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29.02.2008, 11:05
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #1 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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Wir sind alle Mörder!
Ist uns eigentlich bewusst, dass wir (unser Immunsystem) jeden Tag grausame Schlachten gegen andere Lebensformen (Viren, Bakterien) kämpfen, um unser jämmerliches Leben zu erhalten?
Wie kann man da den Krieg verurteilen und für Frieden demonstrieren, wenn der Krieg doch die Grundlage unseres Überlebens ist?
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29.02.2008, 11:51
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #2 (permalink)
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Banned
Sternzeichen:
Registriert seit: 10.11.2007
Alter: 24
Beiträge: 2.076
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'Sex für die Jungfräulichkeit'?
Ein vielleicht ebenso gleiches Paradoxon?
Auch wenn sich sich der Begriff Krieg finden lässt, kann man zwischen Viren/Bakterien und Menschen vergleichen?
Ist es wirklich ein Kampf gegen andere, oder doch gegen uns selbst? Ani
Ich glaube, heute stelle ich nur Fragen
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29.02.2008, 11:58
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #3 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Zitat:
Zitat von Zhantee
Ist uns eigentlich bewusst, dass wir (unser Immunsystem) jeden Tag grausame Schlachten gegen andere Lebensformen (Viren, Bakterien) kämpfen, um unser jämmerliches Leben zu erhalten?
Wie kann man da den Krieg verurteilen und für Frieden demonstrieren, wenn der Krieg doch die Grundlage unseres Überlebens ist?
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Du vermischst Krieg mit Kampf. Ein Kampf ums überleben gibt es seit jeher. Wir gegen Nahrungkonkurrenten, Viren etc. Tiere kämpfen auch gegeneinander. Verschieden Stämme kämpfen gegeneinander usw usf. Der Zweck hierbei ist das eigene Überleben. Dabei werden andere verletzt, getötet oder geschädigt. Dies geschieht meist jedoch nur in dem Maße, wie es notwendig ist, das eigene Überleben zu sichern. Man ist bei dieser Art und Weise zu leben auch nicht auf Wachstum aus, sondern auf Erhaltung der Lebensgrundlage. Beispiel: Zwei Stämme bewohnen zwei große Gebiete und bisher war ausreichend Nahrung vorhanden - bis zu dem besonders trockenem Sommer. Der eine Stamm wohnt weiter weg vom Fluss als der andere und hat Probleme sich zu versorgen. Es folgt eine Auseinandersetzung, bei der viele sterben. Der Stamm weiter entfernt vom Fluss war überlegen und besiedelt nun das Gebiet der anderen - diejenigen die vom anderen Stamm überlebten, haben sich vielleicht in den ersten Stamm eingegliedert, oder, was wahrscheinlich ist sind geflohen. Von diesem Stamm werden aber noch einige überleben und sie werden im nächsten Frühjahr sich wieder aufbauen - bloß eben woanders und in vermindeter Zahl (das es weniger sind ist aber gut, da so die Nahrungsversorgung des Stammes gewährleistet wird). Der große Stamm überlebt jetzt aufgrund des neuen Gebietes und der kleinere Stamm überlebt aufgrund der verminderten Zahl.Krieg dient jedoch immer dem Zweck jegliche Konkurrenz restlos auszuschalten. Man möchte den Konkurrenten also restlos kaputt machen, auch wenn das gar nicht notwendig wäre. Krieg ist eine menschliche Erfindung. Wir haben uns irgendwann zu einem Krebs entwickelt - wir meinen immer weiter wachsen zu müssen und dies geht nur, wenn wir alle Konkurrenten ausschalten, damit wir auch ihren Lebenraum für uns nutzen können und damit sie uns nichts stehlen können.
Ein Beispiel dafür sind wir (die jüngere Kultur). Wir haben es in den letzten Jahrhundeten immer so gehandhabt. Wir töten alles um unser krebsartiges Wachstum möglich zu machen. (In der Landwirtschaft töten wir "Fressfeinde") (Im Berufsleben "töten" wir Konkurrenten und überwuchern sie - Beispielsweise diverse große Konzerne, die erst ne übermäßige Konurrenz zu lokalen Händlern schaffen, sie so wegdrängen und dann den Platz einnehmen) (oder die Kolonialpolitik - die spricht Bände).
Nebenbei, diese "grausammen" Schlachten gegen die Bakterien und Viren dienen aber den zu/in unserem Körper symbiotisch lebenden Bakterien. Also wenn ich das Bakterium / den Grippevirus in mir "töte" (Viren leben eigentlich nicht), dann schütze ich damit alle Bakterien, die in und mit mir leben.
Grüße Shuichi
Geändert von Shuichi (29.02.2008 um 12:02 Uhr)
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29.02.2008, 14:46
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #4 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
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Hallo Kriegsfee
mir scheint, du identifizierst dich mit Kali, dem weiblichen Aspekt von Shiva. http://de.wikipedia.org/wiki/Kali_(G%C3%B6ttin)
Im Hinduismus ist Zerstörung mit in der Gottheit enthalten. Ohne Zerstörung kein neues Leben.
Ich finde, Probleme gibt das erst, wenn man anfängt zu werten: grausame Schlachten, jämmerliches Leben.
Ohne Wertung hat man die Möglichkeit zu unterscheiden, wo notwendiger Kampf endet und sinnlose Grausamkeit beginnt, meine ich.
Herzliche Grüße
Marjul
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29.02.2008, 14:55
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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Würden wir nicht gegen Bakterien kämpfen (wir tun es ja ohen einen Einfluss darauf zu haben) dann würden wir es dennoch töten indem wir uns töten lassen würden. So oder so töten wir, ob wir wollen oder nicht. Außerdem leben alle diese Viren und Bakterien in uns, sie machen uns nur dann krank wenn wir in Kontakt mit Schimmel kommen. Dann ist das Immunsystem und die Leber platt und können sie nicht in Schach halten.
Wir töten einen Apfel, ein Getreidekorn, ein Tier zum Überleben.
Das alles schenkt uns die Natur, wir dürfen es. Tun wir es Respektlos, ohne uns zu bedanken, sozusagen ohne Absolution, dann laden wir schon Schuld auf uns auf.
Ich denke dies ist auch der Kernpunkt, die Schuldfrage. Lade ich mir Schuld auf, wenn ich Fleisch von einem Schwein esse? Ja, so wie diese Tiere gehalten werden tue ich das. Lade ich mir Schuld auf wenn ich diese Schweine selbst groß ziehe und dann schlachte? Ja, wenn ich es ohne "Einverständis" des Tieres tue, wenn ich es nicht Tiergerecht halte, wenn ich mich auf diese Weise an dem Tier vergehe. (wird mir gerade wieder einmal sehr deutlich)
Danke fürs nachdenken!
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29.02.2008, 16:52
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #6 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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Also, wenn man anfängt zu unterscheiden zwischen gerechtfertigtem und ungerechtfertigtem Krieg, das erinnert mich an George W. Bush und seine "Befreiung" des Irak. Man findet immer einen Grund, Krieg zu führen. Ich werte ja auch nicht. Ich finde es nur schizophren, dass alle Welt den Krieg verurteilt und sich seiner eigenen Aggressionen gar nicht bewusst ist.
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29.02.2008, 17:04
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #7 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Und was hat das jetzt mit dem vernichten von Bakterien oder Viren zu tun, das mache ich doch nicht aus Aggressionen heraus, sonder Quasi automatisch, oder war das nur ein schlechtes Beispiel für das, was du eigentlich sagen wolltest?
@ Marjul, wen wolltest du ansprechen?
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29.02.2008, 17:19
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Wir sind alle Mörder! Beitrag #8 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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Dass Aggressionen unbewusst ausgeübt werden, macht sie nicht weniger gefährlich.
Viele gesundheitliche Störungen sind auf unterdrückte Aggressionen zurückzuführen, die sich dann z.B. in übermäßigen Attacken gegen harmlose Pollen äußern.
Aggression bzw. Krieg ist ein fundamentaler Bestandteil in jedem Bereich menschlichen Lebens, sei es nun Krankheitsbekämpfung, Streit mit dem Nachbarn, wilde Diskussion im Esoterikforum oder sonst wo.
Jeder Mensch ist aggressiv in irgendeinem Bereich. Wer seine Aggression am stärksten verleugnet, richtet sie letztlich gegen sich selbst (Magengeschwür, Selbstverletzung, Selbstmord).
Anschauen und akzeptieren und dann gezielt einsetzen kann sehr heilsam sein.
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