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31.10.2009, 21:49
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #1 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 26
Beiträge: 5.337
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen.
Ich stelle in letzter Zeit fest, dass ich mit mehreren Sichtweisen lebe, die sich, würde man sie zusammenbringe, eigentlich gegenseitig auflösen würden oder müssten. Das kenne ich zwar schon ne Weile, aber die Häufung ist jetzt echt extrem.
Ich habe einfach Sichtweisen in meinem Weltbild, die total Paradox klingen würden, wenn man sie ausfomuliert.
Lustiges Beispiel:
Ich glaube, dass es eine Person/ein Ich nicht gibt. (Der Satzt ist "doof", weil da ja einer Person/Ich ist, die das glaubt)
In dem Bereich nicht-ich oder Nondualismus habe "ich" auch schon Erfahrungen gemacht und der Bereich hebt eigentlich sämtlich Konzepte auf und zwar ohne dass man dagegen Widestand leisten könnte (außer naives leugnen oder ignorieren). Deswegen gabs auch ne kleine spirituelle Krise. Inzwischen läuft das irgendwie im Hintergrund mit und parallel werden Konzepte verwendet mit dem Bewusstsein, dass es ein Konzept ist und trotzdem wird das Konzept zu 100 % als wahr angenommen (Zwecks Wirksamkeit). Im Nachhinein betrachtet ist das verwirrend, aber da es erlebt wurde ist das nicht so schlimm (dass es verwirrend ist).
Das ist natürlich komisch - nicht falsch, sondern komisch.
Und da ich das bisher hier noch nicht so formuliert gesehen habe wollte ich das mal formulieren und vielleicht erzählt der ein oder andere wie er das kennengelernt hat oder mit welchen Worten er das beschreiben würde.
Oder schreibt, dass es völliger Schwachsinn meinerseits ist. *lach*
Ich halte das ganze für mich auch als Weg der Wahrheit, weil es gleichzeitig eigentlich auch kein Weg ist.
Grüße Shuichi
p.s. Deswegen kann ich auch nichts mit solchen "Das hier ist die einzige Wahrheit"-Sachen anfangen - auch wenn mich das fasziniert.
Geändert von Shuichi (31.10.2009 um 21:52 Uhr)
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31.10.2009, 22:43
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #2 (permalink)
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Banned
Sternzeichen:
Registriert seit: 06.07.2009
Ort: Köln
Alter: 50
Beiträge: 182
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Hm. Ich verstehe, was du beschreibst, aber nur deshalb, weil du es so gut beschreibst, ich hab das so nicht erlebt. Ich weiß auch nicht, ob ich das unbedingt erleben will.
Ich glaube nicht, dass man als Ich-Wesen glauben kann, dass es das Ich nicht gibt, das ist ein Widerspruch in sich.
Wie machst du das?
gruß, Pearl
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31.10.2009, 22:55
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #3 (permalink)
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venusian joker
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: Mitten im Leben und immer einen Schritt voraus
Beiträge: 613
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Zitat:
Zitat von Pearl
Ich glaube nicht, dass man als Ich-Wesen glauben kann, dass es das Ich nicht gibt, das ist ein Widerspruch in sich.
Wie machst du das?
gruß, Pearl
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Hallo Pearl  !
Ich will mal versuchen, es so zu erklären, wie ich (  ) es erlebe. Also, um als Ich-Wesen glauben zu können, dass es das Ich nicht gibt, dazu bedarf es nicht viel. Das ist wohl wie der Glaube an Gott.
Um als Ich-Wesen überzeugt zu sein, dass es das Ich nicht gibt, muss man eben diese Erfahrung machen. Was aber bedeutet, sich als Ich-Wesen in eben eine solche Erfahrung (Meditation z.B.) zu begeben, in der sich das Ich auflöst. Das ist dann auch nicht Nicht-Ich, ich weiß nicht was es ist, ich beschreibe es auch so: das Ist.
Und wenn dann zurückkehrst in deinen Alltagsmodus (und es wiederholt erfahren hast), dann lebst du in der tiefen Überzeugung, dass es das Ich, das eben dieses "weiß", denkt, schreibt ... eigentlich gar nicht gibt. Klingt immer noch kompliziert, ist aber so.
LG  Sabine
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31.10.2009, 23:01
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #4 (permalink)
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Banned
Sternzeichen:
Registriert seit: 06.07.2009
Ort: Köln
Alter: 50
Beiträge: 182
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 Danke. Ist so verständlich.
Meditation ist aber doch "nur" ein anderer Bewusstseinszustand.
Und das "ist" ist ja auch was. Definition des "ist" sei hier mal dahingestellt. Aber es ist was.
gruß, Pearl
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31.10.2009, 23:13
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #5 (permalink)
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venusian joker
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: Mitten im Leben und immer einen Schritt voraus
Beiträge: 613
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Lieber Shuichi  !
Das ist wirklich eine interessante Feststellung, und nach meinem Gefühl bist du hier auch gar nicht so alleine wie du dich vielleicht fühlst.
Geht es uns im Grunde nicht allen so?
Es beginnt doch schon in der Jugend, wenn wir anfangen, die übergestülpten Regeln und Werte in Frage zu stellen, wenn wir im Religionsunterricht sitzen vorsichtshalber mitbeten obwohl wir "wissen", dass der da vorne nur Blödsinn redet.... Oder umgekehrt, wenn wir mit den Wölfen heulen und jeglichen Glauben an Gott oder so was weit von uns weisen (weil's halt grad nit cool ist) und insgeheim fühlen wir etwas ganz anderes.
Und irgendwann wird man diese Schizophrenie halt nimmer los, da ist sie uns eben zur zweiten Haut geworden, da ziehen wir das ganze auch vor uns selbst durch und kommen uns nur in den seltensten Augenblicken dabei komisch vor.
Zumindest haben wir die Illusion der Entscheidungsfreiheit. Und wenn ich das "Wissen" um die Nichtigkeit der Dualität quasi als Metakonzept verinnerlicht habe, kommt mir meine eigene Widersprüchlichkeit schon gar nicht mehr so paradox vor.
LG  Sabine
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31.10.2009, 23:27
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #6 (permalink)
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*skywalker*
Registriert seit: 31.01.2009
Ort: in meinem Herzen
Beiträge: 1.626
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Du hast kein Bewusstsein
das Bewusstsein hat dich
die Idee dass es dich gibt
ver-rückt dich aus der Absoluten
in eine relative Existenz...
das mal so frei nach Karl Renz
den ich rezitieren darf
Karlchen freut sich
wenn es ihn und mich gibt?
Buddha hat nie diese Welt betreten
oder verlassen...
oder: es gab und gibt niemals einen Buddha
LG Isis
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01.11.2009, 08:52
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #7 (permalink)
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nixda
Registriert seit: 18.01.2006
Ort: in Herz Kopf und Bauch
Beiträge: 2.703
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hi Shuichi danke für diese Anregung, sich mit Paradoxa zu beschäftigen.
Um erst mal dein Beispiel aufzugreifen - ich habe auch Eins-Sein-Zustände erlebt und auch Zustände, die auf dem Wege dorthin sind. Das sind nämlich in meiner Erfahrung keine total voneinander getrennten Zustände, sondern wie überall mit Übergängen. Der Schlaf und das Träumen dabei sind solche Übergänge, auch andere Trance-Zustände, die teilweise starre Wahrnehmungen aufheben. Solange ich als Ich etwas wahrnehme, bin ich getrennt vom Wahrgenommenen. Aber wie kommt es dass ich mich als Ich an etwas erinnern kann, das ich auch aber anders wahrgenommen habe? Wie kann sich das Ich an etwas erinnern das es als Nicht-Ich wahrgenommen hat - oder gibt es einen Wahrnehmungskern, der ungetrennt wahrnimmt und jeder kann sich da einklinken (z.B. Akashachronik - morphisches Feld)? Was passiert mit dem Ich, wenn ich es loslasse? Geht das überhaupt, dass sich etwas selber loslässt? Loslässt von was?
Ich merke in meinem Leben immer mehr, dass Grenzen verwischen. Ich hab mal als Heilpraktiker gearbeitet und es gab einige Ereignisse, die diese Phase beendet hatten, aber ein Punkt war, dass ich den Menschen nicht mehr versprechen konnte, sie zu heilen. Die kamen voller Hoffnung und Zuversicht und fragten, ob ich mich mit dieser oder jener Krankheit auskenne, ob ich dies oder jenes schon behandelt habe und ich konnte nur sagen, mal schauen was wir da machen können. Mir war ganz klar ich bin nicht der, der den anderen heilt und doch ist ein Gegenüber wichtig, an dem sich ein Kranker orientieren kann. Kranke brauchen Zuversicht und Hoffnung - Heilung ereignet sich in einem positiven Energiefeld. Somit muss der Heiler alles tun, dass dieses Energiefeld entsteht. Wenn ich von meinen Fähigkeiten überzeugt bin, wenn ich von meinen Methoden überzeugt bin, kann ich dem Kranken etwas bieten. Der Therapeut muss der Fels in der Brandung sein, an dem sich der Kranke festhalten kann. Da mir total klar war, dass der Heiler im Kranken sitzt, dass die Kräfte er selbst entfacht, konnte ich nicht mehr mit meinen Methoden prahlen. Wenn ich das so dem Kranken sagte, dann fragte er, warum er überhaupt zu mir gekommen sei. Meine Erkenntnis war, der Therapeut ist immer nur das Placebo. Damit konnte ich dem Kranken aber keine Hoffnung machen und so war eine Therapie nicht mehr möglich.
Auch im Alltag passiert es immer wieder, dass ich Menschen von irgendetwas schwärmen höre, von dieser oder jener neuen Erkenntnis, allesmögliche was so unheimlich grandios ist, was das gegenwärtige Wissen sprengt.... und ich kann nur sagen vielleicht, weil ich schon wieder auch den Gegenpol erkenne.
Vor Jahren hatte ich mal das Erlebnis der Abspaltung insofern, dass ich das Gefühl hatte, meine Umgebung entzieht mir meine Identität. Grenzen wurden durchlässig und ich empfand das als sehr schlimm, es war eine Todeserfahrung und doch blieb immer ein Funken von Bewusstheit.
Heute erlebe ich diese Auflösung von Grenzen z.B. auch in Gesprächen auch bei meinem Gegenüber - wenn dieser mir sein Weltbild zeigt und seine Überzeugungen, seinen Standpunkt darlegt und die festen Grenzen seiner Weltsicht, sei die nun konform oder anti-konform - ich erkenne dann immer dass auch die festesten Grenzen Löcher haben und ich frage mich ob ich den anderen auf diese Löcher hinweisen darf, oder ob ihn das in die Schizohölle treibt, denn Auflösung von Persönlichkeitsgrenzen führt in einen Zustand des Nichtmehrwissenwoichmichbefinde (Schizo)
Dieser Zustand der Relativität des Lebendigen (das Leben zwischen und mit Paradoxa) wird in Zen-Klöstern gelebt und ich denke nur durch die absolute Perfektionierung der Alltagsabläufe ist dieser Zustand zu ertragen, vielleicht auch erst zu erlangen.
LGichbins
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01.11.2009, 12:35
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Mit Paradoxa leben - Weg der Wahrheit? Eure Erfahrungen. Beitrag #8 (permalink)
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Registriert seit: 21.01.2007
Beiträge: 0
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Lieber Shuichi,
ich habe die Erfahrung gemacht das man das Sein und sich selbst nur über das Paradoxon verstehen kann.
Kann man das Paradoxon nicht verstehen, versteht man gar nichts.
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