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04.10.2008, 19:34
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.043
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen
Hallo
Ein bekanntes Beispiel für die Unausweichlichkeit des Schicksals ist das Märchen vom Dornröschen.
Der Königstochter ist es prophezeit, sie solle an ihrem 16. Geburtstag sich an einer Spindel stechen und in einen 100jährigen Schlaf sinken.
Der König versucht mit aller Macht das zu verhindern, indem er alle Spindeln in seinem Reich verbrennen lässt. Wie das Schicksal es aber will, bleibt eine übrig, und ausgerechnet an ihrem 16. Geburtstag wird die Prinzessin allein zu Hause gelassen (begeht man die zum Schicksal passenden "Fehler"?), und das Prophezeite tritt ein.
Dann noch einmal: während des 100jährigen Schlafs der Prinzessin versuchen viele Prinzen die Dornenhecke zu durchdringen und gehen jämmerlich dabei zugrunde. Der Prinz, dem es schließlich gelingt, war sicher nicht mutiger, geschickter oder stärker als die anderen, nur waren gerade da die 100 Jahre um, und die Dornen taten sich von selbst vor ihm auseinander.
(Sind wir vielleicht manchmal stolz oder verehren jemanden dafür, etwas Besonderes geleistet zu haben, das voher noch niemand vollbrachte - dabei war es einfach gerade Zeit dafür?)
Dass es genau dieser Prinz war, der Dornröschen wachküsste, scheint mir aus einer allgemeinen Perspektive Zufall zu sein. Er war gerade an dem Tag zur Stelle. Es hätte auch ein anderer sein können, und schließlich wäre Dornröschen sicher auch von selbst wach geworden.
Ich frage mich, wie es aus der Perspektive des Prinzen aussieht - Zufall, Schicksal, Absicht?
Herzliche Grüße
Marjul
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04.10.2008, 22:59
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #2 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Ort: nö
Beiträge: 4.431
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Liebe Marjul,
man merkt, dass du kein Mann bist. Wenn du eine schöne Prinzessin wachküssen darfst, ist dir alles andere egal...  
Gruß,
Zhantee
P.S. Ich glaube nicht an die Unabänderlichkeit des Schicksals. Hier wurden lediglich die falschen Methoden angewandt.
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04.10.2008, 23:18
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #3 (permalink)
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Suchende des Selbst
Sternzeichen:
Registriert seit: 25.01.2008
Ort: Hameln
Alter: 24
Beiträge: 315
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Hallo Marjul,
interessante Theorie.
Ich persönlich denke das uns das Schicksal immer wieder an Situationen führt, in denen wir selbst die Wahl treffen.
 Was wäre wohl geschähen wenn die Eltern Dornröschen von der Prophezeihung erzählt hätten? (Das hab ich mich schon als Kind immer gefragt.)
Dann hätte sie selbst vielleicht eine andere Entscheidung getroffen.
Und übrigens, mag sein das ich einfach eine hoffnungslose Romantikerin bin, aber ich denke auch das der Prinz kein Zufall ist.
Mag sein das Dornröschen allein wach geworden wäre oder ein anderer Prinz sie hätte wachküssen können.
Aber hätte sie einen anderen auch geheiratet? Hat es vielleicht 100 jahre gedauert bis der für sie richtige Mann da ist und ihren Weg kreuzt?
Immerhin hat sie die Wahl getroffen und sich für ihn entschieden. Ist das nicht auch irgendwie Schicksal?
Schicksal ist schließlich das was wir drauß machen
Alles liebe wünsche ich dir
Aristaluna
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05.10.2008, 01:38
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #4 (permalink)
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***AUSZEIT***
Sternzeichen:
Registriert seit: 07.09.2007
Alter: 47
Beiträge: 963
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Liebe Marjul
soweit ich mich an Dornröschen erinnere war es keine Prophezeihung,sondern ein Fluch.
Zitat:
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Ein bekanntes Beispiel für die Unausweichlichkeit des Schicksals ist das Märchen vom Dornröschen.
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Wenn man das Schicksal,so wie ich es in einem anderen Thread mal beschrieben habe,als eine geschickte Heilung betrachtet stellt sich doch die Frage nach der unausweichlichen Heilung-Schicksal nicht mehr.
Ist nicht alles was passiert im Prinzip gut,und es gibt nichts schlechtes?
Wusstest du übrigens dass die Fee die den Fluch sprach weil sie nicht eingeladen wurde zur Taufe von Dornröschen die 13. Fee gewesen wäre,und man sie deshalb nicht einladen wollte weil die Eltern keine 13 Feen haben wollten,weil die 13 als Unglückzahl gilt?
Die Fee war nicht da,und hat doch unsichtbar gewirkt.
Dadurch hat die 13 sich erfüllt,als Unglück.
Hätten die Eltern die 13. Fee aktzeptiert wäre das Unglück nicht passiert.
Naja,am Ende ist ja alles gut gegangen,auch wenn es 100 Jahre gedauert hat.
Aber was ist schon Zeit?
Zeit heilt alle Wunden,und am Ende wird alles gut,weil es im Prinzip nichts schlechtes gibt?
Grüsse vom Narren
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05.10.2008, 07:59
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.043
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Guten Morgen 
ich freue mich über alle eure verschiedenen Antworten.
Märchen bieten doch immer wieder neue Apekte.
Lieber Zhantee
Da hast du wohl Recht. Prinzessinen haben dagegen manchmal mit Fröschen zu tun. 
Man könnte sagen, der Prinz hat "sein Glück gemacht" , wie es im Sprachgebrauch heißt. Eine paradoxe Formulierung, ich finde aber, sie sagt etwas aus. Die Situation ist dem Prinzen zu-gefallen, und er hat zu-gegriffen.
Liebe Aristaluna 
Was ich eben als Zu-Fall bezeichnet habe, lässt sich, meine ich, auch so ausdrücken, wie du es getan hast:
Zitat:
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das uns das Schicksal immer wieder an Situationen führt, in denen wir selbst die Wahl treffen.
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Ob es uns zugefallen ist oder ob wir es geschickt bekommen haben - einmal ist der Empfänger betont und einmal der Absender. Das Päckchen auspacken tun wir selbst. Danke für die Idee!
Warum die Eltern Dornröschen nicht davon erzählt haben - da sagst du etwas. Das Märchen wird oft sexuell gedeutet - die Spindel als Phallus-Symbol. Da scheint einiges verdrängt zu sein, und das erzählt man Kindern nicht.  Auch nicht, was das wohl für ein Frosch gewesen sein mag, der der Königin im Bade verkündet hat, sie würde ein Kind bekommen...
Lieber Narr
Die 13 spielt in der Tat eine bedeutende Rolle in dem Märchen. Der König hatte nur 12 goldene Teller (Symbol der Vollkommenheit - davon kann man wohl nicht mehr als 12 haben). Es gab aber 13 weise Frauen (über die Vollkommenheit hinaus gibt es auch den Tod). Die 13. Fee ist auch erschienen, aber nur um ihren Spruch zu sagen. Die 12. hatte noch nicht gesprochen und konnte den Todes-Spruch noch in einen 100-jährigen Schlaf verwandeln, aber nicht aufheben.
Zitat:
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Wenn man das Schicksal,so wie ich es in einem anderen Thread mal beschrieben habe,als eine geschickte Heilung betrachtet stellt sich doch die Frage nach der unausweichlichen Heilung-Schicksal nicht mehr.
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Danke, lieber Narr, für diesen Gedanken. 
Irgendwann wird Heil unausweichlich geschickt!
Herzliche Grüße
Marjul
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05.10.2008, 09:56
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.043
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Da kommt mir noch ein Gedanke:
Zitat:
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Die 13 spielt in der Tat eine bedeutende Rolle in dem Märchen. Der König hatte nur 12 goldene Teller (Symbol der Vollkommenheit - davon kann man wohl nicht mehr als 12 haben). Es gab aber 13 weise Frauen (über die Vollkommenheit hinaus gibt es auch den Tod).
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12 könnte Vollkommenheit auf der materiellen Ebene bedeuten. Besitz hat der König genug. Es fehlt ihm aber etwas auf der psychischen Ebene (seine Realität ist nicht vollständig) - vielleicht wären 24 goldene Teller not-wendig gewesen. Mit 144 goldenen Tellern (geistige Vollkommenheit) wäre er für jede Eventualität gerüstet. (Glaube ich.)
Marjul
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05.10.2008, 11:28
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #7 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Ort: nö
Beiträge: 4.431
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Interessant. In der Version, die mir vorliegt, heißt es, dass die 13. Fee nicht eingeladen wurde, weil niemand wusste, wo sie sich aufhielt, und keiner Interesse daran hatte, sie zu suchen, da niemand sie mochte. Die 12 goldenen Teller wurden eigens für die eingeladenen Feen angefertigt, um möglichst viele Segnungen von ihnen zu erhalten. Als daher die 13. unverhofft auftauchte, musste sie mit gewöhnlichem Geschirr vorlieb nehmen, was ihre Wut noch steigerte.
Das bestätigt meine Auffassung, dass jeder an seinem Schicksal MIT-verantwortlich ist. Hätten die Eltern zu Beginn einen Blick in die Zukunft geworfen, um ihre Handlungsweise abzuschätzen, hätten sie die Gefahr voraussehen und abwenden können.
Insofern kann ich sogar die Wut der 13. Fee verstehen, wenngleich ich es nicht billigen kann, dass sie ihren Frust an dem kleinen Kind abgelassen hat. Allerdings ist diese Handlungsweise selbst heute noch weit verbreitet (Chef entlässt Angestellten, Angestellter schlägt Frau, Frau schlägt Kind, Kind tritt Hund, Hund jagt Katze, Katze jagt Vogel, Vogel kackt Chef auf den Kopf...  ). Die Energie sucht sich offenbar immer den Weg des geringsten Widerstandes und es ist eine Kraftanstrengung nötig, um sie dahin zu lenken, wo sie hingehört.
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05.10.2008, 11:37
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Schicksal-Zufall-Absicht? Dornröschen Beitrag #8 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Ort: nö
Beiträge: 4.431
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Zitat:
Zitat von Marjul
Die 13 spielt in der Tat eine bedeutende Rolle in dem Märchen. Der König hatte nur 12 goldene Teller (Symbol der Vollkommenheit - davon kann man wohl nicht mehr als 12 haben). Es gab aber 13 weise Frauen
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Meine persönliche Deutung ist die, dass die 13 zu Unrecht als Unglückszahl gilt. Die GESAMTE Schöpfung ist vollkommen. Wäre die 13 integriert worden, hätte das Unglück vermieden werden können. Nicht die 13 bringt Unglück, sondern es bringt Unglück, die 13 als Unglückszahl zu betrachten  .
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