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18.06.2011, 11:10
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #1 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 02.05.2011
Beiträge: 509
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden!
Als ich mein erstes Auto hatte, sagte ein Kollege zu mir, das hintere Kennzeichen hänge rechts herunter. Ich aber meinte, es würde links zu hoch sein. Mein Kollege wurde böse mit mir, denn er sah ja die Wirklichkeit mit eigenen Augen, die ich nicht so sah.
Einige Tage später bemerkte ich, dass er Recht hatte, tatsächlich hing es rechts herunter. Aber wie war es denn mit meiner Beobachtung? Hat sie sich jetzt als falsch erwiesen?
Dieses Erlebnis war mir damals so auffallend, dass ich es nie mehr vergaß.
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18.06.2011, 19:56
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #2 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Lustige Geschichte. Ja die lieben Missverständnisse, wir sind nicht vor ihnen gefeit. Und das ist noch ein harmloses Beispiel - man denke an diverse Interpretationen, die man als Kind macht, wenn Eltern sich auf bestimmte Weise verhalten - uiuiui. Bis man da wieder zur Wahrheit gefunden hat kann es 50 und mehr Jahre dauern.
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19.06.2011, 16:03
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #3 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 02.05.2011
Beiträge: 509
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Zitat:
Zitat von Shuichi
Lustige Geschichte. Ja die lieben Missverständnisse, wir sind nicht vor ihnen gefeit. ... .
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Ja, in der Tat, eine lustige Geschichte, aber nur, wenn man den Abstand dazu hat. Mein Kollege war nämlich ganz schön jähzornig und es drohte immer ein mächtiges Gewitter mit Blitz und Donner.
Da ich aber von meinem Kollegen nicht wie vom Blitz erschlagen werden wollte, zog ich es vor, über die Sache nicht weiter zu reden.
Aber gerade durch seinen Zorn fiel mir die Sache so besonders auf, schließlich passieren solche Missverständnisse ja täglich und ich war bereits 19 Jahre auf dieser Welt und bemerkte erst jetzt, was mir bis dahin im Alltag nicht auffiel.
So beeindruckend das Ereignis auch für mich war, ich wusste nichts damit anzufangen.
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19.06.2011, 16:20
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #4 (permalink)
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Mensch
Sternzeichen:
Registriert seit: 16.09.2009
Alter: 35
Beiträge: 2.663
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Das sind eben Beispiele die uns aufzeigen das weder unsere Gefühle noch unsere Wahrnehmung davor gefreit sind sich zu täuschen!
Deshalb sollte man seinem Gegenüber immer mit bedacht antworten. Ansonsten stellt man vielleicht irgendwann fest das man nicht recht hatte!
Gerade deshalb ist es wichtig "herzlich" durchs Leben zu gehen. Denn wenn man zu jähzornig/fies/rachesüchtig ist, stellt man irgendwann im nachhinein fest, es war unnötig oder sogar ungerecht von einem Selbst!
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20.06.2011, 19:48
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #5 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 02.05.2011
Beiträge: 509
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Zitat:
Zitat von Scratcher
Das sind eben Beispiele die uns aufzeigen das weder unsere Gefühle noch unsere Wahrnehmung davor gefreit sind sich zu täuschen!.
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Die Gefühle hatten mir der rechten Wahrnehmung des Kennzeichens nun nichts zu tun. Das war nur eine Sache der Wahrnehmung als solcher. Diese aber konnte einer Täuschung gar nicht auferlegen sein, weil weder mein Kollege noch ich sahen, was der andere sah.
Zitat:
Zitat von Scratcher
Deshalb sollte man seinem Gegenüber immer mit bedacht antworten. Ansonsten stellt man vielleicht irgendwann fest das man nicht recht hatte!
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Gewiss sollte man mit Bedachtsamkeit antworten, aber die Antwort erteilt diesen Rat nur deshalb, damit man nicht in Gefahr läuft, vielleicht doch nicht Recht zu haben. Darin drückt sich versteckt eine vorsichtige Rechthaberei aus, die gar nicht bereit ist, wirklich auf den anderen einzugehen, sondern nur zu eigenen Gunsten vorsichtig ist.
Zitat:
Zitat von Scratcher
Gerade deshalb ist es wichtig "herzlich" durchs Leben zu gehen. Denn wenn man zu jähzornig/fies/rachesüchtig ist, stellt man irgendwann im nachhinein fest, es war unnötig oder sogar ungerecht von einem Selbst!
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Also, ich war nicht jähzornig, trotzdem fand mein Kollege, ich hätte ihm ein Unrecht getan. Die bloße Vermeidung des Zorns heißt nicht, dadurch kein Unrecht tun zu können, wie es die Aussage darzustellen versucht.
So gehen wir "herzlich" durchs Leben, ohne den anderen wirklich zu verstehen. "Herzlich" gehen wir auf diese Weise ohne jeden Zorn aneinander vorbei und merken nicht, wie "herzlich" egoistisch wir doch sind.
Als junger Mann beobachtete ich regelmäßig, wie unter Vermeidung des Zorns man sich bedachtsam und herzlich gegenüber dem anderen gab, aber dadurch trotzdem niemand den anderen wirklich verstand und man hübsch aneinander vorbeilebte.
So blieb es mir ein Rätsel, wie man es machen kann, sich wirklich einander zu verstehen.
Geändert von Sal (20.06.2011 um 19:51 Uhr)
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26.06.2011, 13:35
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #6 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 02.05.2011
Beiträge: 509
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Als ich Schulkind war, erlebte ich einmal ein Ereignis, dem man gar nicht etwas Lustiges abgewinnen kann, wie es bei der Geschichte mit dem schiefen Kennzeichen war: Die Schule war aus und ich setzte meinen Heimweg an. Indes sah ich einen weinenden Jungen, der gegenüber zwei oder drei anderen Jungen, die um ihn herumstanden und sich um ihn bemühten, jammerte und sein Leid klagte. Ich schaute im Vorbeigehen zu der Szene hin, wusste nicht, worum es ging und ging weiter meines Weges.
Der weinende Junge aber bemerkte meinen Blick, zeigte wütend auf mich und schrie mich beschuldigend: "Der war das!" Darauf kam unvermittelt einer der umstehenden Jungen auf mich zu, hielt mich auf und drohte mir. obwohl ich ihm wahrheitsgetreu sagte, es nicht gewesen zu sein, denn ich ging von der Annahme aus, dass der klagende Junge verprügelt wurde. Der mich bedrohende Junge war ein Stück größer und kräftiger als ich, dem ich nicht viel entgegenzusetzen hatte. Dann waren da auch noch die anderen Jungen, die ihm bei Bedarf zu Hilfe hätten eilen können. Da hatte ich nun keine Chance. Es blieb aber glücklicherweise nur bei verbalen Attacken.
Hier war es nicht eine mangelnde Wahrnehmung auf beiden Seiten wie beim Kennzeichen, wobei jede einen Teil der Wahrheit sah und den anderen übersah, sondern eine Lüge, die auf ihre Weise zur Unwahrheit führte.
Den Weg zur Unwahrheit über die Lüge erkennen zu können, wie sie täglich geschieht, ist leichter als durch Teilwahrheiten.
So stand ich als junger Mensch verdutzt in dieser Welt und erkannte bereits zwei Wege zur Unwahrheit. Aber was sollte ich damit nur anfangen?
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26.06.2011, 19:43
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #7 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Sal
Aber wie war es denn mit meiner Beobachtung? Hat sie sich jetzt als falsch erwiesen?
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Nicht unbedingt. Oder ist es etwa Wahrheit, das ein Nummernschild horizontal angebracht richtiger hängt als vertikal? (mal von gesetzlichen Vorgaben abgesehen ^^)
Wenn nein, und dein Bezugsrahmen nicht an horizontale Anbringungsverfahren gebunden ist, dann ist es ziemlich relativ, ob das Schild nun links oder rechts herunterhängt, je nachdem, welchen Bezugsrahmen (horizontal oder vertikal) du wählst.
Was anderes wäre es, wenn Nummernschilder von Natur aus die horizontale bevorzugen würden, aber das ist ja nicht so.
Verstehste?
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27.06.2011, 08:21
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Von der Schwierigkeit, Wahrheit zu finden! Beitrag #8 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.756
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Zitat:
Zitat von Blauauge
Nicht unbedingt. Oder ist es etwa Wahrheit, das ein Nummernschild horizontal angebracht richtiger hängt als vertikal? (mal von gesetzlichen Vorgaben abgesehen ^^)
Wenn nein, und dein Bezugsrahmen nicht an horizontale Anbringungsverfahren gebunden ist, dann ist es ziemlich relativ, ob das Schild nun links oder rechts herunterhängt, je nachdem, welchen Bezugsrahmen (horizontal oder vertikal) du wählst.
Was anderes wäre es, wenn Nummernschilder von Natur aus die horizontale bevorzugen würden, aber das ist ja nicht so.
Verstehste? 
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Lies nochmal genauer:
"das hintere Kennzeichen hänge rechts herunter. Ich aber meinte, es würde links zu hoch sein"
Sie haben beide das gleiche gesagt, nur anders ausgedrückt.  Es ist im Beispiel schlichtweg eine Missverständnis.
Trotzdem gut, dass du den Bezugsrahmen einbringst. Der ist bei der Wahrheitsfindung in Partnerschaften, wo es oft Missverständnisse aufgrund von unterschiedlichen Grundwerten (Bezugsrahmen) gibt wichtig. Und selbst wenn es nur sowas ist, wie das aufrollen der Zahnpastatube - je nach Erziehung kann das ein wichtiger Wert sein (wenn auch einer, der sich leicht relativieren lässt).
Grüße Shuichi
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