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23.03.2011, 10:38
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Panentheismus im Christentum Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 06.03.2009
Beiträge: 940
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Panentheismus im Christentum
Lässt sich der Panentheismus mit der christlichen Lehre vereinbaren und gibt es Textstellen in der Bibel die panentheistisch zu verstehen sein könnten?
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23.03.2011, 15:32
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Panentheismus im Christentum Beitrag #2 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Ich geh mal einen Umweg. Im Islam wird großer Wert darauf gelegt, das Gott, das absolute allumfassende ist. Da beide Monotheistischen Religionen trotz verschiedener Propheten und Fokusierungen eigentlich vom selben Gott reden passt ein absoluter also allumfassender Gott eigentlich sehr gut zum Pantheismus (Alles ist Gott), denn nur so könnte Gott absolut, also allumfassend sein. Andernfalls wäre Gott nur relativ und damit fast bedeutungslos (zumindest für mich ).
Beim typischen Christentum wird aber sehr viel Wert auf einen persönlichen Gott gelegt. Hinzu kommt, dass man sich in den Monotheistischen Religionen gerne von den anderen monotheistischen und sonstigen Religionen abgrenzt (und abgrenzen bedeutet raus aus dem absoluten zu fallen) - das führt dann eben zum Monotheismus - der Glaube an Einen Gott (nicht der einzige, absolute, allumfassende).
Kurz theoretisch ja praktisch wird das Pantheistische aber weder im Glauben der vielen Gläubigen gelebt noch ist es sonst irgendwie groß mit drin.
Was Sinn macht ist eine Synthese - wo wir dann weg von Mono- Poly- Pan- A- und all den anderen theismen kommen hin zum Theismus, der sowohl den absoluten, allumfassenden Gott kennt (Gott ist alles, ...), als auch den persönlichen, und auch bestimmte Aspekte und vor alle, auch den relativen Charakter den Gott in den Erscheinungen hat (... aber nicht alles ist Gott).
Das ist dann aber die hohe Kunst der Wahrheitsfindung, bei dem man den Schritt aus seinem kleinen "entweder-oder-Weltbild" hin zu einem umfassenderen, möglichst absoluten (was praktisch nicht geht → Unwissenheit, die aus Wissen und Weisheit entsteht) Weltbild zu kommen.
Grüße Shuichi
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23.03.2011, 16:11
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Panentheismus im Christentum Beitrag #3 (permalink)
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Nomade auf Abruf
Registriert seit: 05.02.2010
Ort: Hier und Jetzt
Beiträge: 457
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Kompliment
-sehr schön beschrieben, hätte es nicht besser gekonnt. Danke
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24.03.2011, 08:55
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Panentheismus im Christentum Beitrag #4 (permalink)
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Wanderer
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: Kiel
Beiträge: 54
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Wohl wahr cosmicdance, shuichi hat das gut beschrieben. Aber ist am Kern der Sache vorbeigerutscht. Denn die Frage von EskiYol bezog sich ja nicht auf den Pantheismus, sondern auf den Panentheismus. Und dieser schafft gerade die Synthese die Shuichi ansprach.
Denn der Panentheismus geht eben davon aus, dass die Natur nicht identisch mit Gott ist (wie der Pantheismus postuliuert), sondern das die Natur in Gott ist, Gott selbst aber noch weiter gefasst. Er ist also gleichzeitig in der Welt immanent aber auch transzendent, sprich personalisiert (außerhalb der Welt).
Diese Ansicht wird vor allem von christlichen Mystikern wie z.B. Meister Eckhart vertreten. Aber auch in den orthodoen Kirchen des Ostens (wie in der deutschen und englischen Wikipedia nachzulesen ist).
Textstellen zu diesem Verständnis kann ich dir zwar nicht nennen, da ich kein Bibelfester Mensch bin. Ich denke aber schon, das es möglich ist Panentheismus im Christentum zu sehen.
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24.03.2011, 10:17
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Panentheismus im Christentum Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 06.03.2009
Beiträge: 940
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Zitat:
Zitat von aundo
Wohl wahr cosmicdance, shuichi hat das gut beschrieben. Aber ist am Kern der Sache vorbeigerutscht. Denn die Frage von EskiYol bezog sich ja nicht auf den Pantheismus, sondern auf den Panentheismus. Und dieser schafft gerade die Synthese die Shuichi ansprach.
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Ich denke schon, dass sich Shuichi auf den Panentheismus bezogen hat. Die meisten gebrauchen Pantheismus und Panentheismus synonym, ohne zu differenzieren.
Es wäre aber gut, wenn Shuichi nochmal dazu Stellung nehmen würdest.
Zitat:
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Denn der Panentheismus geht eben davon aus, dass die Natur nicht identisch mit Gott ist (wie der Pantheismus postuliuert), sondern das die Natur in Gott ist, Gott selbst aber noch weiter gefasst. Er ist also gleichzeitig in der Welt immanent aber auch transzendent, sprich personalisiert (außerhalb der Welt).
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Ich verstehe den Panentheismus eigentlich genauso, wobei ich die Trennung zwischen Schöpfung und Gott nicht ganz so streng sehe. Das Universum, alle Entitäten und auch alles geistige sehe ich als Emanationen, Auströmungen Gottes bzw. als seine äußere Erscheinungsform.
Ich vergleiche das mit der Sonne die Licht aussendet. Die Schöpfung ist das Licht, Gott selbst ist die Sonne.
Dennoch bleibt eine Trennung zwischen Gott und den Geschöpfen.
Zitat:
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Diese Ansicht wird vor allem von christlichen Mystikern wie z.B. Meister Eckhart vertreten.
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Darüber lässt sich streiten. Meister Eckhart bestritt selbst ein Pantheist oder Panentheist zu sein.
Aber das soll hier auch gar nicht das Thema sein.
Gruß
EskiYol
Geändert von EskiYol (24.03.2011 um 10:28 Uhr)
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24.03.2011, 19:04
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Panentheismus im Christentum Beitrag #6 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Zitat:
Zitat von aundo
Wohl wahr cosmicdance, shuichi hat das gut beschrieben. Aber ist am Kern der Sache vorbeigerutscht. Denn die Frage von EskiYol bezog sich ja nicht auf den Pantheismus, sondern auf den Panentheismus. Und dieser schafft gerade die Synthese die Shuichi ansprach.
Denn der Panentheismus geht eben davon aus, dass die Natur nicht identisch mit Gott ist (wie der Pantheismus postuliuert), sondern das die Natur in Gott ist, Gott selbst aber noch weiter gefasst. Er ist also gleichzeitig in der Welt immanent aber auch transzendent, sprich personalisiert (außerhalb der Welt).
Diese Ansicht wird vor allem von christlichen Mystikern wie z.B. Meister Eckhart vertreten. Aber auch in den orthodoen Kirchen des Ostens (wie in der deutschen und englischen Wikipedia nachzulesen ist).
Textstellen zu diesem Verständnis kann ich dir zwar nicht nennen, da ich kein Bibelfester Mensch bin. Ich denke aber schon, das es möglich ist Panentheismus im Christentum zu sehen.
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Mhhh so nochmal ausdifferenziert meinte ich wohl wirklich den Panentheismus (weil ich mir eben immer bewusst bin, dass die Erscheinung aus dem Ursprung heraus entstehen - der transzendente Teil) - hab aber Pantheismus geschrieben - wohl weil da selten eine Unterscheidung gemacht wird, wenn man darüber spricht - ähnlich wie die Sache mit Spiritismus/Spiritualismus und Spiritualität, wo man hier im Forum sieht, dass da nicht wirklich unterschieden wird. Naja dafür erklärt man ja nachher, was man meint.^^
Der Theismus, wie er von Armin Risi beschrieben wird geht noch einen kleinen Schritt weiter als die anderen Theismen - eben Synthese.
Grüße Shuichi
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