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Alt 27.08.2009, 16:25   Themen der Metaphysik Beitrag #17 (permalink)
JackKyra
venusian joker
 
Benutzerbild von JackKyra
 
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: Mitten im Leben und immer einen Schritt voraus
Beiträge: 613
Zitat:
Zitat von Ipsissimus Beitrag anzeigen
[...]
Also stellt sich das Problem des Anfangs, gleichgültig wie wir uns das Gesamte denken; und stellen wir uns stattdessen zeitliche Unendlichkeit von Existenz vor, stellt sich immer noch die Frage nach dem Warum.

Ich stelle mir ein anfängliches Nichts vor.

Ich erlaube mir einzuwerfen, dass du dir das Nichts nicht vorstellen kannst.

Geändert von JackKyra (27.08.2009 um 16:30 Uhr) Grund: behalte die Tippfehler lieber selbst
JackKyra ist offline  
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Alt 27.08.2009, 16:29   Themen der Metaphysik Beitrag #18 (permalink)
JackKyra
venusian joker
 
Benutzerbild von JackKyra
 
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: Mitten im Leben und immer einen Schritt voraus
Beiträge: 613
[quote=Ipsissimus;460178]
Nur, dass dieses Nichts niemals ein philosophisches absolutes Nichts war. Das reale Nichts hat Eigenschaften, muss Eigenschaften haben, sonst könnte es nicht "etwas" hervorbringen. Was ist nun die absolute Minimaleigenschaft, die geeignet ist, das Gesamte zu treiben? Ich denke da an eine Analogie der Heisenbergschen Unschärferelation: der Zustandsvektor kann beliebig klein, aber niemals null werden.

Das ist ein Axiom. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, weswegen das reale Nichts diese Eigenschaft haben sollte. Es muss sie aber haben, denn sonst wäre das System der Existenz leer. Ich nenne sie daher Urphänomen.

Was weiter passiert, ist klar. Das reale Nichts erzeugt, angetrieben vom Urphänomen, über den gesamten Vektorraum permanent "etwas". Unendlichkeiten dieser "etwasse" kommen und gehen, weil sie keine stabilen Sets erzeugen. Aber über die Zeitlosigkeit des realen Nichts hinweg passiert es gelegentlich, dass auch passende "etwasse" erzeugt werden - Sets von Naturgesetzen, die ein vorübergehend stabiles Universum bilden. Der Rest ist Evolution.
[quote]


Danke für die Einschränkung.
Aber ich sehe nicht, wo hier die von dir eingangs aufgeworfene Frage nach dem WARUM geklärt sein sollte


Auch wenn dem "Urphänomen" (dem Ur-Alles das auch das Ur-Nichts umschliesst - sagt wieder alles oder nichts...) so ganz alleine und vollkommen in sich selbst irgendwann einmal fad geworden ist und es, nur so aus Langeweile (oder Erkenntnis- = Entwicklungsdrang?) beschloss, zur Abwechslung mal irgendwelche Strukturen in der nunmehr defnierten Raumzeit zu schaffen, ver-schafft uns dies die Möglichkeit, uns mit den Phänomenen auf die eine oder andere Art auseinander zu setzen - sie verrät uns aber nicht das geringste über den Ur-Impuls an sich (noch nicht einmal, ob dieser dem Ur-Phänomen immanent ist oder einem Ur-Urphänomen entstammt oder....)



[quote=Ipsissimus;460178]
(nachdem ich diese Vorstellung vor vielen Jahren das erste Mal entwickelt hatte, habe ich mittlerweile erfahren, dass sie im wesentlichen eine umgangssprachliche Formulierung der Quantenschaumtheorie ist^^)[quote]


Ja, ich dachte auch mal, in hätte in meiner Theorie von der Göttlichkeit des Spiralwurms (die ich euch hier ersparen möchte ) die Relativitätstheorie (von der ich damals "bewusst" noch nichts "wusste") neu erfunden.
Sheldrakes morphogentische Felder waren mir bei der Klärung dieser Frage sehr hilfreich


Liebe Grüße
Sabine

Geändert von JackKyra (27.08.2009 um 16:32 Uhr)
JackKyra ist offline  
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Alt 16.09.2009, 12:33   Themen der Metaphysik Beitrag #19 (permalink)
Ipsissimus
Banned
 
Registriert seit: 28.07.2009
Beiträge: 145
Zitat:
Zitat von JackKyra Beitrag anzeigen
Aber ich sehe nicht, wo hier die von dir eingangs aufgeworfene Frage nach dem WARUM geklärt sein sollte
die Antwort auf das Warum lautet: Kontingenz

ich war bei meiner Erläuterung schon dabei, zu beschreiben, wie sich das "technisch" vollzogen haben könnte, ohne auf Erschaffung zurückzugreifen.

"Kontingenz" - also: es war nicht notwendig, aber auch nicht unmöglich - mag emotional unbefriedigend sein; Menschen bevorzugen üblicherweise teleologische Erklärungen, die ihnen das Gefühl geben, dass die Existenz notwendigerweise auf sie hinauslaufen musste, dass sie von Anfang an vorgesehen waren. Mir ist das überaus suspekt, denn es schafft sehr viele neue Fragen, ohne alte zu beantworten. Gibt man den Wunsch nach Teleologie auf, ist es ganz offensichtlich, dass es nach Dekonstruktion aller Folgephänomene ein einfaches Urphänomen mit Ewigkeitscharakter geben muss; ob das jetzt genau das von mir beschriebene Phänomen ist, sei dahingestellt, aber die Quantenschaumtheorie sieht das Daumen mal pi genauso, und die ist die beste Theorie über den Beginn, die uns derzeit zur Verfügung steht.

Geändert von Ipsissimus (16.09.2009 um 12:36 Uhr)
Ipsissimus ist offline  
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Alt 16.09.2009, 16:10   Themen der Metaphysik Beitrag #20 (permalink)
Gast3979
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von quantenmaschine Beitrag anzeigen
Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?
Der Freude wegen.
Zitat:
Worin besteht die Wirklichkeit des Wirklichen
Die Wirklichkeit des Wirklichen ist die Unwirklichkeit.
Zitat:
was ist das Sein des Seienden?
Nichts.
 
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Alt 16.09.2009, 18:00   Themen der Metaphysik Beitrag #21 (permalink)
JackKyra
venusian joker
 
Benutzerbild von JackKyra
 
Registriert seit: 28.06.2009
Ort: Mitten im Leben und immer einen Schritt voraus
Beiträge: 613
Zitat:
Zitat von Ipsissimus Beitrag anzeigen
die Antwort auf das Warum lautet: Kontingenz

ich war bei meiner Erläuterung schon dabei, zu beschreiben, wie sich das "technisch" vollzogen haben könnte, ohne auf Erschaffung zurückzugreifen.

"Kontingenz" - also: es war nicht notwendig, aber auch nicht unmöglich - mag emotional unbefriedigend sein; Menschen bevorzugen üblicherweise teleologische Erklärungen, die ihnen das Gefühl geben, dass die Existenz notwendigerweise auf sie hinauslaufen musste, dass sie von Anfang an vorgesehen waren. Mir ist das überaus suspekt, denn es schafft sehr viele neue Fragen, ohne alte zu beantworten. Gibt man den Wunsch nach Teleologie auf, ist es ganz offensichtlich, dass es nach Dekonstruktion aller Folgephänomene ein einfaches Urphänomen mit Ewigkeitscharakter geben muss; ob das jetzt genau das von mir beschriebene Phänomen ist, sei dahingestellt, aber die Quantenschaumtheorie sieht das Daumen mal pi genauso, und die ist die beste Theorie über den Beginn, die uns derzeit zur Verfügung steht.
Lieber Ipsissimus!

Deine Erklärung ist logisch und einleuchtend und in gewisser Weise teile ich dein Unbehagen bzgl. der Teleologie.

Ist die Ur-Existenz für die also Antwort genug weil sie per se genug ist oder weil alles, was darüber hinaus geht nur Spekulation bleiben muss und daher ohne logisch-materialistischen Wert erscheint?

lg Sabine
JackKyra ist offline  
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Alt 16.09.2009, 18:16   Themen der Metaphysik Beitrag #22 (permalink)
Ipsissimus
Banned
 
Registriert seit: 28.07.2009
Beiträge: 145
man kann immer versuchen, die Voraussetzungen für Existenz noch weiter zu dekonstruieren, immer einfachere mögliche Wirkzusammenhänge zu finden oder zu ersinnen. Es darf mit Fug und Recht bezweifelt werden, ob wir mit der QST bereits am Ende der Fahnenstange angelangt sind, aber noch einfachere Mechanismen als ein reales Nichts mit "Existenzfluktuation" sind derzeit noch nicht einmal als Hypothesen bekannt. Es mag sie trotzdem geben und vielleicht werden wir sie eines Tages finden. Bis dahin ist das Beschriebene unsere beste Erklärung (in der Form, wie die QST es formuliert, nicht in meiner Umschreibung^^)

die Alternative wäre Schöpfung; aber das hat den Nachteil, dass am Anfang eine dazu befähigte Hochkomplexität gedacht werden muss; und schon beginnen die Fragen: wie ist das möglich, woher kann die das, wie macht die das, woher kommt sie, wie kann sie ewig sein usw, usw. Gehen wir all diesen Fragen nach, nehmen wir sie ernst und geben nicht die Antwort der Gläubigen - Gott kann das eben - geraten wir in eine unendliche Rekurrsion. Gott kann das, weil ein Metagott ihn dazu befähigt hat. Der Metagott konnte das, weil ein Meta-Meta-Gott ihn dazu befähigt hat usw., ohne Ende.

Das heißt, dieser Schöpfungs-Ansatz erklärt nichts, er behauptet nur etwas, und deswegen bleibe ich beim Ansatz der QTS, der ein einfachstes Ur-Phänomen postuliert, an dem die Unhinterfragbarkeit endet (oder beginnt, je nach Perspektive^^). An irgendeiner Stelle werden wir in jedem Fall auf eine Unhinterfragbarkeit stoßen; ich bevorzuge da eine elementare, selbsterklärende, keine komplexe, unendlich rekursive^^

Geändert von Ipsissimus (16.09.2009 um 18:18 Uhr)
Ipsissimus ist offline  
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