Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mich selbst um Vergebung gebeten. Viele Jahre habe ich Altlasten mit mir herum getragen...
...Sich selbst um Vergebung bitten. Das kam mir irgendwie komisch vor.
Aber ich versuchte es, denn ich wünschte mir nichts mehr als dass ich zufrieden und glücklich,- mit offenem Herzen- durch die Welt schreiten könnte.
Ich stellte eines Tages fest dass ich mich an wirklich schönen Dingen nicht mehr erfreuen konnte. Mich plagten Gedanken, Fragen, Unsicherheiten.
All diese Vorgänge in meinem Kopf passierten ganz automatisch, scheinbar ohne zutun meines selbst.
Man kann nichts unterdrücken. Es gibt scheinbar keine Mechanismen mit denen man etwas dauerhaft unterdrücken kann (glücklicherweise). Früher oder später wird etwas geschehen, dass dazu beiträgt dass die Vergangenheit zur Gegenwart wird.
Doch wenn dieser Zustand, (der in geringer Dosis verabreicht der Erkenntnis dienen kann) zum "Dauerzustand" wird, gehen gegenwärtige Eindrücke fast vollends verloren.
Wenn nicht mehr das hier und Jetzt, sondern irgendeine willkürliche Welt in unserem Kopf unser Leben bestimmt, dann passiert etwas seltsames mit dem Ich.... Es fängt an zu glauben was man denkt, egal was man denkt- Und die Konditionierung/ der Alltag erledigen danach Rest.
Zitat:
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...Sich selbst um Vergebung bitten. Das kam mir irgendwie komisch vor.
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Nun, von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet kann man diesen Satz eigentlich gar nicht verstehen. Man kann sich selbst eigentlich auch um nichts bitten, zumindest nicht so oberflächlich wie man vielleicht annehmen möchte.
Man muss diese Vergebung leben,
Das einzige was dafür gegeben sein muss ist dass es ganz bewusst geschieht, und deswegen müssen wir auch an unserem Bewusstsein arbeiten. Desto bewusster wir uns selbst werden, desto bewusster werden wir uns allem.
Nun geht es mir viel besser, denn ich verspüre nicht mehr diese Unruhe in meinem Kopf. Ich habe mit mir den "Frieden" geschlossen und kann nun fast immer das Beste aus einer Situation machen, denn ich versuche meine Neutralität zu bewahren.
Übrigens-
Die Bedeutung von "Gewahr werden" :
" ...Wir merken etwas schon, wenn uns auch sein Anblick noch verborgen ist und es sich nur durch gewisse Kennzeichen und Spuren verrät, aus welchen wir sein Dasein schließen. ..."
Hört sich jetzt "greifbar" an, als ob mit dieser Umschreibung etwas Gegenständliches beschrieben wird. Doch wenn man den Sinngehalt von "Sich Gewahr werden" einmal auf der Zunge zergehen lässt, trifft dies genau den Nerv des sich "selbst Vergebens/Erkennens".
In diesem Sinne würde ich mich freuen zu hören, was für Erfahrungen ihr mit dem "sich selbst Vergeben" gemacht habt.
Grüße