Liebe Freunde
Wer oder was sind eigentlich Geistwesen?
- Es sind Menschen ohne Körper! -
Aufgrund wessen sollte sich denn eigentlich der Charakter oder die Moral eines Menschen ändern, nur weil er seinen irdischen Körper verläßt? Daher gibt es in der Geisterwelt genauso Betrüger wie in unserer irdischen Welt. Demzufolge ist auch nicht der Name von Bedeutung, unter dem eine Mitteilung aus der Geisterwelt kommt, sondern wohl eher der Inhalt der Botschaft. Nie wird Unwissenheit und Laster das wahre Wissen und die echte
Tugend nachahmen. Deshalb hat das Medium wie auch der Anrufer den ganzen Scharfsinn und die ganze Urteilskraft nötig, um die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.
Erhabene Geistwesen fühlen sich durch diese Vorgehensweise nie beleidigt; sie raten sogar eine solche Prüfung selbst an, da sie nichts zu befürchten haben. Nur niedere Wesen können bei einer solchen Prüfung alles verlieren; deshalb versuchen sie immer wieder mit einigem Erfolg, unerfahrene, ungeschulte Medien zu verblenden. In diesem Sinne kommt von erhabenen Geistwesen selbst folgender Rat: "So sehr das Vertrauen gerechtfertigt erscheint, das euch Geistwesen einflößen, so können wir die Ermahnung nicht oft genug wiederholen, alle Mitteilungen, die ihr bekommt, abzuwägen und reiflich zu überlegen. Unterwerft alles der strengsten Kontrolle der Vernunft, und sobald euch ein Punkt verdächtig, zweifelhaft oder dunkel erscheint, verlangt die nötigen Aufklärungen, um euch entscheiden zu können."
Man kann die Wege, um die Eigenschaften der Geistwesen zu´erkennen, in die folgenden Grundsätze zusammenfassen:
1. Es gibt keinen anderen Maßstab, den Wert der Geistwesen zu unterscheiden, als den gesunden Menschenverstand.
2. Man beurteilt die Geistwesen nach ihrer Sprache und ihren Handlungen. Ihre Handlungen sind die Gefühle, die sie mitteilen und die von ihnen erteilten Ratschläge.
3. Da man weiß, dass gute Geistwesen nur Gutes sagen und tun können, kann Minderwertiges nie von einem guten Geistwesen kommen. Nur niedere Geistwesen machen ..Druck", um ihren Mitteilungen und Vorschlägen Gewicht zu verleihen. Womöglich "drohen" sie gar damit.
nicht wieder zu kommen, wenn dies oder jenes nicht wie gefordert getan wird.
Erhabene Geistwesen dagegen respektieren freien Willen und eigene Entscheidungen.
4. Erhabene Geistwesen führen immer eine würdige, edle und erhabene Sprache, sie sagen alles mit Anstand und Einfachheit und schmeicheln nie. Sie brüsten sich nie mit ihrem Wissen und nie mit ihrer Stellung unter den anderen Geistwesen. Die Sprache der niederen und gewöhnlichen Geistwesen hat immer einen Anflug menschlicher Leidenschaften.
5. Man kann Geistwesen nicht nach materiellen Formen und der Korrektheit des Stils beurteilen, sondern muss den inneren Sinn ergründen, ihre Worte prüfen, sie sachlich kühl, reiflich und ohne jedes Vorurteil abwägen.
6. Die Sprache erhabener Geistwesen ist immer gleich, wenn nicht in der Form, so dem Wesen nach. Die Gedanken sind dieselben. Sie können nach den Umständen, den Bedürfnissen und nach der Leichtigkeit der Mitteilung mehr oder weniger entwickelt sein, aber sie werden sich nie widersprechen. Wenn zwei Mitteilungen, die den gleichen Namen tragen, sich widersprechen, so ist die eine davon ganz offenbar falsch. Die wahrhafte wird jene sein, die dem bekannten Charakter der Person nicht widerspricht.
7. Gute Geistwesen sagen nur, was sie wissen, sie schweigen oder gestehen ihre Unkenntnis ein, wenn sie etwas nicht wissen. Niedere Geistwesen reden über alles mit Bestimmtheit, ohne sich um die Wahrheit zu bekümmern. Jede offenkundige Unlogik und Abweichung, jeder Grundsatz, der den gesunden Menschenverstand verletzt, zeigt den Betrug, auch wenn sich das Geistwesen
für aufgeklärt ausgibt.
8. Man erkennt die leichtfertigen Geistwesen an der Unverfrorenheit, mit der sie die Zukunft enthüllen und Dinge verkünden, die zu wissen uns nicht gegeben ist.
Gute Geistwesen können die Zukunft fühlen lassen, falls diese Kenntnis nützlich sein kann. Aber nie geben sie die Daten genau an. Jede Ankündigung eines Ereignisses mit genauer Zeitangabe ist das Zeichen einer Mystifikation.
9. Höhere Geistwesen drücken sich einfach und ohne Wortschwall aus. Ihr Stil ist kurz und bündig, ohne die Poesie der Gedanken und der Ausdrücke auszuschließen, für alle verständlich und erfordert keine Anstrengung, um verstanden zu werden. Sie beherrschen die Kunst, mit wenig Worten vieles zu sagen.
Niedere Geistwesen verbergen die Lehre ihrer Gedanken unter hochtrabendem Wortschwall. Dazu ist ihre Sprache oft anmaßend.
10. Gute Geistwesen befehlen niemals, sie drängen sich nie auf, sie raten nur. Folgt man ihnen nicht, ziehen sie sich zurück. Die niederen dagegen sind heftig, erteilen Befehle, und wollen, dass man ihnen gehorcht. Sie bleiben, allem zum Trotz.
Jedes Geistwesen, das sich aufdrängt, verrät somit also seinen Ursprung.
11. Guten Geistwesen schmeicheln nie. Sie billigen es, wenn man Gutes tut, aber immer mit Zurückhaltung.
Niedere Geistwesen erteilen übertriebenes Lob, reizen zum Hochmut und zur Eitelkeit, während sie die Demut predigen.
12. Hohe Geistwesen sind in allen Dingen über die Form erhaben. Niedere Geistwesen allein pflegen kleinliche Einzelheiten, die mit wahrhaft erhabenen Ideen unverträglich sind, um somit Wichtigkeit vorzutäuschen.
Jede kleinliche Vorschrift ist ein sicheres Zeichen der Niedrigkeit und des Betruges seitens eines Geistwesen, auch wenn es sich mit einem ganz imposanten Namen schmückt.
13. Man muss allen sonderbaren und lächerlichen Namen misstrauen, die gewisse Geistwesen annehmen, um damit der Leichtgläubigkeit zu imponieren.
Es wäre falsch, diese Namen ernst zu nehmen. Nur niedere Geistwesen blähen ihre eigenes und das Ego "ihres" Mediums auf.
14. Man muss auch jenen Geistwesen misstrauen, die sich leichtfertig unter verehrten Namen vorstellen, und darf ihre Worte nur mit größter Zurückhaltung aufnehmen. Gerade hier ist eine strenge Kontrolle einfach unerlässlich. Oft ist es nur eine Maske, die sie annehmen, um ihre angeblich innigen Beziehungen zu erhabenen Geistwesen glaubhaft zu machen.
15. Gute Geistwesen sind sehr gewissenhaft in Bezug auf jene Dinge, die sie anraten. Sie kennen nur ein ernstes und nützliches Ziel. Man muss daher alles als verdächtig betrachten, was diesen Charakter nicht hat oder was die Vernunft missbilligt.
16. Gute Geistwesen erkennt man auch an der klugen Zurückhaltung alles dessen, was jemanden bloßstellen könnte. Sie vermeiden, Böses zu enthüllen. Leichtfertige oder übelwollende Geistwesen freuen sich, es aufdecken zu können. Während gute Geistwesen Unrecht zu mildern suchen und Nachsicht predigen, bauschen es niedere Geistwesen auf und fachen Zwietracht an.
17. Gute Geistwesen empfehlen nur Gutes. Ein Grundsatz, ein Ratschlag, der mit der reinen Nächstenliebe nicht vollständig im Einklang steht, kann kein Werk guter Geistwesen sein.
18. Guten Geistwesen raten nur vollkommen vernünftige Sachen an. Jede Empfehlung, die sich vom geraden Weg, vom gesunden Menschenverstand und von den unabänderlichen Naturgesetzen entfernen würde, deutet auf ein beschränktes Geistwesen, das des Vertrauens unwürdig ist.
19. Bösartige oder noch niedere Geistwesen verraten sich noch durch materielle Zeichen, über die man sich nicht hinwegtäuschen lassen kann. Ihre Einwirkung auf das Medium ist manchmal gewalttätig und bringt bei ihm ungestüme und stoßweise Bewegungen, eine fieberhafte und krampfhafte Aufregung hervor, die sehr von der Ruhe und Sanftmut der guten Geistwesen absticht.
20. Niedere Geistwesen benutzen immer nur die Mitteilungswege zum Erteilen verräterischer Ratschläge, über die sie aufgrund ihrer Evolutionsebene verfügen. Sie erregen Misstrauen und Feindseligkeit allen gegenüber, die ihnen widerwärtig sind.
21. Der Geist mancher Menschen, die auf dieser Erde eine bestimmte körperliche oder geistige Beschäftigung hatten, steht noch unter der Herrschaft irdischer Gedankengänge. Er nimmt einen Teil der Vorurteile, der Neigungen und auch der Leidenschaften, die er hier unten hatte, mit sich; das kann man an seiner Sprache leicht erkennen.
22. Die Kenntnisse, mit denen sich manche Geistwesen oft brüsten, sind kein Zeichen ihrer Erhabenheit. Die unveränderte Reinheit ihrer moralischen Gefühle ist in dieser Beziehung der wahre ausschlaggebende Punkt.
23. Es genügt nicht, einem Geistwesen Fragen zu stellen, um die Wahrheit zu erkennen. Man muss vor allem wissen, an wen man sich wendet. Die niederen und selbst die unwissenden Geistwesen beantworten auch die ernsthaftesten Fragen. Es genügt auch nicht, dass ein Geistwesen einst auf der Erde eine bedeutende Person gewesen ist, um in der jenseitigen Welt
das höchste Wissen zu besitzen.
24. Scherz und Laune der guten Geistwesen sind oft fein und witzig, aber nie gemein. Bei Spottgeistern, die nicht einmal grob sein müssen, ist der beißende Witz jedoch oft sehr verletzend.
25. Wenn man die Charaktere der Geistwesen mit Sorgfalt studiert, besonders unter Gesichtspunkt ihrer Moral, so wird man ihre Natur und den Grad des Vertrauens, das man ihnen entgegenbringen darf, erkennen.
26. Um Geistwesen ähnlich wie Menschen beurteilen zu können, muss man zuerst sich selbst erkennen und beurteilen können. Viele Menschen betrachten ihre eigene Meinung für den Maßstab aller Dinge des Lebens. Ihnen fehlt die erste und wichtigste Eigenschaft für jede gesunde Beurteilung, nämlich Bewusstsein, um die Richtigkeit des eigenen Urteils überprüfen zu können.
Entnommen aus: DGH-Info 4 / 2004