz hacken." Es gibt nichts wirklich zu "verbessern".
Die andere Seite der Medaille ist die, wo nicht jeder bereits dieses ewige Glück des vollkommenen Bewußtseins erlangt hat. Und für denjenigen mag es so vollkommen sein wie es ist, er erlebt es gerade nicht. Und dieser freut sich sehr darüber, wenn man ihm hilft, auch dies zu sehen.

Zitat:
Zitat von Feenstein Beitrag anzeigen
So gesehen gilt es eigentlich nur sein Leben zu leben, da wir immer im Einklang mit Gottes Plan sind, und immer unser gerade Bestmöglichstes tun ?
nein, dann wären ja jegliche Aufforderungen unnütz. Auch die Aufforderungen sind vollkommen, denn sie zeigen, daß es eine Wahl gibt. Eine Wahl zwischen einem guten Weg und einem guten Weg. "Der Erleuchtung ist es egal wie du sie erlangst", sagte einmal jemand. Aber dir ist es nicht egal. Ob in dieser Inkarnation oder nach 200 anderen - Gott hat ewige Geduld. Man kann sich nicht aus Gottes Plan entfernen. Aber man kann wählen, wie leidvoll der Weg ins vollkommene Bewußtsein ist.

In Liebe und Wahrheit, Eva-Maria
maria45 ist offline  
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Alt 20.02.2008, 20:00   Die Feigenbaumgleichnisse Beitrag #8 (permalink)
Elias Erdmann
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Benutzerbild von Elias Erdmann
 
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Ort: In der Nähe von Frankfurt
Beiträge: 56
Wenn die Zeit noch nicht reif ist, erkennt man nur die Blätter

Hallo Maria45

> Markus 11:12ff? "Und des folgenden Tages, als sie von Bethanien weggegangen
> waren, hungerte ihn. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte,
> ging er hin, ob er vielleicht etwas an ihm fände; und als er zu ihm kam, fand er nichts
> als nur Blätter, denn es war nicht die Zeit der Feigen. Und er hob an und sprach zu
> ihm: Nimmermehr esse jemand Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten
> es."


Auch ich würde diese Stelle allegorisch interpretieren, denn eine wörtliche Interpretation wäre wirklich absurd. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man die allegorische Sichtweise nicht nur aus solche absurden Texte beschränken sollte. Auch vieles, was nicht absurd klingt, hat einen tieferen Sinn und sollte entsprechend gedeutet werden.

Die absurden Textstellen erzwingen einen anderen Deutungsansatz, aber die anderen Stellen verbieten ihn nicht.

> Die erste Erwähnung von Feigen tritt im Kontext des "Sündenfalles" von Adam und
> Eva auf. Sie machten sich "Feigenblätter" zum Schurz.

Üblicherweise wird ja der Baum der Erkenntnis als ein Apfelbaum dargestellt bzw. es wird von einem Apfel gesprochen, den Adam gegessen hätte. In der Genesis wird aber tatsächlich gar kein Apfelbaum erwähnt. Vermutlich handelt es sich um einen Irrtum, der durch eine zufällige Namensgleichheit entstand, die es im Lateinischen gibt. Der Apfelbaum heißt dort „malus“, und das ist auch heute noch die botanische Bezeichnung. Böse heißt aber auch „malus“. So wurde vermutlich aus dem Baum der Erkenntnis des Guten und des „Bösen“ der Apfelbaum.

Vermutlich war ursprünglich tatsächlich ein Feigenbaum gemeint und diese Annahme würde auch zu der esoterischen Bedeutung des obigen Textes passen.

> Das Feigenblatt ist dann im Negativen ein Symbol der Selbstgerechtigkeit.
> In ähnlicher Weise hielten sich die Schriftgelehrten und Hohenpriester
> natürlich auch alle für gerecht.


Von Origenes ist die Lehre des dreifachen Schriftsinns überliefert:
  • Schriftsinn: wörtlich/historisch
  • Schriftsinn: seelisch/moralisch
  • Schriftsinn: geistig/spirituell
Der Deutungsansatz „Feigenblatt = Selbstgerechtigkeit“ entspricht in diesem Schema einer moralischen Deutung (und somit dem zweiten Schriftsinn). Diese möchte ich um eine geistige Deutung ergänzen, die uns zu den geistigen Prinzipien hinführt.

Ausgangspunkt für diese Deutung ist die Ideenlehre von Platon.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ideenlehre

Danach gibt es eine Welt der Ideen bzw. Prinzipien und eine Welt der Dinge. Die Dinge sind nach den Ideen bzw. Prinzipien gemacht und die Ideen bzw. Prinzipien sind an den Dingen erkennbar. Die Ideen bzw. Prinzipien sind ewig. Die Dinge sind hingegen der Zeit unterworfen.

Ein einfaches Beispiel:

Die Gleichung 2+2=4 ist absolut zeitlos. Dieses abstrakte Prinzip gilt heute, galt früher und wird auch in Zukunft gelten.

Wenn wir jedoch als Kind mit irgendwelchen konkreten Dingen das Zählen lernen, indem wir z. B. zwei Äpfel und noch mal zwei Äpfel zusammenlegen, dann sind diese Äpfel der Zeit unterworfen. Irgendwann sind diese Äpfel verrottet.

So, wie wir das Prinzip „2+2=4“ an den materiellen Äpfeln erkennen können, so können wir auch viele anderen geistigen Prinzipien in der Schöpfung erkennen. Und so können wir auch die geistigen Prinzipien erkennen, die in einer mythischen Geschichte verdinglicht wurden.

Wenn wir nun die materiellen Dinge betrachten, dann erkennt man natürlich die geistigen Prinzipien nicht immer sofort. Ganz ähnlich ist das mit den mythischen Motiven. Wenn man diese betrachtet, dann erkennt man auch nicht immer sofort, welche Idee damit ausgedrückt werden soll.

Manchmal ist die Zeit einfach noch nicht reif dafür. Dann betrachtet man zwar die materiellen Dinge bzw. die mythischen Motive, aber das geistige Prinzip bleibt einem trotzdem verborgen.

Der Baum der Erkenntnis (bzw. der Feigenbaum) ist ein Symbol für die materielle Schöpfung. Der Mensch betrachtet die Schöpfung. Aber wenn die Zeit noch nicht reif ist, dann bleiben die geistigen Prinzipien verhüllt. Bildlich gesprochen sieht man in dieser Phase nur die „Blätter“ (=Sichtschutz) und nicht die „Früchte“.

Das Problem liegt daran, weil wir die geistigen bzw. ewigen Prinzipien nicht direkt wahrnehmen können. Wir können die geistigen Prinzipien immer nur indirekt wahrnehmen, indem wir die materiellen Dinge betrachten, die der Zeit unterworfen sind – indem wir bildlich gesprochen den Baum der Erkenntnis betrachten.

Wenn wir unser Bewusstsein so weit entwickelt haben, dass wir das Ewige/Geistige/Abstrakte direkt erfassen können, dann brauchen wir nicht mehr diesen Umweg über den Baum der Erkenntnis.

Es gibt in dieser Hinsicht drei Phasen:

Phase 1: Der erdgebundene Menschen erkennt im Materiellen nur das Materielle.
Phase 2: Wer abstraktionsfähig ist, erkennt die allgemeinen geistigen Prinzipien in der Materie bzw. in den verdinglichten Gleichnissen.
Phase 3: Wer die höchste Stufe erreicht hat, der kann die geistigen Prinzipien direkt erfassen.

Wenn wir die obige Bibelstelle interpretieren wollen, dann brauchen wir folgendes Analogie-Schema:

abstrakte, geistige Idee – konkrete, materielle Dinge
ewig bzw. allgemeingültig – der Zeit unterworfen
der Baum des Lebens – der Baum der Erkenntnis
direkte Erkenntnis der geistigen Prinzipien – indirekte Erkenntnis über die Materie
Elias Erdmann ist offline  
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