Zitat:
Zitat von Ipsissimus
Ich hege keine Hoffnung auf Ewigkeit des Bewusstseins, weiß von nichts, was eine derartige Hoffnung stützen könnte; ich hege - bedingt durch den Tod zweier Freunde und den bevorstehenden Tod meiner Mutter - nur den Wunsch danach, möchte vor allem meine Freunde gerne wiedersehen. Eine Religion, die ich ernst nehmen könnte, würde angesichts derartige Wünsche niemals von sich erfüllenden Hoffnungen oder Sehnsüchten sprechen oder diese gar versprechen. Sie würde den Wunsch als solchen Ernst nehmen, aber nicht über seine angeblich gewisse Einlösung spekulieren. Sie würde sich also der Tragik stellen, nicht diese mit falschen Versprechungen aufzulösen versuchen. Und sie würde sich der Produktion von Moral verweigern.
Bis dahin sind mir Religionen gleichungültig, da sie allesamt Spekulationen als Gewissheiten verkaufen. Seelenfänger im schlimmsten Sinne.
|
Lieber Ipsissimus!

Danke, dass du hier ein so persönliches und für dich schmerzhaftes Thema ansprichst!
In diesen Dingen fühlen wohl die meisten Menschen wie du, und auch ich halte es für verwerflich, wenn - von wem auch immer, ob Religion oder Medium - hier irgendwelche Hoffnungen geweckt oder gar Versprechungen gemacht werden.
Was ich mich in diesem Zusammenhang jedoch immer wieder frage ist, ob wir nach unserem physischen Tod solche Wünsche überhaupt noch hegen? Wenn wir alle Eins sind, was sollte uns dann gewisse Teile dieses Einen näher erscheinen lassen als andere?
Ich weiß, die Karmatheoretiker lehren hier etwas anderes, doch meinem persönlichen Empfinden nach sind es nur Bindungen des Fleisches.
Möglicherweise könnte Marjul hier etwas aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz berichten?
Liebe Grüße

Sabine