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Alt 10.02.2010, 16:31   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #1 (permalink)
Gast20997
Gast
 
Registriert seit: 05.02.2010
Beiträge: 0
Question Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft"

Hallo Zusammen,

Ich würde gerne mal ein interessantes Thema in dieser Rubrik ansprechen! In Zeiten des Wandels, wo der Bürokratissmus unsere Gesellschaft einnebelt und die Medien uns vorspielen wie wir zu leben und zu agieren haben, fällt es sehr sehr schweer zu begreifen wo es in dieser Welt noch hingehen soll!

Das zwischenmenschliche auf unseren Straßen zählt schon fast gar nicht mehr und jeder igelt sich für sich selbst in seiner "kleinen Welt" ein! Es wird politisch eine Richtung vorgegeben, die sich bis in die kleinsten Haushalte verfolgen lässt! Kaum jemand sieht sich in der Lage dem allen noch folge leisten zu können, so kommt es dazu das sich die Menschheit eher im Rückzug als im Fortschritt befindet! Sparen heißt die Devise bei den Massen und die jenigen die es nicht raffen und im Konsumrausch versinken überschulden sich und versinken irgendwann in "Gleichgültigkeit" ! Du hast dies und das, ich aber nicht.......

So hatte ich vor einigen Wochen ein Erlebnis, was mich mal wieder zum "Nachdenken" anstupste:-) Es war eine ganz einfache Situation, ich hielt einfach in der Mittagspause als ich ein Restaurant verließ versehentlich mal nicht die Tür hinter mir auf, weil ich in Gedanken war! Ganz unbewußt korrigierte ich mich und "entschuldigte" mich dafür! Ich hatte eher mit einer plumpen Reaktion der Dame gerechnet - aber nein, sie erfreute sich so sehr an der Situation und meinte: "Gott sei dank" es gibt doch noch junge Menschen mit Charakter, die nicht völlig selbstlos durch die Gegend laufen!
Es war ein kurzer Moment der mir mal wieder zeigt, oh jeeee eigentlich sollte das doch für einen jeden selbstverständlich und automatisch funktionieren........

Habt Ihr ähnliche Erlebnisse? Was habt Ihr dazu zu schreiben! Ich freue mich auf interessante Beiträge!

Turis
Gast20997 ist offline  
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Alt 10.02.2010, 17:00   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #2 (permalink)
Weltenwanderin
offen für Neues
 
Benutzerbild von Weltenwanderin
 
Registriert seit: 27.01.2010
Ort: in Baden
Beiträge: 112
Blog-Einträge: 1
Thumbs up hi turis

schon wieder ich *grins+

deine Geschichte ist soo schön. Ähnliches habe ich auch erlebt,
meine Tochter (11 Jahre alt) kommt mit tränenden Augen aus der Schule, hat Kopfschmerzen und ganz eindeutig Fieber.
In der Straßenbahn lasse ich sie sich hinsetzen und stelle mich neben sie, sie lehnt sich an mich und ein älterer Herr, der das mitbekommen hat meinte (er sass allein): "sie können sich zusammen hier auf meinen Platz setzen, da kann sie sich bequemer bei Ihnen anlehnen." ich wusste im ersten Moment nichts zu sagen, aber wir haben uns sehr gefreut.

Es ist ein Geben und Nehmen, aber leider wird oft mehr Genommen als Gegeben.

Ich gebe lieber, als dass ich nehme, ist mir halt so anerzogen.
Oft merke ich einfach auch, dies ist nicht mein Jahrhundert, diese ganze Kühlheit, Ich- bezogenheit und so weiter.

Die Leute sagen immer: "Die Zeiten werden schlimmer."
Die Zeiten bleiben immer, nur die Leute werden schlimmer.

Ich hoffe, ich bin nicht am Thema vorbeigeschliddert.

LG W.
Weltenwanderin ist offline  
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Alt 08.03.2010, 21:28   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #3 (permalink)
Carpe Diem
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 03.02.2010
Beiträge: 28
Hallo Turis

Erst einmal schreibst du ein Thema an, worüber ich auch immer mal wieder nach denke. Was wohl den meisten „normalen Menschen“ auffällt. Obwohl „normal“ hier wohl nicht der richtige Ausdruck sein mag, da es für andere „eben diese Menschen“ völlig normal zu sein scheint, in ihrem Egoismus, Konsumwahn und was alles noch „diese von mir so geliebten Mitbürger“ auszeichnet, zu versinken. Es ist nicht nur ein Problem was den Leuten durch die Medien suggeriert wird, sei es in Teeny Sendungen wo alle immer viel Geld und wenig Arbeit haben und die Hauptproblematik auf Liebesbeziehungen und Co gelenkt wird oder sinnlose Boulevard Magazine in denen ich mit wundervollen Neuigkeiten über Prominente, Beautytrens und hochgebauschten Skandalen gelangweilt werde. Es ist auch der heute Umgang damit. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mal den Fernseher anhatte, nach dem ich zwei Jahre ohne Fernseher gelebt habe ( und ich lebe immer noch) so ist es für viele undenkbar ohne ihn oder ihr Handy zu sein. Viel schlimmer noch, ich beobachte immer wieder Menschen (unabhängig von Schicht, Intellekt oder Nationalität) die es nicht schaffe, zum Beispiel beim Warten (Bus, in der U-Bahn oder sonst wo) einfach ihren Gedanken nach zu hängen ohne ihr Telephon heraus zu holen. Es widert mich teilweise richtig an, wenn es jemand nicht mal schafft, während eines Vortrages oder Gesprächs die Finger davon zu lassen.
Ja die Elektronik und das damit verbundene Statussymbol, wie du es auch sagst, ist ein großer Bestandteil des sogenannten Wandels. Ebenso die Hektik und die Diktatur sogenannter Ideale. Das mit der politischen Richtung kann ich allerdings nicht bestätigen. Politik rutscht eher immer mehr in die Gleichgültigkeit, was man an der geringen Wahlbeteiligung sieht. Ich finde es ist alles nur ein einziges Psyeudogehabe. Ich kann es nur belächelt wenn (in den von dir genannten Schichten kleinster Haushalte) kurz vor den Wahlen die „schlaue Debatte“ über Politik beginnt, die das ganze Jahr über nicht stattgefunden hat und sich jeder wichtig vorkommt, wenn er die schlauen Sprüche aus den RTL2-News wider gibt und dann doch nicht wählen geht.
Trotzdem finde ich kann man das Ganze nicht so pauschalisieren. Denn wo auf der einen Seite das zwischen Menschliche immer mehr in den Hintergrund sinkt und es kein Benehmen mehr gibt und die ungeschriebenen Gesetze der Höflichkeit in Vergessenheit geraten, gibt es seit den 60 er Jahren auf der anderen Seite auch einen geschichtlich enormen aufstieg. Wir brauchen uns dazu nur die Menschenrechte ansehen, die ganzen Hilfsorganisationen, ehrenamtliche Arbeit, Tierschutz und was es da alles gibt und wir werden feststellen, dass der Wandel sich im Großen ins positive verändert hat. Zu mindestens in den westlichen Ländern.

Ebenso mache ich mir über leere Worte Gedanken (bitte, danke, tut mir leid) diese Worte sollten im Vokabular enthalten sein und vielleicht ausgetauscht werden, mit den ganzen Ausdrücken, sinnlosen Anmachen, aber wie oft sind es einfach nur Floskeln. Wie oft tut einem oder einem anderen etwas wirklich leid? Es gibt so viel zu diesem Thema zu sagen, so viele Ausführungen, aber es bringt einfach nichts. Man kann nur für sich das Beste heraus holen, seinen eigenen Weg gehen und dabei nicht den Respekt, die Höflichkeit und Zurückhaltung verlieren. Auch ich halte anderen die Tür auf, sage brav danke und bitte und lasse jedem seine Meinung. Aber ich habe auf gehört mich immer mit den anderen zu beschäftigen. Viel mehr konzentriere ich mich auf mein eigenes Selbst und meine Entwicklung. In 100 Jahren wird es eh wieder ganz anderes aus sehen. So schreiben vielleicht noch mal, hab jetzt keinen Bock mehr

Gruß und noch eine Frage : Warum die PN ?
Carpe Diem ist offline  
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Alt 08.03.2010, 21:38   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #4 (permalink)
nachdenklich2
Banned
 
Registriert seit: 02.01.2010
Beiträge: 267
Blog-Einträge: 1
Hallo Turis,

ich kenne auch so was Ähnliches: Wenn ich mit dem Fahrrad durch die Stadt fahre und vor dem Zebrastreifen halte, wenn ein Fußgänger drüber laufen will, dann bedanken sich diese Fußgänger oft bei mir. Als mir mal ein anderer Radfahrer predigte, daß Radfahrer vor Zebrastreifen nicht warten müssen, verstand ich die Dankbarkeit der Fußgänger, wenn sie mal einen Radfahrer sehen, bei dem sie keine Angst haben müssen, daß er auf sie drauf fährt.

nachdenklich2
nachdenklich2 ist offline  
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Alt 10.03.2010, 11:29   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #5 (permalink)
Sanaya
 
Benutzerbild von Sanaya
 
Sternzeichen: Skorpion
Registriert seit: 07.01.2010
Alter: 26
Beiträge: 661
Ich denke wo einige Menschen abstumpfen, werden andere wachgerüttelt.

So wie Carpe Diem schon ansprach gab es auch gute Verbesserungen.

Nur ist es halt so, dass es heutzutage keine so ausgeprägten "Familienverbände" mehr gibt - keine enge Gemeinschaft. Gerade in Großstädten ist man sich fremd und egal - ein großer Haufen "Einzelkämpfer".
War aber doch früher nicht anders. Die "eigenen Leute" wurden verteidigt und man hat sich geholfen und die Fremden wurden gern mal verscheucht. Je nach dem wo man hinkam.

Die heutige Gesellschaft ist vieles offener und einiges wird akzeptiert - aber dennoch bleiben viele für sich verschlossen. Man weiß halt nie mit wem man es letztendlich zu tun hat - muss man nun Abstand halten oder soll man doch auf jemanden zu gehen?
Fremde Gesichter und trotz hunderter Leute um einen rum fühlt man sich (gerade in einer Großstadt) auch mal allein. Jeder baut einen Schutz auf - was manchmal auch sinnvoll ist.

Zum Beispiel begegneten mir in der Großstadt schon mehrmals "scheinbar Obdachlose" die nach Geld fragten. Vor den meisten hat man einfach nur Angst. Nun erzählte mir aber eine ältere Frau, dass sie durch dumme Umstände in diese Situation kam und selbst wenn es nur ein paar Cent seien, wäre ihr geholfen. Ich gab ihr etwas Geld, aber war mir im Nachhinein dennoch nicht sicher, ob ich bei so einer Bettelei helfen sollte - weil mein Gefühl mir einfach nicht wirklich bestätigte, dass diese Frau ehrlich sei. Irgendwas an ihr erschien mir "nicht gut", aber es tat mir ja auch nicht weh ihr was zu geben.

Oder als ich mal mit dem Kinderwagen in die Bahn wollte - da drängelten sich einige sogar noch dazwischen, bis ich nicht mehr in die Bahn kam. Sie war dann voll, obwohl ich schon vor der Tür stand... aber jeder dachte an sich. So stand ich da mit meinem Kleinen und wartete auf die Nächste. Ein Freund meinte dann - du musst mal etwas härter durchgreifen, so ist das halt - jeder denkt an sich.

Genauso als ich hochschwanger war stand ich vor nem Fahrstuhl. Das waren gesunde Männer, die sich hineinquetschten und dann war er voll. Ich hatte mit meiner Kugel etwas Angst "mitzuschubsen". Aber keiner kam auch nur auf die Idee mich da mitfahren zu lassen und guckten lieber (schon irgendwie beschämt durch ihren Egoismus) zu Boden!
Schließlich ging ich hochschwanger die Treppen hoch - einfach aus Angst vor den ganzen Ellenbogen und dem allgemein verantwortungslosen Verhalten. (Aber sie schienen halt "ganz wichtige" Termine zu haben)
Andererseits gab es auch schon Situationen, wo gerade jüngere Leute mir halfen mit dem Kinderwagen die Treppen hoch und runter zu kommen - schienen aber auch grad nicht so im Stress zu sein.

Gerade wenn es hektisch wird und die Leute ihre Termine haben wo man ja keine Sekunde zu spät sein darf wirds heikel - man wird geradezu "blind" weil man nur diese eine Sache vor Augen hat und das drumrum verschwimmt. Allgemein dieser übertriebene Pünktlichkeitsplan und die vollen Terminkalender machen Menschen krank und blind.
Das ist es, was ich oftmals so bemängel - aber was will man da schon machen?
Sanaya ist offline  
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Alt 10.03.2010, 19:39   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #6 (permalink)
Joy1
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Joy1
 
Registriert seit: 13.09.2007
Ort: Nähe Köln
Beiträge: 2.344
Blog-Einträge: 4
Zitat:
Zitat von Sanaya Beitrag anzeigen
Ich denke wo einige Menschen abstumpfen, werden andere wachgerüttelt. Gerade wenn es hektisch wird und die Leute ihre Termine haben wo man ja keine Sekunde zu spät sein darf wirds heikel - man wird geradezu "blind" weil man nur diese eine Sache vor Augen hat und das drumrum verschwimmt. Das ist es, was ich oftmals so bemängel - aber was will man da schon machen?
Hi, Sanaya

Gerade stieß ich mal wieder auf einen Beitrag von Dir und kann nur sagen,
dass ich Dich ja sehr gerne lese.

Aber was will man da schon machen? Gute Frage.

Nichts Liebes und dennoch sehr viel. Es einfach selbst anders machen bzw. handhaben und somit als ein Vorbild zu fungieren. Aber das machst Du ja eh schon. Ob sich andere dem etwas annehmen oder auch nicht, sei da hin gestellt und dennoch, wenn keiner mit guten Beispiel voran gehen würde, dann würde es sehr wahrscheinlich noch viel weniger Menschen geben, welche dieses nachahmen könnten. Zudem, wenn ein Mensch sich durch sein eigenes Verhalten schon beschämt fühlt, ist das ja auch schon einmal ein Gefühlsansatz, dass mit dem eigenen Verhalten wohl irgendwas nicht stimmen könnte. Folglich müssten sich noch viel mehr Menschen mit Scham erfüllt fühlen und vielleicht wäre dieses dann ein kleiner Meilenstein, welcher in einem Denkensprozess, Bewusstseinserweiterung und letztendlich somit auch in einer Verhaltensänderung führen könnte.

Wie sagte meine Omi doch immer so schön:
„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“.
(Sprichwort)

LG. Joy
Joy1 ist offline  
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Alt 10.03.2010, 19:49   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #7 (permalink)
Ichbleibebeimir
Banned
 
Registriert seit: 01.03.2010
Beiträge: 136
Zitat:
Zitat von Weltenwanderin Beitrag anzeigen
Oft merke ich einfach auch, dies ist nicht mein Jahrhundert


Komisch, wieso fühle ich genau das Selbe

Liebe Grüsse, Ichbleibebeimir
Ichbleibebeimir ist offline  
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Alt 10.03.2010, 22:33   Der Mensch in der heutigen "Gesellschaft" Beitrag #8 (permalink)
Life-Light
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 03.03.2010
Ort: Essen a.d. Ruhr
Beiträge: 10
Hallo turis, das ist auch für mich ein sehr schönes Thema.
Meißtens bin ich zuvorkommend, wie beim Türaufhalten.. oder...oder
und ich genieße diesen spontanen kurzen Beziehung- Kontakt. Der andere freut sich spontan..oder er lächelt verschmitzt,..ändert seine Körperhaltung, spricht plötlich kurz über sich... Dieser Moment macht mich lebendig. Deshalb liebe ich es so sehr. Manchmal entsteht kein Kontakt, da nicht alle Menschen immer gleich aufgelegt sind in jeder Situation, das geht mir ja auch manchmal so. Das stört mich aber gar nicht, denn die lebendigen Kontakte ergeben sich bei mir zu 99 %. Wahrscheinlich kommt das zurück, was ich ausstrahle..oder so..
Licht und Liebe!
Life-Light ist offline  
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