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25.01.2012, 14:20
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #1 (permalink)
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Idealistin
Registriert seit: 11.01.2011
Ort: südlich
Beiträge: 162
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ?
Also es gibt Leute die glauben ,dass hauptsächlich die "Chemie" für das Gelingen von menschlichen Beziehungen zuständig ist ,die darüber entscheidet ,ob wir jemanden mögen oder nicht und uns demzufolge anstrengen oder auch nicht .
Was ist die"Chemie" überhaupt ?
Andere wiederum sagen ,nein ,das ist doch irrationales Verhalten .
Mann muss mit dem Verstand alles analysieren und dann die auftretenden Probleme mit vernünftigen Konzepten überwinden .
Wo ein Wille ist ,ist schliesslich auch ein Weg .
Was ist Eure Meinung ?
Nach welchem Modell geht ihr mit Menschen um ?
Oder vielleicht ein Gemisch aus beidem ?
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25.01.2012, 14:35
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #2 (permalink)
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lernt nie aus
Sternzeichen:
Registriert seit: 17.08.2011
Ort: Antwerpen
Alter: 32
Beiträge: 411
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schon die Chemie...
Wobei es auch Menschen gibt, bei denen die Chemie stimmt und die Ansichten haben, die ich zT zum Kotzen (sorry) finde - dennoch mag ich sie ohne dagegen anzukommen, hehe... also ich würde schon sagen, die chemie ist letztlich ausschlaggebend...
allerdings kann es auch sein, dass man trotzdem miteinander nicht klarkommt
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25.01.2012, 14:42
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #3 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 29.04.2011
Beiträge: 65
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Zitat:
Zitat von Miracle
Also es gibt Leute die glauben ,dass hauptsächlich die "Chemie" für das Gelingen von menschlichen Beziehungen zuständig ist ,die darüber entscheidet ,ob wir jemanden mögen oder nicht und uns demzufolge anstrengen oder auch nicht .
Was ist die"Chemie" überhaupt ?
Andere wiederum sagen ,nein ,das ist doch irrationales Verhalten .
Mann muss mit dem Verstand alles analysieren und dann die auftretenden Probleme mit vernünftigen Konzepten überwinden .
Wo ein Wille ist ,ist schliesslich auch ein Weg .
Was ist Eure Meinung ?
Nach welchem Modell geht ihr mit Menschen um ?
Oder vielleicht ein Gemisch aus beidem ?
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Ein Gemisch aus Beidem wäre wohl der Idealfall. So würden zwischenmenschliche Beziehung am Längsten halten.
Aber auch ich bin einer der Menschen, der nach Chemie geht... Wenn die nicht stimmt, hat der Verstand nichts zu sagen 
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25.01.2012, 14:54
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #4 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Die Chemie ist wichtig für den ersten Flirt und die erste Anziehung. Danach nimmt sie mit der Zeit immer mehr an Wichtigkeit ab.
Dann sind es andere Dinge, die Beziehung zusammen halten, der Verstand spielt da nur ein Rolle.
Wer sich nur auf die Chemie stützt, der gibt auch der Chemie die Schuld, wenn es nicht klappt und dann wird er ewig die Beziehungen wechseln.
Mit dem Verstand analysieren birgt nicht selten die Gefahr von Trugschlüssen. Eine Beziehung ist nichts objektives, was man so einfach analysieren kann - schon gar nicht, wenn man beteilligt ist - da wird aus dem "analysieren" mehr ein "phantasieren" und man spinnt sich etwas zusammen, was auch wieder auf "der andere ist Schuld" rausläuft.
Selbst wenn man auf hohem Niveau analysiert, weil man sich in psychologischen Dingen auskennt, dann ist man durch das analysieren immernoch weit entfernt von sich selbst, dem Partner und der Beziehung zu mir und dem Partner.
Das geht nur durch fühlen und dann auch dem gefühlen Ausdruck verleihen und dem Versuch "sich dem anderen verständlich zu machen", sowie den anderen wirklich verstehen zu wollen.
Das analysieren ist ein kleiner wichtiger Teil, aber das fühlen und eine gute Kommunikation ist der eigentlich wesentliche Kern einer guten Beziehung.
Zitat:
Mann muss mit dem Verstand alles analysieren und dann die auftretenden Probleme mit vernünftigen Konzepten überwinden .
Wo ein Wille ist ,ist schliesslich auch ein Weg .
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Das klingt sehr starkt nach gezielter Problemvermeidung. Ein Problem tritt auf und beide schauen, wie sie das Problem in Zukunft vermeiden können, welche Handlungsänderungen da (meist beim anderen) angebracht sind. Das ist die übliche Taktik in Beziehungen - seit ich das weiß sage ich immer Nein dazu, wenn solche Taktiken auftreten. Eine Außnahme sind Themen, wo keine große emotionale Resonanz vorhanden ist und beiden Partner klar ist, was das Thema ist. Beispiel: ein unterschiedliche Ordnungssinn, das lässt sich durchaus durch Verhaltensänderungen lösen. Sind jedoch Zwänge dabei und andere Themen, dann wird das Thema früher oder später wieder auftreten.
Schlussendlich ist das wichtig, was dahinter ist. Hinter einem Problem und Konflikt in der Partnerschaft, steht mit 99% Wahrscheinlichkeit jedesmal eine Verletzung und ein unangeschautes Thema. Das will angeschaut und gelöst werden - und da reicht reines Analysieren mit dem Verstand nicht aus.
Grüße Shuichi
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25.01.2012, 14:57
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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Shuichi
AiAi, genau so hätte ich es auch sagen wollen. Hätte es aber nicht so beschreiben können.
Stimme dir da vollkommen zu.
Julietta
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26.01.2012, 01:06
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #6 (permalink)
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Idealistin
Registriert seit: 11.01.2011
Ort: südlich
Beiträge: 162
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Das sind interessante Meinungen ,hätte ich jetzt nicht gedacht .
Ich lass mich durch die Chemie oder Gefühle anlocken ,aber Probleme würde ich 100% versuchen mit dem Verstand zu lösen .
Wie löst man Probleme gefühlsmässig ?
Man hat mir beigebracht ,dass Fühlen Phantasie ist und Denken das richtige ,echte .
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26.01.2012, 08:06
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #7 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Zitat:
Zitat von Miracle
Das sind interessante Meinungen ,hätte ich jetzt nicht gedacht .
Ich lass mich durch die Chemie oder Gefühle anlocken ,aber Probleme würde ich 100% versuchen mit dem Verstand zu lösen .
Wie löst man Probleme gefühlsmässig ?
Man hat mir beigebracht ,dass Fühlen Phantasie ist und Denken das richtige ,echte .
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Das hat man wohl jedem von uns auf die ein oder andere Weise beigebracht. Spätestens in Beziehungen merkt man, das das Unsinn ist.
Ich bin wirklich ein sehr guter Analytiker, ich durchschaue ziemlich schnell, was hinter einer Sache steckt. Und das ist auch nützlich und macht Sinn und sicher hilft es auch - keine Frage, niemand soll kopflos durch die Beziehung rennen, das wäre genauso sinnfrei, wie nur mit dem Kopf die Beziehung führen zu wollen (dann wird die Beziehung zu einem Handel und einer Abkommensgemeischaft). Nichtestotrotz ist also verstehen nur der erste Schritt und nichtmal immer ein notwendiger Schritt - und oft genug bin ich mit denken auch in eine Sackgasse geraten, wo ich mich dann einfach geirrt habe.
Ich habs ja schon geschrieben, die meisten Konflikte entstehen aus Verletzungen, die jeder in sich trägt.
Wenn ich ins denken und analysieren reingehe, dann versuche ich oft nur das oberflächliche Verhalten zu korrigieren (so in der Art "Verhaltenstherapie" ). Wenn ich das bei mir mache ist das ja noch OK, wenn ich den Partner versuche zu korrigieren, dann läuft da bereits etwas ziemlich schief - machen aber die meisten Menschen mindestens am Anfang ihrer Beziehungserfahrung und gehört wohl erstmal dazu.
Will ich wirklich bei den Ursachen ansetzen, dann muss ich ins fühlen gehen. Wenn also ein Konflikt da ist, der mich aufwühlt, dann sollte ich nachfühlen, was dahinter steckt, wie sich das anfühlt, vielleicht ob ich dem einen Namen geben kann, damit ich meiner Partnerin erzählen kann, was dahinter steckt. Mit analysieren kann man da schnell in Irrwege geraten und denkt sich was aus - deswegen ist das fühlen so wichtig. Die Geschichte, wie es zur Verletzung kam (Kindheit usw.) ist interessant, aber nicht unbedingt so wichtig - wichtig ist das bewusste anschauen und das benennen gegenüber dem Partner, damit der nachvollziehen kann, was in mir geschieht, welche Verletzungen, Bedürfnisse usw. da gerade bei mir Thema sind.
Z.B. "Ich fühle mich verletzt, weil ich mich durch dein Verhalten vorhin übergangen gefühlt habe. Es kommt mir dann so vor, als würdest du mich nicht wahrnehmen." Erst wenn das soweit erfühlt wurde kann vielleicht auch der Verstand was dazu sagen: "Vielleicht ist das ja auch so, dass ich mich selbst nicht richtig wahrnehme?" *grübel* usw. usf. Bis es sich wieder rund anfühlt.
Betrifft es den anderen, dann kann man nicht viel für ihn tun, man kann sich selbst beobachten und bei sich bleiben so gut wie es geht. Meist sind Beziehungsthemen aber eh beidseitig und wenn einer anfängt von sich und seinen Gefühlen usw. zu erzählen dann erweicht das den anderen oft auch und er kann mitmachen.
Wichtig für die Frauen (und auch die Männer), die jetzt sagen, sie täten das schon, aber ihr Mann (Frau) würde doch nichtmitmachen: Wie macht ihr das? Ich erlebe es oft so, dass das sprechen über Gefühle bei Frauen (und manchmal auch bei Männern, wenn sie damit anfangen) meist so formuliert ist, dass sich der Mann angeklagt fühlt - sie(er) selbst nehmen (nimmt) das nicht so wahr und meinen (meint) es auch nicht unbedingt so - der Mann (die Frau) fühlt sich aber angegriffen und zieht sich dann zurück. Das ist ne schwierige Sache: Allein bei dem Thema steckt viel Kindheitsprägung dahinter und es ist nicht nur eine Sache der Frauen hier was zu tun - im Gegenteil er fühlt sich ja angegriffen - ihr macht erst sein Rückzug Probleme. Ich wollt nur erklären, warum das "über Gefühle reden" oft auch nicht funktioniert, wenn Sie (oder Er^^) es anwendet.
Das Phänomen tritt wirklich meistens in der Konstellation auf, dass sie ihn durch das drüber reden verschreckt, andersrum ist das seltener, weil Frauen mit der Art über Gefühle reden eher klar kommen.^^
Grüße Shuichi
Geändert von Shuichi (26.01.2012 um 08:16 Uhr)
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26.01.2012, 08:29
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Verstand oder Chemie in zwischenmenschlichen Beziehungen ? Beitrag #8 (permalink)
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सच्चिदानन्द
Sternzeichen:
Registriert seit: 31.05.2007
Ort: नन्दन
Alter: 36
Beiträge: 4.520
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Shuichi,wie ich finde, hast Du das wie immer, sehr gut geschrieben, besonders gefällt mir diese Stelle
Zitat:
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Z.B. "Ich fühle mich verletzt, weil ich mich durch dein Verhalten vorhin übergangen gefühlt habe. Es kommt mir dann so vor, als würdest du mich nicht wahrnehmen." Erst wenn das soweit erfühlt wurde kann vielleicht auch der Verstand was dazu sagen: "Vielleicht ist das ja auch so, dass ich mich selbst nicht richtig wahrnehme?" *grübel* usw. usf. Bis es sich wieder rund anfühlt.
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der von großer Bedeutung ist. Ich wollte es nur noch mal heraus kehren, bevor es einfach so unter geht^^
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