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Philosophie

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Alt 28.09.2008, 06:24   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #1 (permalink)
Marjul
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Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis

Hallo

Gerade lese ich Platons Höhlengleichnis einmal wieder und bin voll Erstaunen über die Symbolik von Schatten und Licht - Abbild und Wirklichkeit.
Ich setze mal ohne Kommentar soviel von dem Text hier hinein, dass man den Zusammenhang verstehen kann. Hier ist der vollständige Text zu lesen:
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xi...tel=1#gb_found

Liebe Mods, ich hoffe, ihr könnt den Text stehen lassen. Er ist so alt wie biblische Texte und steht in einer im Internet frei zugänglichen Quelle.

Beschreibung der Lage der Gefangenen
...Sieh nämlich Menschen wie in einer unterirdischen, höhlenartigen Wohnung, die einen gegen das Licht geöffneten Zugang längs der ganzen Höhle hat. In dieser seien sie von Kindheit an gefesselt ..., so daß sie auf demselben Fleck bleiben und auch nur nach vorne hin sehen, den Kopf aber herumzudrehen der Fessel wegen nicht vermögend sind. Licht aber haben sie von einem Feuer, welches von oben und von ferne her hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und den Gefangenen geht obenher ein Weg, längs diesem sieh eine Mauer aufgeführt ... sieh nun längs dieser Mauer Menschen allerlei Geräte tragen, die über die Mauer herüberragen...; einige, wie natürlich, reden dabei, andere schweigen. - Ein gar wunderliches Bild, sprach er, stellst du dar und wunderliche Gefangene. - Uns ganz ähnliche, entgegnete ich. Denn zuerst, meinst du wohl, daß dergleichen Menschen von sich selbst und voneinander je etwas anderes gesehen haben als die Schatten, welche das Feuer auf die ihnen gegenüberstehende Wand der Höhle wirft? - Wie sollten sie, sprach er, wenn sie gezwungen sind, zeitlebens den Kopf unbeweglich zu halten! - Und von dem Vorübergetragenen nicht eben dieses? - Was sonst? - Wenn sie nun miteinander reden könnten, glaubst du nicht, daß sie auch pflegen würden, dieses Vorhandene zu benennen, was sie sähen? - Notwendig. - Und wie, wenn ihr Kerker auch einen Widerhall hätte von drüben her, meinst du, wenn einer von den Vorübergehenden spräche, sie würden denken, etwas anderes rede als der eben vorübergehende Schatten? - Nein, beim Zeus, sagte er. - Auf keine Weise also können diese irgend etwas anderes für das Wahre halten als die Schatten jener Kunstwerke? - Ganz unmöglich. -
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Alt 28.09.2008, 06:36   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #2 (permalink)
Marjul
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Das Hinaufsteigen zum Licht und das Wiederherabkommen in die Höhle

Nun betrachte auch, sprach ich, die Lösung und Heilung von ihren Banden und ihrem Unverstande... Wenn einer entfesselt wäre und gezwungen würde, sogleich aufzustehen, den Hals herumzudrehen, zu gehen und gegen das Licht zu sehn... Meinst du nicht, er werde ganz verwirrt sein und glauben, was er damals gesehen, sei doch wirklicher als was ihm jetzt gezeigt werde? - Bei weitem, antwortete er. -

Und wenn man ihn gar in das Licht selbst zu sehen nötigte, würden ihm wohl die Augen schmerzen, und er würde fliehen und zu jenem zurückkehren, was er anzusehen imstande ist, fest überzeugt, dies sei in der Tat deutlicher als das zuletzt Gezeigte? ... wenn ihn einer mit Gewalt von dort durch den unwegsamen und steilen Aufgang schleppte und nicht losließe, bis er ihn an das Licht der Sonne gebracht hätte, wird er nicht viel Schmerzen haben und sich gar ungern schleppen lassen? Und wenn er nun an das Licht kommt und die Augen voll Strahlen hat, wird er nicht das Geringste sehen können von dem, was ihm nun für das Wahre gegeben wird. Gewöhnung also, meine ich, wird er nötig haben, um das Obere zu sehen. ... Und wie, wenn er nun seiner ersten Wohnung gedenkt und der dortigen Weisheit und der damaligen Mitgefangenen, meinst du nicht, er werde sich selbst glücklich preisen über die Veränderung, jene aber beklagen? ...
Wenn ein solcher nun wieder hinunterstiege und sich auf denselben Schemel setzte: würden ihm die Augen nicht ganz voll Dunkelheit sein, da er so plötzlich von der Sonne herkommt? ... würde man ihn nicht auslachen und von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen und es lohne nicht, daß man auch nur versuche hinaufzukommen; sondern man müsse jeden, der sie lösen und hinaufbringen wollte, wenn man seiner nur habhaft werden und ihn umbringen könnte, auch wirklich umbringen? - So sprächen sie ganz gewiß, sagte er. –
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Alt 28.09.2008, 09:23   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #3 (permalink)
Feenstein
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ja liebe Marjul ,

ES IST
immer schon da.
Es ist nur unser Blickwinkel.

Liebe Grüße Feenstein
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Alt 30.09.2008, 09:10   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #4 (permalink)
Marjul
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Hallo Ihr alle,
liebe Feenstein

Bei näherem Zusehen ist das Höhlengleichnis gar nicht so einfach zu verstehen.

Warum sind die Menschen gefesselt? Was sind das für Bilder? Was bedeutet es, wenn jemand sich umdreht und aus der Höhle herausgeführt wird?

Zunächst einmal fällt mir auf, dass die Situation geändert werden kann.
Es ist also mit den Schatten an der Wand nicht die "Maya" gemeint, die etwas Unvermeidliches ist. Mit Abbildern haben wir es selbst bei weitester Bewusstheit immer noch zu tun.

Davon spricht Platon aber nicht. Ihm geht es darum, die Situation des Menschen "in bezug auf Bildung und Unbildung" darzustellen. (So steht es im ersten Satz, den ich nicht zitiert habe, um es nicht zu lang zu machen. Überhaupt bietet der Originaltext noch weitere Informationen, und auf das Gleichnis folgt die Deutung, die hier, meine ich, zuviel Raum einnehmen würde, aber es lohnt sich sie anzusehen.)

Wie es kommt, dass die Menschen gefesselt sind, darüber macht das Gleichnis keine Aussage. Jedenfalls scheint es der gewöhnliche Zustand zu sein. Ihn zu ändern sind sie nicht von sich aus fähig. Es muss jemand kommen, ihre Fesseln lösen, sie dazu bringen sich umzuwenden und sie in die Freiheit führen. Platon ist der Meinung, die Menschen brauchen Lehrer, die sie zum Wissen führen und dazu, ihre bisherige Unwissenheit zu erkennen.

Die Gegenstände, von denen die gefesselten Menschen nur die Schatten an der Wand sehen, nennt Platon an anderer Stelle "Ideen". Er ist der Auffassung, dass alles zunächst geistig geschaffen ist, und dass die geistigen Ur-Bilder (Ideen) ihre Abbilder haben als das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen.
Es ist für ihn also in Wirklichkeit genau umgekehrt wie wir es zunächst wahrnehmen: wir sehen einen Gegenstand und halten ihn für wirklich, weil er unseren Sinnen so massiv materiell erscheint. Dabei ist er nur der Schatten eines zuvor geschaffenen geistigen "Gegenstandes", der auf die Materie (die Höhlenwand) fällt.

Sich umzudrehen bedeutet, die Schatten als Schatten zu erkennen und ihre geistigen Ur-bilder (die Ideen) wahrzunehmen.

Herzliche Grüße
Marjul
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Alt 30.09.2008, 09:22   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #5 (permalink)
Feenstein
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Beiträge: 997
Liebe Marjul ,

mir ist so , als ob damit gemeint ist.
Das wir die Schatten unseres eigenen Lichtes sehen , aber nicht unser Licht selbst.

Wir gehen doch meistens nach Außen um wahrzunehmen .
Dort erscheint es uns in Dingen ,
denen wir Etiketten geben , -die uns erfreuen oder auch ängstigen.
Gegen die wir sogar kämpfen obwohl es nur unser eigenes Licht ist, was die Schatten an die Wand wirft.

Diese Schatten, Farben die wir betrachten , sind unser heruntertransformiertes Licht , bis zur Materie die wir selbst erschaffen.
Halten wir unseren Fokus nicht mehr darauf, verschwindet es.
Wir sehen so Gefühle und Gedanken die sich in unserem Leben manifestieren.


Wir sind aber nicht unsere Gefühle und Gedanken.
Das ist nur unser Spielzeug.


Wenn wir allerdings uns dem Licht zuwenden, wäre das Spiel vorbei

Liebe Grüße Feenstein
Feenstein ist offline  
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Alt 30.09.2008, 10:58   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #6 (permalink)
Feenstein
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Registriert seit: 18.10.2007
Beiträge: 997
Liebe Marjul ,



Zitat:
Nicht auch, daß allein die Kraft der Dialektik es dem zeigen kann, welcher der erwähnten Dinge kundig ist, sonst aber es nicht möglich ist?
(Hier glaube ich , das Dialektik es nicht schafft.
Er schreibt ja dem der schon kundig ist. Aber wenn wer schon kundig ist, wozu braucht er dann die Dialektik .......???
Für mich scheint nur Erkenntnis durch Erfahrung zu funktionieren.
Nur durch Logik wird das Innerste nicht erreicht
)

Zitat:
- Auch dies, sagte er, darf man behaupten. - Und dies wenigstens, sprach ich, wird uns wohl niemand bestreiten, wenn wir sagen, daß, was jegliches selbst sei, dies keine andere Wissenschaft planmäßig von allem zu finden sucht, sondern alle anderen Künste sich entweder auf der Menschen Vorstellungen und Begierden beziehen oder auch mit Hervorbringen und Zusammensetzen oder mit Pflege des Hervorgebrachten und Zusammengesetzten zu tun haben; die übrigen aber, denen wir zugaben, daß sie sich etwas mit dem Seienden befassen, die Meßkunde und was mit ihr zusammenhängt, sehen wir wohl, wie sie zwar träumen von dem Seienden, ordentlich wachend aber es wirklich zu erkennen nicht vermögen, solange sie, Annahmen voraussetzend, diese unbeweglich lassen, indem sie keine Rechenschaft davon geben können. Denn wovon der Anfang ist, was man nicht weiß, Mitte und Ende also aus diesem, was man nicht weiß, zusammengeflochten sind, wie soll wohl, was auf solche Weise angenommen wird, jemals eine Wissenschaft sein können?
Die Kunst das jegliche Selbst zu SEIN .
Hilft erkennen, was das jegliche Selbst zu SEIn ist, wenn man es ist ?
Inwieweit wird es dann nicht wieder interpretiert , interpretierbar und ist wieder nur ein Teil davon ?


Bildung in den Schulen heute dient doch meineserachtens ,nicht höherer Erkenntnisfähigkeit sondern dem , funktionierende Mitgleider einer Gesellschaft zu bekommen?
Von welcher Bildung wird also gesprochen?
Haben solch ausgebildete Menschen ,denn die Möglichkeit durch die Gemeinschaft an die staatsführenden Stellen gewählt zu werden?
Wenn sie es überhaupt für sinnvoll erachten würden?


Wie ist es möglich den Menschen ihre Fesseln zu zeigen, da sie sie nicht wahrnehmen ?
Ich glaube , das ein höherer Bewußtseinzustand wirksam werden muß , der mehr Licht- höhere Schwingung mit sich bringt, so das Erkenntnisprozesse vollzogen werden können.


Da das Licht das DAO, selbst es nicht schafft, da wir es nicht mehr wahrnehmen
Helfen eventuell herabtransformierte Energien die Richtung zu weisen, die immer nur soweit höher schwingen, wie der Mensch sie noch in seinem Umfeld wahrnimmt ?

Ab einem bestimmten Punkt, sollte er wohl alleine weiter zu SICH , dem Licht in ihm kommen.

Liebe Grüße Feenstein

Geändert von Feenstein (30.09.2008 um 11:03 Uhr)
Feenstein ist offline  
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Alt 30.09.2008, 11:15   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #7 (permalink)
Satorisanja
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Beiträge: 511
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Kleine Zusammenfassung der Text aussage

Meine lieben Leser und Leserinnen, nach durchlesen der Texte möchte ich folgendes dazu schreiben.

Die Aufschlüsselungen der Schatten und Lichter, sowie Gefangene Wesenheiten, gefesselt durch Egoismus, das sind die Gefangenen der eigenen Wahrnehmung.
Das zeigt sich in der heutigen Zeit auch.
Medien informieren uns, aber ist es die volle Wahrheit? Hinter uns brennt unser Feuer, vor uns sehen wir die Schatten, die wir selbst werfen.

Zitat:
Warum sind die Menschen gefesselt? Was sind das für Bilder? Was bedeutet es, wenn jemand sich umdreht und aus der Höhle herausgeführt wird?
Die Menschen sind deshalb gefesselt, damit sie sich nicht gegen die Machenschaften der Stärkeren wehren können. Denn eine Gruppe die zusammenhält ist eine grössere Kraft.

Bilder? Es sind Projektionen des Geistes in früherer Entwicklung.

Das Herausführen aus der Höhle ist das Symbol, der Erlösung durch Christi.
Denn Platon war ein Prophet. deshalb war er auch vor Jesus da.

Es ist schlimm, was die Kirche daraus machte.
Wozu diente die Bücher verbrennung?

So, das sollte erstmal reichen, ich freue mich auf weitere diskussionen darüber.
Lasst uns von einander lernen, denn nur zusammen sind wir stark.

Gruss
Satorisanja
Satorisanja ist offline  
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Alt 30.09.2008, 15:44   Schatten und Licht - Platons Höhlengleichnis Beitrag #8 (permalink)
Der_Narr
***AUSZEIT***
 
Benutzerbild von Der_Narr
 
Sternzeichen: Fische
Registriert seit: 07.09.2007
Alter: 48
Beiträge: 963
Liebe Marjul

Zitat:
Wie es kommt, dass die Menschen gefesselt sind, darüber macht das Gleichnis keine Aussage. Jedenfalls scheint es der gewöhnliche Zustand zu sein.
In meinen Augen ist es der gewöhnliche Zustand des Menschen auf einer niedrigen Bewusstseinseben.Er unterscheidet sich nicht sehr stark vom Bewusstsein des Tieres.Dieser Mensch lebt in den Tag hinein und von heute auf morgen,so wie es die Tiere tun.
(wahrscheinlich pflanzt sich dieser Mensch auch so fort wie es die Tiere tun )
In diesem Bewusstseinszustand scheint der Mensch wie gefesselt zu sein.

Zitat:
Ihn zu ändern sind sie nicht von sich aus fähig. Es muss jemand kommen, ihre Fesseln lösen, sie dazu bringen sich umzuwenden und sie in die Freiheit führen. Platon ist der Meinung, die Menschen brauchen Lehrer, die sie zum Wissen führen und dazu, ihre bisherige Unwissenheit zu erkennen.
Dieser Lehrer der die Fesseln löst könnte der Lichtbringer sein,und im Prinzip sogar das Leben selber.
Das Leben selber in der Form von Erfahrungen erstmal.Je mehr Leben desto mehr Licht und umso mehr Erkenntnis.
Der Mensch neigt dazu seine Erkenntnisse mitzuteilen und sich mit anderen Menschen auszutauschen.Dadurch lernt er wie andere Menschen mit ihren Erkenntnissen umgehen und was für Schlüsse sie gezogen haben.
Solange ich eine Erkenntnis nur für mich alleine habe,weiß ich nicht wirklich ob sie richtig ist.Ich bin also unwissend.
Finde ich einen Menschen der eine gleiche Erkenntnis bekommen hat,teile ich sie mit ihm und er führt mich aus der Unwissenheit herraus in dem ich meine bisherige Unwissenheit erkenne.

Grüsse vom Narren
Der_Narr ist offline  
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