Allgemein zum Thema »Gut / Böse«:
Ich für meinen Teil habe es mir mittlerweile abgewöhnt, die Dinge in solche verschwommenen Gruppen (bzw. Dualitäten) einzuordnen -> Eben weil es meist sehr irreführend ist und im Prinzip mehr Chaos stiftet, als daß es Ordnung schafft.
Das Problem bei solchen (verallgemeinert) geäußerten Kategorisierungen ist, daß sie recht Nichtssagend sind, eben weil sie, in Relation gesetzt, keine wirkliche Gültigkeit haben. Denn Aussagen bezüglich Gut / Böse usw. gelten immer nur innerhalb des persönlich gesetzten Kontextes und der persönlichen Empfindung / Meinung / Perspektive / und dergleichen. Wenn man jetzt sagt, etwas ist »
so«, gibt es immer eine/n, der anderer Meinung ist, und somit landet man bei derartigen Diskussionen immer irgendwann an einem Punkt, an dem man ganz besonders Betonen
(!) muss, daß es sich um subjektive und somit relative und somit nicht-allgmeingültige Äußerungen / Meinungen / Anschauungen handelt - weil es sonst relativ schnell zu hitzigen Auseinandersetzungen um »Richtig / Falsch« kommt.
(Wer bspw. ab und an mal in Musikerforen unterwegs ist, und mal mitliest, wie die Leute sich da über ihre Geschmäcker fetzen (Gut / Schlecht), wird feststellen können, wie irrsinnig solche Unterhaltungen eigentlich sind.)
Dualität, in Relation gesetzt, wird zu Polarität -> Sobald es mehr als eine Meinung, eine Idee, eine Anschauung bezüglich etwas gibt, entsteht eine
Vielzahl an Möglichkeiten, was die
Zweitheit in ein
Vielfaches aufteilt. Somit werden aus einem fetten Kuchen, erst 2 Kuchenstücke (Dualität), und dann, wenn unerwarteter Besuch auftaucht (Relativiert), leicht mal 8 Stückchen (Polarität). Alle Stückchen sind was sie sind - Teile von Einem. Der Witz liegt darin, daß jeder den
Geschmack anders
wahrnimmt.
Jetzt gibt es ja verschiedene Kontexte, auf die man solche Kategorien anwenden kann. Ich persönlich finde es bei
Beobachtungen am sinnvollsten von »Funktioniert / Funktioniert Nicht« oder »Entspricht der Intention / Entspricht nicht ..« zu reden. Bei Geschmacksachen halte ich mich eigentlich lieber raus - falls ich nicht anders kann (oder will), betone ich eben, daß es meinen subjektiven Vorstellungen entspricht / nicht entspricht. Im Falle von Werturteilen macht es sich gut, klarzustellen, daß es sich um seine persönlichen Ideale und Empfindungen handelt ..... etc.
Der Punkt sollte klar sein: Wenn man sich in eine Unterhaltung begibt, macht es sich (meiner Meinung nach

) am Besten, seine eigenen Aussagen von Vornherein in Relation zu setzen und den Subjektivitätsstämpel fett drunter zu setzen -
FIND' ICH! 
Dabei geht es eigentlich einfach nur darum, sicherzugehen, daß eventuelle Missverständnisse vermieden werden. Und man entgeht so auch der Gefahr, sich in Rechthabereien und gar Streitigkeiten zu verwickeln - denn das ist ja im Normalfalle nicht der Sinn und Zweck einer Unterhaltung;
es sei denn, es ist es doch.
Ausserdem macht man sich das Leben ungemein leichter, wenn man auch für sich selbst damit aufhört, alles andauernd in Kategorien zu stecken - so meine Erfahrung. Es ist im Übrigen auch weitaus aussagekräftiger wenn man sagt, »damit identifiziere ich mich nicht« oder »das widerspricht meinem Sein«, als wenn man Dingen einfach in plumpe, leere Begriffe einpackt, und behauptet, »dies ist schlecht«.
~
just my two Pennies

