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Alt 03.10.2008, 11:16   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #1 (permalink)
Gast8421
Gast
 
Beiträge: n/a
Question positiv Engagierter Agnostizismus?

Ist das nicht ein Widerspruch?

"Ich glaube nichts und setze mich für etwas ein", geht das?

Wenn ich mir das so überlege, kann ich mich als Agnostiker nur gegen etwas einsetzen, z.B. gegen den Streit zwischen fanatischen Vertretern irgend einer Wirklichkeitssicht.

Ist der Einsatz gegen Streit etwas Positives? Als GEGEN ?

Wie kann man den Irrsinn gläubiger Fanatiker gegen andere gläubige Fanatiker beenden?

Oder braucht die Menschheit das, dass sie sich gegenseitig dezimiert?
Geht Evolution ohne Gewalt und Totschlag?

Ich finde schon! Viele Tiere sterben zur Zeit aus, weil sie mit dem Klima nicht mehr klar kommen und hinterlassen Lücken im Ökosystem, welche bald wieder gefüllt werden, da bin ich absolut sicher, trotzdem ich eigentlich agnostisch denke und weder an die Wirklichkeit der Raumzeit als aussließliche Möglichkeit noch an jene des Geistraums glaube.
-- es kann so sein, dass der Geist (Logos) das Universum schöpft
-- und es kann auch so sein, dass die Raumzeit den Geist entwickelt,
-- und es kann sein, dass die beiden das an einander tun
-- und dann kann noch sein, dass etwas Drittes dahinter steckt, von dem wir noch nicht mal den Schimmer einer Ahnung haben.

Was denkt Ihr dazu?
Kann man engagiert Agnostiker sein?


 
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Alt 03.10.2008, 12:08   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #2 (permalink)
Marjul
Erfahrener Benutzer
 
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Sternzeichen: Waage
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
Blog-Einträge: 5
Hallo!

Ob ich Agnostizist(in) bin, weiß ich nicht.
Ich weiß, dass ich nicht weiß.

Ich weiß auch nicht, ob ich mich einsetze.
Jedenfalls nicht für etwas
und nicht gegen etwas.

Ich bin, und ich tue und lasse, was ich bin.

Herzliche Grüße
Marjul
Marjul ist offline  
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Alt 03.10.2008, 12:29   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #3 (permalink)
maria45
Banned
 
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.387
Lieber Philodoof,
Zitat:
Zitat von Philodoof Beitrag anzeigen
Ist das nicht ein Widerspruch?

"Ich glaube nichts und setze mich für etwas ein", geht das?

Wenn ich mir das so überlege, kann ich mich als Agnostiker nur gegen etwas einsetzen, z.B. gegen den Streit zwischen fanatischen Vertretern irgend einer Wirklichkeitssicht.

Ist der Einsatz gegen Streit etwas Positives? Als GEGEN ?

Wie kann man den Irrsinn gläubiger Fanatiker gegen andere gläubige Fanatiker beenden?

Oder braucht die Menschheit das, dass sie sich gegenseitig dezimiert?
Geht Evolution ohne Gewalt und Totschlag?

Ich finde schon! Viele Tiere sterben zur Zeit aus, weil sie mit dem Klima nicht mehr klar kommen und hinterlassen Lücken im Ökosystem, welche bald wieder gefüllt werden, da bin ich absolut sicher, trotzdem ich eigentlich agnostisch denke und weder an die Wirklichkeit der Raumzeit als aussließliche Möglichkeit noch an jene des Geistraums glaube.
-- es kann so sein, dass der Geist (Logos) das Universum schöpft
-- und es kann auch so sein, dass die Raumzeit den Geist entwickelt,
-- und es kann sein, dass die beiden das an einander tun
-- und dann kann noch sein, dass etwas Drittes dahinter steckt, von dem wir noch nicht mal den Schimmer einer Ahnung haben.

Was denkt Ihr dazu?
Kann man engagiert Agnostiker sein?


wie du mit deinem Beitrag gezeigt hast, kann man es. Womit du auch gleichzeitig gezeigt hast, daß der Mensch nicht widerspruchsfrei sein muß und trotzdem glücklich leben kann.

Die Ebene, die du ansprichst, ist die Ebene der Möglichkeiten (Ebene 63). Dort gibt es nichts sich gegenseitig ausschließendes, wenn man nicht möchte. Wenn man möchte, gibt es das dort auch. Und deshalb gibt es alles dort.

maria45 ist offline  
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Alt 03.10.2008, 12:54   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #4 (permalink)
Gast8421
Gast
 
Beiträge: n/a
Oh, freut mich sehr, schon zwei die mit denken!

Danke Marjul,
...zisten ...
haben wir schon genug, man darf uns Agnostiker nennen. Das ist mir persönlich auch sympathischer, ja, ich gebe zu, ich habe Pathien, Pathos und dies sowohl auf der Sym- als auf der Anti-Seite.

Danke Maria45,
ich empfinde meinen Beitrag oder meine Fragestellung selbst nicht als engagiert, eher betrachtend und überlegend aber so weit teilnahmslos.
Dass ich als Irrsinn bezeichne, wenn religiöse Überzeugungen für kriegerische Zwecke missbraucht werden veranlasst mich nicht, jemanden finanziell oder tatkräftig zu unterstützen, der in so einem Konflikt involviert ist. Nicht mal die Friedensgewaltigen Beruhiger zur Zeit meist USA genannt bekommen von mir einen Beitrag für Waffen und "Beruhigungsmaßnahmen", denn ich habe den Verdacht es geht ihnen mehr um Erdöl als um den Frieden, aber in diesem Zusammenhang ist das ein Detail.

Aber sag mal, Du schreibst was von "Ebene 63". Wer hat denn die Ebenen durch nummeriert?
Gibt es irgendwo eine einsehbare Liste mit allen Ebenen? Wie heißen denn dies alle? Wie viele gibt es, welche bis heute bekannt sind?
Das interessiert mich sehr!
 
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Alt 03.10.2008, 14:27   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #5 (permalink)
Marjul
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Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
Blog-Einträge: 5
Du hast Recht, philodoof, es heißt ja Agnostiker.
Über den -ismus war ich auch schon gestolpert.

In das Interesse an einer Übersicht über die Ebenen stimme ich mit ein, liebe maria

Herzliche Grüße
Marjul
Marjul ist offline  
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Alt 03.10.2008, 18:51   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #6 (permalink)
Der_Narr
***AUSZEIT***
 
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Registriert seit: 07.09.2007
Alter: 48
Beiträge: 963
Zitat:
Zitat von Philodoof Beitrag anzeigen
Ist das nicht ein Widerspruch?

"Ich glaube nichts und setze mich für etwas ein", geht das?

Wenn ich mir das so überlege, kann ich mich als Agnostiker nur gegen etwas einsetzen, z.B. gegen den Streit zwischen fanatischen Vertretern irgend einer Wirklichkeitssicht.

Ist der Einsatz gegen Streit etwas Positives? Als GEGEN ?

Wie kann man den Irrsinn gläubiger Fanatiker gegen andere gläubige Fanatiker beenden?

Oder braucht die Menschheit das, dass sie sich gegenseitig dezimiert?
Geht Evolution ohne Gewalt und Totschlag?
Hallo Philo

Stell dir mal vor du hättest im Jahre 1618 die Möglichkeit gehabt den 30.jährigen Krieg zu verhindern.
Hättest du es getan?
Es geht mir nicht darum wie du es getan hättest,sondern ob.

Grüsse vom Narren
Der_Narr ist offline  
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Alt 04.10.2008, 09:31   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #7 (permalink)
Gast8421
Gast
 
Beiträge: n/a
Lieber Narr,
liebevoll kürzest Du meinen Nick ab, aber in diesem Falle muss ich mich zur zweiten Hälfte bekennen: Es fällt mir schwer, den Zusammenhang zu bilden.
Aus heutiger Sicht hätte ich so eine Möglichkeit sicher ergriffen und wäre mir postwendend als Held und Retter der Menschheit vorgekommen, vermutlich auch als Märtyrer (denn ich wäre mit der Inquisition bestimmt in Konflikt geraten, mit ihren heiligen Kriegen).

Irgendwie war mir Niklaus von Flüe immer schon sympathisch, welcher mit dem Stanser-Verkommnis die Eidgenossen befriedete, aber der war ja einiges früher dran: Niklaus von Flüe oder Bruder Klaus (* 1417; † 21. März 1487 im Flüeli bei Sachseln im Kanton Obwalden)

Agnostiker konnte man auch nicht sagen, er war gläubiger Christ.

Und heute bin ich auch Friedenshetzer, obwohl ich in diesem Leben schon sehr engagiert für manche Dinge eingetreten bin und in meinen Jahren begeisterter Überzeugung durchaus Kriege Unterdrückter für ihre Befreiung zumindest geistig unterstützte.

Mehrere Jahre war ich sogar überzeugt von der Reinkarnationslehre, aber heute bin ich nicht mehr so sicher, seit ich gesehen habe, dass sich auch geistige Inhalte der Spur nach vererben können, und irgendwie glaube ich tatsächlich auch eher an die Raumzeit als an eine Wirklichkeit aus meinen Gedanken, welche ich mir selber machte.
Denn ich mache gewöhnlich keine Täuschung so perfekt, dass sie nicht irgendwann auffliegt.

Kannst Du mir bitte den Zusammenhang zwischen der Verhinderung des 30-jährigen Krieges und engagiertem Agnostizismus ein wenig näher bringen?


@ Marjul:
Das ist schon eher ein Detail, verstanden habe ich das durchaus. Und was die "...zisten" anbetrifft, nicht mal mit der Polizei hätte ich Probleme, ich habe diese Leute öfter als Helfer erfahren denn als Ordnungshüter oder gar Ordnungswüter, doch ihre Methoden den Frieden zu sichern sind auch nicht eben gewaltfrei und meine Abneigung gegen ...ismen ist ziemlich Geschmacksache.

Die ganze Wortgruppe ist ja von der Gnose her:
Pro-Gnose; Dia-Gnose; müsste auch A-Gnose geben. vielleicht hat man sich abgrenzen wollen gegen die medizinischen Arthrose, Porose etc.
Aber wie gesagt, es ist egal, und die Frage auf die mich Deine Aussage:
Zitat:
Zitat von Marjul
... Ich bin, und ich tue und lasse, was ich bin....
bringt ist die:

Kann ein Agnostiker ein solches bleiben, wenn er sagt:
"Ich denke, also bin ich"
?
Ist diese Logik noch vereinbar mit Agnosis?

Vielleicht ist ja das Wesen der Agnose selbst ein Widerspruch in sich: Bereits die Entscheidung oder besser das Urteil, ob ich wisse oder nicht erfordert bestimmtes Wissen und somit auch Glauben.
 
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Alt 04.10.2008, 12:15   positiv Engagierter Agnostizismus? Beitrag #8 (permalink)
Marjul
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Marjul
 
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Ort: bei Münster/Westf.
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Beiträge: 2.053
Blog-Einträge: 5
Lieber Philoodoof

da kann man sich wohl lange den Kopf einschlagen.

Mich beeindruckt die Geschichte, die der Buddha vom Mann mit dem Giftpfeil erzählt. Hier eine Nacherzählung davon: http://www.kommundsieh.de/g-pfeil.html
Da kommt ein Brahmane zum Buddha und will ihn mit genau diesen Fragen auf die Probe stellen, die du im Anfang als Möglichkeiten hinstellst:
Zitat:
-- es kann so sein, dass der Geist (Logos) das Universum schöpft
-- und es kann auch so sein, dass die Raumzeit den Geist entwickelt,
-- und es kann sein, dass die beiden das an einander tun
-- und dann kann noch sein, dass etwas Drittes dahinter steckt, von dem wir noch nicht mal den Schimmer einer Ahnung haben.
Der Buddha verweigert eine Antwort mit der Begründung, dass es Lebenswichtigeres gibt, um das man sich kümmern sollte.
Das genau würde ich engagierten Agnostizismus nennen.
Da sehe ich gerade, dass ich "Agnostizismus" deiner Überschrift entnommen habe.

Ich habe gemerkt, dass alle "letzten" Fragen im Paradox enden oder offen bleiben. Es gibt immer noch etwas, das jenseits unseres Horizonts liegt, wie sehr wir ihn auch erweitern mögen.

"Ich weiß nicht" im Großen geht aber durchaus für mich einher mit "hier und jetzt ist es richtig für mich, dieses zu tun". Das kann auch schon mal Engagement für oder gegen etwas sein.

Herzliche Grüße
Marjul
Marjul ist offline  
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agnostizismus, engagement, positivität

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