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01.12.2008, 17:09
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm?
...ich möchte niemandem Angst machen, aber vorenthalten möchte ich diesen Text dem Publikum auch wieder nicht. Es ist meine eigene Übersetzung aus dem Vasistha's Yoga, der englischsprachigen Zusammenfassung des tantrischen Yoga Vasistha aus dem 3.-400. Jhr. Indiens (mit der Seitenstärke einer frühen englischsprachigen Gesamtausgabe aus dem 19. Jhr. von 36.000 Seiten - das drittlängste Buch der Welt).
Das Vorwort erklärt, dass die meisten Schriften das enthielten, was Gott seinen Verehrern mitzuteilen hatte. Das Yoga Vasistha jedoch enthielte, was die Verehrer Gottes Diesem Selbst mitzuteilen hatten.
Der folgende kleine Ausschnitt betrachtet die Frage nach dem Tod.
--------------------------------------
DIE ERLEUCHTETE LILA sagte: Oh Göttin, erleuchte mich bitte freundlich zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm, und was geschieht nach dem Tode?
SARASVATI sagte: Meine Teure, es gibt drei Arten menschlicher Wesen: Der Tor, derjenige, der Konzentration und Meditation praktiziert, und der Yogi (der Weise). Die beiden letzten Arten des menschlichen Lebewesens geben den Körper mit Hilfe der Praxis des Yoga der Konzentration und Meditation auf und scheiden nur durch ihren eigenen, reinen Willen und zu ihrem eigenen Vergnügen ab. Der Tor jedoch, der keine Konzentration und Meditation praktiziert hat und das Opfer der Kräfte außerhalb von ihm selbst ist, erfährt beim Nahen des Todes große Qual. Dieser Tor erfährt sodann eine schreckliche, brennende Empfindung innerhalb von sich. Sein Atmen wird mühsam und schwer. Sein Körper erbleicht. Er betritt eine tiefe Finsternis und sieht den ganzen Tag lang die Sterne. Er wird benommen und fühlt sich schwindlig. In seinem Sehvermögen gerät er in Verwirrung: Er sieht die Erde als Raum und den Himmel als feste Erde. Er erfährt alle möglichen Arten von wahnhaften Empfindungen
[...]
SARASVATI sagte:
Sobald das Aufhören des Flusses des Lebensatems geschehen ist, fällt das Bewusstsein des Individuums in einem gänzlich passiven Zustand. Bitte denke daran, oh Lila, dass Bewusstsein stets rein, ewiglich und unendlich ist – weder entsteht es noch hört es auf zu sein. Auf immer ist es anwesend in den bewegten und unbewegten Kreaturen, im Himmel, auf den Bergen und in Feuer und Luft. Wenn der Lebensatem aufhört, sagt man vom Körper, dass er „tot“ oder „leblos“ sei. Der Lebensatem kehrt zu seiner Quelle – der Luft – zurück, und das Bewusstsein verbleibt, frei von Erinnerungen und Neigungen, als das Selbst.
Dieses atomische, ätherisch-geistige Partikel, welches diese Erinnerungen und Neigungen besessen hat, wird als der jiva (individuelle Seele) bezeichnet. Er verbleibt dort in dem Raum, in dem sich der tote Körper befindet. Und dies ist es, was man als „preta“ (abgeschiedene Seele) bezeichnet. Dieser jiva verwirft nun alle seine Ideen und all das, was er bis dahin gesehen und aufgenommen hat, und beginnt mit der Wahrnehmung neuer Dinge; wie im nächtlichen Traum oder Tagträumen.
Nach einem kurzen Absinken des Bewusstseins beginnt der jiva sich dann einzubilden, dass er einen anderen Körper, eine andere Welt und eine weitere Lebensspanne vor sich hat.
Oh Lila, es gibt sechs verschiedene Art dieser „abgeschiedenen Seelen“, nämlich böse, schlimme und schlimmste Sünder sowie gute, bessere und beste Tugendhafte. Und diese sind natürlich wieder in Untergruppen einzuteilen. (Im Falle des schlimmsten Sünders kann der Zeitraum des Absinkens des Bewusstseins eine beträchtliche Zeitlang dauern.)
Der schlimmste unter den Sündern erleidet schreckliche Qualen in der Hölle und wird sodann in zahllosen lebenden Arten wiedergeboren, bevor er endlich dem Ende seiner Seelenangst entgegensehen kann. Wie Bäume vermögen sie für eine sehr lange Zeit zu existieren.
Der mittlere unter den Sündern erleidet ebenfalls für eine beträchtliche Zeit ein Absinken des Bewusstseins und wird sodann als Wurm oder ein anderes Tier wiedergeboren.
Der kleine Sünder wird schon bald als menschliches Wesen wiedergeboren.
Der Beste unter den Rechtschaffenen steigt in den Himmel auf und erfreut sich dort seines Lebens. Später wird er dann in einer guten und wohlhabenden Familie auf der Erde wiedergeboren.
Der Mittlere unter den Rechtschaffenen geht in die Regionen der Himmlischen und kehrt als Kind von brahmaïas usw. auf die Erde zurück.
Sogar die Rechtschaffenen unter den Abgeschiedenen müssen, nachdem sie auf diese Weise die himmlischen Freuden genossen haben, die Reiche der Halbgötter durchschreiten, um die Konsequenzen der Frevel zu erleiden, die sie vielleicht begangen haben.
SARASVATI fuhr fort:
Alle diese abgeschiedenen Seelen erfahren innerhalb von sich selbst die Früchte ihrer eigenen, vergangenen Handlungen. Zuerst entsteht da die Idee von „Ich bin tot“, und dann „Ich werde von den Boten des Todesgottes davongetragen“. Der Rechtschaffene unter diesen bildet sich dann ein, das er zum Himmel gebracht wird, während der gewöhnliche Sünder sich einbildet, er stünde vor dem Gerichtshof Gottes, wo diejenigen sind, deren vergangenes Leben mit der Unterstützung von Citragupta (der verborgenen Aufzeichnung aller Taten einer Person) geprüft und beurteilt wird.
Was immer der jiva sieht, dass erfährt der jiva. Denn in diesem leeren Raum des unendlichen Bewusstseins gibt es nichts, was als Zeit, Tätigkeit usw. bekannt ist. Dann bildet sich der jiva ein: „Der Gott des Todes hat mich in den Himmel (oder die Hölle) geschickt“, und „ich habe die Freuden (oder Leiden) des Himmels (oder der Hölle) genossen (oder erlitten)“, und „Ich bin als Tier usw. geboren, wie es der Todesgott mir bestimmt hat“.
In diesem Moment betritt der jiva den Körper des Mannes durch die Nahrung, die dieser isst. Er wird dann zur Frau befördert und in diese Welt hineingetragen, wo er wiederum sein Leben in Übereinstimmung mit den Früchten seiner vergangenen Taten lebt. Dort wächst und vergeht er wie der Mond. Aufs Neue wird er dem Altern und Tod unterworfen. Dies wiederholt sich wieder und wieder, bis der jiva durch die Selbst-Erkenntnis Erleuchtung erfährt.
Geändert von Gast569 (01.12.2008 um 17:14 Uhr)
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01.12.2008, 17:41
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #2 (permalink)
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Gast
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Hallo ihr Lieben,
solch differenzierte Gedanken habe ich mir noch gar nicht über das Sterben gemacht. Ich las ein Buch über die hermetischen Gesetze und da stand drin, dass es ein Universum gibt, welches sich verändert und auch auf geistiger Ebene besteht und es gibt das All, das sich nicht verändert und ewig ist und bleibt.
Mir kam damals der Gedanke, dass die astrale Welt veränderlich ist und sich dort Seelen aufhalten und das erleben was sie durch ihre Gedanken und Emotionen schaffen. Das All ist für mich das Licht, die allumfassende Liebe, die unveränderbar ist und bleibt. Nicht alle Seelen finden ins Licht.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein, bin aber gespannt was hier noch philosophiert wird  .
lg sonnenfreude
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01.12.2008, 22:23
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #3 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
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Zitat:
Zitat von no-tsou-wu
...ich möchte niemandem Angst machen, aber vorenthalten möchte ich diesen Text dem Publikum auch wieder nicht. Es ist meine eigene Übersetzung aus dem Vasistha's Yoga, der englischsprachigen Zusammenfassung des tantrischen Yoga Vasistha aus dem 3.-400. Jhr. Indiens (mit der Seitenstärke einer frühen englischsprachigen Gesamtausgabe aus dem 19. Jhr. von 36.000 Seiten - das drittlängste Buch der Welt).
Das Vorwort erklärt, dass die meisten Schriften das enthielten, was Gott seinen Verehrern mitzuteilen hatte. Das Yoga Vasistha jedoch enthielte, was die Verehrer Gottes Diesem Selbst mitzuteilen hatten.
Der folgende kleine Ausschnitt betrachtet die Frage nach dem Tod.
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DIE ERLEUCHTETE LILA sagte: Oh Göttin, erleuchte mich bitte freundlich zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm, und was geschieht nach dem Tode?
SARASVATI sagte: Meine Teure, es gibt drei Arten menschlicher Wesen: Der Tor, derjenige, der Konzentration und Meditation praktiziert, und der Yogi (der Weise). Die beiden letzten Arten des menschlichen Lebewesens geben den Körper mit Hilfe der Praxis des Yoga der Konzentration und Meditation auf und scheiden nur durch ihren eigenen, reinen Willen und zu ihrem eigenen Vergnügen ab. Der Tor jedoch, der keine Konzentration und Meditation praktiziert hat und das Opfer der Kräfte außerhalb von ihm selbst ist, erfährt beim Nahen des Todes große Qual. Dieser Tor erfährt sodann eine schreckliche, brennende Empfindung innerhalb von sich. Sein Atmen wird mühsam und schwer. Sein Körper erbleicht. Er betritt eine tiefe Finsternis und sieht den ganzen Tag lang die Sterne. Er wird benommen und fühlt sich schwindlig. In seinem Sehvermögen gerät er in Verwirrung: Er sieht die Erde als Raum und den Himmel als feste Erde. Er erfährt alle möglichen Arten von wahnhaften Empfindungen – dass er in einen Brunnen falle, in einem Stein eingeschlossen sei, in einem ungeheuer schnellen Fahrzeug fahre, dass er wie Schnee dahinschmilzt, dass er mit einem Seil davongerafft werde, dass er wie ein Grashalm davonfliege usw. Er möchte diese Leiden ausdrücken, vermag es jedoch nicht. Nach und nach verlieren seine Sinne ihre Kräfte, und schließlich vermag er nicht einmal mehr zu denken. Daher versinkt er schließlich in Unwissenheit und Ahnungslosigkeit.
[...]
SARASVATI sagte:
Sobald das Aufhören des Flusses des Lebensatems geschehen ist, fällt das Bewusstsein des Individuums in einem gänzlich passiven Zustand. Bitte denke daran, oh Lila, dass Bewusstsein stets rein, ewiglich und unendlich ist – weder entsteht es noch hört es auf zu sein. Auf immer ist es anwesend in den bewegten und unbewegten Kreaturen, im Himmel, auf den Bergen und in Feuer und Luft. Wenn der Lebensatem aufhört, sagt man vom Körper, dass er „tot“ oder „leblos“ sei. Der Lebensatem kehrt zu seiner Quelle – der Luft – zurück, und das Bewusstsein verbleibt, frei von Erinnerungen und Neigungen, als das Selbst.
Dieses atomische, ätherisch-geistige Partikel, welches diese Erinnerungen und Neigungen besessen hat, wird als der jiva (individuelle Seele) bezeichnet. Er verbleibt dort in dem Raum, in dem sich der tote Körper befindet. Und dies ist es, was man als „preta“ (abgeschiedene Seele) bezeichnet. Dieser jiva verwirft nun alle seine Ideen und all das, was er bis dahin gesehen und aufgenommen hat, und beginnt mit der Wahrnehmung neuer Dinge; wie im nächtlichen Traum oder Tagträumen.
Nach einem kurzen Absinken des Bewusstseins beginnt der jiva sich dann einzubilden, dass er einen anderen Körper, eine andere Welt und eine weitere Lebensspanne vor sich hat.
Oh Lila, es gibt sechs verschiedene Art dieser „abgeschiedenen Seelen“, nämlich böse, schlimme und schlimmste Sünder sowie gute, bessere und beste Tugendhafte. Und diese sind natürlich wieder in Untergruppen einzuteilen. (Im Falle des schlimmsten Sünders kann der Zeitraum des Absinkens des Bewusstseins eine beträchtliche Zeitlang dauern.)
Der schlimmste unter den Sündern erleidet schreckliche Qualen in der Hölle und wird sodann in zahllosen lebenden Arten wiedergeboren, bevor er endlich dem Ende seiner Seelenangst entgegensehen kann. Wie Bäume vermögen sie für eine sehr lange Zeit zu existieren.
Der mittlere unter den Sündern erleidet ebenfalls für eine beträchtliche Zeit ein Absinken des Bewusstseins und wird sodann als Wurm oder ein anderes Tier wiedergeboren.
Der kleine Sünder wird schon bald als menschliches Wesen wiedergeboren.
Der Beste unter den Rechtschaffenen steigt in den Himmel auf und erfreut sich dort seines Lebens. Später wird er dann in einer guten und wohlhabenden Familie auf der Erde wiedergeboren.
Der Mittlere unter den Rechtschaffenen geht in die Regionen der Himmlischen und kehrt als Kind von brahmaïas usw. auf die Erde zurück.
Sogar die Rechtschaffenen unter den Abgeschiedenen müssen, nachdem sie auf diese Weise die himmlischen Freuden genossen haben, die Reiche der Halbgötter durchschreiten, um die Konsequenzen der Frevel zu erleiden, die sie vielleicht begangen haben.
SARASVATI fuhr fort:
Alle diese abgeschiedenen Seelen erfahren innerhalb von sich selbst die Früchte ihrer eigenen, vergangenen Handlungen. Zuerst entsteht da die Idee von „Ich bin tot“, und dann „Ich werde von den Boten des Todesgottes davongetragen“. Der Rechtschaffene unter diesen bildet sich dann ein, das er zum Himmel gebracht wird, während der gewöhnliche Sünder sich einbildet, er stünde vor dem Gerichtshof Gottes, wo diejenigen sind, deren vergangenes Leben mit der Unterstützung von Citragupta (der verborgenen Aufzeichnung aller Taten einer Person) geprüft und beurteilt wird.
Was immer der jiva sieht, dass erfährt der jiva. Denn in diesem leeren Raum des unendlichen Bewusstseins gibt es nichts, was als Zeit, Tätigkeit usw. bekannt ist. Dann bildet sich der jiva ein: „Der Gott des Todes hat mich in den Himmel (oder die Hölle) geschickt“, und „ich habe die Freuden (oder Leiden) des Himmels (oder der Hölle) genossen (oder erlitten)“, und „Ich bin als Tier usw. geboren, wie es der Todesgott mir bestimmt hat“.
In diesem Moment betritt der jiva den Körper des Mannes durch die Nahrung, die dieser isst. Er wird dann zur Frau befördert und in diese Welt hineingetragen, wo er wiederum sein Leben in Übereinstimmung mit den Früchten seiner vergangenen Taten lebt. Dort wächst und vergeht er wie der Mond. Aufs Neue wird er dem Altern und Tod unterworfen. Dies wiederholt sich wieder und wieder, bis der jiva durch die Selbst-Erkenntnis Erleuchtung erfährt.
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kleiner Hinweis (packungsbeilage zu risiken und nebenwirkungen): der Text sollte nicht buchstäblich genommen werden, so wie alle heiligen Texte...
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02.12.2008, 08:12
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #4 (permalink)
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Gast
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Zu den Schlüsselbegriffen dieses Textes gehören in meinem Verständnis: "bildet sich ein", "glaubt zu erfahren", "erfährt, was immer er sieht".
Die dahinterstehende Anschauung des gesamten Yoga Vasistha, die auch in diesem winzigen Ausschnitt durchscheint, besteht darin, dass die Erfahrungen von Geburt und Tod nicht vom universellen Sein/Selbst, sondern vom jiva, d.h., der individuellen Seele mit ihrer Verbindung aus Körper, Erinnerung, Erfahrung und Denken, gemacht werden.
Obwohl individuelle Seele und universelles Sein/Selbst eins sind.
Dies geschieht auf dieselbe Weise, wie man sich einbilden kann, ein Mann oder eine Frau zu sein, sich aber wieder davon lösen und sogar zu etwas anderen werden kann (z. B. einem geschlechtslosen Wesen). Bin ich denn wirklich ein Mann oder eine Frau? Nein, denn das ist eine Zuschreibung einer Begrenztheit, einer Ausdrucksform von etwas, die aus der Verbindung des Körpers mit den ihn begleitenden Energien entsteht.
Daher sagt der Text: "Was der jiva sieht, das erfährt er.", d.h., mit welcher Wahrnehmung im universellen Sein/Selbst er verschmilzt als zu einer Einheit, dies wird zu seiner Erfahrung. Aus der er jedoch, wie aus jeder Erfahrung, wieder austritt.
Der im Leben interessante Punkt ist (diese Texte sind ja nicht als philosophische Spekulation gedacht, sondern sollen bei der Selbst-Verwirklichung helfen), dass der jiva, also das verkörperte Individuum, jedoch den Eintritt und Austritt in bzw. aus seinen Erfahrungen normalerweise nicht bewusst registriert in dem Sinne, dass er sich als eine jenseits seiner Erfahrungen wandelnde Essenz versteht. Das ist dann die berühmte "Identifikation", die Quelle der Freuden, aber noch viel häufiger der Leiden des Menschen.
Der Text möchte in meinen Augen sagen:
* Was du zu sehen glaubst, das erfährst du.
* Was du erfährst, mit dem bist du verschmolzen. Oder: Dem bist du verhaftet, das besitzt dich.
* Durch Erkenntnis dessen (die jenseits seiner Erfahrungen wandelnde Essenz zu sein) wirst du frei.
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02.12.2008, 10:27
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Beiträge: 2.053
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Hallo 
Zitat:
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zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm
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Ich konzentriere mich mal auf diesen ersten Teil der Frage.
Wenn ich an "den Tod" denke, durchfährt mich spontan ein Schrecken. Das wird der Horror meiner körperlichen und psychischen Existenz, die ich auch bin, vor dem Ausgelöscht-Werden sein.
Bei genauerem Zusehen kann ich mir viel von diesem Schrecken auch durch Erinnerungen an frühere Tode erklären. Gefressen-Werden, qualvoll an der Pest sterben, Erstochen, verbrannt, vergast werden, ertrinken... Erinnerungen an Tode ohne besondere Vorkommnisse habe ich gar nicht, wahrscheinlich prägt sich das Gewöhnliche dem Gedächtnis nicht so ein.
"Der Tod" ist, finde ich, zu diffenrenzieren in: die Vorgänge die zum Sterben führen, das Sterben selbst, das was danach geschieht, und die Wiedergeburt.
Das ersten beiden davon sind das, wovor ich mich manchmal fürchte.
Von den beiden letzten habe ich Vorstellungen, die mir angenehm sind.
Wenn das geschieht, was man sich vorstellt, wie es in dem Text heißt, kann ich mich freuen. Wenn etwas anderes geschieht, dann deshalb, weil es noch etwas Passenderes für mich gibt. Sebst wenn gar nichts geschehen und ich weg sein sollte, wäre das nichts Unangenehmes. Wie es in einem epikuräischen Ausspruch heißt: Wo ich bin, ist der Tod nicht, und wo der Tod ist, bin ich nicht. Dann gäbe es niemanden mehr, der das Bedürfnis hätte zu sein.
Das lasse ich erst mal so stehen. Weisheit steht ja in den Texten...
Herzliche Grüße
Marjul
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02.12.2008, 10:32
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #6 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Marjul
Hallo 
Wenn das geschieht, was man sich vorstellt, wie es in dem Text heißt, kann ich mich freuen. Wenn etwas anderes geschieht, dann deshalb, weil es noch etwas Passenderes für mich gibt.
Marjul
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Genau! Seh ich auch so.
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02.12.2008, 13:07
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #7 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Beiträge: 2.053
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SELBST-Gespräch über den Tod
SELBST: Du wirst sterben.
Ich: Darüber bin ich traurig.
SELBST: Warum?
Ich: Weil ich dann all das Schöne hier nicht mehr erleben kann.
SELBST: Nach dem Tod ist es doch viel Schöner!
Ich: Ich bin traurig, weil ich nichts mehr schaffen und wirken kann,
wenn ich gestorben bin.
SELBST: Du bist doch fertig.
Ich: Ich ärgere mich.
SELBST: Warum?
Ich: Da habe ich gelernt und an mir gearbeitet, und mit dem Tode wird
das alles zunichte!
SELBST: Wozu hast du gelernt und gearbeitet?
Ich: Nicht irgend-wozu. Ich habe mich einfach entwickelt.
SELBST: Das ist im Tode auch so. Du entwickelst dich weiter.
Ich: Ich habe Furcht vor Strafe für meine Taten.
SELBST: Wirst du in diesem Leben bestraft?
Ich: Nein, ich unterliege dem Gesetz von Ursache und Wirkung.
SELBST: So ist es im "Jenseits" auch.
Ich: Ich fürchte mich, dass ich nach dem Tode nicht mehr ich bin.
SELBST: Kann es irgendetwas geben, das du nicht bist?
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02.12.2008, 19:55
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Zur Frage des Todes: Ist er angenehm oder unangenehm? Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 22.06.2008
Beiträge: 574
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Habe mehrmals versucht, die Totenbücher zu lesen ... aber so kompliziert hab ich nicht vor zu sterben ;-)
Ich für mich meine zu wissen, dass mein Tod ganz leicht werden wird.
Das auf diesen engen Körper beschränkte Bewusstsein löst sich daraus, wird immer mehr bewusst und immer mehr, was ich bin - bis nichts mehr ist, was nicht mehr ich bin. Und das Ich ist egal. Es ist einfaches Sein.
Und dieses ist so total, dass keine anderen Visionen oder Erlebnisse mehr was dämpfen werden. Es ist alles in dem Zustand enthalten. ALLES. Alles Wissen, Alles was geschehen ist und geschehen wird und aus allen Seiten gleichzeitig betrachtet und so in sich abgeschlossen.
Natürlich können andere es anders erleben. Auch ich ;-) Aber das glaub ich erst, wenns geschehn ist :-)
Früher überlegte ich zuhause öfters, ob wohl einer meiner Pat. schon gestorben ist oder nicht. Ich "schickte Frieden" hin. - Wenn er so richtig weggesogen wurde, dann wusste ich, der ist kurz vorm Übergang. Wenn mir der Frieden augenblicklich vervieltausendfacht zurückkam, so intensiv, dass ich nicht imstande war, ihn zu vollständig erfassen, dann wusste ich, der war drüben. - So konnte ich oft von zuhause aus ziemlich genau den Todeszeitpunkt wissen.
Nur ein einziges Mal geschah es, dass ich von jemandes Tod erfuhr - und anstatt dieses mir grenzenlos erscheinenden Friedens - grenzenlose Traurigkeit mir entgegenkam. Ausgerechnet von einem Mann, der spirituell weit entwickelt war. Es dürften die Umstände kurz vorm Tod mit Schuld beladen worden sein. - Jedenfalls aber war nach etwa zwei Wochen ebenso nur noch dieser grenzenlose Frieden zu fühlen.
Ich weiß nicht, was der Mann drüben erlebt hat am Anfang.
Aber er war der einzige, bei dem ich so was gefühlt hab.
Sagt natürlich nix wirklich, weil es subjektiv von mir so erlebt wurd.
Es prägt halt meine Ansichten über den Tod.
Einmal sah ich eine Frau im letzten Todeskampf. Sie kämpfte wirklich. Die Gesichtszüge wirkten gequält. Da ich Zeit hatte, wollte ich mich ihr widmen und ihr geistig ein bisschen von drüben entgegenkommen und schaun, wo ich ihr was leichter machen kann. - Als ich mich in die geistigen Dimensionen begab, sah ich sofort, wie sie mit dem ganzen "geistigen Oberkörper bereits glückselig in den Armen eines Lichtengels lag". Völlig erlöst und selig. Da wusste ich, es gab nichts zu tun für mich, ausser mich um den abstreifenden Körper zu kümmern.
Lieben Gruß
Sternwesen
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